Ausgabe 
17.4.1884
 
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1884.

Donnerstag den 17. April.

M 46.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Deutsches Reich.

i Darmstadt, 10. April. Der Großherzog ist gestern Abend aus England höerher zurück gekehrt. Die Vermählung der Prinzessin Vie toria mit dem Prinzen Ludwig von Battenberg wird nunmehr am 30. d. Mts. stattfinden. Die Wahl dieses Tages ist durch den Umstand mit bedingt worden, daß in der Familie des eng lischen Könighauses, in der Erinnerung an frühere unglückliche Ereignisse, gegen Vermählungsfeier lichkeiten im Monat Mai eine große Abneig ung besteht.

Butzbach. In Folge Ernennung unseres seitherigen Landtags-Abgeordneten, Oberförster Dittmar, zum Forstmeister war dessen Mandat als Landtagsabgeordneter des 3. Oberh. Land tagswahlbezirks erloschen, weshalb am 8. April auf hiesigem Rathhause eine Neuwahl stattfand. Wiedergewählt wurde der seitherige Abgeordnete, nunmehrige Forstmeister Dittmar, mit 20 von 24 abgegebenen Stimmen.

Berlin, 14. April. Die Besserung des Kaisers schreitet fort, derselbe konnte bereits wieder längere Vorträge entgegennehmen, darf aber das Zimmer noch nicht wieder verlassen. 15. April. Die Kaiserin ist erkrankt und leidet an einem mit Fiebererscheinungen ver bundenen Katarrh eines Lungenflügels.

Kiel. Das KanonenbootMöve rüstet sich zur Abreise nach der Westküste von Süd Amerika behufs Ablösung des Kanonenboots Albatroß. DieMöve hat noch eine be sondere Mission zu erfüllen. Sie soll die von der CorvetteSophie von der Sklavenkuüste mitgebrachten drei Geißeln, zwei Häuptlinge und ein Häuptlingssohn, nach Little Popo zurück bringen. Die CorvetteSophie wechselt gegen wärtig in Wilhelmshaven Besatzung und begibt sich alsdann nach der Mittelmeerstation. In Danzig wird in nächster Zeit die in Bau begriffene Glaltdeckscorvette, Ersatz fürNymphe, vom Stapel laufen.

Stuttgart. Der Landtag ist zum 22. April einberufen.

Breslau. Die Schlesische Volksztg. will wissen, Ledochowski habe auf das Erzbisthum Posen⸗Gnesen verzichtet und der Papst habe diese Resignation angenommen.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Wie die Politische Correspondenz erfährt, war der russische Militärattachée von Kaulbars, welcher dem Kaiser den Ausdruck der sreundschaftlichen Gesinnungen des Zaren zu überbringen beauftragt war, mit einer gleichen Mission auch an den Kronprinzen Rudolf betraut und von diesem bereits empfangen worden.

Das Fremdenblatt vernimmt, der Kaiser habe zur Herstellung des zweiten Gebäudes für das deutsche Landestheater in Prag zehntausend Gulden aus seiner Privatschatulle gegeben.

Schweiz. Bern. Das eidgenössische Justiz departement fordert die Regierungen von Bern und Neuenburg auf, Störungen der Versamm⸗ lungen der englischeu Heilsarmee zu verhindern.

Frankreich. Paris. Das Journal officiel veröffentlicht einen Beschluß des Ministerconseils, durch welchen die Verbreitung des in Genf er

14. April. Nachrichten aus Anzin sagen, die Stimmung der Strikenden sei eine erheblich. günstigere; die Wiederaufnahme der Arbeit in größerem Maßstabe sei demnächst zu erwarten. Wie das Journal Telegraphe meldet, haben sämmtliche Minister und die hervorragen den Mitglieder des Hofes von Aunam Hus ver lassen und den Sitz der Regierung nach der Provinz Tschanghoa verlegt, um sich dem fran zösischen Einflusse zu entziehen. Von irgend einem anderen Blatte wird diese Nachricht nicht bestätigt.

Ein Telegramm aus Honghoa vom 12. d. M. meldet: Millot ist heute Mittag ohne Kampf in die Stadt eingezogen, die

gänzlich geräumt war. Die Artillerie war fort geschafft, die Häuser zum Theil zerstört. Großbritannien. London, 10. April. Heute wurde hier von Detectivbeamten ein Fenier Namens Fitzgerald unter der Auschuldigung des Hochverraths verhaftet. 11. April. Ein In⸗ dividuum, welches sich Deman nannte, in Wirklich keit aber Daly heißt, wurde heute in Birmingham verbaftet. Bei demselben wurden 3 Bomben ge funden, deren Inhalt vermuthlich Nitroglycerin ist Abends wurde ein zweites Individuum, Namens Egan, verhaftet, bei welchem Daly gewohnt hat. In dessen Wohnung wurden ebenfalls Explosionsstoffe vorgefunden.

Die englische Regierung hat den Mächten Vorschläge zur Lösung der finanziellen Schwierig keiten Egyptens gemacht. In denselben wird auch die Entlassung der Armee des General Wood proponirt.

Windsor, 15. April. Königin und Prinzessin Beatrice sind heute nach Darmstadt abgereist. In Port Victoria werden sich die Königin und Prinzessin Beatrice nach Vlissingen einschiffen. Vermuthlich werden dieselben nicht vor dem 3. Mai nach England zurückkehren.

Spanien. Madrid, 13. April. Die be züglich Cuba's neuerdings verbreiteten Nach⸗ richten werden in Regierungskreisen für unbe gründet erklärt. Der Generalgouverneur von Cuba telegraphirte gestern aus Havannah, daß die Bande Aguerro's, die aus 15 Mann be stehe, nach den Dschungels geflohen und daß ihr die Gendarmerie auf den Fersen sei. Der Generalgouverneur habe keinen Anlaß gehabt, außergewöhnliche Maßregeln zu ergreifen. Cuba sei ruhig.

Rumänien. Bukarest, 15. April. Die Kammer vertagte sich heute bis zum 8. Mai.

Rußland. Petersburg. Die Polizei behörde hat die Existenz einer Gesellschaft von Brandstiftern in Petersburg entdeckt, die aus ungefähr 20 Personen bestehen und an deren Spitze eine Polin stehen soll.

Egypten. Kairo, 10. April. Die Diffe renzen zwischen Nubar Pascha und Clifford Lloyd siud nunmehr, wie es heißt, in befriedigender Weise beigelegt, beide würden auf ihren Posten verbleiben; Clifford Lloyd würde seine Thätigkeit auf die Funktionen eines Unterstaatssecretärs beschränken und zwar als egyptischer Beamter, nicht als englischer.

12. April. Aus Suakin wird von gestern gemeldet, daß ein Bataillon epyptischer Truppen von 827 Mann mit 7 englischen und 32 egyp⸗ tischen Offizieren eingetroffen ist und Suakin

Die

scheinenden BlattesExplosion in Frankreich ver⸗ boten wird.

besetzte. 500 Mann englische Marineinfanterie

Nach deren englischen

werden von Alexandrien erwartet. Eintreffen marschirt der Rest der Truppen ab.

Amerika. Washington, 10. April. Dem Senate ist ein Antrag zugegangen, den Präsi denten Arthur zu ermächtigen, die internationale afrikanische Gesellschaft als die im Congogebiete dominirende Macht anzuerkennen.

New Vork. Ein Telegramm aus Libertad von gestern meldet einen am 13. April gegen den Präsidenten Guatemala's gemachten Mord versuch. Der Präsident wurde leicht verwundet.

China. Shanghai. In amtlichen Kreisen verlautet, daß die chinesischen Gesandten Mar

quis Tseng und Li-Fong-Pao abberufen werden sollen.

15. April. Der Vicekönig von Canton wurde wegen Nichtbefolgung ihm ertheilter Be fehle öffentlich degradirt. Die chinesischen Offi ziere, die als verantwortlich für den Verlust Bacninh's angesehen werden, sind zur Ent hanptung verurtheilt. Prinz Chun, Vater des jetzigen Kaisers, ist zur Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in Verbindung mit dem großen Rathe des Reiches ernannt worden, bis der Kaiser selbst die Regierung übernehmen wird.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. In Angelegenheiten der Eisenbahn Homburg-Friedberg ging folgender Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten dem betr. Comité zu:Berlin, den 6. April 1884. Auf die Vorstellung vom 20. v. M. erwiedere ich dem Comité, daß es sich im öffentlichen Interesse nicht empfiehlt, die Herstellung der projek irten Eisenbahn von Homburg v. d. H. nach Friedberg, durch welche die dem Staate gehörige Frankfurt-Homburger Eisenbahn fortgesetzt und an die gleichfalls im Staats⸗ besitz befindliche Main-Weser-Bahn angeschlossen werden soll, und welche vom Staate am billigsten und besten zu betreiben sein würde, einem Privatunternehmer zu überlassen. Ob und wann der Ausführung der bezeichneten Verbindungs-Bahn für staatliche Rechnung näher zu treten ist, muß ich meiner Entschließung noch vorbehalten. Der Minister der öffentlichen Arbeiten: (gez.) Maybach. Das Comité wird alsbald zu einer Berathung zusammentreten, um Stellung zu obigem Er laß zu nehmen. Da das Comité die Mittel zur Her stellung der Bahnlinie bereits aufgebracht und solche nachgewiesen hat, so dürfte die Abweisung doch nur dann begründet erscheinen, wenn der Staat selbst den Bahnbau aufzunehmen gesonnen ist. Eine derartige Ab⸗ sicht wird man wohl auch aus obigem Erlaß herauslesen.

l. Friedberg, 15. April. Gestern traf dahier dte Trauerkunde ein, daß Postdirector Brentano di Tremezzo, welcher bekanntlich erst vor Kurzem sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte, in Mainz, wo er sich zum Besuche seines Bruders aufhielt, vorgestern Morgen plötzlich ge storben ist. Heute Nachmittag fand unter großer Betheilig⸗ ung das Leichenbegräbniß dahier vom Bahnhofe aus statt.

r. Nieder⸗-Mörlen, 10. April. Die Reclamation der Gegenpartei des neugewählten VBürgermeisters Krämer ist Seitens des Provinzial-Ausschusses in Gießen ver worfen worden.

v. Vilbel, 9. April. Verflosseuen Sonntag fand im Thuy'schen Saale dahler eine Versammlung der Krieger vereine des Bezirks Vilbel statt. Nach Begrüßung der Versammlung seitens des Vorsitzenden, theilte derselbe kurz die Tagesordnung mit. Auf derselben standen: Beschickung des Delegirtentages des Landes-Verbands, Providentia Versicherungen, Prinz⸗Ludwig⸗Stiftung und verschiedene Anträge und Mittheilungen. Als Delegirter zur Landesversammlung in Bensheim wurde der Vor sitzende des Bezirks Vilbel, Kamerad Völker zu Vilbel, gewählt. Bezüglich der Prinz-Ludwig⸗Stiftung wurde nichts Definitives bestimmt; es soll vielmehr von Seiten der Vertreter bezüglich dieses Punktes mit den einzelnen Vereinen nochmals Rücksprache genommen, und derselbe dann auf die nächste Tagesordnung gesetzt worden. Ferner ersuchte der Vorsitzende die Delegirten, bei den Mit⸗ gliedern dahin zu wirken, von den einzelnen Versicher⸗

ungen der Providentia mehr Gebrauch zu machen, da wegen der mit der Gesellschaft abgeschlossenen Verträge