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Kräften und Mitteln zu bekämpfen.
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Aufruf.
Unsere Zeit ist in höherem Grade als irgend eine Perkode der Vergantzenheit eine Zeit des zielbewußten Kampfes gegen die schweren Schäden des Volkslebens, welche den Bestand der eivilisirten Staaten von jeher ge— fährdet haben und in ihrer Gesammtheit den Gegenstand der sogenannten soeialen Frage bilden. Allenthalben
werden, sei es durch die Gesetzzebung, sei es durch die freiwillige Thätigkeit der Gesellschaft, Veranstaltungen der mannigfachsten Art getroffen, um der Verarmung, der körperlichen und geistigen Entartung und der sittlichen Ver⸗ wilderung der Massen entgegenzuwirken.
Je tiefer aber hierbei die Forschung der Wissenschaft und die Beobacht— ung der Prazis in die Ursachen und den inneren Zusammenhang der den Wohlstand, die Gesundheit und die Sittlichkelt des Volkes bedrohenden Uebel hineinblickt, desto mehr offenbart sich der unmäßige Genuß geistiger Getränke als der fruchtbarste Keim des materiellen und geistigen Elends innerhalb breiter Volksschichten und als eines der mächtigsten Hindernisse der Beseitigung dieses Elends. So steht es in allen großen Culturstaaten, nicht zum mindesten in unserem deutschen Vaterlande, welches nicht nur in Bezug auf den Blereonsum, sondern, wenigstens in seinen noͤrdlichen und mittleren Theilen, auch in Bezug auf den Verbrauch von Branntwein, diesem verderblichsten aller Berauschungsmittel, nahezu die erste Stelle einnimmt. Nur in Rußland und Dänemark wird dermalen mehr Branntwein getrunken als in Nord, und Mittel Deutschland. Es ist festgestellt, daß ein sehr großer Theil aller Armuth, aller Krankheiten, vornehmlich Geisteskrankhelten, aller Verbrechen, Unglücksfälle und Selbstmorde bei uns durch Trunksucht und Trunkenheit unmittelbar oder mittelbar veranlaßt wird. Nur die eine Thatsache sei bervorgehoben, daß nach zuverlässigen Ermittelungen in Deutschland unter 100 Fällen von Todt— schlag, schweren Körperverletzungen und Verbrechen gegen die Sittlichkeit sich über 60, theilweise selbst über 70 Fälle befinden, welche auf den Trunk zurückzuführen sind.
Die gefahrdrohende Größe dieses Schadens, an dessen Heilung in unseren Nachbarstaaten zum Theil schon
seit Jahrzehnten und unter Anwendung der einschneldendsten gesetzgeberischen Maß regeln mit gutem Erfolge ge—
arbeitet wird, ist in unserem Lande von Allen, welche ihr Beruf mit den leidenden und gesunkenen Theilen der Nation in tägliche Berührung bringt, namentlich von Armenpflegern, Aerzten, Gefängnißbeamten und Geistlichen, schon lange erkannt. Ihr Ruf nach Abwehr ist glücklicherweise nicht vergeblich gewesen.
Im Frühjahr 1883 sind in Kassel Männer aus allen Theilen Deutschlands und vom verschledensten poll— tischen und religtösen Standpunkt zur Gründung eines deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke zusammengetreten, um den gefährlichen Feind des öffentlichen Wohles nach festem Plane und mit geordneten Der Verein, welcher seitdem in ganz Deutschland eine erfreuliche Ausbreit— ung gewonnen hat, sietzt seine Aufgabe nicht in der Anwendung irgend eines vereinzelten Mittels gegen die Trunk— sucht, wie es z. B. die sogenannten Mäßigkeitsvereine empfehlen, sondern in der genauen Erforschung der ver—
schtedenen auf dem Gebiete der Gesetzgebung oder im Wege practischer Veranstaltung anwendbaren Mittel und in
der Ausführung aller eine Aussicht auf Erfolg bietenden Maßregeln durch Einwirkung auf die gesetzgebenden Factoren und durch die eigene freie Vereinsthätigzkeit.
Beschränkune des verführerischen Angebotes von geistigen Getränken, namentlich durch Verminderung der übergroßen Zahl von Schankwirthschaften und Branntweinverkaufsstellen, Herstellung anderer Erholungsstätten mit harmloseren Getränken, Förderuntz aller Erziehungsmittel für Jung und Alt, welche vom Trunke abziehen, Aufklärung der öffentlichen Meinung durch Wort und Schrift,— dies find die nächsten Ziele des Vereins, und
er ist in dieser Richtung bereits durch Antragstellung bei Bundes rath und Reichstag, durch Herausgabe von Flug
blättern und Vereinsmittheilungen, Veranstaltung von offentlichen Vorträgen, in mehreren Städten auch durch Einrichtung von Volkskaffeebäusern thätig geworden.
Einverstanden mit den angedeuteten Grundgedanken und Zielen des Vereins, und in der Absicht, demselben auch in Hessen eine weitere Verbreitung zu verschaffen, fordern die Unterzeichneten hiermit zu einem zahlreichen Eintritt in den deutschen Verein gegen den Mißbrauch getstiger Getränke auf. Es gilt die Mitarbeit an einem bedeutsamen nationalen Rettungswerk, welches die vereinten Kräfte aller Volksfreunde erfordert, und von welchem sich daher kein Theil unseres geeinten Vaterlandes ausschließen darf.
Sobald der Verein in unserem Lande eine größere Zahl von Mitgliedern gewonnen hat, kann zur Bildung eines Bezirksvereins geschritten werden, welchem die Lösung örtlicher Aufgaben obliegen wird. Beitrittserklärungen nehmen entgegen Ministerialsekretär Dr. Linß und Buchhändler Waitz, beide in Darm⸗ (Der Jahresbeitrag ist auf mindestens 2 Mark festgesetzt.)
Wem die Volkswohlfahrt am Herzen liegt, und wer zur Hebung eines schweren soctalen Uebels an seinem Theil mitwirken möchte, einerlei, welcher politischen oder religtösen Richtung er antzehören mag, der trete dem Vereine bei.
Hirsch, Gutsbesitzer, Alsheim. Pullmann, Decan, Grünberg. Hoffmann, Kreisrath, Alsfeld. RNady, Pfarrer Dr., Gießen. Baur, Dr. med., Gießen. Sorpel, G., Restaurateur, Darmstadt. Reinhart, N, Fabrikant, Worms. Beyer, Dekan, Darmstadt. Ihring, Kreisarzt Dr., Offenbach. Reuleaux, Commerzienrath, Mainz. Boekmann, Provinz.⸗Dir. Dr., Gießen. Kalbhenn, Decan, Burg-Gräfenrode. Riegel, Professor Dr., Gießen. Braden, Dr., Kreis rath, Friedberg. Kekulé, Kreisrath, Oppenheim. Rieger, Dr., Alsbach. Bramm, Buͤrgermeister, Gießen. Klietsch, Kreisrath, Büdingen. Rockel, Spenglermeister, Darmstadt. Brand, Director, Mainz. Kolb, Amtsanwalt, Darmstadt. Römbeld, Pfarrer, Arheilzen. Brettel, Kreisarzt Dr., Büdingen. Köhler, Superintend. Dr., Darmstadt. Römheld, Pfarrer Dr., Seeheim. Brink, Bürgermetster, Offenbach. Köhler, Kreisarzt Dr., Laubach. Schaum, Pfarrer, Nierstein. Büchner, Wilb., Fabrikant, Pfunzstadt. Küchler, Provinzial-Direetor, Mainz. Schenck zu Schweins berg, Kreisrath, Clemm, Stiftsdechant Dr. th., Lich. Küchler, Bürgermelster, Worms. Groß-Gerau. Dannenberzer, Kreisarzt Dr., Dieburg. Landsberger, Dr., Landesrabbiner, Schenk, Mediesnalrath Dr., Alzey. Davidson, Rechtsanwalt, Offenbach. Darmstadt. Schlosser, Pfarrer, Gießen. Dieffenbach, Oberpf. Dr. th., Schlitz. Langheinz, Kreisarzt Dr., Erbach. Schönfeld, Krelsrath, Lauterbach. Dingeldey, Stadtpfarrer, Darmstadt. Lautz, Sparkassenrechn., Groß Umstadt. Schuchmann, Maschinen Ing., Darm⸗ Dingeldey, Pfarrer, Gießen. Lehr, Stadtverordneter, Darmstadt. stadt. Draudt, praet. Arzt Dr., Darmstadt. Linß, Ministerialsekretär, Darmstadt. Scotti, Medieinalrath Dr., Heppenheim. Eigenbrodt, Geh. Medieinalrath Dr., List, Bürgermeister, Lauterbach. Sell, Superintendent Dr., Darmstadt. Darmstapt. Lucius, Rechtsanwalt, Mainz. Spamer, Kreisrath, Bingen. Eigenbrodt, Pfarrer Dr., Auerbach. Lorenz, Medieinalrath Ur., Friedberg Spamer, Krelsarzt, Bingen. Fertig, Kreisarzt Dr., Oppenheim. Matthias, Kreisarzt Dr, Lauterbach. Stamm, Instlitutsvorsteher, Darmstadt. Follenius, Kreisarzt Dr., Alsfeld. v. Marquard, Prov.⸗Dir., Darmstadt. Stamm, Gymnasiallehrer, Gießen. Frledmann, Pfarrer, Marienschloß. Mayer, A., Weinhändler, Gießen. Stamm, Dr., Lich. Fuchs, Pfarrer, Beerfelden. Meyer, Decan, Friedberg. Steinmetz, Pfarrer, Mainz. v. Gagern, Kreisrath, Worms. Mickel, Oberamtsrichter, Ulrichstein. Stromberger, Pfr. Dr., Zwingenberg. Gareis, Kanzler Dr., Gießen. Möbius, Landgerichtsrath, Gießen. Stubenrauch, Kreisarzt Dr., Schotten. Gebhardt, Amtsrichter, Gießen. Molitor, Kaplan, Darmstadt. Thaer, Professor, Rektor, Dr., Gießen. Glasor, Medieinalrath Dr., Gießen. Moter, Kreisarzt Pr, Beerfelden. Usinger, Kreisrath Dr., Bensheim. Göhrs, Pfarrer, Geinsheim. Moufang, Domcapitular, Mainz. Vigelius, Director, Gießen. Grein, Hofprediger, Darmstadt. Müller, Decan, Alsfeld. Vogel, Dr. wed., Homberg a. d. O. Grosch, Pfarrer, Castel. Münch, Medleinalr. Dr., Groß-Gerau. Vogt, Apotheker, Butzbach. Habicht, Superintend. Dr., Darmstadt. Naumann, Pfarrer Dr., Gießen. Vogt, Pfarrer, Lauterbach. Hager, Pfarrer Dr., Offenbach. Neidhart, Medieinalr. Dr., Darmstadt. Wahl, Amtsrichter, Alsfeld. Hallwachs, Kreisrath, Offenbach. Nohl, C. F., Kaufmann, Bessungen. Waitz, Johs., Buchhändler, Darmstadt. Hardt, Pfarrer, Offenbach. Nordt, Kreisarzt Dr., Worms. Walz, Pfarrer, Bad-Nauheim. Hees, Kaplan, Dieburg. Ohly, Oberbürgermelster, Darmstadt. v. Wedekind, G., Dr., Darmstadt. Heinrich, Domcapftular, Mainz. Pfannmüller, Dr. med., Martenschloß. Weis, L., Professor, Darmstadt. Helwig, Geb. Medielnalratb Dr„Mainz. Pfannmüller, Steuerrath, Nidda. Wiener, Pfarrer, Worms. Hempel, Oberamtsrichter, Lauterbach. Pfeiffer, Obermedinalrath Dr., Darm- Wolf, Kreis rath Dr., Schotten. Heß, Kreisrath, Dieburg. stadt. Wolz, Bürgermeister, Seligenstadt. Heumann, Kreisarzt Dr., Bensheim. Pfnor, Pfarrer, Darmstadt. v. Zangen, Regierungsrath, Mainz. Heyl, Geh. Commerzienrath, Worms. Plank, L. W., Kaufmann, Gießen. Zinser, Kreisarzt Dr., Herbstein. 1 4 a 21 Am 4. Junt, Abends, wurde eine gelbe, große, Ein gut möblirtes Zimmer schöne Bogenrohrpeitsche in der Richtung Assenheim⸗ mit schöner freier Aussicht ist billig zu vermiethen. Kreuz(Dorn ⸗Assenhelm) verloren. Der Finder wird Zu erfragen bei der Exped. d. Anz. ersucht, dieselbe gegen Belohnung im Gasthaus 1295
7 Post“ in Reichelsheim abzugeben. 3 Tannenäpfel,
stadt.
Allmann, Bürgermeister, Bingen. Baist, Rechtsanwalt, Gießen.
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* 4 17 Die Kirschen von 8 Bäumen in der Gemarkung Ossenheim hat zu verkaufen 2278
Fauerbach b. Fr. Friedrich Schwalb.
P. Theis, vormals G. Haustädt.
Guts⸗Inventar⸗Versteigerung. Dienstag den 30. d. Mts., von Vormittags 10 Uhr an, soll wegen Verpachtung des Gräflich Stolberg'schen Gutes Lonisenlust bei Hirzenhain das dortige gesammte lebende und todte Inventar daselbst öffentlich meistbietend gegen sofortlge Zahlung versteigert werden. Es kommen zum Verkauf: 6 ältere Pferde, 2 vierjährige, 1 dreijähriges und 1 einjähriges Fohlen, 3 Paar Zugochsen, 2 Paar eingefahrene Rinder, 214 Stück Schafe(Mutter— schafe, Jährlingshämmel und diesjährige Lämmer), sodann Wagen, Pflüge, Eggen, Maschinen, 1 Göpel⸗ werk, 1 Viehwaage, Geschirre, Ketten, Fässer u. s. w. Gedern den 17. Juni 1885. Gräflich Stolberg'sches Rentamt. 2249 Brumhard, Domänenrath.
Naͤchsten Donnerstag, Mortzens 9 Uhr, läßt Unter⸗ zeichnete folgende Gegenstände versteigern: 1 einspännigen zugebauten Brodwagen, 1 do. Kasten⸗ wagen, 1 kleinen Wagen, 1 Dezimalwaage, 1 Parthie leere Säcke, leere Fässer und Bütten, eirea 200 Flaschen, 10 Meter Holz, 1 große Hundehütte, 5 Hühner, 1 Sopha, 1 Schreibpult, 1 Commode, 1 Küchen⸗ schrank, 1 Kleiderschrank, Tische, sowie sonstige Haus— und Küchengeräthschaften. Groß⸗Karben den 21. Juni 1885. 2294 lara Rulb.
Mobiliar⸗Versteigerung.
Die zum Nachlaß der verstorbenen Jakob Jakoby Eheleute gebörigen Mobilien, als: Bettwerk, Weißzeug, Haus- und Küchengeräthe, sollen Donnerstag den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, in deren bisheriger Wohnung in der Sandgasse öffentlich meistbletend gegen baare Zahlung versteigert werden.
Friedberg, 19. Juni 1885.
2273 J. A.: Ruths.
Ein gebildeter Mann,
38 Jahre alt, evang., mit flottem Fabrikgeschäft in Mainz, wünscht sich behufs Gründung eines angenehmen Familien⸗ lebens mit gebildetem Fräulein oder junger Wittwe mit Vermögen zu verheirathen. Ernstgemeinte Anträge unter Beifügung der Photographie sub R. M. 161 an Rudolf Mosse, Mainz, erbeten. Strugste Discretion.(Fg. 815.)
Eine Wohnung,
bestebend aus 3 Zimmern, Küche mit Zubehör im oberen Stock, desgleichen eine kleinere im untersten Stock, wovon letztere sich auch zu einem Geschäftslocal eignet(mit Wasser) zu vermiethen. Meßgergasse 319. 2287
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0 ners mann E* Original-Theerschweselseise
von Bergmann& Co., Frankfurt a M.
Allein ächtes, erstes und ältestes Fabrikat in Deutsch- land. Anerkannt von vorzüglicher Wirkung gegen alle Arten Hautunreinigkeiten, Sommersprossen, Frost- deulen, Finnen etc. Vorräthig Stück 50 Pf. bei Herrn Apotheker Lüln in Friedberg. 2051
Todes- Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten tbeilen wir tiefbetrübt mit, daß unser innigstgeliebter Sohn, Bruder und Schwager
Georg Reuss
im 40. Lebensjahr den 20. Juni, Abends ½11 Uhr, nach langem Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. 0
Um stille Theilnahme bitten
Friedberg den 21. Juni 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet statt Dienstag den 23. Junt, Nachmittags 5 Uhr. Besondere Einladung erfolgt nicht.
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Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir hiermit die traurige Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigst— geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Elisabetha Simmerock Wittwe heute Morgen 4 Uhr nach langem, schwerem Leiden im 73. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen.
Um stille Theilnahme bitten
Friedberg den 22. Juni 1885.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 6 Uhr statt.
Besondere Einladung erfolgt nicht.
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