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damit die Sitzung des Ausschusses.
D. In Vilbel, auf der Frankfurter Chaussee, südliches Ende von Vilbel. Am 18. April, Nachmittags 2 Uhr.
Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Kategorieen
„Heldenbergen, Klein—
Karben, Ober-Erlenbach, Ober-Eschbach, Rendel.
Am 18. April, Nachmittags 3 ½ Uhr.
Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften vorgenannter Kategorieen aus den Ortschaften Dortelweil, Harheim, Massenheim, Nieder-Erlen— bach, Nieder-Eschbach, Vilbel.
Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß die Leute pünktlich zu erscheinen und die in ihrem Besitze befindlichen Militärpapiere mit zur Sollten Mannschaften wegen häuslicher ꝛc.
aus den Ortschaften Büdesheim, Groß-Karben
Stelle zu bringen haben.
vorzubringen.
Verhältnisse Dispensgesuche von den Control⸗Versammlungen vorbringen wollen, so sind diese, von der Ortsbehörde beglaubigt,— mindestens 8 Tage vor der Control-Versammlung dem betreffenden Bezirksfeldwebel Nur für außerordentliche Fälle ist eine kürzere Frist statthaft. Wer Dispensation von der Control-Versammlung erhält, hat sich spätestens 14 Tage nach der Control-Versammlung bei dem Be— zirksfeldwebel zur Nachcontrole zu melden.
Außerdem werden die Großherzoglichen Bürgermeistereien ersucht, jeden Controlpflichtigen auf vorstehende Bekanntmachung und weiter darauf aufmerksam zu machen, daß keine besonderen Ordres zur Ge— stellung ausgegeben werden.
Das Großherzogliche Bezirks-Commando Friedberg.
Roemheld.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. April. Der gestrige Fackel⸗ zug zu Ehren Bismarck's ist auf's Glänzendste verlaufen. Der Vorbeimarsch dauerte über eine Stunde. Bei dem Reichskanzler erschien heute früh um 10½ Uhr der Kaiser an der Spitze der gesammten hier anwesenden königl. Prinzen (Kronprinz, Prinz Wilhelm ꝛc.). Bismarck eilte seinem kaiserlichen Herrn entgegen, welcher ihn umarmte nnd dreimal küßte. Keiner der Zeugen dieses gewiß historisch-denkwürdigen Momentes wird sich der tiefen Rührung haben entziehen können, welche in dieser Form des Ausdrucks des kaiserlichen Dankes lag. Der Kaiser über— reichte sodann als Geschenk das Bild der Kaiser— krönung in Versailles. Dem Grafen Herbert Bismarck wurde der Rothe Adlerorden zweiter Classe verliehen. Darauf erschien der Bundes— rath, an der Spitze der bayerische Staatsminister v. Lutz, das Staatsministerium, an der Spitze v. Puttkamer, darauf das Comité, welches die Geschenkurkunde des Gutes Schönhausen über— reichte, darauf eine Deputation des Berliner Aeltesten-Collegiums, der Universität, an der Spitze Dernburg, die Academie, an der Spitze Curtius. Die beiden Letzten hielten Ansprachen. Hierauf erschien die studentische Deputation und viele andere auswärtige Deputationen. Um 12 Uhr erschien die Generaltät in corpore, an der Spitze General Pape. Bei dem Frühstück brachte der Fürst einen Toast auf den Kaiser aus:„Ich habe noch nie in solcher Umgebung einen Toast auf den Kaiser ausgebracht und werde es auch nie wieder können. Rufen Sie mit mir: Lange lebe der Kaiser und hoch!“ General Pape brachte einen Toast auf den Fürsten Bis— marck aus, der Staatsminister Mittnacht auf die Fürstin. Studiosus Schultz toastete auf den Reichskanzler, ebenso der Studiosus v. Zedlitz, der die treue Nachfolge der Jugend Deutsch— lands auf den Wegen und nach den Zielen des Reichskanzlers versprach. Der Fürst dankte und sagte: Er hoffe auf die deutsche Jugend. Alle Toaste wurden mit Begeisterung aufgenommen. Zahllose Geschenke, Adressen und Glückwünsche sind vom Inlande und Auslande eingegangen.
Ausland.
Osterreich-Ungarn. Wien, 1. April. Die Zeitungen feiern in warmen Artikeln den Geburtstag des Fürsten Bismarck.
Dänemark. Kopenhagen, 1. April. In der Butgetangelegenheit beantragte die Regier— ung provisorische Bewilligung von 9 Millionen. Um der Linken entgegen zukommen, erklärte sich die Rechte bereit, 4½ Millionen zu bewilligen. Dieser Betrag wurde von dem gemeinsamen Ausschuß jedes Things gestern Abend auf 3 Millionen reducirt. Die Rechte wünschte Antwort während der Nacht; die Linke unter— brach indessen jede weitere Discussion und sprengte Infolge dessen ist für das neue Etatsjahr kein Finanz— gesetz vorhanden. Der König erließ gemäß Ar- tikel 25 des Grundgesetzes ein provisorisches Finanzgesetz und ermächtigte die Regierung, alle zur zweckmäßigen Führung der Staatsverwalt⸗ ung erforderlichen Ausgaben vorzunehmen, das im Reichstage eingebrachte Budget jedoch nicht zu überschreiten. „Schweden. Stockholm, 1. April. Das Königspaar tritt heute Abend incognito eine Neise nach Konstantinopel an, woselbst seit
einigen Tagen der drittgeborene Sohn des Königs— paares, Prinz Carl, heftig am Typhus er— krankt ist.
Frankreich. Paris, 1. April. Einer Meldung der„Agence Havas“ zufolge erhielt Ferry heute eine Depesche, welche ihm meldete, China nehme die ihm gemachten Friedensvor— schläge an. Es bestünden nur noch Schwierig— keiten hinsichtlich des Datums der Räumung der von den chinesischen Truppen eingenommenen Stellungen. Die Depesche datirt nach der Affaire von Langson. Ferry theilte die Depesche sofort Grévy mit.
— 1. April. Freyeinet ist es noch nicht gelungen, ein Cabinet zu bilden, hauptsächlich wegen der Ansprüche der republikanischen Union, gegen welche die Radikalen protestiren.
Großbritannien. London. Das Unter— haus hat sich bis zum 9. April vertagt.
Italien. Rom, 1. April. Wie ver⸗ schiedene Blätter melden, wurde heute ein Buch— druckereiarbeiter, einer der Führer der Mazzi⸗ nistischen republikanischen Partei, Felix Albani, verhaftet. Anscheinend handelt es sich um eine republikanische Propaganda in der Armee.
Rußlano. Petersburg, 1. April. An⸗ läßlich des Geburtstages des Fürsten Bismarck brachte das„Journal de St. Petersbourg“, die „Deutsche Zeitung“ und der„Herold“ sym— pathische Leitartikel.
Egypten. Suakin, 1. April. Die Cavallerie unternahm heute eine Recognoscirung gegen Tamai und fand den Ort von einer zahlreichen feindlichen Streitmacht besetzt. Die Nachricht, daß Osman Digma einen Parlamentär gesendet, um sich nach den Friedensbedingungen zu er— kundigen, ist gänzlich unbegründet.
Dongola, 30. März. Der Mudir von Dongola ist von Merawi zurückgekommen. Heute hier eingetroffenen Nachrichten zufolge ist der Name des„heiligen Mannes“, der an der Spitze der Erhebung gegen den Mahdi steht, El Makki Walad Essafia. Sein Einfluß nnter seinen Anhängern soll im Wachsen sein. Er hat Besitz von El Obeid genommen, was große Aufregung unter den Anhängern des Mahdi hervorgerufen hat.
Amerika. New-PVork, 1. April. Eine Depesche aus Mexiko meldet: Zwischen den Truppen Guatemalas und San Salvators hat ein Kampf stattgefunden, wobei die Ersteren zu— rückgeworfen wurden.
Afrika. Kapstadt. Die Häuptlinge der an der Grenze von Transvaal ansässigen Stämme haben das Gesuch gestellt, in das britische Protectorat mit eingeschlossen zu werden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 2. April. Die gestrige Feier des Ge⸗ burtstages unseres großen Reichskanzlers verlief in schöner und angemessener Weise. Früh schon am Morgen bedeckten sich die Häuser mit Flaggen und nur wenige Ausnahmen hiervon sind zu verzeichnen. Bereits am Vormittag ging seitens des„runden Tisches“ folgendes Telegramm nach Berlin:„Die Stammgäste des runden Tisches trinken auf Ew. Durchlaucht Wohl beim Früh⸗ schoppen einen Ganzen und senden die herzlichsten Glück— wünsche zum Ehrentage. Gott erhalte Sie lange dem Vaterland, schütze Deutschland und den Kaiser.“ Von 1—2 Uhr Mittags spielte sodann unsere Dilettanten kapelle in der Allee der Katserstraße. Abends 8 Uhr be⸗ gann das Bankett, das von ca. 400 Personen aus Friedberg und der Umgegend besucht war. Der große Saal des Hötel Trapp war dicht besetzt und schön und sinnig geschmückt. Die Mitte der Gallerie schmückte der Wahrspruch des Bismarck'schen Geschlechts: Das Wege—
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kraut sollt stehen lan, hüt' Di Jong, sind Nesseln dran. Der Vorsitzende des Comités, Bürgermeister Stein⸗ häußer, eröffnete das Bankett mit dem jubelnd auf— genommenen Toaste auf Kaiser und Großherzog, in zündenden, tlef empfundenen Worten. Die eigentliche Festreste hielt Professor Dr. Weiffenbach. Redner ent⸗ rollte ein gedrängtes Lebensbild des großen Kanzlers in klaren, kräftigen Zügen und in ganz vortrefflicher Weise, oft unterbrochen von dem Beifalle der Anwesenden. Bei dem am Schlusse des Vortrags ausgebrachten und be— geistert aufgenommenen Toast verschwand der„Wahr⸗ spruch“ und enthüllte sich das von Hofmaler G. Hie— ronimus sprechend ähnlich gemalte Colossalbild Bismarck's. Hierauf wurde folgendes Telegramm abgesandt:„Seiner Durchlaucht Reichskanzler Fürst Bismarck, Berlin. Die zur Feier Euer Durchlaucht 70. Geburtstages vereinigte Festversammlung der Stadt Friedberg(Hessen) und Um⸗ gegend sendet in tiefster Dankbarkeit und größter Ver⸗ ehrung die herzlichsten Glückwünsche. Steinhäußer, Bürgermeister.“ Sodann wechselten sehr gut ausgeführte Musikstücke der Dilettantenkapelle, Gesänge der ver⸗ bündeten Vereine und allgemeine Lieder, bis gegen 1 Uhr das Progamm erschöpft war. Lobend sei noch der beiden Festgedichte unserer heimischen Poeten L. B. und Dr. M. gedacht.
W. Bad⸗Nauheim, 2. April. Das gestern Abend zu Ehren des 70. Geburtstages des Reichskanzlers in dem festlich deeorirten Saale des„Deutschen Hofes“ abgehaltene Bankett erfreute sich eines sehr starken Be— suches. Bürgermeister Wörner eröffnete die Reihe der Toaste mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser und seinen treuen Verbündeten, unseren Großherzog. Hiernach wurde nachstehendes Glückwunsch⸗ telegramm von der Versammlung angenommen und an den Reichskanzler abgeschickt:„Die zur Feier des Ehren— tages Ew. Durchlaucht versammelten Bürger des Bades Nauheim, welches vor Zeiten Ew. Durchlaucht selbst und später dero erlauchte Familie mit Ihrem Besuche beehrten, senden dem Einiger des deutschen Vaterlandes und dem größten Staatsmann des Jahrhunderts ihre ehrfurchtsvollen Glückwünsche.“ Lehrer Hahn entrollte hlerauf in seiner Rede eine Lebensgeschichte Bismarcks und schloß mit einem von der Versammlung mit großem Enthusiasmus aufgenommenen Hoch auf denselben. Geh. Medielnalrath Dr. Bode ließ das Vaterland, Postseeretär Leister das deutsche Heer hochleben. Unter abwechselnden Vorträgen von Musikstücken der hies. Stadtkapelle, von gut ausgeführten Gesängen der beiden Vereine:„Turn⸗ verein und Frohsinn“, sowie gemeinsamer Gesänge, ver⸗ flossen die Stunden in der gemüthlichsten und gehobensten Stimmung.
Allerlei.
p. Frankfurt. Der hiesige Palmengarten hat schon sein schönstes Festkleid für die Feiertage angelegt und prangen die sogenannten Blüthen⸗Gallerten im herr⸗ lichsten Farbenschmuck. Die Camellien, welche bereits Mitte December ihre ersten Blüthen zeigten, erfreuen noch immer durch einen ganz außergewöhnlich reichen und andauernden Flor. Azaleen, Rhododendren, Cinne⸗ rarien, Cyelamen, Maiblumen, Veilchen, Ginster, Hyaein⸗ then, Tulpen ꝛc. in allen Farben und Nuͤaneen wechseln in rascher Folge rechts und links vom Beschauer, und lohnend ist ein langsamer Gang durch diesen herrlichen Garten, denn in einen wahren Garten und Tropenhain sind diese Gallerien umgewandelt und selbst über dem Haupte des Wandelnden wiegen sich durch Blüthenlast gebeugte Kronen von Camellien und Azaleen. Doch am meisten fesseln zur Zeit die in der Nord-Gallerie gruppirten Rosen⸗ Sortimente, welche gerade jetzt in voller Blüthe und Farbenpracht uns entgegenleuchten. Diese Königin der Blumen zeigt sich hier, unter der sorgenden Hand des Cultivateurs zu ihrer ganzen Vollendung und Farben⸗ entwickelung gebracht, unter dem schützenden Glase der Einwirkung der schädlichen Winde und Sonnenstrahlen entrückt, in einer Vollkommenheit, wie wir sie im Freien eigentlich nie zur Ansicht bekommen.
Frankfurt, 1. April. Heute mußten sämmtliche Blasebälge, mit welchen die Kälber und Hämmel auf⸗ geblasen worden sind, aus dem Schlachthause entfernt werden, da vom heutigen Tage ab das Aufblasen bei Strafe verboten ist.
Wiesbaden, 1. April. Franz Abt, der bekannte Liedercomponist, ist gestern gestorben.
Berlin. Durch weitere speekelle Sammlungen gelang es dem Centraleomité für die Bismarckspende, die Hypothek des Rittergutes Schönhausen zu tilgen.
Athen, 29. März. Gestern fanden an verschiedenen Orten Grtechenlands leichte Erderschütterungen statt. In Nissi, Calamata und Megalapolis sind mehrere Per⸗ sonen verwundet worden, einige Häuser sind eingestürzt.
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