wenn sie von den verbündeten Vereinen empfohlen sind. Als Ort der Abhaltung des nächsten Mainthal-Sänger⸗ festes(1886) wurde Darmstadt gewählt und haben dessen Vertreter die Vorortschaft auch angenommen. Schließlich wurde auf dahin zielendes Ersuchen zur Errichtung eines Kückendenkmals aus Verbandsmitteln die Summe von M. 50 bewilligt. Gegen 8 Uhr war die Sitzung beendet. Das schönste Wetter begünstigte den Haupt— festtag, den 29. Juni. Von den Sängerschaaren trafen zuerst die Friedberger, hierauf die Hanauer in einem Extrazuge, dann die Darmstädter, zuletzt die Aschaffen⸗ burger und die Amorbacher ein; sie wurden von Gesang⸗ vereinen Offenbachs und Mitgliedern des Festausschusses herzlich empfangen und mit Musik zur Stadt geleitet. Gegen 11 Uhr begrüßte der allgemein beliebte Bundes! präsident, Seminarlehrer Wabl, in einer markigen, dabei herzlichen Ansprache die Sänger und sonstigen Festgenossen auf dem Festplatze, gedachte in seiner längeren Rede des 25jährigen Bestehens des Mainthal Sängerbundes, des vor 22 Jahren gleichfalls in Offenbach stattgehabten Mainthal Sängerfestes, des heute wieder bemerkbaren freundlichen Entgegenkommens der Bewohner Offenbachs, erörterte die Ziele des Mainthalsängerbundes, schilderte den hohen Werth des Gesanges für Weckung und Erhaltung der Vaterlandsliebe, für Kirche, Schule, Familie ꝛc. und schloß mit einem dreimaligen, kräftigst unterstützten Hoch auf Offenbach, dessen Stadtoberhaupt, die städtischen Körperschaften, überhaupt auf Alle, die zu bester Ge⸗ staltung des Festes mitgeholfen haben. Hierauf verlas Wahl noch zwei von den Friedberger Vereinen gewidmete Sangesgrüße an Offenbach und seine Gesangvereine, die ebenso beifällig aufgenommen wurden als der von Lautz aus Offenbach verfaßte und von ihm vorgetragene Festgruß; nach Beendigung dieses Aktes erfolgte die Schmückung der den verschiedenen Vereinen angehörenden Fahnen. Vor Beginn der Hauptprobe wurde ein tele graphischer Sängergruß an den Kaiser nach Ems und an den Großherzog abgesandt. Um 2 Uhr Nachmittags ordnete sich der Festzug; über 40 Vereine, Deputationen, Ehrengäste, Fest- und Central-Ausschuß, sowie drei Musikchöre waren in demselben eingereiht und von etwa 20 Festreitern wurde er eröffnet. In größter Ordnung langte der Zug nach etwa 1½½ Stunden auf dem Fest plaßze an, woselbst nach Vortrag der Ouverture zu „Egmont“ durch die Kapelle des 118. Inf. Rgts. der Vorsitzende des Festausschusses, Bürgermeister Brink, eine von patrlotischem Geiste durchwehte Begrüßungs und Festrede hielt, welche mit 3 maligem Hoch auf den Mainthal⸗Sängerbund endete. Das jetzt folgende Concert, welches in seinem vokalen Theile aus drei Gesammt— und sieben Spezialchören bestand, befriedigte, was an dem nach jeder Nummer gespendeten reichen Beifall er sichtlich gewesen, allgemein; die Vorträge zeigten von
fleißigem Studium unter bewährter Leitung. Nach Be⸗ endigung des Concerts wurde Musikdirektor Güth durch den Bundespräsidenten mit einem von den Vereinen Offenbach's gespendeten Lorbeerkranz geschmückt. In dem Instrumental-Concerte des Abends fanden die Gäste durch ein auf dem Maine abgebranntes Feuerwerk weitere Unterhaltung und das Fest selbst einen würdigen
weihe verband. Tribüne die einzelnen Vereine des Bundes empfangen und begrüßt waren, wurde die neue Fahne überreicht und dann der Festzug aufgestellt, der sich durch die fest— lich decorirten Straßen bewegte und aus vielen Häusern mit Hochrufen und Blumenspenden begrüßt wurde. Auf dem Festplatze angelangt, sangen die Vereine des Bundes das Chorlied:„Festlied“ von Orth, das der Bundes— präsident, Lehrer Scharmann aus Kaichen, dirigirte. Derselbe hielt auch die Festrede, in welcher er seiner Freude über das bisherige Wachsen und Fortschreiten des Bundes Ausdruck gab und unter Hinweis auf die hohe Bedeutung des Gesanges zur gemeinsamen Pflege desselben aufforderte. Ein anderes Vorstandsmitglied dankte sodann im Namen des Bundes den beiden Ver— einen Heldenbergens, welche das Fest arrangirt, sowie den Festjungfrauen und der ganzen Gemeinde, worauf dann der Vortrag der Spezialchöre erfolgte; durchweg wurde recht gut gesungen. Der übrige Theil des Festes verlief in der schönsten Ordnung; Tausende von Festbe— suchern hatten sich auf dem gut gewählten Festplatze ein— gefunden, an Vergnügungen für Alt und Jung feblte es nicht und bald herrschte eine recht animirte Stimm— ung, die bis tief in die Nacht hinein anhielt, ohne durch die geringste Störung unterbrochen zu werden. Auch der zweite Festtag, Montag, vereinigte viele Besucher der Umgegend auf dem Festplatze.
Allerlei.
Toulon, 2. Juli. Von gestern Abend 10 Uhr, bis heute Vormittag 10 Uhr sind 5 Cholera- Todesfälle, seit heute Vormittag 10 Uhr a6 Cholera- Todesfälle vorge— kommen. In Marseille ereigneten sich von Montag Abend 6 Uhr bis gestern Abend 6 Uhr, 3, seit heute früh 4 Cholera Todesfälle. Das Gerücht, in Lyon sei ein Cholera-Todesfall vorgekommen, ist unbegründet; weder unter den Einwohnern noch den Fremden wurde irgend ein solcher Fall constatirt. Die Abendblätter
melden, in Paris sei eine Person an der Cholera er— krankt; dieselbe befinde sich jedoch bereits auf dem Wege
der Genesung. Das Gerücht eines Chelexafalles in Livorno wird dementirt.— 3. Juli. Von gestern Abend 7 Uhr bis heute Vormittag 10 Uhr sind hier 3 Todes— fälle, in Marseille 2 vorgekommen.
Handel und Verkehr.
Homburg, 3. Juli. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.50- 5, per Gescheid 9— 10 Pf. Eier per Stück 5, 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M. 1.00.
Frankfurt, 2. Juli. Starke Zufuhr in neuen Kartoffeln, in Folge davon billige Preise, pr. Pfd. 6 Pf., Rheinische 10 Pf., alte Kartoffeln pr. Malter(200 Pfd.) M. 5. pr. Gescheid 9— 10 Pf. Zwiebeln pr. Centner M. 16., pr. Pfd. 22 Pf. Erbsen 16 Pf., ausgekernte pr. Liter 50 Pf., feinere(0—70 Pf., Zuckerschoten pr. Pfd. 20 Pf., Pack Gelberüben 56 Pf., Kohlrabi pr. Stück 2— 5 Pf., Salat 2-3 Pf. Obst: bedeutende An— fuhr in Heidelbeeren pr. Liter 12— 15 Pf., Kirschen 12-30 Pf. pr. Pfd., Klosterbeeren 18— 25 Pf., Johannis- trauben 20— 25 Pf. Eier pr. Hundert M. 4.50— 5.50.
Frankfurt, J. Juli. Heu- und Strohmarkt. Die Anfubr belief sich auf 25 Wagen und wurde bezahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 3.10 3.50, für Stroh M. 2.50— 3.10.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Ctr. M. 70, im Klein— verkauf je nach Güte der Waare per Pfd. 90 Pf. bis M. 1.10.
Volksbad. Wasserwärme am 4. Juli Mittags 180 Reaumur. Walter.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Eyangelische Gemeinde. 4. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½j Uhr: Herr Candidat Knoll. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Nachmittags 1½, Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel. Katechismuslehre. Am 5. Sonntage nach Trin. Abendmahl in der Burgkirche.
Ratholische Gemeinde. 5. Sonntag nach Pfingsten. Samstag 5 Uhr: Beicht. Sonntag 6 Uhr: Beicht. 3/47 Uhr: Austheilung der heil Communton. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
Submission.
3000 Stück Kohlenklötze von dem Bergwerk Melbach, 400 Centner Steinkohlen(Stückkohlen 1. Qualität) und 25 Centner Anthraecitkohlen sollen an den Wenigstnehmen den vergeben werden. Einlagen wolle man versiegelt bis zum 15. d. Mts. bei uns einreichen.
Bedingungen liegen auf unserem Direetionszimmer zur Einsicht offen.
Friedberg den 3. Juli 1884.
Großherzogliche Direetion der Blinden-Anstalt. Schäfer.
Holzversteigerung.
Montag den 7 Juli l. J., von Morgens 9 Uhr an, werden in dem Domanialwald-Distrikt Burgwald, Schlag XVII: 97 Raummeter Schäleichen-Knüppelholz, 11900 Schäletchen-Wellen, 26 Raummeter Spähne und 115 Stück Schäleichen-Baumstützen versteigert.
Ober⸗ Rosbach am 28. Juni 1884. Großherzogliche Oberförsteret Ober Rosbach.
Strack.
Hofraithe- Versteigerung.
Freitag den 11. Jull, Vormittags 11 Uhr, soll auf freiwilligen Antrag der Philipp Wilhelm Sieck's Erben die denselben zustehende Hofralithe Flur J. Nr. 214= 13010 Klafter haltend, bestehend aus einem Zstöckigen Wohnhaus, Scheuer, Stallungen, Lagerhaus ze. nebst daranstoßenden Gärten Fl. J. Nr. 213= 478,10 Klftr. und Flur 1. Nr. 221 281½jꝗf4bem Klafter nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden.
Bemerkt wird, daß die Hofraithe sowohl durch ihre ausgezeichnete Lage auf der Kaiserstraße, wie auch durch ihre bedeutenden Räumlichkeiten und Hintergebäude sich zu jedem öffentlichen Geschäftsbetrieb eignet und die Zahlungs bedingungen Seitens der Erben günstig ge— stellt werden.
Friedberg den 27. Juni 1884.
Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Steinhäußer.
Eine Treppe
von Eichenholz, noch gut erbalten, 20 Tritte hoch, 1 Meter breit, lipkks gehende Wendeltreppe, ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Anz. 2544
20 2 gut dressirte Zughunde
mit Wagen bat zu verkaufen Bönst a dt.
2512
2508
2561
Adolf Behrends.
einen Freitag fallen würde, so ist derselbe auf
verlegt worden.
Homburg v. d. Höhe den 2. 2559
Juli 1884.
Markt Verlegung.
Da der auf den 25 d. Mts. als am Jacobustage dahier abzuhaltende Krämermarkt auf
Montag den 28. und Dienstag den 29. Juli d. J.
2(Ag. 3794.) Bürgermeister⸗Amt A. Schleußner.
1944
Dampf- Dresch-Maschinen und Locomohilen, eigenes und englisches Fabrikat, von 2½, 3, 4, 6, 8 und 10 Pferdekraft liefern in neuester und bester Construction unter Garantie mit Zahlungserleichterungen nungen, Beschreibungen, Preise und Atteste senden auf Wunsch franco und gratis.
PH. MATFARTH& C0., Maschinenfabrik und Eisengiesserei, Frankfurt a. MH. und Wien.
Zeich—
Niederlage bei
O. Fritze's Bernstein-OGel-Lackfarbe
zum Selhst-Lackiren von Fussböden in bekannter vorzüglicher Qualitat.
Wilh. Bernbeck, Friedberg.
Holzversteigerung.
In den Freih. von Franckenstein'schen Waldungen werden versteigert: IJ Montag den 7 Jute Distrikt Kuppe: 8 Raummeter Eichen-Schälknüppel, 11* Eichen⸗-Spähne, 15350 Stück Eichen-Schälwellen,
284 4„ Baumstützen. 2) Dienstag den 8. Juli l. J.: Distrikt Dicker Busch: 34 Raummeter Eichen-Schälknüppel,
19375 Stück Eichen⸗Schälwellen. 3) Mittwoch den 9. Juli l. J., Distrikt Mörler Unter und Eichelgarten: 113 Raummeter Eichen-Schälknüppel, 9875 Stück Eichen Schälwellen, 5 Raummeter Eichen Spähne.
Zusammenkunft am ersten Tag auf dem Hübnerweg im Distrikt Kuppe, am zweiten Tag auf der Marien⸗ schneise im Distrikt Dicker Busch, am dritten Tag am ehemaligen Schießplatz im Distrikt Moͤrler Unter, jedes mal Vormittags 9 Uhr.
Ockstadt den 28. Juni 1884.
Der Früh. v. Franckenstein'sche Oberförster Rumpf.
2495
Arbeits-Versteigerung.
Dienstag den 8. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr 8„
sollen in dem Rathhaus zu Gambach nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Accord gegeben werden: M. Pf. Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 9985 10 Zimmerarbeit 12 88 Steinhauerarbeit 31 Schreinerarbeit 34 Schlosserarbeit 15— Glaserarbeit 29 60 Spenglerarbeit 5 10 Weißbinderarbeit 314 25 Pflasterarbeit 10 50 Lieferung von hydraulischem Kalk 48 40 8„ Mauersteinen 125— 5„ Cement 60— „„ Schlackensand— 7„ Gambacher Sand 16 50 5„ geschliffenen Sandsteinplatten 12— 5„ Cementröhren r 39 Butzbach den 4. Juli 1884. a Metzger,
2567 Bezirks⸗Bauaufseher.
Herren kragen u. Manschetten bllligst
bei K. Friedrich.
0
1
2


