Es wurde dies mit Zahlen nachgewiesen. Der Antrag des Bezirks„Vogelsberg“ wurde abgelehnt, ebenso der Antrag„Darmstadt“. Nachdem noch einige minder wichtige Gegenstände erledigt, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf den Protector der hessischen Kriegervereine, unseren Großherzog, in welches die Anwesenden freudig einstimmten. Lehrer Will zu Rendel brachte hierauf ein ebenfalls mit Begeisterung aufgenommenes Hoch auf den deutschen Kaiser aus. Die nächste Bezirks-Versammlung findet Ende Mai in Dortelweil statt.
Darmstadt, 14. April. Laut hier eingelangter Nachricht fand man gestern Abend unweit Spachbrücken, nahe am sogenannten„Tannenbaum“, die 256jährige Tochter des Gemeinderechners Bauer aus Gundernhausen geschändet und ermordet. Die Unglückliche war in Reinheim gewesen, um ihrer dortigen Pathin Ostereier zu bringen. Die Staatsbehörde hat bereits den Thäter, Kaffenberger von Roßdorf, ermittelt und zur Haft gebracht.
Mainz, 14. April. In der verflossenen Nacht wurde in der Chrlstophkirche eingebrochen und der größte Theil der werthvollen Kirchengeräthe geraubt. Dieselbe Kirche wurde vor 4 Jahren schon einmal geplündert, ohne daß man die Thäter erwischen konnte.
Allerlei.
Berlin, 10. April. Den Abendblättern zufolge
wurde in der Haupteasse der Stadtvoigtei gestern ein
Defieit von 80,000 M. entdeckt. In der Wohnung des Kassen-Rendanten, der seit mehreren Tagen das Bureau nicht mehr besucht hat, wurden 75,000 M. baar vorge— funden. Der Rendant ist flüchtig.
Metz, 14. April. Der Gouverneur von Metz, Ge— neral von Schwerin, ist gestern gestorben.
Prag, 10. April. Nach einem Prager Abendblatt— telegramm aus Weißkirchlitz bel Teplitz kamen vergangene Nacht mehrere als Gerichtsdiener verkleidete Männer in die Schweizermühle bei Teplitz und forderten dem Müller sämmtliche Werthpapiere ab, vorgebend, sie seien als Gerichts-Commission entsendet, da der Müller wegen Fälschung von Staatspapieren und als Soctalist ange— klagt sei. Der Müller verabfolgte 40,000 Gulden in Obligationen und 200 Gulden baar, worauf sich die Räuber entfernten, nachdem sie vorher die sämmtlichen Knechte und Mägde in einem Zimmer einsperrten.
London. Nach hier eingegangener Meldung aus Loango vom 17. März, ist der Afrikareisende Dr. Pogge gestorben.
Gerichtssaal.
Bad⸗Nauhelm. In der Donnerstag den 17. April dahler stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen fol— gende Fälle zur Aburtheilung: 1) die Strafsache gegen Philipp Künstler von Nieder- Mörlen, wegen Hausfriedens⸗ bruchs; 2) die Strafsache gegen Georg Reimer von Schwalheim, wegen Beleidigung; 3) die Strafsache gegen Kaspar Vogler auf dem Hof Hasselheck, wegen straf⸗ baren Eigennutzes; 4) die Strafsache gegen Chr. Fledler von Bad⸗Nauheim, wegen Uebertretung des Bahnpolizei neglements; 5) die Skrafsache gegen Christian Driller von Weckesheim, wegen Diebstahls; 6) die Strafsache gegen Heinrich Schilling von Wölfersheim, wegen Dieb— stabls; 7) die Strafsache gegen Heinrich Michel von Schwalheim, wegen Hundesteuer-Contraventlon; 8) die Strassache gegen Philipp Künstler von Nieder-Mörlen, wegen Beleidigung; 9) die Strafsache gegen Heinrich Fisch und Valentin Sprengel von Bad-Nauheim, wegen Diebstahls, bezw. Hehlerel; 10) die Privatklagesache vet Bernh. Stoll Witwe von Vad-Nauheim gegen Wilh. zinkhöfer Wittwe von Bad- Nauheim, wegen Beleidigung.
Butzbach. In der am 4. April dahler stattge⸗ fundenen Schöffen-Sitzung wurden folgende Fälle ver⸗ bandelt: 1) Karl Stephan, Meßzgergeselle von Ober— Rosbach und Georg Will, Bürstenmachergeselle von Butz— bach, angeklagt wegen Körperverletzung, erhielten eine Gefängnißstrafe von je 4 Wochen und die Kosten des Verfahrens, unter solidarischer Haftbarkeit für die dem Staat erwachsenen nothwendigen Auslagen; 2) Anton Spieß III., Landwirth von Pohl-⸗Göns, angeklagt wegen Diebstahls, erhlelt eine Gefängnißstrafe von 3 Tagen und die Kosten des Verfahrens; 3) Heinr. Gorr, Sohn des Wilh. Gorr IX. von Muͤnzenberg, angeklagt wegen ruhestörenden Lärms, erhielt eine Geldstrafe von 3 M., event. 1 Tag Haft und die Kosten des Verfahrens.
Handel und Verkehr. Friedberg, 16. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 1.20 1.30, Eier 1 Stück 5, 2 Stück 0 Pf. Frledberg, 15. April. Fruchtbericht. Walzen M. 19.25, Korn M. 16.50, Gerste M. 14.— 16., Hafer M. 13.— 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo— 200 Zollpfund.
Eingesandt. Theater. Die erste Vorstellung der„Hanauer“ im Casinosgale am 2. Feiertag fand vor gut besetztem Hause
in diesem Jahre aus Künstlern besteht, die in jeder TTT
Beziehung Vortreffliches zu leisten vermögen. Der Bet
Hauptantheil an Erfolg des ersten Abends gebührt Sammelstellen. Einlagen.. Fräulein Gensike und Herrn Wentscher. Erstere M. Pf. ist als tüchtige Künstlerin hier bereits bekannt und in 5 f
Letzterem hat Herr Herrmann eine Kraft gewonnen, Bestand am 1. Juni 1883
auf deren fernere Leistungen wir gespannt sein dürfen. sammt Zinsen 287 8 28722 96 Auch der Komiker Herr Ricklinger führte sich mit] Uebertrag vom 5. April 1884 32976 16993 95 seinem verliebten Baumeister recht gut ein. Als nächste. C. Binder nagel. 48 2 Vorstellungen werden uns 2 Novitäten angezeigt, 2. B. Bernbeck„ 111 81 35 beute Abend wird„der Berghofbauer“, eine Ge— 3. E. Oppenheimer 64 51 85 birgsposse in 4 Akten aufgeführt und Freitag d. 18. 1. H. Flaschenträger. 36 25 60 d. M. wird das neueste Lustspiel von G. v. Moser 5. H. Flaschenträger.. 63 43 65 „Glück bei Frauen“ gegeben.— Das Repetoire ist also 33298[45951 36
in sehr gewählter Weise zusammengestellt, so daß eigentlich kein Theaterfreund auch nur eine Vorstellung versäumen sollte; jedenfalls aber sind wir überzeugt, daß die Vor—⸗ stellung„Glück bei Frauen“ sehr gut besucht sein wird, da der Titel uns sehr interessante Aufschlüsse
Vorschuß- und Credit-Verein, e. G. darüber verspricht, wer„Glück bei Frauen“ hat- a 11 3 1 1 1 oder wie man es wohl anstellen muß, um solches zu Joraelitischer Gotleedienst 11 Friedberg.
haben. Sabbathfeler vom 19. April 1884.
8 Beginn: Briefkasten. Freitag Abends 6 Uhr 25 Minuten. ' in Nauheim. Kein Platz dafür in heutiger
Samstag Morgens 8 Uhr— Min. Nummer. Sonst besten Dank. Die Redaktlon.„ Nachmittags 4 Uhr— Min. 5 5 Sabbathausgang 7 Uhr 50 Min.
5 Nieder Mörlen. Wir sind überzeugt, daß Wochengottesdienst von Sonntag den 20. April an die Unterhaltung sehr schön verlaufen ist, leider haben Morgens 6½¼ Uhr, Abends 7 Uhr 40 Min. Omergebet. wir für so ausgedehnte Artikel keinen Platz, namentlich Freitag den 25. und Samstag den 26. April: Neu⸗ heute nicht. Die Redaktion. mond Jijar.
Einleger 1245. Friedberg den 15. April 1884. Haupt⸗Sammelstelle:
* 2 Aufruf zur Gründung einer Arbeiter⸗Colonie für das Großherzogthum Hessen und den
8 5 Königlich Preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden.
Schon seit Jahren wird mit Recht darüber geklagt, daß auf den Landstraßen eine große Anzahl arbeits und mittelloser Menschen herumzieht, welche auf die öffentliche Unterstützung angewtesen sind und dadurch nicht nur der ansässigen Bevölkerung zur Last fallen, sondern auch Gefahr laufen, körperlich und moralisch zu Grunde zu gehen. Wohl hat man in anerkennenswerther Weise durch Gründung von Anibettelvereinen und durch ähnliche Einrichtungen diesem Uebel entgegen zu wirken gesucht; diese Maßregeln haben indessen nur in sehr beschränktem Grade die Belästigung der Bevölkerung gemindert, eine gründliche Abhülfe wurde aber nicht geschafft, wie auch auf diesem Wege den Arbeitslosen auf die Dauer nicht geholfen werden konnte. Und doch muß gerade in dieser Richtung Etwas geschehen, wenn man bedenkt, daß der größte Theil der arbeitslos Umherziehenden ursprünglich wirklich Arbeit suchten, und daß auch unter Denjenigen, die schon lange umherziehen, sich immer noch Viele finden, die gerne Arbeit nehmen, wenn ihnen solche geboten wird, und die freudig die helfende Hand ergreifen, um sich aus ihrem leiblichen und sittlichen Elend herauszuarbeiten. Von diesen Anschauungen ausgehend, hat Pastor von Bodelschwingh, unterstützt von anderen für das Wohl ihrer Mitmenschen begeisterten Männern, in der Nähe von Bielefeld die Arbeitercolonie Wilhelmsdorf gegründet, welche den Zweck hat, männliche Arbeiter, welche keine regelmäßige Arbeit gefunden haben, aufzunehmen, sie an regelmäßige Arbeit zu gewöhnen, dadurch leiblich und sittlich zu stärken, und ihnen die Möglichkeit zu gewähren, wieder nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft zu werden. Die in der Colonie Wilhelmsdorf erzielten Resultate sind so sehr zu Tage getreten, daß in anderen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes das Beispiel Nachahmung gefunden hat; in Schlesien, Hannover-Vraunschweig, Schleswig ⸗Holstein, Brandenburg, Wuͤrttemberg, Bremen Oldenburg sind Colonieen gegründet worden, in Baden sind vorbereitende Schritte gethan, um so dringender ist auch für unsere Gegend ein gleiches Vorschreiten geboten, und es wurde deshalb in einer am 14. Januar l. J. zu Frankfurt a. M. ab gehaltenen, stark besuchten Versammlung ein Verein 3
für Gründung einer Arbelter⸗Colonie für das Großherzogthum Hessen und den
5 Königlich Preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden gegründet. Die Anstalt, welche arbeitsfähige arbeitslose Männer ohne Unterschled des Standes, der Religion und der Würdigkeit aufnimmt, soll das Werk freier Vereinsthätigkeit sein, wie auch der Eintritt in die Anstalt, das Verbleiben in und der Austritt aus derselben lediglich von dem freiwilligen Entschluß des Pfleglings ab hängt. Die Anstalt ist demnach kein Ort, in welchem die Arbelter durch die Anordnung einer Gerichts- oder Polizei Behörde Aufnahme finden, sie muß deshalb auch lediglich durch die freie Vereinsthätigkett gegründet und unterhalten werden. Sie wird zwar der thatkräftigen Unterstützung der Behörden nicht entbehren können und diese Unterstützung wird ihr nicht fehlen, sie ist aber zunächst auf die Beiträge Derjenigen angewlesen, die ein Herz für die Noth der Brüder haben und gerne bereit sind, an dieser ächt religtös⸗sittlichen Thätigkeit mitzuarbeiten. Indem der unterzeichnete Vereins-Vorstand hiermit um die thatkräftige Hülfe bei seinem Liebes werk bittet, bemerkt er, daß mit Genehmigung des Großherzoglich Hessischen Ministertums und des Königlich Preußischen Oberpräsidenten in der nächsten Zeit eine Collecte in dem Vereinsbezirk erhoben werden wird. Die Gründung der Colonie bedarf reichlicher Mittel und auch ihre Unterhaltung wird nicht ohne ständigen Zuschuß möglich sein; wir zweifeln jedoch nicht, daß, wie anderwärts, es auch bei uns gelingen wird, das Ziel zu er⸗ reichen. Wir bitten unsere Mit bürger, nicht nur der Collecte ihre Theilnahme zuzuwenden, sondern auch durch Bildung von Local⸗Comité's und in anderer Weise für die Sache thätig zu sein, und erbitten uns Beitritts⸗ erklärungen, sowie Bewilligung von Beiträgen. Möge unser Wort freundliche Aufnahme finden und einen kräftigen Wiederhall in den Herzen unserer Mitbürger!.
Frankfurt a. M. den 3. April 1884. Allmann, Bürgermeister zu Bingen. von Berlepsch, Amtmann zu Hochheim a. M. Boekmann, Dr., Provinzialdirector zu Gleßen. Braden, Dr., Kreisrath zu Friedberg.
von Marquard, Provinzialdirector zu Darmstadt.
May, Arthur, Rentner zu Frankfurt a. M
Miquel, Oberbürgermeister daf.
5 N f Münzenberger, Geistl. Rath und Stadtpfarrer daf.
Cramer, Gutsbesitzer zu Wiesbaden. Ohly, Oberbürgermeister zu Darmstadt.
Deißmann, Pfarrer zu Grävenwiesbach. Ponfik, br., Rechtsanwalt zu Frankfurt a. M.
Goldmann, Dr., Geheimerath, Ober-Consistortal- Frhr. A. von Nordeck zur Rabenau zu Friedel Piäsident zu Darmstadt. hausen bei Lollar.
Heller-Gölzenleuchter zu Frankfurt a. M. Rothe, Kreisrath zu Offenbach.
von Her genhahn, Poltzeipräsident daf. Schlosser, Pfarrer zu Frankfurt a. M.
Heyl, Geh. Commerzienrath zu Worms. Sonnenberg, H., Kaufmann das.
Hilf, Justizrath zu Limburg. Stamm, Justizrath zu Wiesbaden.
Hirsch, F. L., Gutsbesitzer zu Alsbeim. Stammler, Dr., Landgerichtsdirektor zu Gießen
Kalle, 5 Stadtvorsteher zu Wiesbaden. von Strauß, Dr., Polizeipräsident zu Wies baden
Küchler, Provinzialdirector zu Mainz. Stromberger, Dr., Pfarrer zu Zwingenberg. g
Küchler, Bürgermeister zu Worms. Walther, Dr., Decan zu Nieder⸗Ingelheim
Ladenburg, Geheimerath zu Frankfurt a. M. Walz, Pfarrer zu Bad- Nauheim.*
Bekanntmachung.
Das Umackern und Einsäen eines Theils der städtischen Pfingstweide soll Freitag den 18. April, Vormittags 11 Ubr, an den Wenigstfordernden vergeben werden.
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
1565 Stein häußer. Jerlige Oelfarben. Assenheim. 1464 Car! Bauer.
1000 Mark Planirarbeit.
liegen ganz oder getheilt in der Kirchenkasse zu Reichels⸗ Freitag den 18. April, Vormittags 10 Uhr, soll an
heim zum Ausleihen bereit. Ort und Stelle das Schleifen und Planiren der früheren
1459 Der Kirchenvorstand. Sandkaute, nunmehr Aschenkaute, am Viereichenplatz an — 8 8 den Wenigstfordernden vergeben werden.
200 Centner Spren 5 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
1508 Steinhäußer. d 2 englische Eber h 0 f 3 e Ste e e, ene eben, Herrenkragen! e.
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