Ausgabe 
12.12.1885
 
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Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

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Areisblatt für den Kreis Friedberg. g

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeils wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

5 swärti Finse en(soweit Letztere nicht Fahre f 1 igefügt i 8 Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Feuervisitatlonen im Kreise Friedberg.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Wir haben die Feuervisitatoren mit der Vornah

in der ersten Woche des Monat Maͤrz 1886.

Be ka nntm achu ng.:

Betreffend: Entwässerung der Fluren IV, y und VI in der Gemarkung Butzbach.

Nachdem die rubricirte Entwässerungsanlage beschlossen ist, werden saͤmmtliche Grundbesitzer in Gemäßheit des Art. 3 des Gesetzes vom 2. Januar 1858, betreffend die Entwässerung von Grundstücken, auf Montag den 14. Dezember, Vormittags von 10 bis 12 Uhr, auf das Rathhaus zu Butzbach zur Wahl der Vollzugscommission(drei Mitglieder und drei Ersatzmänner) eingeladen. Die Wahl erfolgt mittelst Stimmzettel, von welchen jeder 6 Namen zu enthalten hat.

Friedberg den 11. Dezember 1885.

Friedberg den 10. Dezember 1885.

me der Visitation der Feuerstätten beauftragt und erwarten die Vorlage der Protokolle

Dr. Braden.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 8. Dez. Der Präsident der ersten Kammer Graf Schlitz genannt von Görtz ist in vergangener Nacht in Schlitz gestorben.

Der Gerichtsschreiber-Asp. Becker zu Herb stein wurde zum Gerichtsschreiber in Herbstein und der Gerichtsschreiber-Asp. Wendeberg zu Groß

iber⸗Asp. berg z Gerau zum Gerichtsschreiber in Fürth ernannt.

Militärdlenstnachrichten. Michaelis, Oberstlieut., beauftragt mit der Führung des 3. Gr. Inf. Rgts. Nr. 117, unter Beförderung zum Oberst, zum Kommandeur des Regiments ernannt; Rau, Major vom 5. Rhein. Inf. Regt. Nr. 65, unter Beförderung zum Oberstlteut., als etatsm. Stabsoffizter in das 3. Bad. Inf.⸗Regt. Nr. 111 versetzt; Nobbe, Sec.⸗Lieut. vom 1. Gr. Drag.⸗Regt. Nr. 23, in das 6. Brandenb. Inf.⸗Regt. Nr. 52 versetzt.

Berlin, 10. Dez. Der Bundesrath geneh migte einstimmig in unverändeter Form den Gesetzentwurf über den Nordostsee-Canal und verwies den Handelsvertrag mit San Domingo, sowie den Gesetzentwurf über die Bürgschaft des Reiches für die Zinsen ꝛc. der egyptischen Anleihe an die Ausschüsse.

9. Dez. Der Reichstag genehmigte den Antrag Köller, Abänderung des Reichsbeamtengesetzes, in dritter Lesung bei der Schlußabstimmung mit einem Zusatze, wonach das Gesetz eine bis zum 4. April 1882 rückwir⸗ kende Kraft erhält, sich aber nicht auf die Mitglieder des Reichsgerichts erstreckt. Der Reichstag begann sodann die Berathung der Anträge Hellvorf und Auer auf fünf jährige resp. zweijährige Lezislaturperiode, vertagte je doch die Fortsetzung der Berathung auf morgen. 10. Dez. Bei Berathung der Anträge auf Abänderung der Legislaturperioden spricht Rickert gegen den Antraßz Helldorf, welcher nur eine Verstärkung der Regierungs gewalt und eine Verminderung der Volksrechte bedeute. Graf Behr ist für den Antrag, welcher keineswegs eine Beschränknug der Volksrechte beabsichtige, vielmehr nur aus rein praktischen Gründen entstand. Windthorst erklärte sich gegen eine Verlängerung und gegen eine Verkürzung. Mayer(Volkspartet) erklärt sich als alter Demokrat gegen eine Verlängerung. Im weiteren Ver laufe der Verathung spricht sich Marquardsen zu Gunsten der Verlängerung aus. 5 f

9. Dez. In parlamentarischen Kreisen verlautet, der Reichskanzler leide wieder an Ge sichtsschmerzen. 5

Die Generalconferenz der deutschen Eisen bahnen trat hier am 11. December zusammen, um ein Votum über die Beschlüsse des Eisen bahnraths, betr. die zweite Stückgutklasse und die Ermäßigung gewisser Frachtsätze abzugeben.

Dresden, 8. Dez. Die Königin ist au ziemlich heftigen Fiebererscheinungen und einer katarrhalischen Mandelentzündung erkrankt.

9. Dez. Die zweite Kammer lehnte den

Antrag der Soclaldemokraten,die Ausdehnung der staatlichen Brandversicherung Sachsens auch auf die bewegliche Habe in Erwägung zu ziehen, ab.

Ausland. f Oesterrelch-Ungarn., Pest. Der Finanz

f usschuß des Unterhauses stellte die Bllanz des

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Staatsbudgets pro 1886 fest. Danach betragen die Gesammtausgaben 343,529,205 fl.(darunter an Investitionen 20,500,441 fl.), die Gesammt Einnahmen 329,632,782 fl., das Deficit 13,896,424 fl. Die Bilanz stellt sich gegen den Voranschlag um 964,853 fl. günstiger. Frankreich. Paris.Temps meldet, daß jetzt Aussicht auf Erneuerung der Unter handlungen mit der rumänischen Regierung wegen Abschlusses eines Handelsvertrages vor handen ist. Die ersten bezüglichen Besprechungen haben bereits zwischen dem rumänischen Minister präsidenten Bratiano und dem französischen Ge sandten v. Coutouly stattgefunden.

Großbritannien. London, 9. Dez. Eng land schlug der Pforte eine neue Conferenz in London vor, was aber abgelehnt wurde.

Türkei. Constantinopel, 9. Dez. Madfid Pascha wurde beauftragt, in außerordentlicher Mission sich zu dem Fürsten von Bulgarien zu begeben, bei welchem er auf den Friedensschluß hinwirken soll. Der Großvezier telegraphirte an den Fürsten, Madjid Pascha reise unverzüglich nach Sofia ab. DieN. Fr. Pr. meldet, die Pforte beabsichtige die Verständigung mit dem Fürsten Alexander auf folgender Basis: Personal union von Bulgarien und Ostrumelien als ein zigem Mittel, die ostrumelische Schwierigkeit zu beseitigen und eine weitere militärische Action zu vermeiden. Wenn diese Verständigung her beigeführt werde, beginne die Pforte die Ver handlungen mit den Großmächten, um die Sicher heit Bulgariens zu schützen. Dasselbe Blatt meldet aus Rom: Officiöse Depeschen aus Sofia signalisiren baldige Friedensvereinbarungen auf Grundlage billiger Entschädigung Bulgariens.

10. Dez. Mukhtar Pascha wurde heute vom Sultan empfangen und reist morgen mit großem Gefolge auf der NachtIzzedin nach Alexandrien ab.

10. Dez. Der türkische Commissär für Ostrumelten, Djevdet Pascha, wird von dem Secretär der deutschen Botschaft Lindenau, dem österreichischen Consul Piombazzi und dem russischen Consul Sorokin nach Philippopel begleitet, wohin er nun trotz des Protestes des Fürsten Alexander dennoch gehen soll.

Serbien. Nisch, 9. Dez. König Milan notificirte dem Fürsten Alexander, daß er auf der durch Khevenhüller angegebenen Grundlage beharre und forderte ihn auf, Delegirte zur Be stimmung der Demarcatlonslinie zu ernennen. Alexander antwortete mit dem Befehl zum Auf marsch sämmtlicher Truppen. Serbien erwie derte auf die türkische Protestnote gegen den unmittelbaren Friedensschluß, daß es das Hoheits

recht der Pforte auf Bulgarien auerkenne und nicht deren Interessen verletzt habe.

Belgrad, 10. Dez. Die serbische Antwort auf die letzten Gegenvorschläge Bulgariens ist heute nach Pirot abgegangen. Der neuernannte Kriegsminister, Franassovic, trifft morgen hier ein; derselbe stellte die Bedingung, daß wesentlich umfassendere und reichlichere Fonds für die Truppenverpflegung wie zur Beschaffung von Munition zur Verfügung gestellt werden.

Bulgarien. Sofia, 9. Dez. Die bul⸗ garische Regierung antwortete Serbien, sie müsse bei der Unbestimmtheit der serbischen Waffen stillstandsvorschläge ihre Gegenvorschläge auf rechterhalten, und werde, wenn sie innerhalb 24 Stunden keine Antwort erhalte, den Groß mächten hierüber berichten, auf deren Andringen die Feindseligkeiten eingestellt worden seien.

10. Dez. Bulgarien lehnte die serbischen Waffenstillstandsvorschläge ab und machte Gegen vorschläge, auf welche die Antwort bis zum 10. ds. Mittags verlangt wird. Es heißt, Bulgarien weise jede Bedingung zurück, welche den Rücktritt von der Union verlangt. Wiener Meldungen besagen, Füuͤrst Alexander werde sich behufs Versöhnung mit dem Zaren nach Gat schina begeben, dann werde die Union Ostru meliens mit Bulgarien derart ausgesprochen werden, daß der Fürst Generalgouverneur von Ostrumelien wird.

Montenegro. Cettinje. DerN. Fr. Pr. wird aus Cattaro gemeldet: Infolge von Be sprechungen mit dem Fürsten Nikita, dem Prin zen Karageorgievic und dem griechischen Ver treter erfolgt die Abreise des Ministerpräsidenten Petrovic in diplomatischer Mission nach Wien und Petersburg.

Griecheuland. Athen, 9. Dez. Minister⸗ präsident Delyannis brachte in der Kammer einen Gesetzentwurf ein, betreffend Aufnahme einer Anleihe von 100 Million für Erfordernisse des Kriegs- und Marine- Departements.

Rußland. Petersburg. Von unterrichteter Seite wird bestätigt, daß die Streichung des Fürsten Alexander von Bulgarien aus den Listen des russischen Heeres selbst in höchsten russischen Kreisen als eine überhastete und unzweckmaͤßige Maßregel angesehen, um nicht geradezu zu sagen, bereut wird. Man äußert in Hofkreisen die Ueberzeugung, daß der Kaiser die erste sich bietende Gelegenheit gern ergreifen werde, um das dem Fuͤrsten widerfahrene Unrecht in irgend einer Weise zut zu machen.

Aus Stadt und Land. h. Frledberg. Dem vlelfach geaͤußerten Wunsche, Professor Dr. Koͤstlin möchte den am Freitag den 4. Dez. gehaltenen Vortrag wiederholen, da Viele wegen Mangels

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