Ausgabe 
16.10.1884
 
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Reichstagswahl.

Allgemeine Wähler-Versammlungen finden statt: 5 Donnerstag den 16. Oktober, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Gastwirth Schneider

in Södel, Freitag den 17. Oktober, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Gastwirth Erust Dauern⸗

heim in Nieder-Florstadt. Das national-liberale Wahl-Comité:

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Auf die Verichtigung des Herrn Hinkel in Nr. 120 des Anzeigers habe ich zu erwiedern, daß Herr Vürger⸗ meister Hinkel auf meine Anfrage seine Zustimmung dazu erklärte, auch seinen Namen unter den Aufruf der national⸗liberalen Partei zu setzen, an welchen Umstand derselbe beim Veröffentlichen seiner Berichtigung sicher nicht mehr gedacht hat.

Friedberg den 12. October 1884.

e Julius Birkenholz. Wahl für den Reichstag erregt jetzt die deutschen Ge müther,

Aerger, Zwiespalt und Haß ruft sie fürwahr noch hervor. Haltet doch fest zusammen, seid eins, meine lieben Brüder! Laut dringe der Mahniuf cuch allen in's Ohr:

Treu steht zu Kaiser und Reich!

Germanien lag lange in Ohnmacht mit Selavenketten gebunden, Oede und klanglos verhallte sein Nam' in fremden Landen, Nathlos war's immer von seinen Feinden geschunden, Zerstückelt, zerfetzt. Unglückliche Zeiten! Gottlob, sie schwanden.

aun

Nun hält in den Händen das Seepter mächtig und weise, Im Kampf gegen Frankreich erprobt, das Hohenzollern Geschlecht; Christliche Ordnung schaffend, herrscht heute Wilhelm, der greise, Thatkräftige Männer berathen mit ihm Deutschlands. Recht.

Helft d'rum die Errungenschaften, die guten, erhalten,

Indem ihr im Reichstag nur tüchtige Männer laßt sprechen.

Nie solche wählt, die sich kaum selber verwalten,

Zukünftig euch Gutes verheißen, doch's Wort sehr bald brechen.

Echt ist die FarbeNational⸗liberal! 3733.

An unsere christlichen Wähler!

Der Vorstand der israelitischen Religtonsgemeinde der Provinzialhauptstadt und Sitz des Rabbinats für Oberhessen Gießen, hat an sämmtliche Vorstände der Religionsgemeinden der Provinz unterm 8. d. ein Schreiben erlassen, worin dieselben aufgefordert werden, ihre Reli⸗ gionsgenossenum des Glaubens willen anzuhalten, bei den bevorstehenden Reichstagswahlen für den Candidaten der deutsch'freisinnigen Partei zu wirken und zu stimmen. Wir fragen hierzu: Wo in aller Welt ist es denn sonst noch gebräuchlich, daß der Vorstand einer Religions gesellschaft diese auffordert, sich als solche bei den Wahlen zum Reichstage zu betheiligen, zumal ihre Religion in Nichts ge⸗ fährdet ist? Christen, Bewohner von Stadt und Land, wer nun noch einen Funken von Stolz auf seinen Glauben in sich trägt, wem nicht eine feile Presse, wem nicht der Einfluß einer fremden Race den letzten Tropfen deuischer Gesinnung und Gesühle verfälscht und eorrumpirt hat, dem muß es nun klar werden, daß es Pflicht, heilige Pflicht eines Jeden ist, alle Kräfte daran zu setzen dahin zu wirken, daß nicht der Tag der Wahl ein Tag der Trauer, ein Tag der Schmach für uns Christen werde. 3744

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