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— Eine„Temps“-Meldung aus Hanoi vom 3. d. sagt, die französischen Posten bei Chu wurden nicht beunruhigt; dort, sowie in Tuyen— quan und Honghoa ist Alles ruhig, dagegen hätten sich am schwarzen Flusse feindliche Streif— schaaren gezeigt. Ebenso wurden cghinesische Kundschafter, als auf Kep marschirend, signalisirt.
Großbritannien. London. Die eng⸗ lische Flagge ist in Port Hamilton, einer Insel des Corea-Archipels, gehißt worden.
— Die Commission der Landreclamationen der Deutschen auf Fidschi hat ihre Arbeiten be— endet. Die Commissare erstatten nunmehr ihre Berichte. In der jetzt zusammengetretenen Com— mission für die westlichen Südseeinseln wird Deutschland bekanntlich ebenfalls durch Kraul, England durch Thursten vertreten sein.
— Das Amtsblatt vom 3. d. publicirt eine Bekanntmachung, wonach das Verbot der Vieh— ausfuhr aufgehoben ist.
Egypten. Kairo, 2. April. Ein Tele⸗ gramm Graham's meldet, die britischen Truppen hätten Nachmittags den etwa zwei Meilen von Tamai gelegenen Berg Teselah widerstandslos besetzt.
— Aus Tamai wird vom 3. d. gemeldet: Nach der Einnahme von Tamai kehrten die Truppen nach der Zareba am Fuße der Tamai beherrschenden Anhöhe zuruck. Tamai wurde in Brand gesteckt. Die Infanterie soll nach der ersten Zareba, die Cavalerie nach Suakin zurückkehren.
Amerika. Washington, 2. April. In der gestrigen Sitzung des Cabinets wurde beschlossen, den Weg zwischen Panama und Colon offen zu halten, und solle, wenn nöthig, dies gewaltsam erzwungen werden. Die Re— gierung wird noch weitere Kriegsschiffe nach Aspinwall senden.
New⸗ Vork, 2. April. Die Regierung der Vereinigten Staaten sendet 400 Mann Marine— Infanterie und 4 Kriegsschiffe nach Aspinwall. Die telegraphische Verbindung zwischen Aspin— wall und Panama ist wieder hergestellt; auch ist die Ordnung in Panama wieder hergestellt. Einige Anhänger Prestan's, des Führers der Aufständischen, haben sich nach der Niederlage Prestan's geflüchtet.
Manitoba in Canada. Der Aufstand der Indianer und Negermischlinge nimmt immer größere Dimensionen an. Die canadische Re— gierung hat zum Gebrauch für die Expedition gegen Riel 225,000 Pfund präservirtes Rind— fleisch in Chicago bestellt.
Afrika. Tanger, 2 April. Der marrok— kanische Minister des Auswärtigen begab sich, von den hiesigen Behörden begleitet, heute nach der spanischen Gesandtschaft und überbrachte der— selben persönlich die Antwort des Sultans, worin derselbe Spanien seiner Freundschaft ver— sichert und die Bestrafung der in der Alhucenas— Angelegenheit Schuldigen verspricht. Die spanische Gesandtschaft nahm diese Genugthuung an. Die spanische Flagge wurde wieder aufgezogen und von der Artillerie mit Salutschüssen begrüßt.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. An Mitglieder und Freunde ergehet die freundliche Einladung zur Versammlung der evangel. Conferenz für das Großherzogthum Hessen, welche Mitt— woch den 15. April 1885 Vormittags präeis 11 Uhr zu
Frankfurt a. M. im Saale des Gasthauses„Zur Rosenau“ stattfindet. Die Tagesordnung ist: 1. Referat von Dr. W. Weiffenbach über die Denkschrift des Central-Ausschusses fur innere Mission, betr. die Aufgabe der Kirche und ihrer inneren Mission gegenüber den wirthschaftlichen und gesellschaftlichen Kämpfen der Gegenwart. 2. Thesen von Herrn Pfarrer W. Wiener in Worms, betr. die Volks⸗ thuͤmlichkeit der Kirche. 3. Wahl eines neuen Vorstands⸗ mitgliedes. 4. Rechnungsablage pro 1883/84 und ge— schäftliche Mittheilungen des Finanzeommissärs Wahl. (Etwaige Anträge) Jedermann ist herzlich willkommen.
h. Friedberg, 7. April. Heute Mittag rückte unsere Feuerwehr mit klingendem Spiel zur Probe aus. Die Uebungen wurden in gewohnter präeiser Weise in der Burg vorgenommen.
X. Bad-Nauheim, 7. April. Dem Vernehmen nach ist an Stelle des verstorbenen Fr. Langsdorf J. der Beigeordnete Christoph Grünewald III. zum Mit- glied des Gr. Ortsgerichts Bad-Nauheim ernannt worden. Diese Wahl, die ganz den Intentionen des Ortsgerichts entsprechen soll, darf als eine sehr glückliche bezeichnet werden, indem Grünewald für den neuen Posten ganz besonders qualifieirt erscheint. Mit einer unabhängigen Lebensstellung verbindet sich eine genaue Kenntniß der Verhältnisse, die bei Ortsgerichten in erster Linie in Frage stehen. Die Integrität des Charakters des Neuernannten ist über jedem Zwetfel erhaben.
Bad-⸗Nauherm. Am zweiten Ostertag kurz vor elf Uhr wurden wir durch Feuerlärm erschreckt. Die Scheuer und der Stall des Oekonomen Schimpf standen in Flammen. Rasch waren alle Pflichtfeuerwehrleute aus Friedberg und den umliegenden Orten an der Brandstelle. Die Einwohnerschaft Naubeims war jedoch bereits allein Herr des Brandes geworden, so daß der Bürgermeister den von auswärts Kommenden nur noch dankend entgegen kommen konnte. Das Feuer blteb mit seiner Zerstörung auf die beiden Gebäude beschränkt.
W. Bad⸗Nauhelm, 3. April. Der hiesige evan⸗ gelische Kirchen Gesangverein veranstaltete auch in diesem Jahre am Charfreitag Nachmittag eine liturgisch mustka— lische Passionsandacht in der Wilhelmskirche. Die Kirche war stark besucht und werden gewiß alle Anwesenden ge⸗ rührt und erbaut das Gotteshaus verlassen haben. Möge der Verein auch fernerhin zum Gedeihen des kirchlichen Lebens in unserer Gemeinde sein Möglichstes beitragen.
W. Bad⸗Nauheim. Am ersten Osterfetertage Nach— mittag wurde unter großer Betheiligung von hiesigem und auswärtigem Publieum die schon seit Jahrhunderten be— stehende Gedächtnißfeier zur Erinnerung des großen Kampfes, welcher an diesem Tage zwischen den evange— lischen Bewohnern Bad-Nauheims und den katholischen Orten der Umgegend während der Reformatktonszeit statt— fand und wobei Nauheim freilich unter Verlust von vielen Hunderten von Menschenleben Steger blieb und die auf dem Johannisberge gestandene Bonifaeiuskirche, nebst dem Pfarrhause und dem jetzt noch stehenden Thurme in deren Hände kam, durch allgemeine Gesänge von Ge— sangbuchsliedern und entsprechender historisch gehaltenen Ansprache des hlesigen Geistlichen wieder auf dem Johannisberg abgehalten.
W. Bad Nauheim, 8. April. Bei der gestern Nach⸗ mittag im Rathhaussaale stattgefundenen Ergänzungs— wahl des Presbyteriums wurde an Stelle der verstor— benen Mitglieder: Bürgermeister Schutt, Fr. Langsdorf J. und Wilh. Stoll gewählt: Ernst Geberinger, Peter Stoll und Philipp Gries.
2 Schwalheim, 3. April. Gestern machte ein
70jähriger Greis, welcher in Folge eines Schlaganfalles vor einer Woche in bedrängte Verhältnisse gerathen war, seinem Leben dadurch ein Ende, daß er in den Wetterfluß sprang. Seine Leiche wurde heute geländet—
Mainz. Der 12. bessische Feuerwehrtag findet dahier am 13. l und 5 Juni d J att
Mainz. Am weißen Sonntag wird hier der seltene Fall eintreten, daß Drillinge zum ersten Male an der hl. Communion theilnehmen. Es sind die Kinder unseres Stephansthürmers.
Allerlei.
Berlin. General Vogel von Falkenstein ist am ersten Feiertage auf seinem Gute Dolzig in Schlesien, 88 Jahr alt, an Altersschwäche gestorben.
Berlin. Dem Reichskanzler sind am 1. April über 2100 Gratulattonsschreiben zugegangen. An Telegrammen liefen am 1. April 3222 ein, die zusammen 76,773 Worte enthielten. Unter den Gratulanten finden wir die meisten Monarchen Europas, ferner den König von Stam und
den Sultan von Zanzibar.— Zum Ankaufe des Ritter⸗ gutes Schönhausen sind durch Bismarck zur Verfügung gestellt 1,150,000 M., zur Tilgung der vorhandenen Hypo⸗ theken 350,000 M., für öffentliche Zwecke 1,200,000 M.
Bergen. Am 31. März wurde ein Greisenpaar, das 50 Jahre in glücklicher Ehe verlebt hatte, beerdigt. Der Mann starb am Samstag, und am Sonntag folgte ihm die Frau ins bessere Jenseits.
Eisleben. Im Ernstschacht bei Helbra sind am 30. März 30 Kilo Dynamit explodirt. Zwei Bergleute sind todt, mehrere verletzt.
München. Frau Oberregistrator v. Schmädel, 74 Jahr alt, wurde am 1. April in ihrer Wohnung ermordet. Ob ein Racheakt oder Raubmord vorliegt, steht noch nicht fest. Ein verdächtiges Individuum wurde verhaftet..
Brüssel, 4. April. Die„Independanee belge“ meldet aus Charlerot: Gestern fand in der Kohlengrube von Mareinelle eine Explosion schlagender Wetter statt. 18 Bergleute wurden getödtet.
Petersburg, 4. April. Aus Kertsch wird ge— meldet: Der Dampfer„Martiupol“ ist mit einigen 30 Per⸗— sonen, darunter die Passagiere, im Assow'schen Meere untergegangen. Nur ein Passagier wurde gerettet.
Gerichtssaal.
Altenstadt, 5. April. In der Donnerstag den 9. d. Mts. dahier stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen folgende Sachen zur Verhandlung: 1. Straf⸗ sache gegen Heinrich Röder von Oberau, wegen Belei— digung; 2. Strafsache gegen Konrad Seitz und Franz Stürtz, beide von Stammheim, wegen Uebertretung der Feierabendstunde; 3. Strafsache gegen Heinrich Lauster, Karl Kaiser und Johann Heinrich Sommer, sämmtlich von Nieder-Mockstadt, wegen Uebertretung der Feierabend stunde; 4. Strafsache gegen Christtan Grießmer von Staden, wegen Beleidigung; 5 Strafsache gegen Karl Friedrich Meides von Oberau, wegen Sachbeschädigung; 6. Strafsache gegen Heinrich Reifschneider von Altenstadt, wegen Unterschlagung.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗ Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Donnerstag den 9.: Gastspiel des Herrn Perotti. Martha. Lyonol: Herr Perottt.
Freitag den 10.: Geschlossen.
Samstag den 11.: Neu einstudiert: Joseph in Egypten. Hierauf zum ersten Male: Ein Carnevalsfest. Komisches Ballet. Divertissement in 2 Bildern.
Sonntag den 12.: Gastspiel des Herrn Perotti. Der Troubadour. Manrico: Herr Perotti.
Schauspielhaus.
Donnerstag den 9.: Wallenstein's Tod. Ermäßigte Preise. Außer Abonnement. Anfang 6 Uhr.
Freitag den 10.: Maebeth.
Samstag den 11.: Laroche.
Sonntag den 12.: Der Probepfeil.
Montag den 13.: Boccaccio.
Eingesandt.
Fried berg. Wie wir vernehmen, wird Fräulein Adele Lyra, Concertsängerin aus Köln zusammen mit der Pianistin Frl. Martha Pauli aus Leipzig ein Concert hier geben, welchem wir nach zahlreichen Berichten mit Spannung entgegensehen dürfen. Den Kritiken aus Hannover, Aachen, Holland, Bayern ꝛc. entnehmen wir nur das Folgende: Die genannte Künstlerin hat die Erwartungen zu denen man berechtigt war, weit über⸗ troffen. Sie besitzt eine metallreiche und fehlerfreie Stimme, deren ganzer Umfang vorzüglich gleichmäßig
ausgebildet ist, besonders wurde das seltene künstlerische
Geschick bewundert, mit welchem Frl. Lyra ihre herrlichen Stimmmittel zu verwerthen wußte. Der äußerst charak⸗ teristische Vortrag des„Erlkönigs“ und des„Echo“ von Schubert hatte die überraschendste Wirkung zur Folge und als in dem Schlummerlied von Fritzsch die letzten Takte, das Einschlafen des Kindes darstellend, mit vollendeter Meisterschaft gesungen waren, da erreichte die Begeisterung des Publikums ihren Höhepunkt. Daß solche vorzüglichen Leistungen mit dem regsten Applaus entgegengenommen wurden, ist nicht zu verwundern. Möge die talentvolle Sängerin, welche vermöge ihrer gentalen Auffassung und echt künstlerischen Darstellung der Titel„Künstlerin“ voll gebührt, zu den schon er rungenen Lorbeeren noch recht viele hinzupflücken; wir hoffen Frl. Lyra nicht zum letzten Male hier gehört zu haben.“
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Großherzogliche Beigeordnete Christ o ph Grünewald III. dahier zum Mitglied des Großher— zoglichen Ortsgerichts Bad⸗Nauheim ernannt worden ist.
Bad⸗Nauheim, 7. April 1885.
Großherzogliches Amtsgericht Bad⸗Nauheim. Bauer.
1368 Schü tz.
Pferchversteigerung.
Freitag den 10. April d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhaus 10 bis 15 Schafpferche öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 7. April 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 1347 Steinhäußer.
ö Die Lieferung von 21. Centner verzinktem Eisendraht, 10½ Tausend Klöbchen und sonstigem Gisenmaterial für Einfriedigung von Schlägen in dem Nieder- Eschbacher Gemeindewald soll vergeben werden.
Bedingungen und Muster liegen auf dem Büreau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf und sind bei derselben Offerten verschlossen und mit der Aufschrift „Eisenmatertal⸗Lieferung“ versehen, bis längstens den 17. April d. J., Vormittags 11 Uhr, einzurelchen.
Homburg v. d. H., 4. April 1885.
Großherzogliche Oberförsteret Nieder-Eschbach. ch warz.
Kautschukstempel
unter Garantie empfehle zu Fabrikpreisen. 709 Heinr. Dielal, Usagasse.
Drahtlieferung.
Arbeits-Vergebung.
Samstag den 11. d. Mts., Vormittags um 11 Uhr, sollen auf dem Rathhause dahier nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden:
Pflasterarbeit, veranschlagt zu M. 150., Pflastersteinlieferung 1 e Anfuhr von Schlackensand 2 Bad⸗Nauheim den 7. April 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim. Wörner.
Nehböcke.
Ich suche Gelegenheit, in einem von Frankfurt a. M. gut erreichbaren Revier während der dlesjährigen Pürsch⸗ zeit gegen hohes Schußgeld einige gute Rehböcke mit der Kugel abzuschleßen. Die Gehörne werden beansprucht.
Gefl. Offerten unter P. 4789 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M.(F. à 37/8.)
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