714
1 tel
dier.
narnat⸗
und zwei⸗
Groß.
Odsad 2705
1884.
Donnerstag den 24. Juli.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf.
berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der der von demselben am 16. September, 28. October und 16. Dezember d. J
Amtlicher Theil.
anstaltenden Verloosungen von Industriegegenständen im Großherzogthum zu vertreiben.
Bekanntmachung.
Betreffend: Zusammenlegung der Grundstücke zu Vilbel.
Nachdem die Zusammenlegung der Grundstücke in einem Theil der summarischen Darlegung und Namensverzeichnisses der betheiligten Grundbesitzer auf Freitag den 5. September d. J. unserseits angeordnet.
dert im Termin Sonnabend den 6. September d. J., Vormittags von 9 bis 12 Uhr,
jenigen, welche weder in Selbstperson noch durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte
trags, 9. August d. J. bis
Die stimmberechtigten Grundbesitzer werden aufgefor über das Projekt abzustimmen, wobei bemerkt wird, daß Die als für die Zusammenlegung stimmend angesehen werden.
abstimmen, Es haben daher in dem Termin
Auswärtige Stimmberechtigte haben bis zu dem genannten Termin einen weiter nöthig werdenden Handlungen eine besondere welche in dem Grundbuch bezw. Es kann jedoch bei zeitigem
Nur diejenigen Grundbesitzer,
aufgeführt sind, bezw. deren Erben, sind, zur Abstimmung legitimirt
nur Diejenigen zu erscheinen,
Aufforderung nicht mehr ergehen wird.
der Offenlegungsfrist seitens des Großh. Steuercommissariats Friedberg gewahrt werden.
Friedberg den 22. Juli 1884.
Justiz hat dem Stadtrathe zu Baden-Baden die Erlaubniß ertheilt, die Loose J. zur Erhaltung der Baden-Iffezheimer Pferde-Wettrennen zu ver—
der Gemarkung Vilbel beantragt wurde, wird die Offenlegung des An—
dem Rathhause zu Vilbel von Sonnabend den
welche gegen das Projekt stimmen wollen. Bevollmächtigten in der Gemeinde zu bestellen, ansonsten bei
in dem auf Grund desselben aufgestellten alphabetischen Verzeichnisses
Antrag das Ab- und Zuschreiben noch während
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Juli. Der Kronprinz ist heute in Begleitung des Prinzen Heinrich nach Freienwalde zur Beiwohnung des zweihundert— jährigen Brunnenfestes abgereist.
Coblenz, 21. Juli. Die Kaiserin ist heute nach der Insel Mainau abgereist.
Kissingen. Die Großfürstin Wladimir von Rußland sammt Gefolge wird am 8. August hier zur Kur eintreffen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Wie ver— lautet ist im Laufe der Untersuchung gegen den Anarchisten Kammerer auch herausgekommen, daß gegen die Wiener kaiserliche Hofburg ebenfalls ein Attentat von Kammerer, Stellmacher und Genossen geplant war. Sie wollten die Burg, während der Kaiser in Wien weilte, mittelst Dynamit in die Luft sprengen. Drei Anarchisten, welche dabei mit Kammerer und Stellmacher in Verbindung waren, sind noch nicht in den Händen der Polizei, welche sie jedoch verfolgt. Zwei davon sollen sich nach Deutschland geflüchtet haben, der dritte dagegen in Wien sein.
— 21. Juli. Im Petroleumbezirk Drohobycz fanden gestern Judenkrawalle statt. Czechische Arbeiter schlugen die Häuser ein und erbrachen die Synagoge. Die Gendarmerie griff ein, wobei Todte und Verwundete auf dem Platze blieben.
Holland. Haag, 21. Juli. Die General—⸗ staaten sind zur Berathung des Regentschafts— gesetzentwurfs auf den 29. Juli einberufen.
Belgien. Brüssel, 22. Juli. Die Re⸗ präsentantenkammer wurde heute Vormittag er— öffnet. Dieselbe nahm Wahlprüfungen vor und erklärte die Wahlen der Brüsseler Abgeordneten
für giltig.— Der Senat trat ebenfalls heute zusammen. Frankreich. Paris, 21. Juli. Die Kam⸗
mer berieth den Fünfmillionen-Credit für Mada⸗ gascar. Perin sprach dagegen, Freppel und Lanessan dafür. lichen Umtriebe der englischen Methodisten wodurch die Howas aufgereizt würden.
Ferry bemerkte, das werde nicht hindern, in der Madagascar-Angelegenheit sehr behutsam vorzu— gehen, die Regierung werde ihre neue und ent— schlossene Politik gegenüber Madagascar mit der— jenigen Klugheit zu vereinigen wissen, welche durch die augenblicklichen Umstände geboten er— scheine. Die Kammer bewilligte den verlangten Credit mit 372 gegen 83 Stimmen.— Im Senat verlas Dauphin den Bericht der Revisions-Com— mission, welcher sich für die Revision ausspricht, davon aber den Art. 8 über die finanziellen Be— fugnisse des Senats ausgeschlossen wissen will.
— 21. Juli. Die Abendblätter dementiren die Gerüchte von der Entdeckung eines orlea— nistischen Complotes.
— Die Franzosen verstärken ihre Streit— kräfte auf Madagascar. Zwischen dem 22. und dem 30. Juni kamen in Tamatawe zwei fran— zösische Kriegsschiffe und der Transportdampfer „Vinhlong“ von China mit weiteren Verstärk— ungen an. Die Truppen werden in wenigen Tagen gegen die in der Nähe von Tamatawe stark verschanzten madagasischen Streitkräfte vorrücken.
— Der„National“ schreibt, die Verhand— lungen Frankreichs mit Marokko wegen Regu— lirung der Grenzen seien suspendirt, die Regier— ung werde die Verhandlungen wieder aufnehmen, sobald sie mit den Mächten, welche gegen die Grenzregulirung Einwendungen erhoben hätten, zu einem Einvernehmen gelangt sei.
— 22. Juli. Ferry theilte dem Minister— rathe mit, daß die Verhandlungen mit China einen guten Verlauf nähmen. Der Tsung— li'yamen(Ministerrath) habe den Vicekönig von Nanking beauftragt, die schwebenden Fragen, namentlich die Entschädigungsfrage, mit Patenotre zu regeln. Eine baldige Lösung stehe bevor. Das französische Geschwader solle bis zur voll— ständigen Zahlung der Entschädigungssumme vor Fu⸗tscheu bleiben.
— 22. Juli. Die Kammer beschloß, den Antrag Constan's, betreffend die Wiederherstellung
Delafosse wies auf die feind hin, in Erwägung zu ziehen. Der Marineminister erklärte, Admiral Miot werde Conferenz trat außer Tamatawe und Majunga auch andere Punkte Granville präsidirte. besetzen, deren Besetzung nothwendig erscheine.
des Listenscrutiniums für die Deputirtenwahlen,
Großbritannien. London, 22. Juli. Die heute Nachmittag zusammen. Sämmtliche Delegirte mit
den finanziellen Beigeordneten waren auwesend.
Um 4 Uhr vertagte sich die Conferenz, ohne den Tag ihrer nächsten Sitzung festzusetzen. Die fremden Regierungen weigern sich, auf eine Zinsreduktion einzugehen und so wird die Con— ferenz überhaupt resultatlos bleiben.
Nußland. Petersburg. Der erste Seeretär der russischen Mission zu Teheran, Argyropulos, wurde zum Ministerresidenten in Cettinje er— nannt. Zum Gouverneur von Kjelze ist Vice— gouverneur Iwenenko in Siedlee ernannt worden.
— Die Gesetzsammlung veröffentlicht das vom Kaiser sanctionirte Reichsrathsgutachten, betreffend die Einführung des obligatorischen Elementarunterrichtes für minderjährige in in— dustriellen Etablissements beschäftigte Arbeiter, sowie die Einsetzung einer diesbezüglichen Re— gierungsinspection vom 1. Juli ab. Die Tages— arbeit der minderjährigen Arbeiter soll nicht über eine sechsstündige sein. Ein zweites Reichs— rathsgutachten bestimmt die Bestrafung der In— haber und Directoren industrieller Etablisse— ments, welche den Verordnungen hinsichtlich der minderjährigen Arbeiter zuwiderhandeln, mit Arrest oder Geldstrafe. Ferner wird die Gründ— ung eines technologischen Jnstituts in Charkow, sowie die Errichtung eines Geueralgouvernements für das Amurgebiet angeordnet. Letzteres soll Transbaikalien, das eigentliche Amurgebiet, das Küstengebiet, das Militärgouvernement Wladi— wostock und die Sachalinsel umfassen.
Egypteu. Kairo, 20. Juli. Der Mudir von Dongola meldet, er habe ein Schreiben Gordon's vom 22. Juni erhalten, worin der— selbe berichtet, daß Khartum und Sennagar un— beschädigt seien. Gordon, welcher noch über 800 Mann verfügte, habe Verstärkungen verlaugt.
— Die Deserteure des türkischen Bataillons in der egyptischen Armee werden vor ein Kriegs— gericht gestellt werden. Der Khedive hat dem General Sir Evelyn Wood zu wissen gethan, daß, im Falle ein Todesurtheil über dieselben gefällt werden sollte, er der Gerechtigkeit ihren Lauf lassen werde.
Asien. Shanghai, 21. Juli. Die Times meldet von hier, die der chinesischen Regierung zur Beantwortung der französischen Note gesetzte achttägige Frist sei um fünf Tage verlängert worden, in der Erwartung, daß der Abschluß


