der Pforte ersucht die Mächte um Verstän⸗ digung über die Form der Ausführung der Conferenzbeschlüsse, welche militärischen Compli—
cationen vorbeuge.
Serbien. Belgrad, 16. Dez. Die„W. Allg. Ztg.“ meldet von bier: Viele Soldaten erfroren auf Vorposten. Serbien erklaͤrte, sich dem Ausspruch der Militärcommission unter— werfen zu wollen, wenn Bulgarien eine gleich— lautende Erklärung abgebe.
Bulgarien. Sofia, 16. Dez. Bulgarien will den Spruch der Militärcommission acceptiren, erbittet aber die Räumung des Widdiner Gebietes, damit die Serben bei einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten nicht im Vortheil seien.
— 16. Dez. Deutschland, Rußland und Oesterreich sollen in der Balkanfrage zu dem Standpunkte der Wiederherstellung des status quo ante zurückgekehrt sein.
Amerika. New⸗Pork, 17. Dez. Nach einer Depesche aus San Francisco entdeckte die dortige Polizei eine socialistische Verschwör— ung zur Ermordung des Gouverneurs Cali— forniens und anderer hervorragender Burger. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.
Washington, 16. Dez. Im Senate wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, betr. die freie unbegrenzte Ausprägung von Silberdollars.
Aus Stadt und Land.
1 Friedberg. Auf verschiedenen starken Gefäll⸗ strecken der Main⸗Weser⸗Bahn, sowie auf der Friedberg⸗ Hanauer Bahn werden gegenwärtig für die Betriebs⸗ sicherbeit hochwichtige Einrichtungen getroffen. Es wer⸗ den nämlich Fahrgeschwindigkeitsmesser hergestellt, die es ermöglichen, zu jeder Zeit festzustellen, mit welcher Ge⸗ schwindigkeit ein Zug die betreffende Strecke durchfahren hat. Die sehr kunstvolle Einrichtung soll aus einem auf einer Station angebrachten Uhrwerk bestehen, welches mit auf der Strecke vorhandenen Tastern electrisch in Ver⸗ bindung steht, und hierdurch absolut sicher die gewünschten Angaben macht. Sodann soll über sämmtliche gefahrene Züge die Controle alsbald vorgenommen und nicht etwa gewartet werden, bis ein Unfall hierzu Veranlassung gibt. Wird bei dieser Controle die Fahrgeschwindigkeit üver— schritten gefunden, dann dürften die Schuldigen zur Ver⸗ antwortung gezogen werden. Werden auch immer hier und da Unfälle durch die Kraft des Dampfrosses und die Schwächen der Menschen vorkommen, so lange Bahnen existtren, so muß doch anerkannt werden, daß von Seiten der Bahnverwaltungen unendlich viel gethan wird zur Sicherbeit des Betriebes und des reisenden Publikums.
t. Friedberg. Die am 24. oder 25. Dezbr. ge⸗ lösten Retourbillets von mindestens zweitägiger Gültig— keitsdauer sollen, mit Rücksicht darauf, daß der Tag nach dem bevorstehenden Weihnachtsfeste(27. Dezember) auf einen Sonntag fällt, auf den unter Preußischer Staatsverwaltung stehenden Eisenbahnen zur Rückfahrt noch am 28. Dezember zugelassen werden. Eine gleiche Vergünstigung ist für die direeten Retourbillets mit Stationen der Oldenburgischen, der Unterelbischen, der Main⸗Neckar⸗, der Hesfischen Ludwigs- und der Lübeck⸗ Büchener⸗Bahn zugestanden.
h. Friedberg, 16. Dez. Die Nachricht, daß heute unser Herbergsvater, Wilhelm Künstler, eingetroffen ist, wird die Gemeinden unseres Kreises und Manche über dessen Grenze hinaus interessiren. Die letzten noth— wendigen Einrichtungen vor der Eröffnung, welche An⸗ fangs Januar nächsthin stattfinden wird, hilft nun noch der Haus vater treffen. Zwischen den Jahren können übrigens Freunde der Herberge z. H. dieselbe schon be— suchen und sich von deren Einrichtung Einsicht ver— schaffen. Bis hierher ist Alles gut gegangen, wir hoffen auch auf ein weiteres Gelingen des gewiß wohlthätigen Unternehmens.
B. Bad⸗Nauheim. Im Jahre 1885 fungiren am hiesigen Amtsgericht als Schöffen: für die Monate Januar und Februar Georg Schäfer III. von Dorheim und Heinrich Leonhard von Wisselsheim; für die Monate März und April Franz Möbs VIII. von Nieder-Mörlen und Peter Fritz II. von Ober-Mörlen; für die Monate Mai und Junt Konrad Wagner von Schwalheim und Heinrich Thönges IV. von Steinfurth; für die Monate Juli und August Philipp Kunz von Schwalheim und Kaspar Tönges von Steinfurth; für die Monate September und Oetober Wilhelm Faber von Dorheim und Kaspar Rühl III. von Ober⸗Mörlen; für die Monate November und Dezember Heintich Möbs X. von Nleder-Mörlen und Peter Born IV. von Ober⸗Mörlen.
Alsfeld. Den Brüdern Adolf und Karl Müller ist von der königl. zoologischen Gesellschaft natura artis magistra zu Amsterdam je ein sehr geschmackvoll aus⸗ gearbeites Diplom der Mitgliedschaft unter höchst an⸗ erkennendem Begleitschreiben übersandt worden, nachdem früher schon die Auszeichnung urkundlich übermittelt worden war.
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 15, l. Mts. gegen Wilhelm Kornmann zu Ober⸗Ofleiden, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Kotnmann war beschuldigt, daß er am 25. October l. J. zu Ober⸗
körperlich mißhandelt habe und hierdurch der Tod des
Nikolaus Diehl II. verursacht worden sei. Die Ge— schworenen verneinten indessen die ihnen vorgelegte Schuld— frage, in Folge dessen der Angeklagte freigesprochen wurde. — Schwurggerichtsverhandlung am 16. l. Mts. gegen Julius Kulb zu Groß-Karben, wegen betrüglichen Bankerutts und Meinetlds. Derselbe war angeklagt, daß er als Schuldner, über dessen Vermögen das Concursverfahren eröffnet worden ist, in der Absicht, seine Gläubiger zu benachtheiligen, Vermoͤgensstücke ver— heimlicht bezw. bei Seite geschafft und daß er den ihm am 13. Januar 1885 von Großh. Amtsgericht Vilbel auferlegten Offenbarungseid wissentlich falsch geschworen habe. Die Geschworenen erkannten den Angeklagten für schuldig und wurde derselbe demgemäß in eine Gesammtzuchthausstrafe von 2 Jahren und 8 Monaten verurtheilt, ihm auch die bürgerlichen Ehren rechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt und ihm die Fähig— keit abgesprochen, je wieder als Zeuge und Sachverständiger eidlich vernommen werden zu können.
Mainz, 15. Dez. Heute hat dahier vor dem Schwur— gericht der Prozeß wider den Schuhmacher Georg Friedrich Herbst begonnen, der angeklagt ist, den Schuhmacher Bap— tist Wothe und dessen Frau Marg. Wothe ermordet zu haben. Der beklagte Herbst leugnet beharrlich, die beiden ihm zur Last gelegten Mordthaten begangen zu haben, obgleich alle Anzeichen dafür sprechen, daß er der Thäter gewesen ist.
Allerlei.
Heidelberg, 16. Dez. Professor Ludwig Nohl, Autor zahlreicher musikalischer Werke, ist gestorben.
New Vork, 8. Dez. Eine furchtbare Explosion, über deren Entstehungsursache wohl niemals Genaueres an die Oeffentlichkeit dringen wird, ereignete sich heute Nachmittag im East River. Um diese Zeit erfolgte ein welthin vernehmbarer, donnerähnlicher Krach, welcher die nahe dem Ufer befindlichen Gebäude von der 40. bis zur 70. Str. in ihren Grundmauern erbeben machte und bedeutend größere Wirkung ausübte, wie seiner Zeit die Sprengung des„Flood Rock“. Die Wirkung der Luft⸗ erschütterung war eine so große, daß viele Leute glaubten, der Untergang der Welt stehe bevor und zu Tode er— schrocken aus ihren Häusern auf die Straße stürzten. Hier vernahmen sie die Kunde, daß auf dem Schlepp— dampfer„Dorie Emory“ eine Explosion stattgefunden, das Boot in die Luft geflogen und weder von letzterem noch von dessen Mannschaft, die aus sechs Personen be— stand, eine Spur mehr zu sehen sei. Auf dem Flusse fuhr eine Anzahl Boote auf und ab, um nach den Leich— namen der verunglückten Mannschaft zu suchen, aber alles Bemühen war vergeblich. Alles, was aufgefunden wurde, waren Holztheile, von denen auch eine große Quantität von der Fluth an das Ufer geschwemmt wurde.
Verloosungen.
Köln-Mindener 100 Thlr.⸗Loose vom Jahre 1870. Ziehung am 1. Dez. 1885. Gezogene Serien: Nr. 43 285 510 595 865 969 1087 1291 1335 1371 1426 1493 1547 1617 1669 1689 1799 1922 1962 2056 2322 2323 2395 2611 2642 2737 2760 3011 3550 3671 3775 3844 3846 3989 3999. Die Prämien⸗ Ziehung findet am 1. Februar 1886 statt.
Oesterr. 100 fl.⸗Loose vom Jahre 1864. Zieh⸗ ung am 1. Dez. 1885. Auszahlung am 1. März 1886. Hauptpreise: Serie 95 Nr. 40 150,000 fl. Serie 95
Nr. 15 20,000 fl. Serie 1410 Nr. 92 10,000 fl. Serie 2384 Nr. 54, Serie 3040 Nr. 73 5000 fl. Von Serlen wurden noch gezogen: Nr. 9 58 301 588 763 1287 1344 1421 1513 1550 1865 2466 2658 2822 2955 3302 3503 3505 3744 3786 3827.
Literarisches.
Daheim. Nr. 11 enthält: Der alte Jungherr und seine Liebe.(Forts.)— Ludwig Richters Selbstblographie. Von Th. H. Pantenius.— Dle deutschen Bibelüber— setzungen vor Luther. Von L. Witte.— Edmund Har⸗ burger. Mit vier Illustr. Von F. B.— Am Famllien⸗ tisch: Luther's Verlobung. Mit Bild.— Ein nächtlicher Ueberfall durch„Mondscheinmänner“ in Irland.— Als der Großvater die Großmutter nahm.— Allerlei vom Büchertisch.— Ein seltsamer Begriff im Welthandel.— Gesundheitsrath.— In unserer Sptelecke.— Mit sieben illustr. Beilagen. 6
„Die Werkstatt“, Meister Konrads Wochenzeitug, Nr. 11 enthält: Aus der Welt.— Für die Werkstatt: Ueber Behandlung der Werkzeuge.— Nur nicht warten lassen!— Wenn einer Lohn in Blechmarken zahlt.— Schlechter Lohn in Berlin.— Allerhand Nützliches für den Handwerker.— Für den Abendschoppen: Befählg⸗ ungs⸗Nachweis.— Dreszehn alte Regeln für Losge⸗ sprochene.(Aus einem deutschen Handwerkerspiel, auf, geführt zu Posen im Jahre 1753).— Das läßt tief blicken.— Allerlei Neues und Merkwürdiges.— Für Haus und Herd:„Zeit ist Geld!“— Nähmaschinen auf Miethscontrakt.— Eine gute Salbe für aufgesprungene Hände.— Auch ein Weihnachtsbaum.— Immer noch mehr Fische.— Trocken gewordenes Brod und Semmeln. — Für den Feierabend: Die Brüder.(Schluß.)— Ein Raphael ohne Arme.
Handel und Verkehr.
Homburg, 17. Dee. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 3.50—4, per Gescheid 8—9 Pf., Eiter per Stück 8—9 Pf., Butter per Pfd J. Qual. M. 1.20,
II. Qual. M. 1.10. Hlesiges
Frankfurt, 17. Dez. Fruchtbericht.
Offleiden den Nikolaus Diehl II. von da vorsätzlich Waszenmehl Nr. 0 M. 31-32, Nr. 1 M. 36—27, Nr. 2
M. 24— 25, Nr. 3 M. 22— 23, Nr. 4 M. 16-17, Nr. 5 M. 15— 16. Milchbrov⸗ und Brodmehl im Verband M. 49— 51, norddeutsche und westfällsche Weizenmehle 00 M. 2323.50, Roggenmehl 0/ still, M. 18—19 ab Berlin, Null allein M. 1.50 darüber, schwarze Sorten genannt, Roggenklete M. 4.75 und Weizenkleie M. 4. (Die Preise verstehen sich bei Abnahme von mindestens 200 Ctr.) Rüböl im Detail M. 51.
Einladung zur Lösung von Neujahrs-Wunsch- Enthebungs-Karten
Für diejenigen Personen, welche von den Gluͤckwünschen zum neuen Jahr entbunden sein, möchten, werden auch in diesem Jahre Neujahrswunsch-Enthebungskarten gegen Entrichtung eines Geldbetrags zum Besten der Volks⸗ küche ausgegeben. Wer eine solche Karte erwirbt, von dem wird angenommen, daß er auf diese Weise seine Gratulatlonen darbringt und ebenso seinerseits auf Be⸗ suche oder Karten-Zusendungen verzichtet. Die Karten können bet dem Stiftungsrechner Heldt, sowie in den belden hiesigen Buchhandlungen bis zum 29. Dezember gegen Bezahlung von mindestens 1 Mark das Stück in Empfang genommen werden. Die Namen der Abnehmer werden vor dem 1. Januar 1886 veröffentlicht werden. Bei den nach dem 29. Dezember gelösten Narten ist diese Veröffentlichung nicht mehr möglich.
Friedberg den 11. November 1885.
Für dle Armen⸗Commission: Meyer, Pfarrer.
Stadtkirchenbau⸗Verein.
Nachstehende fernere Gaben werden mit herzlichem Danke quittirt: Von Frau Barnas 1 M. jährlich, Ober⸗ förster Rumpf in Ockstadt 1 M. jährlich, Pfarrer Möbius in Bönstadt 4 M. jährlich; Kaufmann Fürth 5 M., J. A. Nauheim 2 M., Bäcker Rosenschon 2 M. und 1 M. jährlich, Dr. Vitsch in Frankfurt 10 M., L. Hanau 3 M. und 1 M. jährlich, durch Or. Amts⸗ gericht Zeugengebühren 60 Pf.
Dr. Weiffen bach. Wahl.
Die Christbescheerung
für die Friedberger Kleinkinderschule findet
am 4. Advent, Nachmittags 4 Uhr, im Rath⸗
haussaale statt. Erwachsene zahlen 20 Pf., Kinder 10 Pf. Eintrittsgeld.
Berichtigung.
In dem Referat über den Vortrag des Herrn Professor Köstlin(vergl. die vorige Nr. des Anzeigers) sind bei der Schilderung eines Abendmahls im Krlege die Worte: „in der Wüste“ zu streichen. sch.
2 P—
Gedenket der Vöglein im Schnee! Der Frost und Hunger thun weh.
Verwahret Feuer und Licht, Damit kein Schaden geschicht!
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Epangelische Gemeinde. 4. Advent. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Jäger. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Am zweiten Weihnachtstage Abendmahl in der Burg⸗ kirche, Beichte nach dem Vormittags-Gottesdienste des ersten Festtages.
statholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag 3/7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Cbristenlehre und Andacht—
Friedr. Streckfuß,
Friedberg, empfiehlt zu Weihnachtsgeschenken Brief⸗Taschen, Photographie-Album, Photo⸗ graphie-Rahmen, Eigarren⸗Etuis, Visitkarten⸗ täschchen, Schreib-Mappen, Schreib- Album, Poesie-Bücher, Schreib-Garnituren, Schreib⸗ zeuge, Gebet-, Gesang⸗, Bilder- und Geschäfts⸗ Bücher ꝛc. ꝛc.
Spielwaaren aller Art,
als: Puppen, Wagen, Pferde, Pferde⸗ Ställe, Trommeln, Helme, Tornister, Säbel, Gewehre, Festungen, Unterhaltungs⸗Spiele, Werkzeug⸗ und Laubsägekasten, Musik⸗Instrumente für Kinder, Mund⸗ und Zieh⸗Harmonikas, Christ⸗ baumlichter und Christbaumschmuck in großer Auswahl und zu billigen Preisen. 4119
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