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1885.
1 1 6 Hamstag den 8. August. N 93. 9 L an n Unt 1 5 J engel 4 L zen, Nn. enetrie an füt * Unter, ö 0 0 9 Lola— 90 8 ier i 9 ei Mittwock 3 1 9030 721 2 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienste 20 Wird hier und in Bad Nauheim Montag, 0 5 5 ein f 5 0 öch) und zwar Dienstag, g und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag und Samstag. dert 0 f 9 b Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. ler. Deutsches Reich. Hälfte des August, wahrscheinlich am 24., 25. corps zu besetzen. Der Emir ist ein unab— 1 Darmstadt, 4. Aug. Prinz Alexander und 26., in Kremsier stattfinden. hängiger Potentat und wir können solches selbst— 3 und Gemahlin sind gestern aus England wieder Gastein, 6. Aug. Kaiser Wilhelm promenirtesredend nicht ohne seine Zustimmung thun, aber
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hier eingetroffen und haben sich heute nach Jugen— heim begeben. Der Fürst von Bulgarien und sein Bruder Prinz Franz Joseph von Battenberg sind nach den Vermählungsfeierlichkeiten in Os— borne nach Trouville gereist. Der Prinz wird seinen Bruder nach Sofia begleiten und auch den Manövern der bulgarischen Truppen beiwohnen.
— Der Prof. Dr. Freih. von der Ropp wurde zum Rektor der Landesuniversität für die Zeit vom 1. October 1885 bis dahin 1886 ernannt.
— Militärdienstnachrichten. v. Dresky, Oberst und Comm. des 2. Gr. Drag. Regts. Nr. 24 wurde unter Stellung d la s. dieses Regts. zum Comm. der 22. Cav.⸗ Brig. ernannt; v. Alvensleben, Oberstlieut. und Comm. des Brandenb. Hus.⸗Regts. Nr. 3, in gleicher Eigenschaft zum 2. Gr. Drag. Regt. Nr. 24 versetzt; Michaelis, Oberstlieut. des 1. Oberschl. Inf. ⸗Regts. Nr. 22, behufs Vertretung des Regts.⸗Comm. zum 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117 kommandirt.
— Dem Präsidenten des Bienenzüͤchter— Vereins für Oberhessen, Pfarrer Deichert zu Groß-Buseck, wurde das Ritterkreuz 1. Cl. des Philipps⸗Ordens verliehen.
Berlin. Bezüglich der Besetzung des Pariser Botschafterpostens, ist, wie die„Nat.⸗Ztg.“ er— fährt, noch keine Bestimmung getroffen. Nament— lich sind die Nachrichten, daß Radowitz oder Schweinitz für den Pariser Posten ernannt seien, unrichtig. Als wahrscheinlich gilt noch immer die Sendung des Grafen v. Münster. Der griechische Gesandte Rangabe wird in den nächsten Tagen Berlin für immer verlassen.
— 6. Aug. Schlözer ist heute aus Rom hier angekommen.
— Der Etat des Eisenbahn-Regiments wird im nächsten Militäretat um die Stärke des jetzigen Ballondetachements erhöht werden. Ein drittes geplantes Bataillon des Eisenbahn-Regi— ments dürfte ein Telegraphen-Bataillon werden.
Weimar, 3. Aug. Von hier schreibt man der„Nat.⸗Ztg.“: Die Besorgnisse, die das Be— finden der Prinzessin Elisabeth in Folge des Sturzes mit dem Pferde erweckte, dürfen nun— mehr wohl als geboben bezeichnet werden. Die Prinzessin ist gestern nach Schloß Hersburg über— gesiedelt und ihr Zustand ein so beftiedigender, daß Bulletins nicht mehr ausgegeben werden.
Fulda, 5. Aug. Zur Theilnahme an der Bischofsconferenz sind der Fürstbischof von Bres— lau, der Bischof Crementz, die Bischöfe von Hildesheim, Trier, Osnabrück, Münster und Limburg hier eingetroffen. Die Bischöfe von Paderborn und Culm sind durch Domcapitulare vertreten.(Als Vertreter des Ersteren fungirt der Domcapitular und General-Vicariatsrath Dr. Fr. X. Schulte.) Die Conferenzen begannen heute und werden, wie es heißt, bis Freitag dauern.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Die offi⸗ ciöse„Presse“ enthält bezüglich der von ihr gebrachten Nachricht von der Zusammenkunft der Kaiser von Rußland und Oesterreich die weitere Mittheilung, daß auch die Kaiserin Elisa— beth und die Czarin Maria Feodorowna, wahr— scheinlich auch Kronprinz Rudolf der Entrevue beiwohnen werden. Die Anwesenheit der beider— seitigen Minister des Aeußern, Giers und Kalnoky, sowie des Ministerpräsidenten Grafen
Taaffe bei der Zusammenkunft stehe außer Frage. ist nicht die Absicht, Wie es heißt, wird die Entrevne in der zweiten[Lande des Emirs diesen Herbst mit Observations—
heute mit dem Prinzen Reuß und dem Grafen Lehndorff auf dem Kaiserweg. Abends nach dem Eintreffen des österreichischen Kaiserpaares findet ein intimes Souper und morgen ein Diner von 36 Gedecken statt. Die Einwohner Gasteins beendeten die Vorbereitungen für den Empfang des österreichischen Kaiserpaares.
Frankreich. Paris, 6. Aug. In der gestrigen Sitzung der Münz-Conferenz stellten die Delegirten Frankreichs, Griechenlands, Italiens und der Schweiz den Text des Con— ventionsentwurfs fest, welchen sie ihren Regier— ungen unterbreiten werden. In dem Entwurf ist auch eine Klausel für die Liquidation vor— gesehen. Auf den Autrag der italienischen Dele— girten, welche wünschten, mündliche Instructionen einzuholen, setzte die Conferenz vorläufig ihre Sitzungen aus. Eine Einigung soll auf diplo— matischem Wege angestrebt werden, und wenn nicht vor dem 1. October eine Einigung bereits erzielt ist, soll die Conferenz an diesem Tage wieder zusammentreten.
Großbritannien. London, 4. August. Oberhaus. Lord Salisbury erklärte, Merutschak verbleibe bei Afghanistan, Pendjeh bei Rußland.
Dies ist von der, vorigen Regierung zugestanden, f ö g zugef
nichts von beiden Seiten ist seitdem angeregt, das Abkommen zu stören. Betreffend den Zul— fikarpaß kann ich nicht sagen, daß die Dinge in sehr verschiedener Lage sind von der, als wir die Regierung antraten. Wir behaupten, der Zulfikarpaß ist Afghanistan versprochen, und auf Grund dieses Versprechens versprach Lord Dufferin dem Emir, daß er ihn haben solle. Wir halten uns durch dies Versprechen gebunden; ebenfalls hält sich Rußland durch sein Versprechen ge— bunden. Rußland gibt unsere Behauptung nicht zu. Ich kann nicht sagen, wann der Schrift— wechsel vorgelegt wird. Der Verzug ist haupt— sächlich dem Wunsche Rußlands zuzuschreiben, mehr Information über den streitigen Gegenstand zu erhalten. Es ist nicht wünschenswerth, den Ge— sammtbericht über die Zusammenkunft Dufferin's und des Emirs zu publiciren. Die fremden Po— tentaten, besonders solche, wie der Emir, ver— stehen unsere Parlamentsart nicht, sie könnten es als Vertrauensbruch betrachten; die Beding— ungen unseres Uebereinkommens mit dem Emir sind keinerlei Modifikationen oder Amendements unterworfen worden. Was die Frage betrifft, ob es unsere Absicht ist, das Pischinthal zu be— setzen, so ist sie schwer zu beantworten, denn sie beruht auf einem Mißverständnisse; wir haben schon das Pischinthal besetzt, das nicht im Be— sitze des Emirs ist, sondern England gehoͤrt. Das Pischinthal wird mit der Zeit wahrschein— lich stärker occupirt, da die gebieterische Noth— wendigkeit eine Stärkung der indischen Grenze erfordere und die Regierung diese Politik so schnell und energisch als möglich verfolge. Keine ephemere Abänderung der diplomatischen Situa— tion würde uns veranlassen, in irgend einem Grade eine Politik zu erschaffen oder zu ver— andern, die nicht von transitorischem Zustande unserer Beziehungen mit dieser oder jener Macht abhängt, sondern die absolut zur Sicherheit unseres indischen Reiches nothwendig ist. Es strategische Positionen im
es ist kein Wunsch vorhanden, es gegenwärtig zu thun, was unter gewissen Eventualitäten der Zukunft geschehen kann. Ich will nicht sagen, ich spräche nur von der Gegenwart, ich sage, es ist kein derartiges Project von der indischen Regierung in Aussicht genommen.— Unterhaus. Bourke theilte mit, die britische Regierung hätte sich den Vorstellungen der anderen Regierungen an Chili angeschlossen, worin auf die Ausführ— ung des Versprechens, mit den berechtigten Gläu— bigern Perus ein billiges Abkommen treffen zu wollen, gedrungen wird. Das Haus nahm in zweiter Lesung die Bill, betr. den Verkauf von Pachtgütern in Irland, an und erledigte in der Spezialdebatte die Bill über die Einrichtung eines Bundesraths in Australien.
— 5 Aug. Unterhaus. Bei der dritten Lesung des Finanzgesetzes präcisirte Hicks-Beach die Stellung der Regierung in der egyptischen Frage dahin: Wolff ist als Specialgesandter bei dem Sultan accreditirt. England, das in Egypten nicht allein sei, müsse mit anderen Mächten, welche ebenfalls dort interessirt sind, in Gemeinschaft vorgehen. Die Pforte besitze aber in Egypten gemäß des Pariser Friedens sou— veräne Rechte, daher sei es Englands Pflicht, sich den guten Willen der Pforte in Behandlung der egyptischen Angelegenheiten zu sichern. Ueber die Räumung Egyptens wünsche er Nichts zu sagen; Nichts sei gefährlicher, als darauf anzu— spielen. Das Haus nahm in dritter Lesung das Finanzgesetz an, ferner die Bills über die Er— richtung des Bundesraths für Australien und des Ministeriums für Schottland. Ferner ge— nehmigte das Haus die Bill, in welcher die Ermächtigung zum Bau eines schiffbaren Canals bei Manchester ertheilt wird.
— 5. Aug. Eine Reuter'sche Meldung aus Teheran besagt, nach Nachrichten aus Saraks soll die afghanische Garnison in Zulfikar ver— stärkt werden. Auch infolge von Gerüchten über die Concentrirung von afghanischen Truppen bei Pendscheh wurden russische Truppen nach Pendscheh geschickt.
Serbien. Belgrad. Konig Milan nahm dankend die Einladung des Prinzen Wilhelm von Preußen zu den Herbsthofjagden an; der— selbe unternahm heute in Begleitung des deut—
schen und des österreichisch-ungarischen Gesandten
einen mehrtägigen Jagdausflug nach Nisch. Rußland. Petersburg, 5. Aug. Minister v. Giers ist heute in das Ausland abgereist. — 5. Aug. Das Kaiserpaar ist gestern Nachmittag in Willmansstrand angelangt und begab sich in's Lager der finnischen Truppen; der Empfang war allenthalben ein enthusiastischer. Egypten. Kairo, 4. Aug. Aus Suakin telegraphirt Capitän Chermside, daß sich die Nachricht vom Tode Digma's nicht bestaͤtige. Afrika. Tripolis. Die türkischen Be— hörden beschäftigen sich energisch mit den Ver— theidigungsmitteln dieses Ortes. Außerhalb des Hafens sind Torpedos versenkt worden, und alle ankommenden Schiffe haben Lootsen an Bord zu nehmen, um in den Hafen einlaufen zu koͤnnen. Asien. Bombay. Die„BombayGazette“ will wissen, Jacub Beg's Sohn habe von Kaschgarten Besitz ergriffen und bedrohe jetzt das Ili-Gebtet.


