Maschinenbaugesellschaft„Germania“ als Vor— sitzender eintreten zu können.
Dresden, 5. Februar. Die Prinzessin Georg ist heute Abend gestorben.— 7. Febr. Nachdem gestern Abend die Leiche der Prinzessin Georg in den Sarg gelegt und im Beisein der ganzen königlichen Familie und des Dienstes die Einsegnung erfolgt war, fand heute früh die Ueberführung nach dem Palais am Taschen— berge statt.
München, 6. Febr. Landtag. Der An⸗ trag betreffs des confessionellen Geschichtsunter— richts wurde von der Majorität der Kammer
gegen die Stimmen der Linken angenommen. — 7. Febr. Bei dem Capitel Lehrerbildungs—
Anstalten nimmt das Haus die Ausschußan— träge, den separaten Vorbereitungsunterricht für Seminare ausnahmsweise zu gestatten, an. Bei dem Capitel Elementarschulen erklärt Kopp, die Rechte verzichte deßhalb darauf, den Antrag auf Aufhebung des 7. Schuljahres zu wieder— holen, weil keine Aussicht auf Annahme im Reichsrathe bestehe.
Straßburg. Der frühere Director der Straßburger Tabakmanufaktur, Dr. Roller, hat gegen das ihn mit seinen Forderungen an die Landes-Verwaltung abweisende Erkenntniß des Straßburger Landgerichts beim Oberlandesge— richt in Colmar Berufung eingelegt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Pest, 6. Febr. Das Unterhaus nahm mit 171 gegen 131 Stimmen den Beschluß-Antrag des Minister— Präsidenten an, die Mischehevorlage von der Tagesordnung abzusetzen und die Regierung aufzufordern, zur Regelung der Frage zu passen— der Zeit eine entsprechende Vorlage zu unter— breiten.
— 7. Febr. Das Unterhaus beschloß mit großer Majorität in die Specialberathung des Finanzgesetzes einzutreten.
Frankreich. Paris, 6. Febr. Der fran— zösische Aviso„Infernal“ wurde nach Suakim geschickt. Nach einer Nachricht vom 6. Febr. aus Saigun war General Millot mit dem Stab gestern dort angekommen und ist heute nach Tonkin zurückgekehrt.
— 6. Febr. Ein Telegramm des Admirals Courbet meldet: In den Provinzen Songtay, Hanoi, Haidzong, Namdinh und Haiphong ist Alles ruhig. Die in den Flüssen in der Nähe Bacninh's vorgenommenen Recognoscirungen haben ergeben, daß die Kanonenboote hinreichen— des Wasser finden und gute Dienste leisten können.
— 7. Febr. Die Kammer zog den Antrag des Deputirten Gaudin(Nantes) auf Errichtung einer Fleischschau für importirte Fleischwaaren in Erwägung. Die Kammerabtheilungen wählten eine Commission zur Vornahme der Untersuchung über die wirthschaftliche Krisis. Von 44 Mit⸗ gliedern der Commission gehören 38 der mini— steriellen Majorität an.
Großbritannien. London, 5. Februar. Oberhaus. Bei der Adreßdebatte wies Lord Granville die Kritik Salisbury's zurück. von letzterem angekündigte Bill gegen die Vieh— einfuhr werde die Regierung sorgfältig erwägen. Betreffs Egyptens halte die Regierung daran fest, die Truppen zurückzuziehen, sobald es die Verhältnisse gestatten. Es sei inzwischen noth— wendig, daß Egypten die Rathsehläge Englands befolgt. Die Adresse wird angenommen: Lord Richmond beantragt eine Bill behufs Abänder— ung des Gesetzes, betreffend die Vieheinfuhr; dieselbe wird in erster Lesung angenommen.— Dodson theilte mit, die Regierung
Die
Unterhaus. 2 beabsichtige, im Oberhause eine Vorlage einzu bringen, wodurch die Vollmachten der Regier ung bezüglich des Verbotes der Einfuhr fremden Viehes erweitert werden sollen. Labouchere kündigt ein Amendement zur Adresse an, welches die schleunige Räumung Egypteus befürwortet.
— 6. Febr. In dem heutigen Minister— Conseil wurde über die Lage in Egypten be— rathen. Der Kriegsminister bereitet die Ab—
sendung beträchtlicher Verstärkungen nach Eappten vor. Achttausend Mann könnten binnen acht Tagen unterwegs sein.
Febr. 500 Mann Matrosen und Marine-Jufanterie haben Befehl erhalten, nach Suakim abzugehen. Es verlautet, der Comman— dirende des Mittelmeergeschwaders auf Malta hätte ebenfalls Befehl erhalten, alle disponiblen Mannschaften von Marineinfanterie nach Suakim abgehen zu lassen. Die Zahl derselben wird auf 1200 Mann geschätzt.
— 7. Febr. Im Unterhause erklärte Har— tington, die Regierung habe noch keine Nach— richt von Gordon's Gefangennahme. Northcote kündigt für Dienstag ein Mißtrauensvotum an, welches besagt, daß die jüngsten beklagens— werthen Ereignisse im Sudan der schwankenden und inconsequenten Politik der Regierung zuzu— schreiben seien. Salisbury hat im Oberhause dasselbe Tadelsvotum angemeldet.
Serbien. Belgrad. Bei den Neuwahlen zur Skupschtina sind 108 Regierungsfreundliche und 14 Radicale, sowie 6 Anhänger Ristic's zu Deputirten gewählt worden.
Rußland. Petersburg. Der Regierungs- anzeiger veröffentlicht ein vom Kaiser am 29. Jan. sauctionirtes Reichsraths-Gutachten über die Erhöhung der Grundsteuer.
Egypten. Kairo, 5. Febr. Der Khedive erhielt heute Abend ein Telegramm von Baker Pascha, worin dieser meldet, er sei bei Tokar mit einem Verlust von 2000 Mann, 4 Krupp— schen und 10 Gatlingskanonen geschlagen worden. Die türkischen und europäischen Truppen hätten sich gut geschlagen. Tokar und Sinkat ergaben sich dem Feinde noch nicht, der Entsatz beider Plätze gilt aber für unausführbar. Der Feind machte den erfolglosen Versuch, Suakim das Trinkwasser abzuschneiden. In Suakim sind Marinetruppen ausgeschifft worden, um eine Panik zu verhindern. Baker Pascha und Sar— torius sind mit dem verbliebenen Truppeureste Abends in Suakim angekommen. Die Befestig— ungen Suakims sind durch britische Marine— soldaten unter Admiral Hewett besetzt. Die Zahl der Insurgenten, welche die egyptischen Truppen angriffen, war unter 1000 Mann. Die egyptischen Soldaten und schwarzen Truppen warfen die Waffen fort und rannten davon. Baker und der Ofsiziersstab waren in großer Gefahr, von dem Feuer der eigenen Leute ge— tödtet zu werden. Der diplomatische Agent Frankreichs erbat die Absendung eines fran— zösischen Kriegsschiffes nach Suakim. Es be— stätigt sich, daß die von Sinkat zum Fouragiren ausgeschickten Truppen durch den Feind ver— nichtet worden sind.
— 7. Febr. Die Insurgenten haben General Gordon gefangen genommen. Der Totalverlust der egyptischen Truppen bei Tokar beträgt 2250 Mann, darunter 96 Offiziere, wovon 16 Stabsoffiziere. Baker telegraphirt, er ver— füge jetzt noch über 3500 Mann, wovon jedoch ein Drittel unbewaffnet sei. Der Fall von Sinkat infolge der Niederlage Baker Paschas wird gemeldet. Der Befehlshaber, Tewfik Pascha, verließ mit seiner ausgehungerten Garnison das Fort in der Hoffnung, sich nach Suakim durch— zuschlagen zu können. Die kleine Truppenmacht wurde jedoch vom Feinde umringt und bis auf den letzien Mann niedergemetzelt.
Aus Stadt und Land.
Bad-Nauheim, 6. Febr. In der gestern Abend stattgehabten Sitzung des Vorstandes des Kurvereins wurde in den engeren Vorstand gewählt: Kaufmann Weiß als Vorsitzender, Chirurg Deuring, Lehrer Wagner und Stadtkämmerer Grünewald. Es wurde alsdann beschlossen, die an dem Promenadeweg nach Friedberg stehenden Bänke an geeigneteren Plätzen anzubringen. Bezüglich der Erbauung einer Eisenbahn von Nauheim nach Usingen soll vorerst der J. Vorsitzende mit dem Eisenbahneomité in Usingen in Unterhandlungen treten. Ferner soll bei der Eisenbahndirection resp. der zu ständigen Behörde eine Verlängerung der Zeitdauer der Rundreisebillets auf sechs Wochen beantragt worden. Mit anderen Badeorten soll sich jedoch wegen eines ge— meinschaftlichen Vorgehens in dieser Beziehung erst in Verbindung gesetzt werden. In Betreff der auf ver— schiedenen Landkarten, sowie in neueren geographischen
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Lehr⸗Büchern vorkommenden nicht richtigen Bezeichnung von Nauheim als Bad, soll Lehrer Wagner die betr. Ver— leger bitten, bei Erscheinen neuer Auflagen die Bezeichnung „Bad-Nauheim“ eintreten zu lassen.
w. Bad-Nauheim, 7. Februar. Gestern Abend wurde dahier im Fritz'schen Saale die dritte General⸗ versammlung der hiesigen Pfennigsparkasse abgehalten. Nachdem Rentmeister Nebhuth die Versammlung eröffnet hatte, wurden von Lehrer Wagner die Protokolle der im letzten Jahre stattgefundenen Sitzungen verlesen. Hieran schloß sich nun der fast einstündige Vortrag des Rent— meisters Nebhuth über Schulze-Delitzsch. Dem hier— auf zur Verlesung gekommenen Rechenschaftsbericht ent— nehmen wir folgende Mittheilungen: Von 450 Sparern wurden im Jabre 1883 inel. der Zinsen 4478 M. 69 Pf. eingelegt, zurückgezahlt wurden 2145 M. 41 Pf., der jetzige Bestand der Kasse beträgt 8140 M. 38 Pf. Während des 2½ jährigen Bestehens der Kasse wurden 11,916 M. 48 Pf. gespart, zurückbezahlt 3776 M. 20 Pf. Auf je 100 Bewohner Nauheims kommen 17 Sparer. Der Bericht schloß mit den Worten Benjamin Franklin's: „Wer den Arbeitern sagt, daß sie auf andere Weise als durch Arbeit und Sparsamkeit ihre Lage verbessein können, ist ein Verführer des Volks.“ Bei der hierauf vorgenommenen Wahl des Curatoriums wurden Rent— meister Nebhuth und Lehrer Wagner per Aeelamation wiedergewählt und an Stelle von Pfarrer Walz, welcher eine Wiederwahl ablehnte, wurde Bürgermeister Wörner gewählt.
s. Kaichen. Dem Nidderthal- Sängerbund sind wieder beigetreten: Der Gesangverein„Liederkranz“ zu Ober-Mockstadt und der Gesangverein„Liederkranz“ zu Windecken. Zu dem Bunde gehören jetzt 14 Vereine. Das Bundesfest wird d. J. in Heldenbergen abgehalten werden.
Allerlei.
Königstein, 5. Febr. Gestern begab sich der Untersuchungs richter des kgl. Landgerichts zu Wiesbaden nach Niederreifenberg und vernahm daselbst eine große Anzahl Zeugen, um einer Falschmünzerbande auf die Spur zu kommen, welche dorten seit einiger Zeit ihr unsauberes Handwerk betreibt. Zwei Individuen, dar— unter der Spengler J. W., wurden sofort verhaftet und abgeführt. Glaubwürdigen Mittheilungen zufolge dürften die Schuldigen ihrem Schicksal nicht entrinnen. Die bisher in hiesiger Gegend im Umlauf gewesenen falschen Ein- und Zweimarkstücke werden demnach wohl in Reifenberg ihren Ursprung haben. Die Prägung soll ziemlich treu nachgeahmt gewesen sein; dagegen ser das schlechte Material alsbald zu erkennen gewesen.
Leipzig, 6. Febr. Heute zwischen 3 und 4 Uhr Morgens wurden aus dem Postwagen im Berliner Bahn— hofe zwei Briefpostbeutel mit 80,000 Mark entwendet. Der Thäter muß jedenfalls mit dem Postdienst vertraut gewesen sein.
Berlin. Der deutsche Offielersverein wird am 1. April seine Thätigkeit eröffnen.
Bukarest, 7. Febr. In der letzten Nacht brannte das Haus Rosetti's sammt den Möbeln und vielen für die Geschichte Rumäniens werthvollen Doeumenten gänzlich nieder. Die Kammer vottrte nahezu einstimmig den nothwendigen Credit zum Wiederaufbau des Hauses Rosettt's als Nationalgeschenk.
Newyork, 7. Febr. Nach hier eingegangenen Berichten nehmen in Folge der letzten Unwetter die Wasserfluthen im Westen zu. Der Schaden in Pittsburg wird auf eine Million Dollars geschätzt; 5000 Personen sind obdachlos und vorläufig in öffentlichen Gebäuden untergebracht.
Handel und Verkehr.
Homburg v. d. H., 7. Febr. Wochenmarkt. Kar⸗ toffeln per Malter M. 3.50— 4.50, per Gescheid von 8 bis 9 Pf., Eier per Stück 6, 7 und 8 Pf., Butter per Pfund 1. Qual. M. 0.90, 2. Qual. M. 0.80.
Frankfurt, 7. Febr. Wochenmarkt. Preise der Gemüse: Blumenkohl per Stück 30— 45 Pf., Wirfing 3 bis 5 Pf., Rothkraut 5-30 Pf., Weißkraut 5— 20 Pf., Erdkohlrabt 3—5 Pf., grüne Kohlrabi 2—3 Pf., Spar⸗ geln per Pack 50 Pf., Rosenkohl per Portion 20— 40 Pf., Endiviensalat per Stück 10 Pf., Escarol 15 Pf., Pariser Häuptersalat 18 Pf. Zwiebeln per Centner M. 9—10, per Gescheid 30— 35 Pf. Kartoffeln per Malter (200 Pfd.) M. 3.80—4.50, per Gescheid 9 und 10 Pf. Mäuschen, gelbe per Malter M. 16, per Gescheid 30 Pf., rothe per Malter M. 12, per Gescheid 20 Pf. Obst— sorten unverändert. Eier ital. per Hunbert M. 8, deulsche M. 580. Geflügel wie zuletzt notirt.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Septuagesimä.
Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Candidat König. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Weiffen bach.
Abends 5 Uhr: Herr Missionär Bergfeld.
Katholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag: Fest Mariä Lichtmeß. 7 Uhr: Austheilung der heil. Communton. 10„ Hochamt mit Segen und Predigt. 2„ Andacht mit Segen.
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