Ausgabe 
19.2.1884
 
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Werner von hier das dem Verein seither leihweise über lassene auf dem Johannisberg aufbewahrte Fernrohr in uneigennütziger Weise dem Vorstand zu einem billigen Preise überlassen hat.

2 Friedbeeg. Bezüglich des angekündigten Vortrags des Pfarrers Deggau bemerken wir, daß dabei die Absicht besteht, aus den neu aufgeschlossenen Quellen der Erforschung Afrika's die tieferen Religions-An⸗ schauungen der Afrikaner, die noch wenig gekannt und viel mißverstanden sind, übersichtlich für denkende Christen und Freunde der Misston darzustellen und an die sonst gut bekannte Religionsgeschichte anzu schließen, um unser Gesammtbild von der Religtons entwickelung einheitlicher zu gestalten, die Grundgedanken der schristlichen Weltanschauung auch hier in ihren Keimen nachzuweisen und manchen Erscheinungen der christlichen Culturwelt einen lehrreichen Spiegel vorzuhalten.

W. Ober⸗-Rosbach, 16. Febr. Gestern Nach mittag um 2 Uhr fand die Beerdigung des verstorbenen hiesigen Lehrers Lenz statt. Eine heimtückische Krankheit machte seinem Leben im 35. Lebens jahre ein Ende. Er war ein gewissenhafter Lehrer und ein braver Familien vater, der eine Wittwe und drei unversorgte Kinder hinterläßt. Fast sämmtliche Lehrer des Conferenzbezirks Friedberg, aber nur ein Theil der hiesigen Einwohner gaben dem Verblichenen das Geleite zu seiner letzten Ruhestätte. Möge ihm die Erde leicht sein.

1. Nieder⸗Mockstadt, 16. Febr. Gestern fand dahier eine von den Interessenten zahlreich besuchte Ver sammlung zum Zwecke einer Besprechung des von Großh. Regierung vorgelegten Seeundärbahn-Projeets von Ran stadt durch das Niddathal zur Main-Weserbahn unter dem Vorsitze des Landtags-Abgeordneten Ellenberger statt. Außer dem Vorsitzenden hatten sich auch noch die Land tagsabgeordneten Sturmfels, Jöckel und Weith zu den Verhandlungen eingefunden. Bei der stattgehabten Debatte bemühte sich Abgeordneter Weith von Nieder-Wöllstadt darzuthun, daß man an der Regierungsvorlage nicht rüt teln und schütteln solle, da man sonst die Bahn gar nicht bekommen würde und empfahl die Einmündung der Bahn in Nieder-Wöllstadt. Hierauf wurde in sachlicher Weise von dem Abgeordneten Jöckel erwiedert, er als Mitglied des Finanzausschusses, welcher bereits die Vor lagen eingehend geprüft und berathen und mit der Re gierung darüber verhandelt, theile diese Auffassung durch aus nicht, sondern die Regierung sei geneigt, verbessernde Vorschläge zu berücksichtigen und berechtigten Wuͤnschen der Bevölkerung bereitwilligst Rechnung zu tragen. Vor Allem müsse man auch in erster Linie die Rentabilttät der Bahn in's Auge fassen, und sei deßhalb die Ein mündung der Bahn in Nieder-Wöllstadt zu verwerfen und diejenige in Friedberg vorzuziehen, weil in ersterem Falle der Bahn der bedeutende Verkehr, welchen Fried berg als Kreisstadt mit dem Sitze sämmtlicher Behörden, sowie einer Zahl großer Geschäfte und als Verkehrs mittelpunkt der ganzen Gegend bedingt, vollständig ver loren gehen würde, die Bahn aber denselben zu ihrer Rentabilität unter keinen Umständen entbehren könne; er empfehle deßhalb die Linie von Nieder-Florstadt ab gegen Ossenheim zu führen und dort bei der Wetterbrücke in die Friedberg-Hanauer-Bahn einmünden zu lassen. Nach dem noch Kammer-Director Geyger von Assenheim den Plan, die Bahn von Florstadt nach Bahnhof Assenheim und

Friedberg zu führen, als beiden Projeeten Rechnung tragend, empfohlen, erklärten sich die Anwesenden auf Umfrage einestheils dahin, daß sie nur dem Project mit der Ein⸗

mündung in Friedberg, als allein in ihrem Interesse gelegen, zustimmen würden, anderntheils glaubte 1 seinen Vortheil auch in dem Plan Bahnhof-Assenheim-Fried⸗ berg genügend gewahrt. Ein Komité, aus den betheiligten Orten gebildet, wurde beauftragt die in dieser Angelegen- heit weiter vorzunehmenden Schritte zu betreiben und hat dasselbe ein Zusammentreten für nächsten Sonntag in Nieder-Florstadt verabredet.

Butzbach, 16. Februar. Joh. Gg. Becker und Carl Felsing, beide von Maibach, welche, wie s. 3. mitgetheilt, im Monat December v. J. das Pferd des Müllers Feuerbach zu Maibach in rohester Weise mit einem Beilhieb tödteten, sind von der Strafkammer des Großh. Landgerichts Gießen je zu 15 Monaten Ge- fängniß verurtheilt worden.

Vilbel. Vor einigen Tagen machte ein hier statio- nirter Landbriefträger, ein Mensch von etwa 20 Jahren, die Anzeige, daß er auf der Chaussee angefallen und der ihm in Papiergeld mitgegebenen Summe beraubt worden sei. Eine alsbald vorgenommene Durchsuchung der Kleider des Menschen förderte aber die complete Summe aus einer Seitentasche zu Tage.

Allerlei.

Athen, 16. Febr. Das in den griechischen Ge wässern befindliche russische Geschwader wurde bei Cap Matapan durch einen heftigen Sturm zerstreut. Das PanzerschiffHerzog von Edinburg traf gestern in Salamis ein, um die erlittenen Schäden auszubessern.

Newyork, 15. Febr. Die Wassermassen in Cin einnati sind im Fallen begriffen; im Laufe der letzten Nacht sind in Eineinnatt 12 Personen umgekommen durch den Einsturz zweier Gebäude, welche vom Wasser unterminirt waren.

Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Dienstag den 19. Nachtlager in Granada. Ballet.

Mittwoch den 20. Zur Erinnerung an die erste Auf führung des Verschwenders vor 50 Jahren. Volks- vorstellung. Der Verschwender. Ermäßigte Preise. Außer Abonn.

Donnerstag den 21. Mignon. Mignon: Frau Luger als Gast. Freitag den 22. Geschlossen.

Samstag den 23. als Gast. Sonntag den 24.

Der Prophet. Fides: Frau Luger

Tell. Schauspielhaus.

Dienstag den 19. Zum ersten Male: Sein Zwillings

bruder. Lustspiel in 5 Aufzügen von W. Jordan. Mittwoch den 20. Zum ersten Male wiederholt: Sein Zwillingsbruder.

Donnerstag den 21. Geschlossen.

Freitag den 22. Der lustige Krieg(Operette). Samstag den 28, Reif-Refflingen.

Sonntag den 24. Urbild des Tartuffe.

Handel und Verkehr. Friedberg, 16. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 0.85 0.95, Eier 1 St. 6, 2 St. große 13 Pf. Gießen, 16. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.95 1.00, Eier per St. 67 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5-9 Pf., Tauben per Paar M. 0.75 1.20, Hühner per Stück M. 0.90 1.30,

Hahnen per Stück M. 0.75 1.40, Enten per Stück M. 2.00 2.20, Ochsenfleisch per Pfd. 6600 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 4856 Pf., Kalbfleisch 45 50 Pf., Schweinefleisch 6000 Pf., Hammelfleisch 60-70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.40 4.00, Zwiebeln per Centner M. 12.

Homburg v. d. H., 16. Febr. Wochenmarkt. Kar⸗ toffeln per Malter M. 8.50 4.50, per Gescheid von 8 bis 9 Pf., Eier per Stück 5, 6 und 7 Pf., Butter per Pfund 1. Qual. M. 0.90, 2. Qual. M. 0.80.

Frankfurt, 15. Febr. Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf 72 Wagen und wurde bezahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 33.80, für Stroh M. 3 3.20. Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Ctr. M. 85, im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfund M. 1.05 1.15.

Frankfurt, 16. Febr. Wochenmarkt. Gemüse: Blumenkohl per Stück 35 40 Pf., Weißkraut 8-20 Pf., Rothkraut 1040 Pf., Pariser Salat 15-18 Pf. Zwiebeln per Ctr. M. 10, per Gescheid 3540 Pf.,

Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 3.754.50, per

Gescheid 9 und 10 Pf., Mäuschen per Malter M. 9 11, per Gescheid 2030 Pf. Eier per Hundert deutsche M. 5.30 5.60, Italiener M. 8.00. Geflügel: Ente M. 2.503, Huhn M. 2.503, Hahn M. 1.502, Taube 6070 Pf., Gans per Pfd. 60-80 Pf.

Brodpreise vom 16. Februar bis 1. März. Nach eigener Angabe der Bäcker.

Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.

Fleisch- ꝛc. Preise vom 16. Febr. bis 1. März. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.

In Friedberg kostet bei sämmtlichen Metzgern das ) Kilo Ochsenfleisch 70 Pf.

Briefkasten.

W. in Bad⸗ Nauheim. Unverkürzte Aufnahme unmöglich. Wir mußten heute sogar bezahlte Annoncen

wegen Mangel an Raum zurückstellen. Die Redaction.

Pfennig ⸗Sparkasse.

Sammelstellen. Einlagen. Betrag. M. Pf. Bestand am 1. Juni 1883

ane ieee 28722 96

Uebertrag vom 9. Febr. 1884 30055 14588 80

1. C. Bindernagel. 85 57 40 20

2. W Berne 1 143 100 50

3. E. Oppenheimen, 126 99 45

4 H. Flascheeige? 60 40 05 5. H. Flaschenträger. 71 49 55

30512 30a

Einleger 1245. Friedberg den 16. Februar 1884.

Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß- und Credit-Verein, e. G.

D a 5 Konkurs⸗ Verfahren.

Das Konkurs- Verfahren über das Vermögen des Handlungsreisenden Heinrich Schröder von Bad Nauheim wird, nachdem der in dem Vergleichs-Termine vom 16. Januar 1884 angenommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß von demselben Tage bestätigt ist, hierdurch aufgehoben.

Bad⸗Nauheim den 29. Januar 1884.

Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim.

Allwohn.

669 Schütz. Straßen- Unterhaltungs- Materialien.

679 Die Lieferung resp. Anfuhr und das Zerschlagen

der für das Rechnungsjahr 1884/85 zur Unterhaltung

der Staatsstraßen im Baubezirk Nidda erforderlichen Steinmatertalien soll an nachstehenden Orten und

Terminen loosweise unter den bei den Versteigerungen bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich ver steigert werden: 1. Zu Bingenheim, im Gemeindehause, Mitt woch den 27. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, für die Straße Schwalheimer Hof Nonnenstümpfen, Abth. 120162.

2. Zu Ranstadt, im Gemeindehause, Samstag

imer d, mittags 9 uh e, für die Straße GießenGelnhausen, Abth. 168 bis 203, und Ranstadt Staden, Abth. 189 206.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden er- sucht, im Interesse ihrer Gemeindeangehörigen für mög lichste Verbreitung des Vorstehenden besorgt zu sein. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. Wiesenbach, Bau«⸗Aceessist, Vicar.

ordentliches Dienstmädchen

Ein

gesucht. Zu erfragen bei der Exp. d. Anz. 993

Arbeits-Versteigerung. 696 Montag den 25. d. M., Nachmittags um 2 Uhr,

sollen die zur Erbauung einer Brücke über die Nidda nöthigen Arbetten und Lieferungen, nämlich:

f M. Pf. Maurerarbeit, laut Kostenüberschlag 445 Zimmerarbeit 1160 Schlosserarbeit 72 Brechen von Mauersteinen 180 Anfahren dieser Steine 240 Liefern von Sand 75

1 hydraulischem Kalk 84

75 Cement 50 auf dem Rathhause zu Staden öffentlich vergeben werden.

Friedberg den 16. Februar 1884. Zörb II., Vezirksbauaufseher.

8 0 25* Arbeits-Vergebung. Dionnerstag den 21. d. M., Nachmittags um Uhr, sollen nachstehende Arbeiten auf dem Rathhause zu Ossenheim öffentlich vergeben werden:

Schlosserarbeit, veranschlagt zu Weißbinderarbeit Friedberg den 18. Februar 1884. Zörb II., Bezirks bauaufseher.

Bekanntmachung.

670 Die in dem Langenhainer Gemeindewald am 5. Februar im Distriet Filzhard und am 7. Februar im Distriet Eichkopf abgehaltenen Holzversteigerungen haben die Genehmigung erhalten und ist in beiden Districten

der erste Abfahrtag auf den 25. d. M. bestimmt. Ziegenberg am 16. Februar 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei

i Rumpf.

224 M.

6

695

Langenhain.

Arbeits-Vergebung.

615 Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen für die

Entwässerung des langen Beamtenbaues in Marken

schloß sollen auf dem Submissionswege vergeben werden: Erdarbeiten, veranschlagt zu 210 M. Pf.

Maurerarbeit 76 80 Lieferung von Cementrinnen 3360%/%/ęcc Pflasterarbeit 86

* Voranschlag, Plan und Bedingungen liegen für die Interessenten zur Einsichtsnahme während der Vormit tagsbüreaustunden bei unterzeichneter Amtsstelle offen, an welche auch die Offerten spätestens bis zum 21. d. M., Vormittags 11 Uhr, versiegelt und mit der Aufschrift: Submissions⸗Offerte abzugeben sind. Friedberg den 13. Februar 1884. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Schneller.

Stammholz-Versteigerung.

689 Freitag den 22. Februar d. J., von Morgens 10 Uhr an, kommen im hiesigen Stadtwalde, Distriet Erzweg, zur Versteigerung: 51 Eichstämme von 20 bis 49 Centimeter Durch- messer und 4 bis 8 Meter Länge. Zusammenkunft auf dem Erzweg. Vilbel den 18. Februar 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. Hinkel.

Bekanntmachung.

665 Die am 4. d. Mts. im Maibacher Gemeindewald, Distrikt Hasenberg und Schulwiese, abgehaltene Holz Versteigerung hat die Genehmigung erhalten. Der erste Fahrtag ist auf Montag den 25. d. Mts. bei trockener Witterung bestimmt worden. Maibach den 15. Februar 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Maibach. Saltenberger.

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