und verläßlichste aller Granden, dessen Pronun— ciamiento Alfonso XII. den Thron verdankte, an die Spitze der Nordarmee gestellt. Wie die „Köln. Ztg.“ aus Paris erfährt, ist die Königin guter Hoffnung und also die Möglichkeit vor— handen, daß noch ein männlicher Thronerbe gebsren wird. Koͤnig Alsonso sollte schon lange auf ärztliche Anordnung nach San Lucar gehen, wohin der Herzog von Montpensier ihn ein— geladen hatte; er zog jedoch vor, nach Huelva in das deutsche Hötel Columbus zu gehen und wartete nur die Beilegung der Karolinenfrage ab. Er starb schmerzlos nach wiederholten Ohn— machten und nach Empfang der Sterbesacramente. Er wird im Pardo einbalsamirt, in Madrid ausgestellt und im Escurial in dieser Woche begraben werden.
— 26. Nov. Gestern explodirte im Café oriental in der Nähe der Puerta del Sol eine Petarde, wodurch vier Personen verwundet wurden. Vierzehn Verhaftungen wurden vor— genommen. Der Urheber der Explosion be— findet sich unter den Verhafteten.
— 27. Nov. Die Calrlisten regen sich bereits. Ruiz Zorilla kehrt über Brüssel, wo heute eine Versammlung der spanischen Re— publikaner im Cafe Trois Suisses stattfindet, nach Spanien zurück. Für Don Carlo? wurden Zimmer in der Rue de la Pompe bereitgestellt, wo derselbe übermorgen erwartet wird.
— 28. Nov. Gegen 5000 Personen wohnten heute der Bestattung des Marschalls Serrano bei.
— 29. Nov. Die Bevölkerung von Madrid fängt an, ruhiger zu denken, und die Lage be— festigt sich ein wenig. Die Sprache der republi— kanischen und carlistischen Blätter ist fortgesetzt eine maßvolle. Der Vorsicht halber ist fuͤr Carthagena, Barcelona und San Sebastian der Belagerungszustand erklärt.— Navarro hat das Ministerium der Colonien nachträglich ab— gelehnt; an seiner Stelle ist Gamazo zum Minister der Colonien ernannt worden. Das Ministerium hat den Eid geleistet.— Alle von den Fahnen entlassenen, aber noch militärpflich— tigen Soldaten sind wieder einberufen worden.
Die Armee wird dadurch um 6000 Mann verstärkt.
Italien. Rom, 25. Nov. Kammer der Deputirten. Der Finanz-Minister legte das
Budtzet vor. Die Fin anzgebahrung pro 1884/85 ergab 36 Million Lire Ueberschuß. Der Ueber— schuß pro 1886/87 wird auf 9 Million präliminirt.
Türkei. Constantinopel, 28. Nov. Die „Times“ meldet von hier: Hier eingegangener authentischer Meldung zufolge wurde infolge Intervention seiteuns der Türkei, Oesterreichs und Rußlands eine Waffenruhe zwischen Serbien und Bulgarien vereinbart.
— 29. Nov. Die Conferenz hielt es an— gesichts der englisch-russischen Meinungsver— schiedenheiten nicht für angezeigt, weiter zu be— rathen. Es heißt, daß die bezüglichen In— structionen eine Verständigung nicht erwarten ließen.
Serbien. Belgrad, 27. Nov. Das ser— bische Hauptquartier wurde gestern nach Ak-Pa— lanka, heute nach Nisch zurückverlegt. Größere Nachschübe dürften unterbleiben, da die Wieder—
aufnahme der Feindseligkeiten aus militärischen, finanziellen und politischen Gründen nicht mehr wahrscheinlich erscheint.
— 28. Nov. Die Serben räumten Pirot schon vorgestern, erstürmten es aber gestern wieder, worauf es die Bulgaren wieder er— oberten. In den serbischen Spitälern liegen 800 Selbstverstümmler; die Verpflegung und die Pflege der Verwundeten war sehr schlecht. Der tapfere König Milan blieb stets hinter der Front; der größeren Vorsicht wegen hatte er sich in Wien einen Panzer machen lassen, den er unter der Kleidung trägt. Was für Absichten Serbien im Falle des Sieges gehabt hat, erfährt man aus einer Wiener Meldung der„Köln. Ztg.“, wonach die serbischen Forder— ungen auf Zahlung von 40 Million für Kriegs— kostenentschädigung und Abtretung von drei bul— garischen Bezirken, sowie auf Verlegung der Hauptstadt von Sofia nach Tirnowa gelautet haben würden.
— 28 Nov. Die serbische Armee ist auf dem Rückzuze nach Ak-Palanka begriffen. Vor dem Defils von Nisch werden starke Ver—
schanzungen angelegt und die Festungswerke von Nisch eiligst ausgebessert. Heute findet in Nisch ein Ministerrath statt.
Bulgarien. Sofia, 27. Nov. Der Commandant der bulgarischen Armee, Nikolajew, erhielt den Besuch des serbischen Oberst Topa— lovic, welcher im Auftrag des Königs Milan unter Bezugnahme auf die bezüglichen Schritte der Mächte die Einstellung der Feindseligkeiten vorschlug. Nikolajew lehnte den Vorschlag ab, weil er keinen Befehl vom Fürsten habe. In dem Kampfe am 25. d. M. erlitten die Serben schwere Verluste. Prinz Franz Joseph von Battenberg befand sich während des Gefechtes im Kartätschenfeuer, blieb aber unversehrt. Die Behauptung, daß die gefangenen Serben schlecht behandelt würden, ist vollständig unbegründet. Die Bulgaren überschritten gestern die serbische Grenze und nahmen nach hartnäckigem Kampfe die serbischen Positionen bei Pirot. In einem kritischen Moment während des Kampfes bei Pirot sprang Fürst Alexander vom Pferde und wollte mit blankem Degen an der Spitze der Colonne vorgehen. Ein Officier deckte ihn mit seinem Leib. Der Fürst drängte ihn zurück und erreichte seinen Zweck, daß die Bataillone vordrängten und den Rückzug der Serben er zwangen.
— 28. Nov. Die Bulgaren besetzten gestern Abend Pirot; der Fürst zog heute in die Stadt
ein. Sicherem Vernehmen nach hat Fürst Alexander in Rücksicht auf die Collectivnote
der Mächte, sowie in Rücksicht auf die durch sein siegreiches Einrücken in Pirot gewahrte Ehre der Waffen die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet, um die Verhandlungen über die Be— dingungen des Waffenstillstandes zu eröffnen. Die theoretische Friedensvermittelung der Groß— mächte hatte übrigens für Bulgarien kein zwingen— der Grund zu sein brauchen, mitten in dem be— gonnenen Siegesmarsch Halt zu machen, da die bisherige Haltung der Großmächte— England ausgenommen— nicht dazu auzethan war, um die Bulgaren für deren Intervention günstig zu
stimmen. Es beweist aber, welch einer großen Selbstbeherrschung und Mäßigung Alexander fähig ist. So lange es den Bulgaren schlecht ging, hat sich keine der Großmächte Mühe ge— geben, die Serben von dem Vordringen nach Sofia abzuhalten, im Gegentheil schien es den— selben gerechtfertigt, daß der Friedensstörer Bul— garien einen ordentlichen Denkzettel seitens der Serben erhalte. Am allerwenigsten hat aber Fürst Alexander Veranlassung, sich speziell einer
Intervention Oesterreich-Ungarns gegenüber be— sonders entgegenkommend zu zeigen, da es trotz aller officiösen Dementis keinem Zweifel unter— liegt, daß Serbien gar nicht den Muth zum Kriege gefunden hätte, wenn es nicht der still— schweigenden Protection Oesterreich-Ungarns sicher gewesen wäre.
Indien. Bombey, 28. Nov. Die„Times“ erfährt, daß der Vicekönig von Pünnan, Kwei— Chow, den Befehl erhalten habe, ein Beob— achtungscorps an der Grenze gegen Birma auf⸗ zustellen, um daselbst während der Dauer des englischen Feldzuges gegen Ober-Birma die Ordnung aufrecht zu erhalten und eine Flucht des Königs Thibau nach China zu verhindern.
— In Nepaul(Indien) ist ein Aufstand ausgebrochen, wobei der erste Minister getödtet und der Maharajah zum Gefangenen gemacht worden ist. Der englische Vertreter ist gegen⸗ wärtig von Khatmandu abwesend und befindet sich auf einer Inspectionsreise.
Amerika. New-Pork, 27. Nov. Einer Depesche aus Lima zufolge ergriff Caceres wieder die Offensive, besetzte am Montag Chiela und zog spärer in San Maleo ein, welches auf dem Wege nach Lima liegt. Lima selbst ist bedroht.
Brodpreise vom 1. bis 16. Dezember. Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Dezember. Nach eigener Angabe der Metzger.
Für Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach
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Berichtigung.
In unserem letzten„Unterhaltungsblatte“ uns das Druckfehlerteufelchen einen seiner lun gensten Streiche gespielt: Er läßt im Garten von Schönbrunn die prachtvollsten erotischen Blumen blühen, anstatt exotischen. Die Redaetion.
hat ge⸗
Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Donnerstag den 3. Dezember 1885: Chauukafest.
Beginn:
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Donnerstag Morgens 7 Uhr.
Von dem Weihnachts-Katalog der Leipziger Lehr⸗ mittel-Anstalt von Dr. Oscar Schneider in Leipzig ist die erste Auflage in Folge der großen Nachfrage bereits vergriffen und ein Neudruck desselben angeordnet, so daß die neue Auflage binnen 8 Tagen zum Versandt kommen kann. Im Anschluß an den Artikel in Nr. 188 des Anzeigers machen wir heute nochmals darauf aufmerk⸗ sam, daß der reichausgestattete üllustrirte Weihnachts⸗ Katalog der genannten Firma eine große Auswahl be⸗ lehrender und unterhaltender Spiele, Apparate zur nütz⸗ lichen Beschaͤftizung, Jugendschriften und Geschenklitera⸗ tur für Klein und Groß enthält und Jedem Interessenten auf Verlangen portofrei und ohne alle Kosten zugesandt wird. 4145
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