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Feind war in Sicht, aber die Araber flohen in die Berge, sobald die Engländer das Feuer
eröffneten. Auf englischer Seite sind keine Verluste. Hewett hält den Feldzug für be—
endet. Die telegraphische Verbindung zwischen Shendy und Berber ist wieder hergestellt. Das Gebiet jenseits von Shendy ist noch in den Händen der Auffständischen.
Amerika. Washington, 26. März. Der Präsident Arthur ernannte den Gesandten in Berlin, Sargent, zum Vertreter der Union in Petersburg—
New-Pork. Einer Meldung aus Lima zu— folge bezieht sich ein Artikel des Vertrages zwi— schen Chili und Peru, gegen welchen die Ver— treter der Mächte in der Conferenz vom 22. d. Mts. zu protestiren beschlossen, auf die Aneig— nung des guanohaltigen peruanischen Gebietes seitens Chili's, welches Gebiet Peru seinen euro— päischen Gläubigern bereits verpfändete.
Aus Stadt und Land.
Bensheim. Die hlesige Taubstummen- Anstalt wird gegenwärtig von 71 Zöglingen, 48 Knaben und 23 Mädchen, besucht. Hiervon sind nur neunzehn taub⸗ geboren, während 52 durch eine Krankheit das Gehör verloren haben und zwar: im 1. Lebensjahre 26, im 2. 22, im 3. und 4. Lebensjahre je 2. Aus Starkenburg sind 35 Zöglinge, aus Rheinbessen 33 und aus dem Groß, herzogthum Baden 3. Katholtsch sind 42, evangelisch 24 und israelitisch 5. An der Anstalt wirken außer dem Director 6 Lehrer; 1 kath., 1 evang. und 1 israelit. Relegionslehrer, 1 Industrielehrerin. Von den 6 Lehrern sind 4 katholisch und 2 evangelisch. Die öffentliche Prüfung wird am Freitag den 4. April stattfinden.
Worms. Am 24. März feierte der Gr. Kreisarzt Dr. Müller dahier, früher in Friedberg, sein 50 jähriges Doktorjubiläum ganz still und nur im Kreise seiner Familie.
f Allerlei.
bp. Frankfurt.„Frühlings-Anfang“ stand vor einigen Tagen im Kalender; doch wie hat er sich einge stellt? Schnee und rauhe Winde brachte er reichlich, und gerne flüchten wir uns in geschützte Räume, wo wirklich voller Frühling herrscht. Unser Lieblings-Institut, der hiesige Palmengarten, bietet gerade jetzt des Schönen und Sehenswerthen so viel, daß ein Besuch dieser herr— lichen Räume gewiß Jeden zufriedenstellt. Die Blüthen— gallerien, in welchen die Frühjahrs-Ausstellung etablirt sst, sind wahrhaft gefüllt mit Blumen und Blüthen und alte Bekannte und neue Fremdlinge sind hler zu einem farbenprächtigen Bilde vereint. Die Camellien, welche nun schon seit Dezember ununterbrochen blühen, stehen noch in voller Pracht, Rbododendren, Azaleen, Cyelamen, Einerarien, Syringa, sie alle sind in vielen Arten und allen Farben vertreten und nun auch beginnt der Rosen— flor, der doch die meisten Freunde zählt. Auch im Freien ist die Pflanzung welt vorgeschritten, doch sehen wir Morgens und Abends das Parterre fast wie ein Zelt— lager erscheinen, durch die Umhüllungen der Beete und Pflanzen, welche wieder gegen Kälte und Reif geschützt werden müssen. Möge dem strengen Frühlings-Anfang ein schönerer Fortgang folgen.
Marburg, 26. März. Die Unsicherheit in unserer Stadt nimmt mit jedem Tage zu. Diese Nacht bat wiederum ein nächtlicher Einbruch in eine allein gelegene Villa stattgefunden; den Dieben ist das gesammte Silber— zeug der Familie in die Hände gefallen. Die Art und Weise des Einbruchs hal viel Aehnlichkeit mit demjenigen, von dem wir neulich gemeldet haben und von dessen Thätern man keine Spur entdeckt hat.
Lahr. Reichsgerichtsrath Dreyer in Leipzig hat, wie man uns mittheilt, uber die rechtliche Stellung des Reichswaisenhausfonds in Lahr gegenüber der deutschen Reichsfechtschule in Magdeburg ein Gutachten abgefaßt, wonach Lahr berechtigt ist, sämmtliche gesammelten Gelder für sein Waisenhaus zu fordern, da sie ursprünglich für dasselbe erfochten wurden.
Wien. Der Vertheidiger des Karl Schenk, Dr. Steger, überreichte beim Justizministerium ein Gnadengesuch für
seinen Clienten. Während Hugo Schenk fortwährend auf Selbstmord sinnt und dem Strafhaus direktor Lutzer Tag und Nacht die sorgenvollsten Stunden bereitet, ge— berdet sich Schlossarek in seiner Zelle wie ein Rasender. Nach einer Besprechung mit seinem Vertheidiger scheint er nun die Wahrheit uͤber den Stand seiner Angelegen— heit erfahren zu haben; die Ruhe, welche Schlossarek bisher gezeigt hat, ist geradezu entsetzlichen Wuthaus⸗ brüchen gewichen. Hugo Schenk und Schlossarek müssen
und gleicht einem großen See.
die das überschwemmte Gebiet bewohnten, wird auf 60,000 geschätzt. Es werden große Menschen-Verluste
befürchtet. Depeschen aus Louisiana melden, für die Ueberschwemmten sei Staatshilfe nothwendig, damit die— selben nicht Hungers sterben.
Gerichtssaal. Bad Nauheim In der Donnerstag den 27. März
dahier stattgehabten Schöffengerichtssitzung wurde in folgenden Fällen erkannt: 1) Georg Geiß von Bad—
Nauheim, angeklagt wegen Körperverletzung, wurde von Strafe und Kosten freigesprochen; 2) in der Strafsache gegen Susanne Capito von Wies baden, wegen gewerbs— mäßiger Unzucht, wurde die Hauptverhandlung weil die Angeklagte nicht erschlenen, vertagt und deren Ver— haftung angeordnet; 3) in der Privatklagesache der Ernst Friedrich Schäfer II. Ehefrau von Bad Nauheim, gegen Ludwig Babel's Ehefrau von da, wegen Beleidigung, wurde die Angeklagte in eine Geldstrafe von 5 Mark und in die Kosten verurtheilt; 4) Philipp Stock, Georg Wolf und Andreas Mohr, sämmtlich von Rödgen, an— geklagt wegen Ruhestörung, erhielten je eine Haftstrase von 1 Tag und ½ der Kosten; 5) Jakob Klingemeier von Bad Nauheim, angeklagt wegen Veletdigung, wurde in eine Geldstrafe von 30 Mark und in die Kosten ver urtheilt; 6) die Sache gegen Georg Hofmann von Schwalheim, wegen Beleidigung, wurde durch Vergleich erledigt; 7) die Verhandlung der Strafsache gegen Heinrich Michel von Schwalheim, wegen Zuwiderhandlung gegen die Hundesteuerverordnung, wurde, weil ein Zeuge wegen Krankheit nicht erscheinen konnte, vertagt; 8) Wilh. Ewald und Heinrich Henes, beide von Bad-Nauheim, angeklagt wegen Ruhestörung, erhielten Jeder eine Geld— strafe von drei Mark, ev. Haftstrafe von je 2 Tagen und die Kosten; 9) die Verhandlung gegen Johannes Schutt von Bad-Nauheim, wegen Straßenpolizelüber— tretung, wurde vertagt, da vorerst mit der Verwaltungs— behörde Verhandlungen gepflogen werden sollen; 10) Phi— lipp Stock, Georg Wolf, Heinrich Fink und Andreas Mohr, sämmtlich von Rödgen, angeklagt wegen groben Unfugs, wurden Jeder in eine Haftstrafe von 2 Tagen und in ½ der Kosten verurtheilt; 11) die Verhandlung der Strafsache gegen Philipp Künstler in Nieder-Mörlen, wegen Beleidigung, wurde, weil der Angeklagte nicht er— schten, vertagt und dessen Vorführung angeordnet.
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 25. März gegen Leonhard Hübner, Land- Briefträger zu Vilbel wegen Verbrechens und Vergehens im Amte. Angeklagter ist beschuldigt, Gelder unterschlagen und Urkunden ge— fälscht zu haben. Die Geschworenen erkannten den L. Hübner unter theilweiser Annahme mildernder Umstände für schuldig und wurde derselbe demgemäß in eine Zucht— hausstrafe von 2 Jahr und 6 Monat, sowie in eine Geldstrafe von 300 M., eventuell 20 Tagen Zuchthaus verurtheilt.— Mittwoch den 26. März gegen Wilhelm Spangenberger von Unter Schmitten, wegen Körperver— letzung mit tödtlichem Erfolg. Derselbe war angeklagt: daß er in der Nacht vom 27. zum 28. Dezember 1883 zu Unter-Schmitten den Johannes Braun III. von da vorsätzlich körperlich mißhandelt und hierdurch den Tod desselben verursacht habe. Die Geschworenen erkannten den W. Spangenberger für schuldig und wurde derselbe demgemäß in eine Gefängnißstrafe von drei Jahr und sechs Monat, abzüglich zwei Monat Untersuchungshaft verurtheilt.
Verloosung. Stadt Mailand 10 Frs.⸗Loose von 1866. Ziehung am 17. März. Auszahlung am 15. Juni 1884. Gezogene Serien: Nr. 412 596 747 1671 2034 2118
2329 2884 3139 3173 3502 3830 3949 4066 4395 4821 4921 5083 5324 5397 5621 6134 6430 6914 6916. Hauptpreise: S. 6916 Nr. 37 50,000 Franes. S. 412 Nr. 73 1000 Fr. S. 2118 Nr. 51 500 Fr. S. 3830 Nr. 68, S. 495 Nr. 94, S. 4821 Nr. 40, S. 5397 Nr. 75, S. 6916 Nr. 14, 83 à 100 Fr.
Handel und Verkehr.
Gießen, 25. März. Auf dem beutigen Viehmarkt waren aufgetrieben: 784 Stück Rindvieh und 141 Stück Schweine. Bei ersterem war der Handel lebhaft und die Preise höher, dagegen bei Schweinen niedriger als am letzten Markte. Nächster Markt Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. April d. J., am letzteren Tage auch Krämermarkt und findet an diesem Tage, Morgens 7 Uhr, das Verlesen der Krämerstände statt.
Frankfurt, 26. März. Auf dem heutigen Markt kostete der Ctr. Heu M. 3.20—3.70, Stroh M. 3.25 bis 3.40, Eier das Hundert M. 4.50— 5. Butter 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.30. Kartoffeln per Ctr. M. 2— 2.13, Kohlrabt 5—6 Pf. per Stück, Erbsen 100 Kgr. 19—28 M., Rothkraut per St. 20 25 Pf., Huhn M. 1.50— 2.20, 1 Ente M. 3—4, 1 Taube 60 bis 70 Pf., Hahn M. 1.70—2. Welsche M. 7— 12.
Literarisches.
Daheim. Nr. 25 enthält: Zum 22. März 1884. Gedicht von Fr. Braun.— Nach sieben Jahren.(Forts.) —„Hell dir im Siegerkranz.“— Ein Beitrag zur Ge— schichte des Od. Von K. Kiesewetter.— Die Gesell— schaft.(Forts.)— Die Kirche zu Neuß. Mit Illustr. — Eine deutsche Niederlassung in Kanada. Nach per— sönlichen Mittheilungen bearbeitet von F. Meyer.— Unser Kaiser und sein Vater. Mit zwei Illustr.— — Aus dem bayrischen Armeemuseum. Von H. Vogt. — Wie in Böhmen tschechisirt wird.— Am Familien tische: Woher stammt der Ausdruck Polier?— In unserer Spielecke. Mit zwei illustr. Beilagen.
Eingesandt. Theater in Friedberg.
Auch einige Novitäten werden uns in diesem Jahre wieder geboten. Hierbei verdient es entschiedene Aner— kennung, daß Herr Herrmann es sich stets angelegen sein läßt, die Spreu vom Waizen zu sondern, d. h., daß er, trotz der erheblichen Kosten, die das Erwerben des Auf fübrungsrechtes bedeutender Novitäten verursacht, stets gerade die besten unter den neuen Stücken der Saison auswählt und diejenigen zur Aufführung in Friedberg erwirbt, die bei ihren Aufführungen in Frankfurt, Hanau u. a. O. durchschlagende Erfolge erzielt haben. Zu diesen gehört auch:„Glück bei Frauen“, das neueste laktige Lustspiel von G. von Moser, dem Verfasser von„Ultimo“,„Stiftungsfest“,„Reif⸗Reif⸗ lingen“ u. a.— Eine hochinteressante Novität in anderem Genre ist„der Protzen bauer“, Gebirgs- schauspiel mit Gesang und Tanz von Frau Hartl-Mitius. Wir erinnern uns, daß hier vor 2 Jahren„der Herr— gottschnitzer von Ober-Ammergau“ zweimal vor fast ausverkauftem Hause aufgeführt wurde—„der Protzenbauer“, der bei seinen wiederholten Aufführ— ungen in Hanau gleiches Interesse hervorgerufen hat, hat im Genre eine gewisse Aehnlichkeit mit dem„Herr— gottschnitzer“ und können wir mit Recht auf die Auf führung gespannt sein.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. Judica. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Dr. Köstlün. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½j Uhr: Herr Candidat Volp. Nachmittags 1½, Uhr: Herr Kirchenrath Baur.
Gottesdienst in der Burglirche: Vormittags 9½=Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin.
Katholische Gemeinde. IV. Fasten Sonntag. Samstag 4 Ubr: Beicht. Sonntag: 6— 80/47 Beicht 7 Uhr: Austheilung der heil. Communkon. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 5 Uhr: Fastenandacht mit Predigt.
3 N Arbeits-Vergebung. 1356 Mittwoch den 9. April, Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Rendel für den Umbau
lich vergeben werden: M. Pf.— 8 5 90 8 5. 3 55 18 pf Dezember 1884 gegeben. Die Preise der Kohlen sind: Maurerarbeit, veranschlagt zu 1395 80 100 Stück Preßklötz 5 50 b 0 5 10⁰ Stück Preßklötze 1 M. 20 Pf. Zimmerarbeit 807 10 Bad⸗Nauhei 26. März 1884 Gre Schreinerarbeit 905 10 1317 0 Nauheim am 26. März 1 5 10 Schlosserarbeit 304 7 Weißbinderarbel 1165 46 2 2 Spenglerarbeit 68 g 23 e Bedingungen und Voranschlag können am 2„4. 5* 48 d 7. Ap zon Morgens 8 bis 1: d r bis N FN THF und 7. April, von Morgens 8 bis 12 und v bis I f. N 6 Ubr Abends, auf dem Bureau des Unterzeichneten zur N 10 1 Einsicht genommen werden.. 3 Vilbei am 27. März 1884. e. 1329 Brod, Bezirks bauaufseber 8 N 8 1 Pesach Waaren — 5*— 5 U 0 1 b No 0 bens 0 8 U U 1 8 2 hmiedeiserne Hal emu 10 F Qualität und zu billigen Preisen bei 1337 empfiehlt Ph. Dan. Kümmich. 1332 M. Eckstein.
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2 5 5 5 Für die gegen Bürgschein e 5 n ßherzogli Ludwigshof 0 des zweiten Schulhauses nachbenannte Arbeiten öffent bei Melba 0 1. e eee eee Ludwigshoffnung 5 Melbac 2 5 30. September 1 bezogenen Braunkohlen wird Frist zur Zahlung bis Ende
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