Ausgabe 
21.11.1885
 
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Türkei. Konstantinopel. Die Antwort der Pforte an den Fürsten von Bulgarien weist die Verantwortung für die jetzigen Vorgänge den Urhebern des rumelischen Aufstandes zu. Wenn der Fürst den status quo ante wiederherstelle, werde die Pforte sein Hülfegesuch erwägen. Serbien gegenüber sprach die Pforte ihre Be friedigung aus über die Erklärung, daß es keine feindlichen Absichten gegen die Pforte hege.

19. Nov. DieTimes meldet: Die Türkei und Serbien kamen dahin überein, daß nach Besetzung Sofias Serbien nicht mit dem Fürsten von Bulgarien, sondern mit der Pforte Frieden schließen solle, da die Pforte gleichgiltig gegen eine Zerstückelung Bulgariens sei und ein starkes Serbien einem mächtigen Bulgarien vorziehe.

Aus Damaskus sollen 25,000 Mann türkische Truppen unverweilt nach Kreta und dem Epirus abgehen.

Serbien. Belgrad. Bezüglich der zwischen der Türkei und Serbien anläßlich des serbischen Einmarsches in Bulgarien schwebenden Verhand lungen verlautet unterrichteterseits, daß die Pforte wegen Verletzung türkischen Staatsge bietes, wozu Bulgarien unzweifelhaft gehöre, Verwahrung eingelegt habe. Garaschanin habe erwiedert, das Vorgehen Serbiens sei durch Zwangsverhältnisse und die Politik Bulgariens nothwendig geworden. Serbien wolle keines falls die Türkei schaͤdigen.

18. Nov. Die Serben rückten gestern in Bresnik ein. Die Bulgaren ließen 8 Ge schütze zurück. Die bulgarischen Truppen bei Widdin sind als vollständig desorganisirt und zersprengt anzusehen.

19. Nov. Gestern Nachmittag erfolgte die Einnahme Widdins. Die Serben besetzten Radomir und marschiren auf Sofia.

Bulgarien. Sofia, 17. Nov. Die Serben griffen Slivnitza rechts und links mit zahlreichen Streitkräften an. Die Bulgaren schlugen den Angriff ab, ergriffen die Offensive und ver folgten die Serben 5 Kilometer weit. Die Serben hatten große Verluste. Die Arbeiten zur Vertheidigung gegen den Feind werden eifrig fortgesetzt. Es geht das Gerücht, die Serben marschirten in der Richtung von Genci auf der Straße nach Lompalanka rechts von der festen Position bei Slivnitza.

18. Nov. Der gestrige Sieg der Bul garen bei Slivnitza dürfte die Gefahr für Sofia beseitigen. Der linke Flügel der Serben wurde vollständig geschlagen und bis zum Abend 17 Kilometer weit verfolgt. Wahrscheinlich dürften die Serbey genöthigt werden, den Dragomanpaß aufzugeben. Am rechten Flügel waren die Serben glücklicher, es kam hier zu keiner Verfolgung Der Fürst führte die Truppen mehrmals in's Gefecht und richtete selber eine Kanone gegen den Feind.

Griechenland. Athen. Ministerpräsident Delyannis beauftragte den griechischen Gesandten Rhangabe in Sofia, bei dem bulgarischen Mi nister des Auswärtigen nachdrücklich auf die nicht zu rechtfertigenden Belästigungen griechischer Unterthanen, sowie auf die von bulgarischen Beamten verübten Beleidigungen von Bildern der hellenischen Majestäten hinzuweisen. Der Führer der Opposition, Trikupis, sprach den Eutschluß aus, die Opposition werde keine Cabinetsfrage aufwerfen und den Regierungs Vorlagen keine Schwierigkeiten bereiten. Die Nachrichten von Truppenbewegungen gegen die Grenze werden als falsch bezeichnet.

18. Nov. Kammer. Mintsterpräsident Delyannis wies in Beantwortung einer Inter

pellation auf die freundschaftlichen Beziehungen zur Türkei hin. Die Kammer nahm einen Gesetzentwurf, durch welchen Abzüge von den Gehältern der Beamten angeordnet werden, an.

19. Nov. Berichte von hier melden, daß es dort trotz der herrschenden Actionslust zu keinem kriegerischen Unternehmen kommen werde. Angebliche Vereinbarungen zwischen Griechenland und Serbien dürften sich nur auf eine Hülfe leistung im Nothfalle beziehen.

Rußland. Petersburg.Przeglond meldet Gerüchte, nach welchen der Rücktritt Giers' und die Abberufung des russischen Gesandten aus Bel grad bevorstehend seien. Ignatieff wurde vom Zaren empfangen. Man glaubt, er gehe in einer außerordentlichen Mission nach Wien, Berlin, Paris und London, Andere behaupten nach Bulgarien.

DieKreuzzeitung berichtet von hier, daß das Gerücht über die Absicht der Regierung, alle höheren Posten in der Verwaltung und auf dem Gebiete der Rechtspflege zukünftig nur mit Personen griechisch orthodoxen Bekenntnssses zu besetzen, auf Wahrheit beruhe. Das bedeute eine vollständige Verdrängung des deutschen und polnischen Elementes aus dem Staatsdienste. Armenier und Tartaren würden in die leer ge wordenen Plätze einrücken, Asien würde die Ober hand über Europa gewinnen.

Der serbische Gesandte in Petersburg soll dem Fürsten Milan ein Handschreiben des Zaren überbringen.

DerRegierungsanzeiger veröffentlicht die nachgesuchte Enthebung des Justizministers Nabokoff und die Ernennung des Senators Manassein zu seinem Nachfolger.

Amerika. Ottawa, 16 Nov. Louis Riel, der Führer der letzten Insurrection im Nord westen von Canada, ist heute in Regina hin gerichtet worden.

Indien. Rangun, 18. Nov. Minhla wurde gestern nach dreistündigem Kampfe im Sturm genommen. Der Weg nach Mandaley ist nunmehr frei. Vor der Einnahme von Minhla besetzte Norman Simbougwab am linken Ufer des Irrawaddy nach Abfeuerung zweier Kanonenschüsse; General Prendergast ging am rechten Ufer des Irrawaddy vor und bombar dirte das Fort Kuligan, welches er rückseitig angriff. Das Fort wurde genommen, die Ge schütze wurden vernagelt vorgefunden.

Handel und Verkehr.

Butzbach, 18. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.900.95, Käse per Pfd. 4546 Pf., Eier 1 Stück 7 Pf.

Frankfurt, 19. Nov. Fruchtbericht. Weizenmehl Nr. 0 M. 31.75 32.75, Nr. 1 M. 26.50 27.50, Nr. 2 M. 24.75 25.75, Nr. 3 M. 22.75 23.75, Nr. 4 M. 16.25 17.25, Nr. 5, M. 15.25 16.25 Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49.75 bis 5.75, norddeutsche und westfälische Welzenmehle 00 M. 23 23.50, Roggenmehl/ ruhig M. 18.50- 19.50 ab Berlin, Null allein M. 1.50 darüber, schwarze Sorten nominell. Roggenkletie M. 4.50 4.75, Welzenkleie M. 4 per Ctr. Rüböl im Detail M. 51.

Verloosungen.

Freiburger 15 Fr.⸗Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 15. Nov. 1885. Serie 3287 Nr. 50 A 35,000 Fres. S. 2203 Nr. 9 4000 Fres. S. 3878 Nr. 37 à 1000 Fres. S. 1680 Nr. 40, S. 3089 Nr. 50, S. 3249 Nr. 31, S. 4301 Nr. 4, S. 5620 Nr. 27, S. 6221 Nr. 14 à 250 Fres. S. 42 Nr. 30, S. 1077 Nr. 5, S. 1372 Nr. 14, S. 1824 Nr. 33, S. 2119 Nr. 40, S. 2954 Nr. 46, S. 3148 N. 3, S. 3192 Nr. 25, S. 4196 Nr. 33, S. 4623 Nr. 12 22, S. 5396 Nr. 34, S. 5479 Nr. 9 38, S. 5629 Nr. 42, S. 6995 Nr.? à 125 Fres.

Ansbach-Gunzenhausen 7 fl.⸗Loose vom Jahre 1856. Ziehung am 15. Novbr. 1885. Ge zogene Serien: Nr. 36 152 210 275 384 462 499 551 699 834 1083 1107 1200 1461 1500 1512 1592 1607

1627 1683 1850 2179 2225 2254 2605 2616 2762 2801 2981 2994 3025 3091 3100 3249 3546 3743 3871 3874 3983 3993 4113 4136 4137 4278 4335 4401 4429 4571 4701 4745 4819 4903. Die Prämien⸗ Ziehung findet am 15. Dezember statt.

Finnländisches pCt. Staats⸗Anlehen von 188 1. Ziehung vom 2. Nov. 1885. Heimzahlung am 1. Febr. 1885. Lit. A. Nr. 339 347 505 553 599 644 686 à 3000 M. Lit. B. Nr. 244 293 432 498 722 852 96% 1003 1322 1421 1584 1619 1677 1697 1726 1819 1843 2034 2065 à 1500 M. Lit. C. Nr. 72 248 358 359 372 447 455 567 715 770 836 854 893 896 019 1099 1611 1627 1964 1998 6060 M. Lit. D. Nr. 94 114 156 308 365 390 446 453 609 735 762 773 849 989 1058 1082 1124 1310 1434 1508 1611 1847 1884 1970 2266 2275 2396 2629 2977 à 300 M.

Eingesandt. Leise Anfrage. Warum hat das Brod einen so hohen Preis gegen⸗

über den billtgen Fruchtpreilsen? Beides steht in gar keinem Verhältniß zu einander. civis.

Eingesandt.

In anderen Städten ist es Gebrauch, daß früh Morgens ein Fuhrmann von Haus zu Haus fährt, um die Asche und den Kehricht abzuholen. Einsender ist überzeugt, daß ein Fuhrmann, der gegen eine kleine Vergütung dies Abholen unternimmt, ein ganz gutes Geschäft dabei macht. H.

Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Evangelische Gemeinde. 25. Sonntag nach Trinitatis. Todtenfest. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½⁰ Uhr: Herr Candtdat von der Au. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach. Am 1. Advent Abendmahl in der Burgkirche.

stathslische Gemeinde. Samstag 5 Uhr: Beicht. Sonntag 547 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.

Frledberg, 19. Nov. Die kalte Witterung mahnt jeden Pferdebesitzer zur Anschaffung einer guten wollenen Pferdedecke. Es ist wohl bekannt, daß man die besten, dauerhaftesten und billigsten Decken in dem Geschäft von G. Schulhof, Friedberg, kauft. 4018

Die herannahende Weihnachtszeit veranlaßt Jung und Alt die Hände zu regen, um lieben Verwandten eine sinnige Gabe zu fertigen und gewiß hat manches Kind schon seine Sparbüchse hervorgeholt, um deren Inhalt festzustellen und zu berechnen, ob derselbe wohl ausreicht, um für seine Geschwister ein Wethnachtsgeschenk zu kaufen. Besonders aber Eltern, sowie Erwachsene, Vereine und einzelne Wohlthäter bemühen sich aus den von ver schtedenen Geschäfts branchen in Hülle und Fülle gebotenen Weihnachtsgaben etwas Passendes zur Bescheerung aus⸗ findig zu machen. Die Schaufenster legen ihren besten Schmuck an und Ausstellungen werden veranstaltet, um die Kauflust zu steigern. Das Auge läßt sich durch einen Gegenstand fesseln und dieser wird gekauft, well die äußere Ausstattung bestechend wirkt. Sehr häufig wird aber nicht danach gefragt, ob der damit Beschenkte auch wirklich dauernd ein Interesse daran finden werde. Dauernd kann aber nur ein Geschenk befriedigen, wenn wenn seine Ausführung solld und das Alter des Em pfängers berücksichtigt ist. Besonders für die liebe Jugend werden zu Festgeschenken manche Anschaffungen gemacht, die sich, wenn in Gebrauch genommen, bald als verfehlte herausstellen. Mag nun die Wahl eine nicht passende, oder die Ausführung des Gegenstandes eine magelhafte sein, immerhin wird es für den Geber eine Enttäuschung bleiben, denn das dafür angewandte Geld trägt keine Zinsen. Wir können nun Jedem, welcher die Wahl eines guten Spiels oder Apparates zur Beschäf⸗ tigung und Unterhaltung, eines guten Buchs oder Lehr⸗ mittels u. s. w. zu treffen hat, anempfehlen, sich zunächst an die Leipziger Lehrmittel⸗Anstalt von Dr. Oskar Schneider in Leipzig zu wenden und den neuesten Katalog dieser Firma kommen zu lassen. Dieselbe bemüht sich schon sest Jahren für Jung und Alt das Beste zu fabrl⸗ zleren und zu empfehlen und liefert an jeden Interessenten ihren elegant ausgestatteten, reich ilustrirten Katalog unentgeltlich; man hat nur nöͤthig, diesen Rathgeber zu verlangen. 4023

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