Ausgabe 
24.4.1884
 
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Religion

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1884. Donnerstag den 24. April. N 49.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dieunstag, Donnerstag und Samstag.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Die einspaltige Petitzeile wird hei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Aufruf

zur Gründung einer Arbeiter-Colonie für das Großherzogthum Hessen und den Königlich Preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden.

Schon seit Jahren wird mit Recht darüber geklagt, daß auf den Land straßen eine große Anzahl arbeits- und mittelloser Menschen herumzieht, welche auf die öffentliche Unterstützung angewiesen sind und dadurch nicht nur der ansässigen Bevölkerung zur Last fallen, sondern auch Gefahr laufen, körperlich und moralisch zu Grunde zu gehen. Wohl hat man in anerkennenswerther Weise durch Gründung von Antibettelvereinen und durch ähnliche Einrichtungen diesem Uebel entgegen zu wirken gesucht; diese Maßregeln haben indessen nur in sehr beschränktem Grade die Belästigung der Bevölkerung gemindert, eine gründliche Abhülfe wurde aber nicht geschafft, wie auch auf diesem Wege den Arbeitslosen auf die Dauer nicht geholfen werden konnte. Und doch muß gerade in dieser Richtung Etwas geschehen, wenn man bedenkt, daß der größte Theil der arbeitslos Umherziehenden ursprünglich wirklich Arbeit suchten, und daß auch unter Denjenigen, die schon lange umher ziehen, sich immer noch Viele finden, die gerne Arbeit nehmen, wenn ihnen solche geboten wird, und die freudig die helfende Hand ergreifen, um sich aus ihrem leiblichen und sittlichen Elend herauszuarbeiten. Von diesen Anschauungen aus⸗ gehend, hat Pastor von Bodelschwingh, unterstützt von anderen für das Wohl ihrer Mitmenschen begeisterten Männern, in der Nähe von Bielefeld die Arbeiter colonie Wilhelmsdorf gegründet, welche den Zweck hat, männliche Arbeiter, welche keine regelmäßige Arbeft gefunden haben, aufzunehmen, sie an regelmäßige Arbeit zu gewöhnen, dadurch lesblich und sittlich zu stärken, und ihnen die Möglichkeit zu gewähren, wieder nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft zu werden. Die in der Colonie Wilhelmsdorf erzielten Resultate sind so sehr zu Tage getreten, daß in anderen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes das Beispiel Nachahmung gefun den bat; in Schlesten, Hannover Braunschweig, Schleswig Holstein, Brandenburg, Württemberg, Bremen-Oldenburg sind Colonien gegründet worden, in Baden sind vorbereitende Schritte gethan, um so dringender ist auch für unsere Gegend ein gleiches Vorschreiten geboten, und es wurde deshalb in einer am 14. Januar l. J.

Frankfurt a. M. den 3. April 1884. Allmann, Bürgermeister zu Bingen. von Berlepsch, Amtmann zu Hochheim a. M. Boekmann, Dr., Provinzial- Direktor zu Gießen. Braden, Dr., Kreisrath zu Friedberg. Cramer, Gutsbesitzer zu Wiesbaden. Deißmann, Pfarrer zu Grävenwiesbach. Goldmann, Dr., Geheimrath, Ober-Consistorial-Präsident zu Darmstadt. Heller-Gölzenleuchter zu Frankfurt a. M. von Hergenhahn, Polizei-Präsident daselbst. Heyl, Geh. Commerzienrath zu Worms. Hilf, Justizrath zu Limburg. Hirsch, F. L., Gutsbesitzer zu Alsheim. Kalle, F., Stadtvorsteher zu Wiesbaden. Küchler, Provinzial-Direktor zu Mainz. Küchler, Bürgermeister zu Worms. gadenburg, Geheimerath zu Frankfurt a. M.

Betreffend; Die Gründung einer Arbeiterkolonie für das Großherzogthum Hessen und den Königl.

Preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden.

zu Frankfurt a. M. abgehaltenen, stark besuchten Versammlung ein Verein für Gründung einer Arbeitercolonie für das Großherzogthum Hessen und den Königlich Preußischen Regierungsbezirk Wlesbaden ge gründet. Die Anstalt, welche arbeitsfähige, arbeitslose Männer ohne Unterschied des Standes, der Religion und der Würdigkeit aufnimmt, soll das Werk freier Vereinsthätigkeit sein, wie auch der Eintritt in die Anstalt, das Verbleiben in und der Auskritt aus derselben lediglich von dem freiwilligen Entschluß des Pfleglings abhängt. Die Anstalt ist demnach kein Ort, in welchem die Arbeiter durch die Anordnung einer Gerichts- oder Polizei-Vehörde Aufnahme finden, sie muß des halb auch lediglich durch die freie Vereinsthätigkeit gegründet und unterhalten werden. Sie wird zwar der thatktäftigen Unterstützung der Behörden nicht entbehren können und diese Unterstützung wird ihr nicht fehlen, sie ist aber zunächst auf die Beiträge Derjenigen angewiesen, die ein Herz für die Noth der Brüder haben und gerne bereit sind, an dieser ächt religiös-sittlichen Thätigkeit mitzuarbeiten. Indem der unterzeichnete Vereins⸗Vorstand hiermit um die thatkräftige Hülfe bei seinem Liebes werk bittet, bemerkt er, daß mit Genehmigung des Großherzoglich Hessischen Mini steriums und des Königl. Preuß. Herrn Oberpräsidenten in der nächsten Zeit eine Collecte in dem Vereins bezirk erhoben werden wird. Die Gründung der Colonie bedarf reichlicher Mittel und auch ihre Unterhaltung wird nicht ohne ständigen Zuschuß möglich sein; wir zwelfeln jedoch nicht, daß, wie anderwärts, es auch bei uns gelingen wird, das Ziel zu erreichen. Wir bitten unsere Mitbürger, nicht nur der Colleete ihre Theilnahme zuzuwenden, sondern auch durch Bildung von Local Comité's und in anderer Weise für die Sache thätig zu sein, und erbitten uns Beitrittserklärungen, sowie Bewilligung von Beiträgen. Möge unser Wort freund liche Aufnahme und einen kräftigen Wlederhall in den Herzen unserer Mitglie der finden!

von Marquaro, Provinzial-⸗Direktor zu Darmstadt. May, Arthur, Rentner zu Frankfurt a. M.

Miquel, Oberbürgermeister daselbst.

Münzenberger, Geistlicher Rath und Stadtpfarrer daselbst. Ohly, Oberbürgermeister zu Darmstadt.

Ponfik, Or., Rechtsanwalt zu Frankfurt a. M.

Frhr. A. von Nordeck zur Rabenau zu Frledelhausen bei Lollar. Rothe, Kreisrath zu Offenbach.

Schlosser, Pfarrer zu Frankfurt a. M.

Sonnenberg, H., Kaufmann daselbst.

Stamm, Justizrath zu Wiesbaden. 5 Stammler, br., Landgerichts-Direktor zu Gleßen.

von Strauß, Dr., Poltizei⸗Präsident zu Wiesbaden. Stromberger, Dr., Pfarrer zu Zwingenberg.

Walther, Dr., Decan zu Nieder-Ingelheim.

Walz, Pfarrer zu Bad-Nauheim.

Friedberg den 2t. April 1884.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Dem Ersuchen des Vorstandes des Vereins zur Gründung einer Arbeiter-Colonie für das Großherzogthum Hessen und den, Regierungs- bezirk Wiesbaden entsprechend, machen wir Sie auf den Ihnen demnächst zugehenden Abdruck eines Schreibens vom 4. April 1884 aufmerksam und empfehlen Ihnen, dem geplanten Unternehmen, dessen Durchführung wesentlich zur Einschräukung und Verhütung der Vagabundage und

somit auch im Gemeindeinteress

e liegen wird, Ihre Unterstützung angedeihen zu lassen, und die von Großherzoglichem Ministerium des Innern

und der Justiz mit Verfügung vom 4. März 1884 zu Nr. M. J. 5011 für das Großherzogthum Hessen gestattete Kollekte, in Ihren Gemeinden veranlassen, auch durch Bildung von Localcomités(event. von Localvereinen) die Bestrebungen des Vereins fördern zu wollen. Zugleich weisen wir darauf hin, daß nach F. 4 der Statuten Jeder Mitglied des Vereins wird, der einen einmaligen Beitrag von 30 Mark leistet, oder

einen jährlichen Beitrag zeichnet. ge Nachricht geben zu wollen.

Weitere Sammellisten und Exemplare der Ihnen zugehenden

Die betreffenden Sammellisten gehen i ind. b sammelten Beträge entweder anher, oder an den in dem vorerwähnten Schreiben bezeichneten Rechner einsenden, letzterenfalls aber uns hiervon

Ihnen ebenfalls in Bälde zu und laden wir Sie schließlich ein, die

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Schriftstücke können Sie nach Bedarf von uns beziehen.

Dr. Braden.

Deutsches Reich.

burg, Unteroff. vom 1. Gr. Drag.⸗Regt. Nr. 23, zum Hauptm. und Batt.⸗Chef des Gr. Feldart.-

Darmstadt, 21. April. Der Großfürst Sergius von Rußland ist gestern von Stutt⸗ gart hier wieder eingetroffen und reist heute Abend über Berlin nach Petersburg.

Der Oberförster Weigand in Beerfelden wurde nach Hoch-Weisel versetzt, sowie der Forst Accessist Haberkorn aus Ortenberg zum Ober⸗ sörster in Beerfelden ernannt. 2

Militärdienstnachrichten. v. Stuckrad, Oberstlieut. à la s. des. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 115 wurde zum Chef des Generalstabs des IX. Armeecorps ernannt; Frhr. Schenk v. Schmitt⸗

zum Port- Fähnr. besördert; Otto, Major à la s.] Regts. Nr. 25 ernannt; Burg, Hauptm. und

des 3. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 117 und Platzmajor in Darmstadt, zur Disp. gestellt und zum Be zirkscomm. des 1. Bats. 3. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 117 ernannt; v. Znaniecki, Hauptm. und Comp.⸗Chef vom 1. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 115, zum Platzmajor in Darmstadt ernannt und à la s.

des Regts. gestellt; Frhr. v. Krane, Prem. ⸗Lieut. vom 1. Gr. Juf.⸗Regt. Nr. 115, zum Hauptm. und Comp. Chef, v. Mülmann, Sec. ⸗Lieut. von

Batt.⸗Chef vom Gr. Feldart.-Regt. Nr. 25 in das 1. Pom. Feldart.⸗Regt. Nr. versetzt; Hoefer, Holtze, Vicefeldws. vom 2. Bat. 2. Magdeb. Landw. ⸗Regts. Nr. 27, zu Sec. Lieuts. der Res. des 2. Gr. Juf.⸗Regts. Nr. 116, Feick, Vicefeldw. vom 1. Bat. 2. Hans. Landw.⸗Regts. Nr. 76, zum Sec. ⸗Lieut. der Res. des 1. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 115, Ritschl, Vicefeldw. vom 1. Bat. 2. Gr. Landw.⸗Negts. Nr. 116, zum Sec.-⸗Lieut. der

f 8 2 8* 771 8 2 85 f S dems. Regt., zum Prem. Lieut. befördert; Teßmar,] Res. des 6. Rhein. Inf⸗Regts Rr. 68, Stein Prem.⸗Lieut. vom Posen. Feldart- Regt. Nr. 20, U berger, Vicefeldw. von dems. Bat., zum Sec.