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Beilage.
Hberhessischer Anzeiger.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Regierungsblatt, Bei— lage Nr. 4, enthält:
J. Bekanntmachung, den 12. Nachtrag zu den Statuten der Hessischen Ludwigs Eisenbahn-Gesellschaft betr.
11, 111. und IV. Uebersicht der für 1884 genehmigten Umlagen der isr. Rel.-Gem. der Kr. Bensheim, Alzey und Erbach.
V. Ordensverleihungen.
VI. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen sremder Orden.
VII. Namens veränderungen.
VIII. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Der Ge— richts geeessist Hillebrand zu Mainz wurde zur Rechtsan— waltschaft bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen und bei dem Oberlandesgerichte zugelassen, der Rechts— anwalt Dr. Eigenbrodt in Michelstadt zur Rechtsanwalt— schaft bei dem Gr. Landgerichte der Provinz Starkenburg.
IX. Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Rechtsanwalt Dr. Eigenbrodt in Michelstadt hat die Zu⸗ lassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Gr. Amtsgerichte Michelstadt aufgegeben, Rechtsanwalt Metz II. zu Darm— stadt die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei Gr. Land gerichte der Provinz Starkenburg und bei Gr. Ober— landesgerichte. 5
X. Dienstnachrichten. Es wurde: dem ev. Pfarrer Krauß zu Vauschheim die Pfarrstelle zu Nauheim, dem ev. Pfarrer Windhaus zu Wald-Michelbach die Pfarr— stelle zu Klein-Umstadt, dem ev. Pfarrer Dr. Römheld zu Bingenheim die Pfarrstelle zu Seeheim übertragen; dem nach Darmstadt versetzten Postrath Plaz aus Arns— berg, sowie dem nach Darmstadt versetzten Postinspektor Gerke aus Arnsberg die Bestätigung ertheilt; dem ev. Pfarrer Wamser zu Horrweiler die ev. Pfarrstelle zu Wallertheim und dem ev. Pfarrer Weigold zu Walldorf die Pfarrstelle zu Harxheim übertragen; dem Pfarrer Lynker in Speyer die 3. ev. Pfarrstelle zu Mainz, dem ev. Pfarrer Happel zu Bützow die Pfarrstelle zu Heu— bach übertragen, dem Schullehrer Witzel zu Mosbach eine Lehrerstelle zu Lampertheim, dem Schulamtsasp. Becker aus Hofheim eine Lehrerstelle zu Bingen über— tragen; der Fußgendarm Hammer aus Bechtolsheim zum Steukraufseber, der Feldwebel Hammann aus Erfelden und der Militär-Anwärter Vögler aus Griesheim zu Hauptsteueramtsdienern in Bingen bezw. Mainz ernannt; dem Schullebrer Adelberger zu Rothenberg die Lehrer— stelle zu Ober-Modau, dem Schulamtsasp. Fertig aus Bensheim die Lehrerstelle zu Kolmbach, dem Schullehrer Bickelhaupt zu Rimbach die Lehrerstelle zu Lampertheim übertragen; dem Alex. Franz aus Offenbach das Patent als Geometer 2. Kl. für den Kreis Offenbach ertheilt; der Zeichenlehrer an der Volksschule zu Mainz Gehry zum Zeichenlehrer an der Realschule daselbst ernannt; dem Schullehrer Vogel zu Heppenheim a. W. die Lehrer— stelle zu“ Volrheim übertragen; der prov. Dirigent an der höheren Bürgerschule zu Heppenheim Rudershausen zum Dirigenten und die prov. Lehrer Dr. Weins heimer und Fritz zu Lehrern an derselben ernannt; dem Schul— amtsasp. Nühl aus Ostheim die Lehrerstelle zu Haister— bach, dem Schullehrer Bill zu Kirch-Beerfurth die Lehrer— stelle zu Klein-Umstadt übertragen; der prov. Lehrer an dem Schullehrerseminar zu Alzey Coy zum Lehrer an dieser Anstalt ernannt; dem Caplan Schäfer die kath. Pfarrstelle zu Biblis, dem Schulamtsasp. Seip aus Hattenrod die Lehrerstelle zu Beltershain, der Schul⸗ amtsaspirantin Dingeldein aus Romrod eine Lehrerinnen— stelle zu Gießen übertragen; der prov. Lehrer an der Realschule zu Oppenheim See zum Lehrer an dieser An⸗ stalt, der Verwalter Schneider in Marienschloß zum Ver— walter am Gefängniß zu Darmstadt ernannt; der auf die Lehrerstelle zu Rohrbach präs. Schulamtsasp. Schuch⸗ mann aus Wersau bestätigt; der H. Ulrich aus Ober⸗ Mockstadt zum Verwalter an dem Landes zuchthause er— nannt; dem K. H. Maul aus Holzmühl das Patent als Geometer 2. Kl. für den Kreis Bingen ertheilt; dem Schulamtsasp. Gerold aus Darmstadt eine Lehrer— stelle zu Birkenau übertragen; dem H. Faul aus Dieburg das Patent als Geom. 1. Kl. für den Kr. Dieburg ertheilt.
XI. Ruhestandsversetzungen.
XII. Dienstentlassungen. Der Lehrer Rodemer zu Friedberg wurde auf Nachsuchen entlassen.
XIII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die Lehrerstelle zu Altenhain, Gehalt 900 M.; eine Lehrer⸗ stelle zu Ober⸗Flörsheim, Gehalt 9001000 M.; eine Lehrerinnenstelle zu Rüsselsheim, Gehalt 1000 M.
XIV. Sterbefälle. Gestorben sind: der Schullehrer Weber zu Ebersheim; der ev. Pfarrer Heinemann zu Schaafheim; der Musikmeister Grimm zu Darmstadt; der Realschuldirektor Stein zu Darmstadt; der Lehrer Hofmann zu Planig.
— Militärdienstnachrichten. v. Mülmann, Sec.⸗Lieut. vom 5. Bad. Inf.-Regt. Nr. 113, wurde in das 1. Gr. Inf. Regt. Nr. 115, Becker, Sec.⸗Lieut. vom 2. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 116, in das 4. Ostpr. Gren. Regt. Nr. 3 versetzt; v. Herff, Oberstlieut. und Flügeladj. des Groß⸗ herzogs, der Rang eines Regts.⸗Comm. ver⸗ liehen; Dr. Metzler, Stabs- und Bats.-Arzt vom 2. Bat. 1. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 115, zum
Ober-Stabsarzt 2. Kl. und Regts.-Arzt des Inf.⸗Negts. Nr. 98 befördert; Dr. Martin, Stabs- und Bats.-Arzt vom Füs.-Bat. 7. Brand. Inf.⸗Regts. Nr. 60, zum 2. Bat. J. Gr. Inf.⸗ Regts. Nr. 115 versetzt; Dr. Puth, Ass.-Arzt 2. Kl. vom 2. Nass. Inf.⸗Regt. Nr. 88, unter Uebertritt zu den San.-Off. der Landw. des 2. Bats. 1. Gr. Landw.-Regts. Nr. 115, aus dem activen San.-Corps ausgeschieden.
— Dem Schullehrer Rothermel zu Stock— stadt, dem Schul-Lehrer Ackermann zu Alt— Wiedermus, dem Schullehrer Schmuck zu Kost— heim und dem Polizeidiener Groß zu Altheim
wurde das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für fünfzigjährige treue Dienste“ verliehen.
Berlin, 26. März. Im heutigen Reichstag be— fürwortete Barth seinen Antrag betreffs der Tabak— steuer, der schon einmal die Mehrheit des Reichstages gefunden, aber am Widerstand des Bundesrathes ge⸗ scheitert sei. Dieselben Gründe wie damals sprächen auch heute für den Antrag, der auch für die Steuer- casse keine großen Ausfälle befürchten lasse. Fürst Bismarck erklärt, der Antrag beruhe auf einer Ver— kennung der Stellung des Reichskanzlers, dem als Vorsitzenden des Bundesrathes eine solche Competenz nicht zustehe, wie der Antrag ihm beilege, nämlich in der Form eines Exeitatoriums Beschlüsse des Bundes— rathes zu veranlassen. Windthorst beantragt, nachdem noch mehrere Redner gesprochen, mit Rücksicht auf die Erklärungen des Reichskanzlers, über den Antrag Barth zur Tagesordnung überzugehen. Die Abstimmung durch Erheben von den Sitzen läßt das Resultat zweifelhaft erscheinen, weßhalb eine, Auszählung erfolgen muß. Darnach haben mit Nein 80, mit Ja 104 Abgeordnete gestimmt. Der Präsident constatirt, daß das Haus nicht beschlußfähig ist, da bei einer Sollzahl von 397 Ab— geordneten, 199 Mitglieder dazu nöthig sind.— 27. März. Zweite Berathung der Marinevorlage. Die Budgeteom— mission arbeitete den Gesetzentwurf in einen Nachtrags— etat um, welche die Ausgaben nach dem Etat specialisirt. Die Commission beantragt die Bewilligung einstimmig. Nachdem der Referent Rickert die Anträge der Commission empfohlen, wird der Nachtragsetat in Einnahme und Ausgabe ohne Debatte festgestellt und der dazu gehörige Gesetzentwurf genehmigt, ebenso debattenlos die Literar— Convention mit Belgien
— 26. März. Das Herrenhaus genehmigte die Gesetzentwürfe über den Betrieb des Huf— beschlag-Gewerbes, über die Befugnisse der Strombauverwaltung den Uferbesitzern gegen— über, nahm ferner die Secundärbahnvorlage in der Fassung des Abgeordnetenhauses an und erledigte noch mehrere kleinere Vorlagen und Petitionen.— Im Abgeordnetenhause kommt die zweite Lesung der Jagdordnung zur Be— rathung und werden die§§ 1—21 genehmigt. — 27. März. Im Abgeordnetenhause wurde die zweite Berathung der Jagdordnung fortgesetzt und die§§. 22—29 und 42a(Jagd am Sonn— tag) genehmigt.
— 27. März. Durch Beschluß des Staats— ministeriums ist für den Umfang des Sprengels des Erzbisthums Köln die Wiederaufnahme der eingestellten Staatsleistungen von Neujahr 1884 ab angeordnet worden.
Wiesbaden, 26. März. Der Herzog und die Herzogin Friedrich von Schleswig-Holstein— Sonderburg-Glücksburg nebst drei Töchtern sind zur Kur hier eingetroffen.
Dresden, 26. März. Zwischen beiden Kammern wurde bezüglich der Aufhebung der Chaussee- und Brückengelder eine Einigung da— hin erzielt, daß die Aufhebung nicht Ende 1884, sondern 1885 eintreten soll. Heute Nachmittag finden die Schlußsitzungen beider Kammern und morgen der feierliche Schluß des Landtags durch den König statt.
München, 26. März. Der Landtag ist bis zum 8. April verlängert worden. Das provisorische Steuergesetz wurde mit 111 gegen 10 Stimmen genehmigt.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest, 26. März. Das Unterhaus genehmigte die Vorlage betreffend den Bau der Eisenbahn Mostar-Metkovich mit 130 gegen 73 Stimmen.
e 26. März. Etwa 800 Arbeiter im Kohlenbergwerk Salgotarjak stellten in Folge Aufhetzung die Arbeit ein. Es kam zu Aus— schreitungen; Gendarmerie und Militär stellte die Ordnung wieder her. Ein Arbeiter wurde erschossen und vier verwundet. Die Arbeit ist wieder aufgenommen.
Schweden. Stockholm. Der König soll die Meinung des schwedischen Ministeriums dar— über verlangt haben, ob die norwegischen Streit— sachen Einwirkung auf das Unionsverhältniß ausüben könnten. Die schwedischen Staatsmi— nister hätten erklärt, das ganze Ministerium sei einstimmig der Ansicht, die Union setze voraus und bedinge, daß die Grundgesetze Norwegens und Schwedens ohne Zustimmung des Königs nicht veränderbar seien, und daß die Kriegsmacht Norwegens wie Schwedens dem Befehle des Königs unterstehe.
Frankreich. Paris, 26. März. Die Kam— mer nahm den Gesetzentwurf, betr. das Avance— ment in der Armee an nnd lehnte das Amende— ment Tezena, welches die Abschaffung der Würde eines Marschalls von Frankreich beantragt, mit 319 gegen 198 Stimmen ab. Constans brachte den Antrag auf Einführung des Listenskrutiniums für die Deputirtenwahlen wieder ein.— 27. März. Barodet(Radikaler) bringt den Antrag auf Re— vision der Verfassung ein und verlangt dafür die Dringlichkeit. Ferry bekämpft die Dring— lichkeit. Die Regierung beabsichtige, bei Beginn der Maisession die Kammer mit der Revisions— frage zu beschäftigen und die bezügliche Vorlage im Senat und der Kammer gleichzeitig einzu— bringen. Die Dringlichkeit wird mit 389 gegen 208 Stimmen abgelehnt. Bei der Madagaskar— Interpellation erklärte Ferry, Frankreich ver— folge in Madagaskar einen civilisatorischen Zweck, seine Zurückforderungen basirten auf den Ver— trägen von 1860 und 1868. Die Verhand— lungen seien unterbrochen und am 1. Februar er. wieder aufgenommen, und sei es sehr zu wün— schen, daß dieselben zum Abschluß eines Ver— trages führten, der den Völkerschaften im Nord— westen Madagaskar's als französischen Staats— angehörigen Schutz gewähre.
— 26. März. Ein Telegramm des fran— zösischen Geschäftsträgers am Hofe von Hüe aus Kuanguan meldet, daß der Prinz der königlichen Familie, welcher die Niedermetzelung der Christen veranlaßte, am 25. März hingerichtet worden ist.
Italien. Rom. Fanfulla gibt folgende Liste als die wahrscheinliche: Depretis, Präsi— dium und Inneres, Magliani, Finanzen, Mancini, Aeußeres, Genale, öffentliche Arbeiten, Bertole Viale, Krieg, Brie, Marine, Grimaldi, Ackerbau, Coppino, Unterricht, und Ferraccini, Justiz.
Griechenland. Athen, 26. März. Mi⸗ nisterpräsident Trikupis theilte der Kammer den bevorstehenden Abschluß eines Handelsvertrags mit Deutschland mit, welcher betreffs der Co— rinthen Concessionen mache.
Rußland. Petersburg. Das Journal de St. Petersbourg reproducirt eine Meldung kau— kasischer Blätter, wonach Transkaspien in ein besonderes General- Gouvernement umgewandelt würde, dessen Hauptzweck die Unterhaltung der Be— ziehungen mit Khiwa sei. Das Amudarja-Gebiet bis zu den Syrdarja-Sandwüsten würde in dieses Generalgouvernement mit einbezogen werden.
Egypten. Kairo, 26. März. Ueber Ge⸗ neral Gordon fehlt seit dem 15. d. Mts. jede Nachricht. Die dem französischen General-Con— sul zugegangenen Meldungen vom 20. März bestätigen, daß Khartum fast vollständig von den Aufständischen eingeschlossen ist, und daß sich auf beiden Ufern des Flusses südlich von Shendy große Haufen Aufständischer befinden.
— 27. März. Eine Depesche des Admirals Hewett zeigt an, daß die Engländer heute Morgen jenseits Tamanieb vorgerückt sind. Der


