unseres berühmten Landsmannes Gerhard Rohlfs ein deutscher Berufsconsul nach Zanzibar ge— schickt wurde, weil über den bisherigen kauf— männischen Wahlconsul Deutschlands dortselbst verschiedentlich Klage geführt wurde. Das ge⸗ nannte Gebiet würde oder könnte die Einbruchs—
stelle sein, vermittelst welcher man über das große ostafrikanische Seen-Gebiet den schiffbaren oberen Congo erreicht. Wir wünschten, die Nach- richt von der Uebernahme dieses Protectorats bestätigte sich. Das Sultanat Zanzibar ist einer der wohlgeordnetsten afrikanischen Districte und der eingeborene Herrscher desselben ist den Deut- schen wohlgesinnt. Der Handel auf der Jnsel Zanzibar selbst ruht hauptsächlich in deutschen Händen, derjenige an der gegenüberliegenden Küste wird meistens von arabischen und indischen Händlern betrieben und ist nach dem Urtheile deutscher Kaufleute und Reisenden eines guten Aufschwunges fähig. Sollte übrigens die Sache sich bestätigen, so würde ein weiterer Anhalt für die Anschauung gewonnen sein, daß die Hinzu— ziehung der Pforte zu der jetzigen Congo-Con— ferenz mehr als ein einfacher Höflichkeitsact des Fürsten Bismarck war und geschehen ist, weil bei der beginnenden Aufschließung Afrikas auch große Bezirke und Völkerschaften in Rechnung kommen, wo der Islam herrscht, dessen geist— liches Haupt der Sultan ist; insonderheit träfe dies in Ostafrika zu.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt, daß die auf die Beraubung der deutschen Kutter „Diedrich“ und„Anna“ bezüglichen Documente seitens des Londoner Foreign office dem öffent— lichen Ankläger übergeben worden seien, damit gegen die englischen Schiffer, welche an der Be— raubung Theil genommen haben, das Strafver— fahren eingeleitet werden könne.
Ausland.
Frankreich. Paris, 24. Nov. In der Kammer begann die Berathung der Tonkincredit— vorlage. Lockroy(äußerste Linke) kritisirte die Colonialpolitik der Regierung, Delafosse(Rechte) griff das Cabinet heftig an und erklärte, es ver— diene in Anklagezustand versetzt zu werden.
— In parlamentarischen Kreisen ist das Ge— rücht verbreitet, unter den Ministern sei ein ernst— licher Conflikt ausgebrochen bezüglich der beab— sichtigten Einführung resp. Erhöhung des Ein— gangszolles auf Getreide, Mehl und Schlachtvieh.
— 24. Nov. Gestern fand eine Versamm— lung von etwa 5000 beschäftigungslosen Arbei— tern statt, welche nach einer stürmischen Debatte beschlossen, demnächst eine Versammlung im Freien an einem noch zu bestimmenden Orte abzuhalten. Nach Schluß sangen Einige die Marseillaise und die Carmagnole, weßhalb die! Polizei einschritt und 30 Personen verhaftete. Einige Polizeiagenten und ein Polizei-Commissär wurden verwundet.
Großbritannien. London, 24. Nov. Im Unterhaus erklärte Gladstone, es sei keine Conferenz bezüglich der egyptischen Fragen vor— geschlagen. N
— Der„Times“ zufolge wäre den Regier— ungen der Mächte bereits eine Uebersicht der Vorschläge Englands zu einem Arrangement über die finanziellen Schwierigkeiten Egyptens mitgetheilt worden. Die„Times“ glaubt, die Vorlage Englands schlage wahrscheinlich eine ½procentige Reduction der Zinsen der Staats- schuld vor.
Italien. Rom. Senator Pessina wurde zum Justizminister ernannt. Der nordamerika— nische Gesandte Astor demissionirte.
Rumänien. Bukarest, 24. Nov. Die Senatswahlen sind überwiegend gouvernemental ausgefallen. Die liberale Opposition errang nur 6 Sitze. Der Minister Bratiano wurde viermal gewählt.
Rußland. Petersburg, 25. Nov. Das Kaiserpaar ist heute wieder nach Petersburg übergesiedelt.
Egypten. Kairo. Rußland und Deutsch— land beantragten bei dem Khedive die Ernenn— ung eines russischen und deutschen Mitglieds der internationalen Schulden-Commission.
China. Shangai. Die„Times“ meldet aus Haiphong, 15. Nov.: Es werden schwere Kämpfe in Tonkin erwartet. Große Abtheil— ungen chinesischer Truppen nähern sich den Fran zosen von verschiedenen Richtungen. Aus Hongkong, 23. d. wird demselben Blatte ge— meldet: Die häufigen Berichte über französische Siege in Formosa sind Erfindungen, ebenso sind die Berichte über die französischen Erfolge in Tonkin übertrieben. Die Chinesen haben jüngst in Tonkin und Formosa die Offensive ergriffen.
Allerlei.
Dresden, 25. Nov. Die Dampfschifffahrten von Dresden elbabwärts sind des Eisganges wegen eingestellt.
Paris, 24. Nov. Die Cholera darf hier als er— loschen angesehen werden. Seit Mitternacht bis Mittag wurden nur vier leichte Fälle angemeldet. Tarent, 25. Nov. In der letzten Nacht fing ein Waggon des von Reggio kommenden Zuges Feuer; ein Reisender kam dabei um.
Madrid, 24. Nov. In Toledo fanden weitere Cholerafälle statt. Von Seiten der Behörden wurden Vorsichtsmaßregeln getroffen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 25. Nov. Fruchtber. Walzen M. 16.75, Korn M. 15.50, Gerste M. 14—16, Hafer M. 12.00 Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilos= 200 Zollpfund.
Friedberg, 26. Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95— 1.10, Eier 1 St. 9 Pf.
Gießen, 25. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.10— 1.15, Eier 1 Stück 6-8 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.45 bis M. 0.55, Hühner per Stück M. 0.80— 1.20, Hahnen ver Stück M. 0.55— 1.00, Enten per Stück M. 1.20 1.60, Gänse per Pfd. 36—50 Pf., Welsche M. 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68— 70 Pf., Kuh- und Rind— fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 5460 Pf., Hammel⸗ fleisch 60- 70 Pf., Kalbfleisch 56—60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00- 3.50, Zwiebeln per Ctr. M. 4 bis 5, Weißkraut per Stück 3—6 Pf.
Grünberg, 22. Nov. Fruchtpreise. Weizen M. 16.80, Korn M. 16.30, Gerste M. 14.70, Hafer M. 13.00, Erbsen M. 16.80.
Frankfurt, 23. Nov. Fruchtmarkt. Hies. Roggen⸗ mehl Nr. O M. 33½—34, Nr. 1 M. 26½—27, Nr. 2 M. 25½—26½, Nr. 3 M. 2324, Nr. 4 M 17, Nr. 5 M. 15—15½, Milchbrod- und Brodmehl im Ver— band M. 50—53, norddeutsches und westfälisches Weizen⸗
.
00 M. 23½—24½,,ͤ Suippengries je nach Qual. —.—, Roggenmehl Nr. 0(Berliner Marke) M. 24—25½, do. 0% do. M. 22—23½,. M. 20— 21, do. 2 do. M. 17, Weizen ab unserer Um⸗ gegend M. 16/— 17, do. frei ab Bahnhof hier M. 17, do. fremder je nach Qual. M. 16—17½. Roggen bhies. M. 153/416, do. französischer M. 16½, do. Königsberger M. 16 16 ½, do. Petersb. M. 15½— 15½, do. Galatz, Nicolajeff und Odessa M. 15/0—15½. Gerste, Brauer⸗ waare M. 16 18¼, do. zu Mahlzwecken M. 13. Hafer je nach Qual. M. 13½— 14½. Raps M. 25½— 26, Roggenkleie M. 5, Weizenkleie M. 4¼. Rüböl im Detail M. 60. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
Frankfurt, 24. Nov. Viehmarkt. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 321 Ochsen, ca. 7 Bullen, ca. 369 Kühe und Rinder, ca. 259 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 7072, 2. Qual. M. 61—65, Kühe und Rinder 1. Qual. M. 60—62, 2. Qual. M. 48— 50, Kälber 1. Qual. 60-62, 2. Qual. M. 55. per 100 Pfund Schlachtgewicht.
Getreideverschiffungen aus den Vereinigten Staaten nach Europa. Wie aus New-Vork telegraphisch gemeldet wird, umfassen die letztwöchentlichen Verschiffungen 1,3, 0,000 Buschels Weizen und 330,000 Buschels Mais. Die sichtbaren Vorräthe bestehen gegenwärtig aus 36,6 Mill. B. Waizen und 4,3 Mill. B. Mais gegen 38,6 resp. 5,1 Mill. B. in voriger Woche.
Die Leipziger Lehrmittel Anstalt von Dr. O. Schneider in Leipzig, Schulstraße 6, auf deren Weibnachtskatalog in Nr. 136 des Oberh. Anzeigers bereits hingewiesen worden ist, macht es sich zur Aufgabe, Lehrmittel, Beschäftigungs-Utensilien und nützliche, sowie unterhaltende Spiele in der Familie einzuführen. Alle Eltern und Erzieher, die einen Rathgeber für die Wahl dauernd anregender Geschenke für Kinder wünschen, seien hiermit nochmals auf diesen Katalog aufmerksam gemacht. Derselbe wird an jeden Interessenten von genannter Lehrmittel-Anstalt kostenlos versandt. 4213
Mitgliedskarten,
a 30 Pfennig pro Jahr, zu der Generalfechtschule des Reichswaisenhauses in Lahr sind bei der Expedition des Anzeigers zu haben.
Zur gefl. Beachtung.
Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate ꝛc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. Ueber Inserate, bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftserthetlungen befugt. Offertenbriese sind, soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden, in der Expedition abzuholen.
Die Expedition des Oberhess. Anzeigers.
mehl M.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt, am 25. Nov. 1884.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20-Frankenstücke„ 19, f.
do.„ 16. 17 16. 13
Englische Sovereings.. 20. 39 20. 34
Rassische Imperiales.„ 16,% 2 Ducgten TW
„ 9. 63 9. 58
Dollars in Gold. 4. 90 4. 90
Herr Johann Maria Farina
gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des
allein ächten Cölnischen Wassers
übertragen und empfehlen wir dasselbe
per Glas zu M. 1.50, „ ½, Dutzend. „ Dutzend.
Die Expedition des Anzeigers
Bekanntmachung.
Montag den 1. Dezember d. J., Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unterzeichnete f 1 Schreibseeretär, Nähtischchen, 1 Sopha, runden Tisch,
1 Commode,
2 Kleiderschränke vor dem Rathhause zu Friedberg Baarzahlung versteigern.
Friedberg am 15. November 1884.
meistbietend gegen
König, Gerichtsvollzieher zu Friedberg.
nBergmanun's 1159
Cheerschwefel-Seife,
bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbe—
dingt alle Arten Haut- Unreinigkeiten und erzeugt in
kürzester Frist eine reine, blendend weiße Hant.. Vorräthig à Stück 50 Pf. bei Apotheker Luhn.
4203
Betanntmachung.
Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß durch den Neubau der Kreisstraße zwischen Weckes heim und Beienheim der Feldweg auf unbestimmte Zeit nicht fahrbar ist. Man fahre auf der nördlichen Seite des Ortes zwischen Weckesheim und Beienheim den sogenannten Kreuzweg durch die Sauerwiese. b
Weckesheim den 27. November 1884.
Großherzogliche Bürgermeisterei Weckes heim.
4212 Hilger, Beigeordneter.
8. N* st* Versteigerung.
Donnerstag den 27. November, Nachmittags 3 Uhr, wird auf dem Güterboden der Main-Weser-Bahn dahier
November 1884. Königliche Güter-Expedition. Rauber.
Friedberg, 22.
4181
4159 bei
Chr. Weißenbach.
ein Korb Farbwaaren öffentlich meistbietend versteigert.“ 2946
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beste Qualität, per Pfund M. 1.10, empfiehlt P. Theis, 4194 vormals G. Haustäd t.
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metrischen Rechnen wird gesucht. Schriftliche Anmeld⸗ ungen durch die Exped. d. Anz. 4179
Im Bügeln im Hause empfiehlt sich Frau May, in der Burg, nächst dem Kreisamt.
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S MM


