mit für 20 oder 25 Jahren unreducirbaren Zinsen emittiren werde.
— In Burnlay haben gegen 14,000 Weber behufs Erzielung einer Lohnerhöhung von 5 pCt. einen Strike begonnen.
Spanien. Madrid, 5. Juli. In der Kammer sprach sich der Minister des Aus wär⸗ tigen anläßlich einer Auslassung Vegarmiho's über die auswärtige Politik dahin aus, daß das Cabinet in der marokkanischen Frage die Politik vollständiger Zurückhaltung beobachte, und daß die Regierung mit Italien, England und Frank— reich die Aufrechterhaltung des status quo ver— einbart habe.
Rumänien. Bukarest, 6 Juli. Der Cultus— minister Aurelian hat seine Entlassung genom— men, der bisherige Minister des Innern, Kitzou, ist zum Cultusminister, General Falcoianu zum Kriegsminister, und der Ministerpräsident Bra— tlauo, welcher das Präsidium des Ministercon— seils behält, zum Minister des Innern ernannt
worden. Die übrigen Pänister verbleiben auf ihren Posten. ö Egypten. Kairo, 6. Juli. Der Mudir
von Dongola zeigt telegraphisch an, daß er nun— mehr beabsichtige, die Stadt zu räumen. Neuer— liche Weisungen wurden ihm in diesem Sinne ertheilt und weiter Hilfe zugesagt, wenn er dieser auf dem Wege nach dem Norden bedürfen sollte. Von allen Seiten laufen Telegramme ein, welche melden, daß die Araber auf allen Seiten vor— dringen. Amtlich bestätigt werden diese Nach— richten nicht; die Situation ist aber unstreitig erust.
— Amtliche, hier eingelaufene Telegramme erwähnen des Gerüchts, daß der Mahdi that— sächlich gegen Khartum aufgebrochen sei, daß er aber in Folge der durch den Gegen-Mahdi in Darfour hervorgerufenen Bewegung gezwungen werde, seine Schritte zurückzulenken. Auf seinem Rückmarsche wurde er, wie es weiter heißt, von dem Hassisch-Stamme angehalten und soll noch in dessen Gewahrsam sein.
Amerika. Washington, 5. Juli. Der Senat hat die Ernennung des Congreßmitgliedes John Kasson zum Gesandten der Vereinigten Staaten in Berlin bestätigt.
— Die Demokraten im Nepräsentantenhause haben die republikanische Vorlage niedergestimmt, welche einen höheren Credit für Forts und Ka— nonen bewilligte. Sie votirten nur den zur In— standhaltung der gegenwärtigen Forts nöthigen Betrag, Doll. 595,000. Nachdem das Haus mit entsprechender Majorität es abgelehnt den Amendements des Senats zu der Bill für die Vergrößerung der Flotte beizutreten, wird ge— glaubt, daß der Senat nachgeben und gestatten werde, daß die Bill ohne diese Amendements Gesetzeskraft erhalte.
Asien. Hongkong, 4. Juli. Nach Berichten von schinesischer Seite über die Affaire von Langson richtete die franzoͤsische Colonne sofort nach ihrem Eintreffen vor Langson an die Garnison die Auf⸗ forderung, die Stadt zu übergeben. Letztere ver— weigerte die Uebergabe, da sie ohne Justruction sei, worauf eine dreitägige Frist bewilligt wurde, nach deren Ablauf die Franzosen angriffen. Die— selben wurden aber mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen. Fünf französische Offiziere ge— riethen in Gefangenschaft—
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Am Mittwoch Abend in voriger Woche machte der Evangelische Verein einen Ausflug nach Ockstadt und hielt dort seine Versammlung. Zwei schöne, sinnige Vorträge über„Heilig ist die Jugendzeit!“ und„der Maler Albrecht Dürer, ein Lebensbild“ würzten das Beisammensein. Ueber die in nächster Zeit statt— findenden kirchlichen Feste wurden Mittheilungen gemacht. Zunächst findet unsere Decanatssynode statt, nämlich am J. d. Mts. in Bad-Nauheim. Der Gottes dienst, in dem Professor Dr. Welffenbach die Predigt hält, nimmt um 10 Uhr seinen Anfang. Der Rechenschaftsbericht des Decanatsausschusses wird erstattet und Professor Dr. Köstlin hält einen Vortrag über„die kirchliche Be— erdigung.“ Gemeindeglieder des Decanats wie Freunde der Sache überhaupt sind herzlich willkommen.
a. Friedberg. Am 16. Juli feiern wir, wie be⸗ reits mitgetbeilt, ein Missionsfest. Wir dürfen an dieser Feier eine rege Betheiligung aus Stadt und Umgegend voraussetzen, da die Sache der äußeren Mission für jeden
ernsten Christen hohes Interesfe, zugleich aber auch einen wichtigen nationalen Hintergrund hat. Wir werden auch hier bei Legung einer der Grundsteine für christliche Civili— sation keinen geringeren Einfluß als Engländer und Fran— zosen haben und ausüben wollen. Einläuten des Festes, ein
faches Schmücken der Kirche und der Häuser mit Fahnen,
Choralmusik vom Thurm der Burgkirche und Musikvorträge bei der geselligen Vereinigung, das Alles wird weiter zu gehobener Festlichkeit beitragen.
b. Friedberg. Zu dem am 16. Juli stattfindenden Missionsfeste dürfen wir auch Leute aus der Umgegend erwarten. Diesen Gästen gegenüber möchten wir thun, was anderwärts bei solchen Festen auch geschehen ist und große Annehmlichkeit gehabt hat, wir möchten, da— mit auch die rechte Gemeinsamkeit mehr gefördert wird, den lieben Gästen eine Erfrischung leinen Kaffee) bieten. Als Ort des Zusammenseins dürfte uns gewiß der Spitalhof bewilligt werden, wo auch für das Weitere gesorgt wird.
bi. Friedberg. Unsere Leser dürfte es interessiren, zu erfahren, daß gegenwärtig eine Telephonverbindung mit Berstadt längs der Staatsstraße eingerichtet wird.
Allerlei.
Toulon, 4. Juli. Geheimerath Dr. Koch von Berlin ist heute hier eingetroffen und auf dem Bahnhof von dem Marinearzt Rouvier, welcher ihm während seines hiesigen Aufenthaltes beigegeben ist, empfangen worden. Dr. Koch begab sich sofort zu dem Seepräfeeten, wo ihn der Generalinspector Ur. Rochard erwartete. Von gestern Morgen 8 Uhr bis Abends 7 Uhr sind 5 Cholera Todesfälle, seit heute früh 7, in Marseille seit gestern Mittag bis 8 Uhr Abends kein Cholera— Todesfall vorgekommen.— 5. Juli. Seit gestern Abend bis heute Mittag sind hier sieben, von heute früh bis Abends 8 Uhr sind 4, und in Marseille neun Choleratodesfälle vorgekommen. Es herrscht hier heute eine große Hitze. — 6. Juli. Seit gestern Abend 6 Uhr bis heute Vor⸗ mittag 11 Uhr sind hier 15 Cholera-Todesfälle und in Marseille 5 vorgekommen.
Verloosungen.
Karlsruhe, 30. Juni. Gewinnziehung der badischen 35 fl.⸗Loose. Nr. 4739 49199 52085 87027 164736 183944 324382 345095 388557 389628 je 1000 fl.
Kassel, 1. Juli. Ziehung der Kurhessischen 40 Thlr. Loose. Je 100 Thlr. Nr. 124889 7261 163137 58864 73443 113144 10827 129889 13581 46979 144517 124893 16388 22096 127414 34857 63032 22080 24135 158732 99814 65973 24144 75499 158182 103433 98553 117392 96397 41186 24328 17149 64336 162678 10850 49912 30819 17128 30471 22100 58236 39561 83452 48201 48220 99821 140864 41630 77572 142671 48217 141644 137924 136781 47387 86334 56374 113268 80841 83929 13737 32359 123058 100103 20113 32251 96680 23014 141633 101071! 83919 50715 41518 26563 27069 19663 6009 80603 130514 124876 101061 35107 79392 129899 94014 99818 89966 111340 91022 162694 58826 17259 94021 93867 74678 128534 50718 91932 87415 136997 60202 72565 97672 122190 20125 62325, je 140 Thlr. Nr. 23020 24347 58240 165976 70000 101502 51777 114299 165977 81138 96532 56202 142893 81833 15745 89953 11193115727 158748 117398, je 200 Thlr. Nr. 27041 58860 162693 6792 138538 32367 24348 88048 40157 100270, je 400 Thlr. Nr. 34864 165630
56201 152500 13750, je 1000 Thlr. Nr. 105388 83941 74680, je 1500 Thlr. Nr. 60719 99817, 2000 Thlr. Nr. 137923, 4000 Thur. Nr. 17148,
8000 Thlr. Nr. 76926, 32,000 Thlr. Nr. 142879. Mein ingen, 1. Juli. Ziehung der Meininger 7 fl. Loose. Serien: 60 93 196 249 302 304 377 512 612 749 785 882 907 959 1053 1199 1222 1223 1238 1967 2038 2309 2330 2483 2750 2753 2754 2878 2924 2974 3280 3323 3356 3365 3564 3753 3837 3886 4087 4344 4608 4674 4761 4763 4846 4919 5014 5130 5145 5355 5542 5734 5989 6263 6520 6533 6917 6961 7079 7449 7515 7554 7635 7663 7685 7902 7936 8022 8052 8105 8122 8160 8174 8433 8567 8659 8755 8820 9116 9275 9295 9570 9574 9710 9803 9882 9959. Braunschweig, 1. schweiger 20 Thaler-Loose.
Jull. Ziehung der Braun— Serien: 158 294 837 1072 1121 1308 1354 1483 1537 1770 1981 2392 2486 2771 2843 2918 3065 3090 3194 3334 3485 3871 4523 4805 5280 5358 5683 5928 6066 6205 6261 308 6495 6543 6642 6783 6810 7017 7142 7243 7355 7357 7948 8645 8775 9008 9114 9188 9210 9271 9286 9438 9517 9644 9679.
Hamburg, M-Beo. 100 Loose von 1846. Serien- ziehung vom 1. Juli 1884. Nr. 8 42 65 66 86 88 163 182 195 199 229 252 442 445 526 544 572 612 655 658 686 695 728 796 817 825 838 862 887 956
1005 1011 1015 1026 1035 1057 1111 1114 1131 1176 1208 1218 1276 1348 1420 1425 1439 1494 1496 15211557 1575 1580 1606 1611 1631 1671
1679 1714 1752 1832. 1. September 1884 statt. Oesterreichische fl. 250 Loose von 1854. Serienziehung vom 1. Juli 1884. Nr. 3 125 354 474 487 879 899 918 997 1037 1126 1133 1149 1209 1309 1630 1610 1796 1813 1875 1912 1918 2051 2092 2253 2285 2402 2520 2640 2673 2870 2897 2913 2987 3014 3062 3284 3602 3653 3711 3726 3928. Die Gewinnziehung findet am 1. Oetober 1884 statt. Wien, Stadt, fl. 100 Loose von 1874.
Die Gewinnziehung findet am
Heimzahlung am 1. Oct. 1884. Serien 190 080 800 1072 1447 1593 2270 2531 2591 2602 2640 2684 2785. Gewinne: S. 800 Nr. 14 fl. 200000. S. 2531 Nr. 51 fl. 20000. S. 1593 Nr. 89 fl. 5000. S. 800 Nr. 83, S. 1072 Nr. 45 70, S. 2602 Nr. 75, S. 2684 Nr. 45 à fl. 1000. S. 195 Nr. 90, S. 630 Nr. 73, S. 1072 Nr. 31 66, S. 2270 Nr. 54 86, S. 2591 Nr. 7 32, S. 2602 Nr. 13 99, S. 2684 Nr. 64, S. 2785 Nr. 75 à fl. 250. Auf alle übrigen in vor⸗ stehenden Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von fl. 140.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 5. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete pec Pfd. M. 0.85- 0.90, Eier 1 Stück 6 Pf. Gießen, 5. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.75— 0.80, Eier 1 Stück 4—8 Pf., Käse per Stück 5—9 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 bis M. 0.90, Hühner per Stück M. 0.90— 1.20, Hahneg per Stück M. 0.60 1.00, Enten per Stück M. 1.50— 2.00, Gänse per Stück M. 3.00—4, Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 68—70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 50— 56 Pf., Hammel⸗ fleisch 60— 70 Pf., Kalbfleisch 46—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 15., Kirschen per Pfund 20—25 Pf. Frankfurt, 5. Jult. Wochenmarkt. Es kostete das erste frische Weikraut per Stück 60 Pf., das erste Rothkraut 70 Pf., der erste Wirsing 20 Pf., Blumen- kohl 60—80 Pf., Kohlrabi 2—5 Pf., die ersten hiesigen Bohnen per Pfd. M. 1. Zuckerschoten 15 Pf., Erbsen 12 Pf., ausgekernte per Ater 60 Pf., feinere 80 Pf. Zwiebeln per Ctr. M. 15, per Pfd. 18—20 Pf. Kar⸗ toffeln, alte per Malter(200 Pfd.) M. 5, per Ge⸗ scheid 10—12 Pf., neue rothe 18 Pf., neue gelbe 25 Pf. Oost: die ersten hiesigen Aprikosen per Stück 10 Pf., große Erdbeeren und Walderdbeeren per Pfd. 50 Pf., Einmachkirschen 30 Pf., Sauerkirschen 22— 25 Pf., rothe Kirschen 20—25 Pf., die ersten Himbeeren 50 Pf., Klosterbeeren 20—25 Pf., Johannistrauben 20— 25 Pf., Heidelbeeren 12—14 Pf.
Literarisches.
Die neueste Nummer des Daheim bringt einen äußerst interessanten Aufsatz über die so viel genannte deutsche Niederlassung in Angra Pegueng mit dem Bildniß des Begründers derselben, F. A. E. Lüderitz in Bremen, einigen Kartenskizzen und die Abbildungen von Angra Pequena von der Nautilusspitze und der Lüderitz'schen Niederlassung vom Ankerplatze aus, auf den wir um so lieber unsere Leser aufmerksam machen, da es der erste ist, der in Wort und Bild die erste Kolonie des deutschen Reiches schildert. Auch sonst ist die erste Nummer des Juli⸗Quartals hervorragend in teptlicher wie illustrativer Beziehung und begnügen wir uns nur noch auf die hübsch beginnende Erzählung von G. v. Beaulieu: Die kluge Else, das reizende Bild von Ph. Grot-Johann: Verbotener Weg, und das Porträt des am 19. Juni ge— storbenen Malers L. Richter hinzuweisen. Diese Nummer beweist, daß das Daheim auf der Höhe der Zeit steht und mit den ersten Rang unter den deutschen Familten— Blättern einnimmt.
Monatsblätter für innere Misston; heraus- gegeben im Auftrage der südwestdeutschen Conferenz für innere Mission durch Pfarrer Kayser in Karlsruhe. Nicht als ein völlig neues Unternehmen darf diese so⸗ eben in ihrer Nr. 1 erschienene Monatsschrift angesehen werden, sondern als das nunmehr in regelmäßigen und und kürzeren Perioden wlederkehrende Correspondenzblatt der im Titel genannten Conferenz. In dileser neuen Gestalt will es, wie der Prospekt sagt, die Unternehm— ungen auf dem Gebiete der inneren Mission im allge— meinen verfolgen, von der Thätigkeit der Vereine und Anstalten Bericht erstatten, neue Projekte und Fragen der inneren Mission erörtern und endlich über die Arbeit der Agenten und der Jahresversammlungen der Con⸗ ferenz berichten. Ein Artikel über„die innere Mission und die Familie“ beleuchtet eines der wichtigsten Arbeits⸗ felder der ersteren. Von sachkundiger Hand wird über die Fürsorge für die Epileptischen in Hessen geschrieben. Dann folgt die Berichterstattung über das Jahresfest der Karlsruher Stadtmission. Die Rubrik„Vereins— leben“ bespricht die beiden jüngsten Gründungen in Baden, den evangelischen Schriftenverein und den Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke, während die„Chronik“ Vorgänge aus Hessen und aus der Arbeit des dortigen Agenten Pfarrer Deggau bringt. Wir wünschen dem neuen Unternehmen eine freundliche Aufahme in weiten Kreisen. Der billige Preis, pro Semester 60 Pf. bei der Post, und die schöne Ausstattung laden zu zahl- reicher Bestellung ein.
Serien- und Gewinn-Ziehung vom 1. Juli 1884.—
i Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Geboren: 2. Juni. Dem Gerber Ludwig Raab 1 Tochter. 6.„ Dem Kaufmann Peter Theis 1 Tochter. e e Mechanikus Konrad Karl Reuß 1 Tochter. 17.„ Dem Schuhmacher Johannes Diehl 1 Sohn. 21.„ Dem Fruchthändler Nathan Rothschild 1 Sohn. 21.„ Dem Lohnfuhrmann Ernst Wolfgang Hanstein 1 Sohn. 25.„ Dem Schuhmacher Friedrich Bauer 1 Tochter. 25.„ Dem Gerber Ludwig Geiß 1 Tochter. 26.„ Dem Kesselschmied Christian Deckarm 1 Sohn.
27.„ Dem Kaufmann Eduard Oppenheimer 1 Sohn.


