Ausgabe 
15.8.1885
 
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Beilage.

Hberhessischer Anzeiger.

Aus Stadt und Land.

sch. Friedberg. Wem gehören die Mühl⸗ gräben? Mit dieser Frage beschäftigte sich seither der Gemeinderath und glaubt man dieselbe durch einen Ver gleich demnächst zu Ende zu führen. Seither wurden diese Gräben als Eigenthum der Stadt betrachtet, im neu errichteten Grundbuche wurden dieselben auch der Stadt zugeschrieben. Die Müller dagegen haben reklamkxt und berufen sich auf den langjährigen, ungestörten Besitz dieser Gräben, auch die Reinigung derselben wurde seither durch die Muller vorgenommen. Die Stadt hat keine Eigenthumsurkunde; die Müller ebensowenig. In den 50er Jahren wurden durch Ediktalladung die Bäche und Wege der Gemarkung Friedberg gerufen, ob jene Gräben darunter waren, ist nicht zu eonstatiren. Einsprache wurde von keiner Seite erhoben. Bevor unser neues Grund buch legalisirt wird, müssen sämmtliche Eintragungen dem rechtmäßigen Eigenthümer zugeschrieben werden. Es wäre daher erwünscht, auch von einer anderen Seite, über diesen Gegenstand eine Ansicht zu vernehmen. Vielleicht findet sich unter unseren Juristen Jemand, der sich die Mühe nimmt über diesen Gegenstand nachzudenken. Die Stadt hat ein weiteres Interesse dabei nicht, will aber unter allen Umständen Prozesse vermeiden.

5 Friedberg. Vor einiger Zeit wurde in Ihrem geschätzten Blatte Stimmung zu machen versucht zu einem 50 jährigen Jubelfeste des Gesangvereins Liederkranz. Der Plan fand jedoch nicht überall den gehofften Bei fall, es wurden vielmehr von elner Seite schwerwiegende Bedenken gegen das Fest erhoben. Anstatt nun den gemachten Einwendungen Beachtung zu schenken, dieselben einer sachlichen Prüfung zu unterziehen und eine Ver ständigung zu suchen, hat man die Vertreter der ent gegenstehenden Meinung aus's Heftigste verurtheilt und ihnen die unlautersten Motive untergeschoben. Wir möchten daher zur Aufklärung und Beruhigung folgende Thatsachen in's Gedächtniß zurückrufen und der un partelischen Beurtheilung anheimgeben. Der erste hiesige Männergesangverein wurde im Jahre 1835 gegründet. Derselbe löste sich nach den Stürmen des Jahres 1848 wieder auf, nachdem vorher die Statuten waren geändert worden, um die beabsichtigte Vertheilung des Vermögens, welches nach den ursprünglichen Statuten im Fall der Auflösung zu einem wohlthätigen Zweck zu verwenden gewesen wäre, unter die Mitglieder vornehmen zu können. So wurde denn das Mobiliar, darunter auch die Fahne verkauft und das Vermögen unter die noch verbliebenen Mitglieder vertheilt. Bald darauf bildeten sich hier zwei neue Männergesangverelne mit neuen Statuten und neuen Namen, derLiederkranz und derFrohsinn. Dem ersteren trat eine größere, dem letzteren eine kleinere An zahl der früheren Mitglieder des aufgelösten Vereins bei. Keiner dieser neuen Vereine kann als der im Jahre 1835 gegründete Gesangverein gelten und in in diesem Jahre sein fünfzig jähriges Bestehen feiern. Ein Jubelfest kann nur von der Gründung des Vereins abgeleitet werden. Dieses ist kurz der ge schichtliche Hergang der Gründung und des Bestehens der hiesigen Männergesangvereine, welcher von keiner Seite wird bestritten werden können.(Indem wir dem Liederkranz den gleichen Raum zu einer Erwiederung im redactionellen Theile zur Verfugung stellen, erklären wir unsererseits die Angelegenheit nachher für den redacttonellen Theil als geschlossen und perweisen die ganze für uns unliebsame Sache in den Annoneentheil. Die Redoetion.)

b. Bad⸗Nauheim, 11. Aug. Nachdem dieser Tage einer fremden Dame das Unglück passirte, mit über das Oberkleid geschnallter Tournüre die Promenade unsicher zu machen, hatte eine andere Dame gestern Abend das Malheur, den gleichen interessanten Gegenstand auf der Terrasse des Kurhauses zu verlieren. Herren und Damen umstanden das Ungeheuer lachend und lorgnettirend, bis ein Diener des Kurhauses es in seine schützende Obhut nahm, während die Geschädigte schleunigst vom Schau platz verschwand.

] Bad⸗ Nauheim. Für die zur Kur hier an wesenden, sowie für die hier und in der Umgegend ansässigen a. H. a. H. der zum Kösener 8. C. Verband gehörigen Corps ist jeden Sonntag Abend 7 Uhr im Restauratlonszimmer des neuen Kurhauses Gelegenheit zu einem Glase Bler und einem gemüthlichen Zusammen sein geboten, wovon wir unsere Leser zu unterrichten nicht versäumen wollen.

Dornassen heim. Am 7. August Abends hat hier das ungefähr 2 Jahre alte Kind des Lehrers Becker aller Vermuthung nach auf dem Bienenstand seines Vaters einen Stock umgestoßen. Die Blenen, hierdurch wüthend gemacht, fielen über das Kind her und haben dasselbe so jämmerlich zerstochen, daß es am nächsten Morgen, nachdem es die größten Schmerzen erlitten, gestorben ist.

Altenschlirf. Die Mittheilung über das 1000 jährige Jubiläum der hiesigen Kirche ist dahin zu berichtigen, daß die Einweihung am 28. Aug. 885 erfolgte, weßhalb auch am 28. Aug. das Erinnerungsfest begangen wird.

Allerlei. Homburg v. d. H. Eine schreckliche Entdeckung

wurde gestern auf der Jacobi'schen Backsteinfabrik an der Oberurseler Chaussee gemacht. Dort ist ein sog.

Steinhaufen wurde nämlich ein völlig gerösteter männ licher Leichnam gefunden. Der Verunglückte stammt vorgefundenen Ausweisen nach aus Hanau, hat wahr schesnlich in der Nacht in trunkenem Zustande ein Ruhe lager gesucht und ist unter Einwirkung der intensiven Hitze gestorben. Wie noch weiter berichtet wird, fanden sich eine Anzahl Liebesbriefe vor, darunter der Absage

brief eines Mädchens aus Frankfurt a. M. Hlernach

wäre eine absichtliche Tödtung nicht ausgeschlossen.

Nürnberg, 11. Aug. Gestern Abend ist der Mittelbau der großen Dürst'schen Brauerei und der Dachstuhl des großen Weber'schen Getreidemagazins mit colossalen Vorräthen niedergebrannt. Einige angrenzende Hintergebäude wurden stark beschädigt. Verunglückt ist durch einen herabfallenden Dachztegel ein junger Mann, weiter gingen zwei Pferde zu Grunde. Zur Aufrecht erhaltung der Ordnung wurden von dem Militär einige Verhaftungen vorgenommen.

London, 12. Aug.Pall Mall Gazette veröffent licht ein Gerücht, wonach eine wohlbekannte Persönlich keit, vor Kurzem zum Mitglied einer königlichen Com mission ernannt, auf der Treppe eines Geschäftshauses der City von einem Herrn, der dieselbe der Verführung seiner Tochter anklagte, gehörige Stockprügel erhtelt und ihm der Stock auf dem Rücken zerschlagen worden sei. Der Angreifer heißt Franeis, der Angegriffene ist Pearce, Assoelé einer großen Glasgower Schiffsbaufirma und Mitglied der königlichen Commission zur Untersuchung der Handelsstockung. Pearce weist entschieden die Be schuldigung der Verführung von Franeis' Tochter zurück.

Madrid, 11. Aug. Der Erzbischof von Sevllla ist an der Cholera gestorben.

Verloogsung.

Finnländische 10 Thlr.⸗Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 1. August 1885. Gezogene Serten: Nr. 77 146 190 195 230 312 354 423 435 468 477 643 813 963 1084 1384 1440 1473 1647 1702 1774 1784 1803 1915 1969 2008 2013 2116 2153 2202 2335 2520 2605 2727 2798 2836 2913 2962 3050 3196 3229 3294 3346 3374 3395 3406 3410 3433 3472 3671 3713 3742 3752 3795 3865 3891 3927 3995 4189 4233 4271 4326 4486 4512 4555 4678 4768 4782 4833 4924 4972 5152 5209 5277 5294 5441 5466 5477 5506 5648 5694 5709 5755 5759 5782 5812 5889 5979 6042 6061 6142 6171 6226 6300 6334 6474 6557 6741 6791 6799 6815 6837 6838 6871 6885 7443 7509 7528 7531 7686 7712 7767 7898 7962 8008 8075 8077 8098 8123 8207 8235 8259 8282 8345 8385 8435 8451 8557 8564 9058 9126 9175 9184 9209 9220 9239 9244 9245 9346 9483 9511 9521 9536 9577 9586 9595 9776 9899 9919 9997 10021 10023 10931 10220 10234 10279 10458 10615 10860 10953 16048 11074 11085 11137 11247 11325 11416 11436 11447 11593 11602 11716 11852 11857 11974. Die Prämien-Ziehung

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findet am 1. November d. J., statt.

Oeffentliche Bitte.

Die ergebenst Unterzeichneten bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß sie unterm 22. v. Mts. die Vereinigung der beiden seither getrennten Unterstütungs kassen des Großh. Landes hospitals zu Hofheim und der Großh. Landes Irrenanstalt zu Heppenheim beschlossen haben und daß Großh. Provinztal-Direktion Starkenburg durch Verfügung vom 9. l. Mts. unter dem statutenmäßigen Vorbehalt der Entschließung der nächsten Generalversamm lung der Vertrauensmänner die intertmistische Ausführ ung dieses Beschlusses angeordnet hat. Zunächst und bis die Organisation des geschäftlichen Betriebs der nunmehr vereinigten Kassen ihre endgültige Regelung gefunden hat, soll sich die erwähnte interimistische Aus führung darin äußern, daß für das Betriebsjahr 1885 bis 1886 von Hofheim aus eine Sammlung von Bei trägen nicht stattfindet, während das Ergebniß der von Heppenheim aus in der bisherigen Weise geleiteten dies jährigen Collekte zu Gunsten der bedürftigen und ins besondere der entlassenen Pfleglinge der genannten beiden Landes-Irrenanstalten verwendet werden wird. Die Vereinigung der beiden Unkerstützungskassen war durch das Interesse der Sache geboten, denn die Zwecke, um welche es sich handelt, verlangen in Folge ihrer überein stimmenden Beschaffenheit die Concentratlon aller erreich baren Mittel, die gemeinschaftliche Arbeit aller vor handenen sachverständigen Kräfte und dle Anwendung einheitlicher Grundsätze wle auf die Vorbereitung und die Durchführung der einzelnen Unterstützungen, so auch auf die Verwirklichung der allgemeinen Ziele unserer Bestrebungen. Das bisherige Verhältniß hat, indem es seiner ganzen Natur nach Zusammengehörkges kuünstlich getrennt hielt, zu vielfachen Mißverständulssen geführt und würde im weiteren Verlauf den Bestand wenigstens der einen der beiden Kassen ernstlich bedroht und zahlreiche bedürftige Pfleglinge und deren unglückliche Famillen angehoͤrige ohne die nöthige Hülfe gelassen haben. Jetzt, nachdem die Vereinigung unserer beiden Kassen zur fertigen Thatsache geworden ist, wenden wir uns mit neuem Muth der Lösung unserer Aufgabe zu und ver

trauen um so fester darguf, daß mehr und mehr Jeder, der sich ein warmes Gefühl für schweres, menschliches

ihm als Glied des Ganzen obliegen, sich mit uns ver einigen und unserer Kasse seinen Beitrag zuführen werde. Für den treuen und ausgiebigen Beistand, den wir schon seither alljährlich in weiten Kreisen gefunden haben, können wir nicht genug danken. Sind doch in dem letzten Jahre allein der Unterstützungskasse zu Heppen heim von über 7000 Gebern Beiträge zugeflossen, so daß von dieser Kasse in demselben Jahre, einschließlich zweler Darlehen im Gesammtbetrag von 600 Mark, 8156 Mark 35 Pf. zu Unterstützungen verwendet werden konnten, die höchste Summe, welche seit der am 9. Mai 1874 stattgehabten Gründung unseres Unternehmens im Laufe eines Jahres zur Verausgabung gekommen ist. Dieser Betrag wird aber in der Zukunft eine noch weitere Steigerung erfahren, denn die Zahl der Bedürftigen nimmt fortwährend zu; sie wächst schon deßhalb, weil wir von Jahr zu Jahr den Umfang und die eigentliche Beschaffenhett unserer Aufgabe besser erkennen lernen und weil die öffentliche Armenpflege da nicht ausreicht und da überhaupt nicht in Betracht kommt, wo wir uns bemühen, schützend und helfend einzugreifen. Eben deß halb ist unser stetes Bemühen auf den Gewinn neuer Freunde gerichtet und aus demselben Grunde bitten wir auch heute wieder um milde Gaben und fühlen uns hierzu um so ernster verpflichtet, weil, wie der letzte Jahres bericht der Heppenheimer Unterstützungskasse abermals beweist, gerade die vermögenderen Klassen der Bevölkerung sich unserer Sache noch lange nicht in dem Maße ange schlossen haben, wie dieselbe es verdient und wie es jetzt umsomehr erwartet werden darf, nachdem die neuen Statuten vom 5. Februar l. J. auf der einen Seite durch die getive Betheiligung der Vertrauensmänner an dem Betrieb, auf der anderen Seite durch die Ober aufsicht und Ueberwachung Seitens der Staatsregierung, den Bestand und die sachgemäße Fübrung unseres Unter nehmens in der zuverlässigsten Weise sicher gestellt haben. Diejenigen, welche seitber gewohnt waren, jede der beiden Kassen mit einer Gabe zu bedenken, bitten wir den Be trag dieser Gaben von nun an unverkürzt der gemein⸗ samen Unterstützungskasse zuwenden zu wollen und richten diese Bitte namentlich an diejenigen Institute und Cor⸗ voratlonen, die, wie zahlreiche Sparkassen unseres Landes, durch regelmäßige Bewilligung größerer Gaben die Zwecke unserer Unterstützungskassen in hervorragendem Maße gefördert haben. Die Beiträge wolle man entweder an unsere bekannten Vertrauensmänner, oder direkt an den Rechner der Unterstützungskasse zu Heppenheim, Herrn Verwalter Schaum daselbst, gelangen lassen und dabei bemerken, ob dieselben als einmalige oder als jährliche Beiträge verwilligt sind.

Hofheim und Heppenheim ame 26. Juli 1885. Die Verwaltung und das Curatorium der Unterstützungs⸗ kasse für bedürftige Pfleglinge des Großh. Landeshos⸗

pitals und der Landes⸗Irrenanstalt.

Leise Anfrage.

Wem steht die Verpflichtung zu, den Weg in dem israelitischen Friedhofe in Ordnung zu balten, respeetive den üppigen Graswuchs zu entfernen? Dem eisernen Thor fehlt schon längst ein ordentlicher Anstrich; wenn dies nicht bald ausgeführt wird, so wird der Rost nicht mehr zu entfernen sein. 85

Eingesandt.

Laut Beschluß des Gemeinderaths sollte die Uhr für den Stadtkirchthurm bis Ende August fertig gestellt sein, es scheint jedoch, als ob der betr. Uebernebmer sich an diesen Termin nicht kehren will, wenigstens sind noch gar keine Anstalten dazu zu seten. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um denselben an seine Pflicht zu erinnern. Oder will derselbe vielleicht warten, bis das neue Schlachthaus eingeweiht wird? b.

Wasserwärme der Usa. 13. August Abends 14 Grad Reaumur. 14. August Mittags 15 Grad Reaumur. Walter.

Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Ebvangelische Gemeinde.

11. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Köstlen. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Festgottesdienst zur Erinnerung an

die Schlachten vor Metz: Herr Pfarrer Dr. Diegel. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Röschen. Gottesdienst in der Burgkirche. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlün. Katechtsmuslehre für die Knaben.

statholische Gemeinde. Samstag 5 Uhr: Beicht. Sonntag 7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.

prakt. u. Speoialarzt für Haut, Frauen-

Jr Hensch u. Unterleibskrankhelten ste. Frank-

kurt a. M., Stittstr. 22. fr. Assist. Pro-

* 8 fessor Rièord's. Auswärts briefsich. 580