cation aus, daß die Pforte allein den Fürst von Bulgarien auffordere, Rumelien zu verlassen, während die Mächte auf besonderem Wege die Forderung der Pforte unterstützen. Die Ver— treter der Mächte in Konstautinopel sind übrigens instruirt, gegen ein Einschreiten der Türkei gegen
einen Balkanstaat nichts ein zuwenden. Auch England ist damit einverstanden. Serbien. Belgrad, 16. Nov. Die ser—
bische Donaudivision steht bei Zaribrod; die Moravadivision gegenüber Trin; die Schumadja— division in der Richtung gegen Sofia; die Ca— valleriedivision bei Odorovci. Dieselben rücken mit Umgehung des Dragomanpasses concentrisch gegen Sofia vor. Der König ist bei dem rechten Flügel der Timokarmee. Die Serben machten vorgestern in Zaribrod 200 Gefangene. Die Timokarmee erlitt bei der Einnahme von Adlie(Kula) einen Gesammtverlust von 150 Mann.
— 17. Nov. General Leschjanin schlug gestern die Bulgaren zwischen Kula und Widdin. Die bulgarischen Truppen wurden zerstreut und ließen ihre Todten und Verwundeten auf dem Schlacht— felde. Die Serben machten 1000 Gefangene. Die erste Position des Dragomanpasses wurde heute Nacht durch die Serben genommen. Trin ist heute früh gefallen. Die beiderseitigen Ver— luste sind bedeutend. Die Serben eroberten 2 Geschütze und machten viele Gefangene; die— selben dringen gegen Slivnitza vor.
Bulgarien. Sofia, 15. Nov. Fuürst Alexander, von Karaweloff begleitet, ist Vor— mittags bier eingetroffen; er hatte sich unter— wegs in Ichtiman aufgehalten, woselbst er mit den Truppenführern an der Grenze in tele— graphische Verbindung trat. Wahrscheinlich reist der Fürst im Laufe des Tages zur Armee ab. Bei der Ankunft in Sofia ging ihm eine zahl— reiche Renschenmenge entgegen und begrüßte ihn mit freudigen Zurufen; die Häuser waren beflaggt.
— 16. Nov. Gestern morgen wurde die feste Position bei Dragoman von starken serbischen Streitkräften, die von Zaribrod vorrückten, an gegriffen. Es entspann sich ein lebhaftes Ar— tilleriegefecht, welches bis in die Nacht andauerte und den bulgarischen Truppen wenig Schaden zufügte. Die Serben haben nach erbittertem Kampfe die Position bei Trin umgaugen. Dra— goman ist definitiv aufgegeben. Die Bulgaren sind bei Slivnitza concentrirt. Fürst Alexander hat den Sultan telegraphisch um Hülfe gegen die Serben gebeten. 5
— 16. Nov. Der„Wiener Allg. Zeitung“ wird aus Widdin gemeldet, es werde ein ser— bischer Ueberfall befürchtet, und in Folge dessen fieberhaft an der Herstellung der Außenwerke gearbeitet. Auch seien große Verstärkungen und Kanonen angekommen. Die rumänische Note, betreffs Schleifung der bulgarischen Donaufest ungen wurde veranlaßt durch die Widdiner Fest— ungsarbeiten.
— Die„Köln. Ztg.“ bringt ein bulgarisches Rundschreiben, in welchem die Regierung unter detaillirter Darlegung des Sachverhalts die Priorität des Angriffs Serbien zuschreibt und jede Verantwortlichkeit für den Krieg ablehnt. Bulgarien bot alles auf, um den Streit zu ver— meiden, hielt sich, wie die Aufstellung der Truppen beweist, in reiner Defensive, und ruft die Un— parteilichkeit und Billigkeit des Uctheils der aus— wärtigen Regierungen an.
— 17. Nov. Der Minister der Auswär⸗ tigen, Zanoff, brachte die Antwort des Sultans auf die Anfrage des Fürsten Alexander tele— graphisch in Erinnerung, da Bulgarien als Va— sallenstaat mit dem Feinde nicht direct verhan— deln könne. Der türkische Gesandte erklärte, die Pforte unternehme keine Feindseligkeiten gegen Serbien.
Rumelien. Philippopel, 17. Nov. Die bulgarische Studentenlegion ist gestern Abend nach Sofia abmarschirt.
0 Aus Stat und Land.
Friedberg. Das Comité zur Erbauung einer Elsenbahn von Homburg nach Frledberg hat beige wieber ein Gesuch an den Staatsminister Maybach ge⸗
richtet. Abermals wird um Ertheilung einer Coneession an die Privatgesellschaft gebeten und hervorgehoben, wie dringend nothwendig eine Bahn zwischen beiden Orten ist. Die Petition fährt dann fort:„Sollte, wie in Ew. Exeellenz ersten Antwort gesagt, die Ausführung der Bahn von Staatswegen vorgezogen werden, so wollen E. E. dem dringendsten Bedürfnisse eines ganzen Kreises dadurch Rechnung tragen, daß das unterzeschnete Comité über die Bedingungen, unter denen E. E. den Bau der Bahn von Staatswegen befürworten, unter— richtet werde, damit dieses nun schon seit den 70er Jahren schwebende Projekt, dessen Ausführung für die hiesige Gegend unbedingt nöthig ist, auch zur Wirklichkeit werde, zumal die Gegend wohl das Recht in Anspruch nehmen darf, die Sache in Ausführung genommen zu sehen, nachdem wir uns erboten haben, 1) unter von E. E. zu stellenden Bedingungen sofort die Bahn zu bauen, 2) die fertige Bahn unter einem zu vereinbarenden Modus dem Staate auf Wunsch zu überlassen. Mit Rücksicht auf die in allernächster Zeit bevorstehende Eröffnung des Preußischen Landtages auf recht baldigen günstigen Be— scheid hoffend, verharren wir als E. E. gehorsamste Diener ꝛc. ꝛc.“
h. Friedberg. Zu unserer großen Freude haben wir zu berichten, daß dem Vorstande der Herberge zur Heimath dahier auch der Vorstand und die am 14. dieses Monats stattgehabte außerordentliche Generalversamm— lung des hiesigen„Armenvereins“ bereitwillig unter— stüßzend entgegengekommen sind. In Anbetracht, daß die Herberge gleiche Zwecke verfolgt, wie der Armenverein und noch die bildende, erziehliche bessernde und rettende Ein wirkung hinzutreten läßt, gibt derselbe 1500 M. von seinem gesammelten Kapital. Von seinem Vorstande treten fünf Mitglieder in den Vorstand der Herberge zur Heimath ein. Obgleich der Armenverein ruhig wie sehr zweckmäßig fortbestehen wird, so wird doch sein Vorstand in richtiger Erkenntniß, daß hier nur ein einheitliches Wirken das wünschenswerthe Resultat haben kann, mit dem Vorstande der Herberge zur Heimath Hand in Hand gehen und sich den höheren Zwecken gerne fügen. In der erwähnten Generalversamm— lung wurde die Entstehung, Nothwendigkeit, Wirksamkeit und überhaupt alles Wesentliche der in's Leben gerufenen Anstalt einer Herberge zur Heimath dahier klar erörtert und man darf nach allen Aeußerungen und Erklärungen annehmen, daß die seither noch bei Vielen bestandenen Bedenken beseitigt sind und daß man nun gewiß ganz allgemein dem guten und segensreichen Werke seine Sympathie und Hülfe zuwenden werde.
j. Bad⸗ Nauheim, 18. Nov. Ingenieur Rosenfeld unterzog vor einigen Tagen die Quellen im Stadtwald und die geolozischen Verhältnisse unserer Stadt einer Besichttgung, um Material für größere auf die Aus- führung einer Wasserleitung bezüzliche Vorarbeiten zu gewinnen. Hoffen wir, daß dieses für unsere Badestadt so wichtige Werk zur baldigen Ausführung gelangt.
Schöllenbach, 11. Nov. Gestern war der Staats-
anwalt von Darmstadt hier, um den Thatbestand des
bereits gemeldeten Raubes festzustellen. Von dem Thäter fehlt bis jetzt noch jede Spur. Die beraubte und ge— schlagene Frau befindet sich zwar auf dem Wege der Besserung, jedoch wird es immer noch eine zeitlang dauern, bis sie sich von dem Schrecken, sowie der Sorge um ihr sauer erspartes Geld erholt hat.
Allerlei. Frankfurt. Anläßlich der bekannten Friedhofs— Affaire zu Frankfurt a. M. ist bekanntlich gegen den Polizei⸗Commissär Meyer, dem damals der Oberbefehl über die bei jener Gelegenheit thätig gewesene Schutz— mannschaft übertragen war, die Untersuchung wegen Mißbrauchs seiner Amtsgewalt eingeleitet worden. Wie nunmehr von amtlicher Seite mitgetheilt wird, ist die fragliche Voruntersuchung bereits abgeschlossen, das Hauptverfahren aber noch nicht eröffnet worden. Wehlheiden, 17. Nov. Lieske ist heute in der hiesigen Strafanstalt hingerichtet worden. Seine letzten Worte waren: Ich sterbe unschuldig. Goslar, 13. Nov. Der„Magd. Ztg.“ wird tele— graphürt: Durch ein Grubenunglück wurden hier heute fünf Arbeiter verschüttet.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 18 Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85— 0.90, Eier 1 St. 8—9 Pf.
Friedberg, 17. Nov. Fruchtbericht. Watzen M. 16.25 16.50, Korn M. 14.50— 14 75, Gerste M. 14.00— 15.00, Hafer M. 12.00— 13.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.
Butzbach, 14. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.95— 1.00, Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 1 Stück 7 Pf.
Grünberg, 14. Nov. Fruchtpreise. Waizen M. 16.50, Korn M. 14.00, Gerste M. 13.00, Hafer M. 12.80, Erbsen M. 15.00, Kartoffeln M. 3.10. 5
Gießen, 17. Novo. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.05— 0.00, Eier 2 St. 13-15 Pf., Käse per St. 5—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.45 0.60, Hühner per Stück M. 0851.10, Hahnen per Stück M. 0.60— 0.85, Enten per Stück M. 1.50— 1.80, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 54—56 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 56—64 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4.00, Weiß⸗ 90 per 1 0 5—8 Pf.
rankfurt, 16. Nov. Fruchtbericht. lesiges Waizenmehl Nr. 0 M. 3233, Nr. J M. 2650. 250 Nr. 2 M. 25— 26, Nr. 3 M. 23 24, Nr. 4 M. 16.50
1
bis 17.50, Nr. 5 M. 15.50 16.50, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 50—52, norddeutsches und westfälisches Walzenmehl 00 M. 23— 28.50, Roggenmeh⸗ Nr. 0(hiesiges) M. 23— 24, do. 0/1 do. M. 21—22, do. 1 do. M. 19.50— 20,50, do. 2 do. M. 17.25 17.50. Walzen ab unserer Umgegend M. 16.7517, fret ab Bahnhof hier M. 1717.25, do, fremder ja nach Qua⸗ lität M. 17.75— 18.50. Roggen hiesiger M. 14.7515. Gerste, Brauerwaare M. 15.50— 19, do zu Mahlzwecken M. 12. Hafer stark beregnet mit Geruch M. 11.50 bis M. 12, do. M. 13— 13.25, do. prima M. 14— 14.25. Raps M. 22.75—23. Mais, bunter(mixed) M. 12. bis 12.25. Kartoffeln M. 2 2.50. Heu M. 33.25. Roggenstroh M. 2. per Centner. Roggenkleie M. 4.75. Walzenklete M. 4— 4.25 per Centner. Rüböl im Detail M. 52— 53. Stimmung ruhig.
Frankfurt, 16. Nov. Der heutige Viehmarkt war mit 390 Ochsen, 12 Bullen, 442 Kühen, Stieren und Rindern, 286 Kälbern, 442 Hämmeln und 108 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 66 bis 68, 2. Qual. M. 5660, Bullen 1. Qual. M. 38 bis 40, 2. Qual. M. 34— 36, Kühe, Sttere und Rinder 1. Qual. M. 54—55, 2. Qual. M. 35-48, Kälber 1. Qual. pront Pfund Schlachtgewicht 60-62 Pf., 2. Qual. 50—52 Pf., Hämmel 1. Qual. 55—57 Pf., 2. Qual. 30-35 Pf., Schweine, inländische 56-60 Pf.
Homburg, 17. Nov. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 3.50—4, per Gescheid 8— 9 Pf., Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.00, 2. Qual. 90 Pf.
Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikauischen Packetfahrtactiengesellschaft.„Suevia“, 12. Nov. von New Vork nach Hamburg;„Borussia“, von Westindien kommend, 13. Nov. in Hamburg ein— getroffen;„Rhaetia“, 31. Oet. von Newyork, 13. Nov. in Hamburg angekommen;„Hungarta“, 24. Okt. von Hamburg nach Westindien, 14. Nov. in St. Thomas angekommen;„Wieland“, 15. Nov. von Hamburg nach New⸗Vork;„Gellert“, 1. Nov. von Hamburg und „Lessing“, 4. Nov, von Hamburg, belde am 15. Nov. in New⸗Vork angekommen.
Herberge zur Heimath.
Bis heute gingen weiter ein: Von Herrn Major Römheld hier 10 M.; Pfarrer Frank in Rohrbach 5 M.; W. Bernbeck hier 3 M.; von dem Kirchenfonds in Münster 2 M.; Tapezierer Reuß hier 3 M.; Ungenannt 1 M.; von der Gemeinde Hoch-Weisel 5 M. 55 Pf.; Reallehrer Wiesenhahn 5 M.; Mühlenbesitzer H. Schudt Görbelheimer Mühle 10 M.; von der Frau Gräfin Solms Rödelheim zu Assenheim 100 M. Ferner wurden wurden uns durch die Frau Gräfin Solms-Rödelheim zu Assenheim 200 M. als Darlehen überwiesen und von Major Roemheld hier vom 1. Januar 1886 ab 3 M. pro Monat zugesagt. Indem wir den Empfang bescheinigen, sagen wir den freundlichen Gebern unsern verbindlichsten Dank; diese allseitige Betheiligung bestärkt uns immermehr in der Ueberzeugung, daß wir in dem schönen Werke freudig fortfahren sollen, vertrauend auf die weitere Mildthätigkeit für diese Sache und bitten wir um weitere Gaben.
Friedberg den 17. Nov. 1885.
Der Vorstand.
3 Decan Meyer, Vorsitzender. G. Schwarz, Rechner.
Für die Hinterbliebenen der Mannschaften der „Augusta“ gingen noch ein von Kammerath Fresenlus in Assenheim M. 5.—. Die eingegangene Summe von zusammen M. 27.— wurde heute an das Comts in Berlin abgesandt.
Friedberg, 16. November 1885.
Die Exped. des Oberh. Anz.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 21. November 1885. Beginn:
Freitag Abends 4 Uhr— Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr— Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 22. November an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 4 Uhr.
3185 Halbb. Wagen, neu, leicht, sol., eleg., preisw. Abb. grat. J. 6. Rumpf. Eis. Hand 18, Frankfurt a. M.(1827.) PPP
Pferch⸗Versteigerung.
Freitag den 20. November d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhaus 10 bis 15 Schafpferche öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden.
Friedberg den 16. November 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 3980 Steinhäußer.
1025 Mark
liegen gegen hypothekarische Sicherheit in der Gemeinde⸗ kasse zu Staden am 1. Januar 1886 zum Ausleihen bereit.
Staden den 17. November 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Staden. 4003 Grießmer.
Winterhandschuhe
empfiehlt zu den billigsten Preisen st. Friedrich.
989
des Melch den W.
wegen Vel gericht zu
erkannt:
Meder⸗Fle wird wege
eventuell
Kosten des
hnachsenen
An
wird dem tenor inn. technet, e Anzeiger;
Die 9 beßlaubig scheinigt.
Frie!
Gericht
3989
Die 6 tauglichen käufer so unterzeich.
Wölf
ö 3991
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