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Link, Sec.-Lieut. der Landw.-Feldart. des 2. Bats. 3. Gr. Landw.-Regts. Nr. 117, zum
Prem. ⸗Lieut. befördert; v. Hessert, Oberstlieut. z. D., von der Stellung als Bezirkscomm. des 1. Bats 3. Gr. Laudw.- Regts. Nr. 117 ent⸗ bunden; Tasche, Prem.⸗Lieut, der Landw-Juf. des 1. Bats. l. Ge. Landw.-Regts. Nr. 115, Wahl, Prem. Lieut,. der Landw.-Inf. des 1. Bats. 2. Gr. Landw.-Regts. Nr. 116, Heß J., Sec. Lient. der Landw.⸗Cav. des 1. Bats. 4. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 118 der Abschied bewilligt.
Mainz, 21. April. Confiscirt wurde am Samstag cine Kiste mit Schriften socialistischen Juhalts. Gegen den Adressaten, einen hiesigen Fuhrunternehmer, ist auf Grund des Socialisten— gesetzes Untersuchung eingeleitet. Die Sendung kam aus der Schweiz, von wo schon seit längerer Zeit derartige Sendungen nach hier effectuirt wurden, ohne daß man dieselben fassen konnte.
Berlin, 22. April. Der Kaiser hatte gestern abermals eine läugere Conferenz mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck. Man kann an— nehmen, daß es sich lediglich um die mit dem Rücktritte des Fürsten Bismarck aus dem preu— ßischen Ministerium zusammenhängenden Fragen gehandelt hat; es wird bestätigt, daß der Kaiser die Grundzüge für die Constituirung eines Staats—
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raths genehmigt hat und zur Zeit mit der Prüf— ung der die Details betreffenden Vorschläge be— schäftigt ist. Nachdem bei den vorbereitenden Erwägungen über den Staatsrath die Frage des Vorsitzes dadurch erledigt zu sein scheint, daß der Kronprinz selbst den Vorsitz übernimmt, handelt es sich darum, eine geeignete Persönlich— keit zu finden, der die eigentliche Geschäftsführ— ung anvertraut werden soll. Dabei richtet sich, wie das Fr. Journ. hört, die Aufmerksamkeit auf Unterstaatssecretär Homeyer, der als Pro— tokollführer im Staatsministerium sungirt.
— Die Nordd. Allg. Ztg. sagt, der Zweck der Reise D. Nachtigal's in Tunis sei, Jufor— mationen behufs Organisation einer consulari— schen Vertretung an der westafrikanischen Küste einzuziehen und die vorhandenen Interessen der deutschen Staatsangehörigen inzwischen zu ver— treten. In den westafrikanischen Gewässern sei die dauernde Stationirung von Kriegsschiffen beabsichtigt.
Posen. Der„Kuryer“ meldet, daß der aus Posen ausgewiesene und später wegen socla— listischer Agitationen in Galizien verurtheilte Vicar Simon Kruhzki in Koldromb verhaftet und in das Gefängniß in Wongrowitz abgeführt worden ist.
Karlsruhe, 22. April. Der Landtag nahm eine Gesetzesvorlage, betreffend die Staatsbei— träge zu den Gehalten der Volksschullehrer, an, wonach der Höchstbeitrag der Gemeinden für den Schulaufwand 13 Pf. auf 100 M. Steuer— kapital beträgt.
Ausland.
Dänemark. Kopenhagen. Die Ernennung Vindts zum Gesandten in Berlin ist nunmehr erfolgt; wie es heißt, sei zu dessen Nachfolger in Petersburg Kjager in Wien designirt.
Frankreich. Paris. Die Polizeipräfectur bezeichnet die Angaben verschiedener Zeitungen über angeblich von Irländern in Paris geplante Dynamitcomplote als reine Erfindung.
Großbritannien. London, 21. April. Die Einladungen zu einer Conferenz der Groß— mächte, betreffend die Regelung der finanziellen Lage Egyptens, sind bereits ergangen. Die Con— ferenz bezweckt, wie die Pall Mall Gazette mit— theilt, die Zustimmung der Signatarmächte des Liguidationsvertrages zu einer Abänderung des Liquidationsgesetzes zu erlangen, um die egyp— tische Regierung in Stand zu setzen, ihren dringen— den Verpflichtungen nachzukommen.
— In Dublin wurden gestern in der Nähe des Phönixparks Plakate vertheilt mit eimer daran befestigten gefüllten Patrone und der Auf⸗ schrift: Die Invincibles werden ihre Rache haben. Gott errette Irland!
Iratten. Rom.„Diruto“ ertlart, die neuerdings verbreiteten Gerüchte über eine be— vorstehende Reise des Königs in's Ausland seien unbegründet.
— Einer Meldung der Agencia Stefani aus Kairo zufolge sollen sich die italienischen Gefangenen des Mahdi alle wohl befinden und gut behandelt werden.
Türkei. Constantinopel, 21. April. Das kronprinzliche Paar unterließ wegen hochgehen— der See den Ausflug nach der Prinzeninsel. Gestern unternahm dasselbe mit großem Gefolge einen dreistündigen Ritt um die Stadtmauer, besuchte den Palast Dolma-Bagdsche und kehrte erst spät Abends nach Bildis Kiosk zurück.
— 22. April. Das österreichische Kron— prinzenpaat besuchte heute den Stambulbazar und sodann das Kriegsministerium, wo dasselbe einer Truppenparade beiwohnte. Abends fand ein Bankett an Bord des„Miramax“ statt, wo das Kronprinzenpaar übernachtet. Der„Mira⸗ mar“ geht früh 2 Uhr nach Mudania ab. In Brussa werden große Vorbereitungen getroffen.
Rußland. Petersburg, 22. April. Prin⸗ zessin Elisabeth von Sachsen-Altenburg ist heute hier eingetroffen, vom Kaiserpaar, der Mutter und dem Bruder des Bräutigams, den Hofstaaten, dem diplomatischen Corps und den Ministern am Bahnhofe begrüßt. Constantin Constantinowitsch war derselben entgegengefahren. Am Bahnhofe war eine Ehrencompagnie des Ismailoff'schen Leibgarde-Regiments, welchem der Bräutigam angehört, mit der Fahne und dem Musikcorps aufgestellt. Vom Bahnhof begaben sich die Fürst⸗ lichkeiten in vierspännigen Galakutschen nach dem Marmorpalais, wo die Gemächer für die Braut hergerichtet sind. Die Trauung ist auf den 27. April anberaumt. Am 28. April findet Theaterfestvorstellung statt und für den 1. Mai ist eine Gratulationscour in Aussicht genommen.
Egypten. Kairo, 20 April. Es bestätigt sich, daß ein mit 300 Flüchtlingen von Shendy abgegangener Dampfer auf dem Nil scheiterte, die Passagiere und Mannschaften von den Auf⸗ ständischen angegriffen und sämmtlich niederge— macht wurden. Der Conseilpräsident Nubar Pascha erhielt heute ein Telegramm Hussein Pascha's aus Berber, welches die Haltung der Bevölkerung als eine drohende bezeichnet und die Befürchtung ausspricht, daß Berber in wenigen Tagen ganz eingeschlossen und von den Aufstän⸗ dischen besetzt sein werde.
— General Gordon sprach in einem Tele— gramm an Baring sich höchst entrüstet aus über die Art, wie ihn die englische Regierung preis— gegeben; er sei entschlossen, sich ganzlich loszu— sagen von denen, die ihn verlassen und Schuld trügen an den im Sudan verloren gehenden Menschenleben.
Alexandrien, 20. April. Ur. Koch und die übrigen Mitglieder der deutschen Cholera-Com— mission sind heute von Kairo bier eingetroffen, um sich mit dem nächsten Postdampfer nach Brindisi einzuschiffen.
Aus Stadt und Land.
. Bad⸗Nauheim, 21. April. Um die nöthigen Vorbereitungen für die dahier den 2. und 3. Mal statt⸗ findende Landes-Lehrerversammlung zu treffen, hat sich bereits vor einiger Zeit ein Comité gebildet und wird dasselbe Alles aufbieten, um seinen Festgästen den Aufent⸗ halt und das Zusammensein recht angenehm zu machen. Es wird ebenfalls bei dieser Versammlung am Abend des Delegirtentages eine gemüthliche Zusammenkunft im Deutschen Hof stattfinden und haben hierzu die hiesigen Vereine ihre Mitwirkung bereits zugesagt. Die Festtage werden, ist die Witterung uns günstig, einen befriedigenden Verlauf nehmen, denn alle bis jetzt dahier abgehaltene Festlichkeiten haben sich, getragen von dem lebhaften Geiste der Vevölkerung, als ächte Volksfeste erwiesen.
Büdesheim. Ein boshafter Bubenstreich wurde in der Nacht vom Ostermontag auf Osterdienstag voll führt, indem in der kleinen Anlage im hiesigen Schul⸗ hof sieben Stämmchen vollständig abgeknickt wurden. Demjenigen, welcher den Thäter ermittelt, daß er ge⸗ richtlich belangt werden kann, sind von dem Geschädigten fünf Mark Belohnung zugesichert.
Allerlei.
Frankfurt. Der frühere Reichstags-Abgeordnete
für den Wahlkreis Höchst Homburg und Eigenthümer des
„Frantfurter Journal“, Dr. v. Brüning, ist heute seinem langwierigen Leiden, einer Herzkrankbeit, erlegen.
Berlin, 21. April. Der dritte Congreß für innere Mediein ist heute unter dem Vorsitze des Geheimraths Frerichs zusammengetreten. Etwa 300 Theilnehmer aus allen Theilen Deutschlands und Oesterreichs waren er— schlenen.
Wien, 22. April. Die Mädchenmörder Schenk und Schlossarek wurden heute justifielrt. Beide waren zer— knirscht und reuig. Schlossarek hielt ein Rosenbougnet, das seine Frau ihm schickte, in den Händen und rief: „Verzeiht liebe Christen! Ist Keiner da, der mir flucht? Gott verzeihe meine schweren Sünden und schütze meine Frau!“ In 7 Minuten war sein Leben entwichen. Schenk, anfangs gefaßt, zitterte furchtbar bei der Ent⸗ blößung seines Oberkörpers. Er rief dem Seelsorger blos zu:„Grüßen Sie meine Frau!“ Sein Todeskampf währte 3 Minuten. Die Justizsoldaten knieten betend nieder. Der Seelsorger hielt eine Ansprache, in welcher er den Reu— muth und die Vußfertigkeit der Delinquenten constatirte.
London, 22. April. Heute früh fand in Ipswich und mehreren anderen östlich gelegenen Orten eine ziem lich starke Erderschütterung statt. Erheblich heftiger war dieselbe in Colchester, wo auch ein stankes, unterirdisches Getöse hörbar war. Alle Gebäude waren in zitternder Bewegung, eine große Anzahl Schornsteine ist eingestürzt und ein 150 Fuß hoher Kirchthurm zusammengebrochen. Die Erderschütterung dauerte 30 Secunden. Die Be völkerung eilte auf die Straßen und in's Freie. Menschen leben sind nicht verloren gegangen.
Bukarest, 21. April. Der Circus Sidoli ist während der gestrigen Abendvorstellung eingestürzt, wo— bei mehrere Personen getödtet und verwundet wurden.
Alexandrien. Am Bord des Dampfers„Inch— garvie“, welcher am 18. d. von Bassein in Suez ankam, starben wäbrend der Reise 2 Personen an der Cholern. Das Schiff wurde in El Tor in Quarantaine gestellt. Einem in Alexandrien eingetroffenen Telegramme zufolge starben in Calcutta vorige Woche 257 und in Bombaß 2 Personen an der Cholera. Erstere Zahl weist im Ver gleich mit der Vorwoche eine beträchtliche Zunahme auf.
Handel und Verkehr. Friedberg, 23. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 1.00 1.10, Eier 1 Stück 5, 2 Stück 9 Af. Friedberg, 22. April. Fruchtbericht. Walzen M. 19.50, Korn M. 16.50, Gerste M. 14.— 16., Hafer M. 13.—15. Alle Pieise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Gießen, 22. April. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.10— 1.16, Eier 2 Stück 9 Pf., Käse per Stück 5— 9 Pf., Tauben per Paar M. 0.85 bis M. 1.00, Hühner per Stück M. 1.30— 1.50, Hahnen per Stück M. 1.50 1.80, Enten per Stück M. 2.20 3.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 50—56 Pf., Kalbfleisch 40— 50 Pf., Schweinefleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch 64—70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00—4.50., Zwiebeln per Ctr. M. 15.
Grünberg, 19. April. Fruchtpreise. Weizen M. 19.20, Korn M. 16.80, Gerste M. 16.90, Hafer M. 17.30, Erbsen M. 18.10, Linsen M. 00.00, Lein M. 26.00, Samen M. 00.00, Kartoffeln M. 3.90, Wicken M. 16.00.
Frankfurt, 21. April. Fruchtmarkt. Mehl Nr. 1 M. 37.—38., Nr. 2 M. 33.—34., Nr. 3 M. 27.—28., Nr. 4 M. 20.50— 21.50, Nr. 5 M. 16.50— 17.50, Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 23.50, do. I do. M. 21.— 21.50, do. II do. M. 17.— 18. Walzen eff. hies. ab Bahnhof hier M. 19.75— 20, do. ab unserer Um: gegend M. 19.50- 75, do. fremder je nach Qual. M. 19.50 bis 20.50. Roggen je nach Qual. M. 15.25— 16.25. Gerste je nach Qual. M. 16.— 19. Hafer ze nach Qual. M. 14.25— 16. Wicken M. 18.50— 19. Rüböl detall M. 63. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
Frankfurt, 21. April. Viehmarkt. Zutrieb von Ochsen ca. 370 Stück, Preis 1. Qual. M. 66— 68, 2. Qual. M. 60. Kühe und Rinder: Zutriseb incl. Sonntag 330 Stück. Preise für 1. Qual. M. 60, 2. Qual. M. 58. Bullen ca. 10 Stück, Durchschnitts⸗ preis M. 50, Alles per Etr. Schlachtgewicht. Kälber waren 415 Stück vorhanden. 1. Qual. 62—68 Pf. per Pfd., 2. Qual. 50—55 Pf. Hämmel: Zutrieb ca. 80 St. Preise für 1. Qual. 63—64 Pf., 2. Qual. 52—54 Pf. Schweine 1. Qual. 52—54 Pf., 2. Qual. 45 50 Pf.
Frankfurt, 22. April. Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf 40 Wagen und wurde be⸗ zahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 3.50— 4, für Stroh M. 2.70—2.85.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engrosbandel bezahlt per Ctr. M. 100 103, im Kleinverkanf je nach Güte der Waare per Pfund M. 1.25— 1.35.
Homburg v. d. H., 22. April. Wochenmarkt. Kar⸗ toffeln per Malter M. 4.00— 4.50, per Gescheid von 9 bis 10 Pf., Eier per Stück 4, 5 und 6 Pf., Butter per Pfund 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20.
Db. Frankfurt a. M., 22. April. Die Spekulation zeigt sich anhaltend sehr zurückhaltend, weßhalb sich heute der Verkehr in sehr engen Grenzen bewegte. Als Hauptursache der schwachen Holtung darf wohl die schlechte Dispositlon der Westmärkte betrachtet werden, die für die türk. Fonds, in denen man hier meist à la Hausse engagirt ist, nur geringes Animo bekunden. Auch Egypter lagen in Folge dessen und der ungünstigen Nachrichten aus Egypten matt. Am Hauptspekulations
markt trat ebenfalls große Geschäftsunlust hervor und die Course bröckelten ab, besonders verflauten Galizier
auf starke Realisationen. Creditactien gestern Abend 269½,
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