a 5 den Züge passirten die Stelle anstandslos und denkt man daher an ein geplantes Attentat,
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da eine Lockerung von Mutterschrauben entdeckt wurde. Die ungarische Staatsbahn bestreitet, daß eine Nachlässigkeit oder Fehler am Bahn⸗ körper die Ursache gewesen sei. Die Unter— suchungs⸗Commission fand wichtige Bestandtheile gebrochen und vom Bahnkörper hinweggeräumt. Die„Ungarische Post“ ist von competenter Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß es sich um! einen einfachen, durch Erweiterung des Schienen- geleises infolge morscher Schwellen herbeigeführ ten Eisenbahnunfall handle. Agram, 31. Aug. Der Landtag wurde heute nach Verlesung des Rescriptes, welches die Hoff nung ausspricht, die Vereinigung der Militär⸗ grenze würde mit Hilfe des nächsten Landtags zum Abschlusse gebracht, und nach Ablauf der dreijährigen Legislaturperiode die Auflösung
des Landtags verfügt, von dem Banus geschlossen. Das Nescript wurde wiederholt mit Ziviorufen aufgenommen.
Belgien. Brüssel, 2. Sept. Die Kammer genehmigte die drei ersten Artikel des Gesetz— entwurfs, betreffend die Regulirung der Steuern und Verbrauchsabgaben von Branntwein, womit der ganze Gesetzentwurf als angenommen an— zusehen ist. Die Kammer nahm sodann die Vorlage wegen Erhebung einer Zuschlags— steuer auf auslandischen Zucker mit 63 gegen 10 Stimmen an.
Frankreich. Paris, 1. Sept. Ein Tele— gramm aus Honkong meldet: Courbet zeigte an, daß die französischen Flottenoperationen beendet seien; die Handelsschiffe könnten jetzt den Min— Fluß wieder ungehindert passiren.— Das Ge— rücht, daß China den Krieg erklärte, ist der „Agence Havas“ zufolge unbegründet.— Dem „Journal Paris“ zufolge verließ Courbet die Rhede von Matson und wird sich derselbe, wie man glaubt, nach Heinaun begeben.— Dasselbe Blatt meldet, daß 500 Mann des in Cochinchina stehenden Detachements nach Kelung abgehen werden.
— 2. Sept. Der hiesigen Regierung ist bisher keine Notification zugegangen, welche eine formelle Kriegserklärung Chinas enthält. Unter— richtete Kreise glauben auch nicht, daß eine solche erfolgen werde.— General Millot wird sich am 22. d. M. in Saigun nach Fraukreich einschiffen. —„Paris“ dementirt das Gerücht vom Rück— tritt des Kriegsministers und schreibt, es seien alle Vorbereitungen getroffen, um, wenn noth— wendig, eine neue Division nach China zu schicken Dieselbe würde aus 2500 Mann Marine-In— fanterie und 6000 Mann Liuientruppen bestehen. Die Ernennung des neuen Truppenbefehlshabers für Tonkin würde in dem ersten Ministerrath nach der Rückkehr Ferry's erfolgen.—„Temps“ betont die Nothwendigkeit, das Commando in Tonkin wegen der großen Wichtigkeit einem be⸗ reits mit größeren Truppencommandos vertrauten Offizier anzuvertrauen.
Großbritannien. London, 1. Sept. Lord Northbrooke und General Wolseley sind gestern über Wien und Triest abgereist und wollen am Sonnabend in Alexandrien eintreffen.
Edinburgh, 2. September. Gladstone stellte vor einem großen heute gehaltenen Meeting in Abrede, daß England die Colonisationen der Deutschen eifersüchtig betrachte; er sei vielmehr vom Gegentheil überzeugt. Die Richtschnur Englands müsse sein, sich gegen andere so zu verhalten, wie Eugland wünsche, daß andere sich gegen England verhalten. Gladstone äußerte sein lebhaftes Bedauern über das Scheitern der Conferenz und lehnte es ab, sich über die künf— tige egyptische Politik auszusprechen, bevor North— brooke und Wolseley ihre Missionen erfüllt hatten.
Italien. Rom. Die von einigen italieni— schen Blättern gebrachten Meldungen über die Demission des diesseitigen Votschafters in London, Nigra, sowie die Nachrichten über Zwistigkeiten zwischen Nigra und dem Minister des Aeußeren, Mancini, entbehren, der„Agenzia Stefani“, zu—
Serbien. Belgrad, 31. Aug. Der König von Rumänien empfing gestern die Mitglieder des diplomatischen Corps und die Würdenträger und unternahm mit dem König Milan eine Spazierfahrt durch die Festung. Abends fand Galadiner und Hofball statt. Die Bürgerschaft brachte dem König von Rumänien einen Fackel— zug, die Stadt war glänzend erleuchtet. König Milan hat den König Karol zum Inhaber des 6. Jufanterie-Regiments ernannt.— 1. Sept. Der König von Rumänien ist nach herzlichster Verabschiedung von der serbischen Königsfamilie gestern Abend abgereist.— Die serbischen Majestä— ten und der Thronfolger sind heute von hier ab— gereist. Während der Abwesenheit des Königs ist der Ministerrath mit der Regentschaft betraut. Rußland. Petersburg. Wie die hoch— offiziöse russische„Warschauer Zeitung“ mittheilt, ist Degajeff, der Mörder des Polizeiobersten Sudejkin, im Ausland verhaftet und nach Peters— burg gebracht worden. Photographieen Dega— jeff's waren bekanntlich in Massen verbreitet und ein Preis von 10,000 Rubel auf die Er— greifung des Mörders gesetzt worden.
— Die Nordische Telegraphenagentur meldet aus Wladiwostock, die im Auslande verbreiteten Gerüchte über Unruhen an der russisch-chinesischen Grenze seien unbegründet. An der Grenze herrsche vollkommene Ruhe; weder officiellerseits noch pri— vaterseits sei etwas von Ruhestörungen gemeldet. — Der Mordversuch, den die Kaufmanns— tochter Maria Kaliuschna in Odessa gegen den Gendarmerie-Oberst Katansky machte, war ein Racheact dafür, daß auf Veranlassung Katansky's ihr Bruder, der ein Mitglied der Revolutious— partei war, zu lebenslänglicher Einsperrung verurtheilt wurde.
Warschau, 2. Sept. Wie verlautet, steht die Ankunft des Kaisers am Donnerstag oder Freitag zu erwarten.
Egypten. Kairo. Major Kitchener in Dongola erhielt mehrere Briefe Gordon's. Der letzte Brief, vom 15. Juni datirt, sagt: Khartum könne sich noch vier Monate halten.
Amerika. New Pork, 1. Sept. Die stri— kenden Grubenarbeiter des Kohlendistrikts Hocking (Ohio) begannen am Samstag die ersten Ruhe— störungen und griffen die zum Schutze der Gru— ben aufgestellten Wachen an. Ein Wachter wurde getödtet und zwei verwundet und der Telegraphen— draht durchschnitten. Die Strikenden lagern bei den Gruben, um die Nichtstrikenden am Arbeiten zu verhindern. Zur Herstellung der Ruhe wur— den Truppen abgesendet. Der Gouverneur von Ohio begab sich persönlich an Ort und Stelle. Der Sheriff wurde angewiesen, die Tumultuanten heute zum Auseinandergehen aufzufordern.
— 1. Sept. Neueren Berichten aus Hocking zufolge sind weitere Ausschreitungen nicht vor— gekommen und wurde die Ruhe allmälig herge— stellt. Der Schaden ist weniger bedeutend, als angenommen wurde.
China. Hongkong, 31. Aug. Der Vice— könig von Canton fürchtet, daß die Franzosen die Bogue-Forts angreifen werden. Die fran— zösischen Zollbeamten haben Canton verlassen. Ein französisches Kriegsschiff ist hier angekommen, um die französischen Handelsschiffe zu schützen. Die chinesische Regierung hat eine Proclamation erlassen, nach welcher auf den Kopf eines jeden Franzosen ein Preis gesetzt wird.
Shangai. Einer Meldung aus Tientsin zu— folge beanspruchte der japanesische Gesandte die Souveränetät über die Loochoo Inseln für Japan und forderte dieselben Vertragsrechte, welche China anderen Staaten zugestanden hat. Der japane— sische Gesandte wolle sich nach Peking begeben, um dort weiter zu verhandeln.
2. Sept. Aus Tientsin wird gemeldet: Li-Hung-Tschang wurde degradirt und seines Ranges als Großsecretär und Vicekönig für ver— lustig erklärt. Die Nachricht bedarf jedoch an— derweitiger Bestätigung.— Aus Peking wird
heute telegraphirt: In den Straßen sind Auschläge d
proclamirt wird. Gleichzeitig wird allen Be⸗ wohnern unter strengen Strafen aubefohlen, sich jeder Belästigung Angehöriger anderer Nationen zu enthalten.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Unsere Sedanfeier ist wieder als 1 wohlgelungen zu betrachten, trozdem am Schlusse ein
unwillkommener Gewitterregen eintrat. In gehobener
patriotischer Stimmung waren wir zahlreich am Morgen
in dem herrlichen Gottes dienste beisammen, dessen festlich⸗
feierliche Wirkung durch die treffliche Predigt Professor
Köstlin's, durch den schönen Gesang der Seminaristen f und durch die Ansprache des Superintendenten Dr. Habicht J erreicht und erhöht wurde. Der Festzug war wieder wie alljährlich eine Freude für Jung und Alt der Stadt. Am Zuge und an dem Feste auf der Seewiese nahm auch Superintendent Habicht zur Freude Aller theil. Die Festrede hielt in frischer Weise und von ächt natio⸗ nalem Geiste getragen Decan Meyer. Alles ging seinen schönen Gang, bis so um 4 Uhr herum drohende Wolken 0 im Südwesten aufstiegen, die uns ein Gewitter brachten ö und einen Regen, der zum Verlassen des Festplatzes nöthigte. Es war ein Glück, daß wir diesmal eine halbe Stunde eher begonnen hatten, denn so sind wir im Ganzen gegen früher nur um eine gute Stunde durch den Regen verkürzt worden. Auch die Wirthe und Verkäufer sind mit ihrem Erlös nicht unzufrieden. So ist denn doch das Fest, das sich bei uns fest eingebürgert hat, auch diesmal wieder herrlich verlaufen und wird auch den hohen und wünschenswerthen Erfolg haben, der in Reden, Gesang und in Allem, was geschehen, sich ausgesprochen und dokumentirt hat. Anwesende auswärtige Gäste. konnten sich über den hier wohnenden vaterländischen Geist und das Zusammenhalten in diesem Geiste nicht 1 rühmend genug aussprechen. Noch ist zu erwähnen, daß
die Nieder- Florstädter Schulkinder sich unserem Zuge und 1 Feste angeschlossen hatten, wie dies andere Schulen auch. schon in früheren Jahren thaten. Die für die Invaliden 0 veranstaltete Sammlung ergab M. 9.57. 1
r. Holzhausen, 31. Aug. Die Feier des Sedan⸗ festes wurde heute dahier in einer Weise begangen, welche der Bedeutung des Tages würdig war und von der ächt deutschen Gesinnung zeugte, welche auch unser Ort in so begeisterter Weise zum Ausdruck brachte. Nachdem Nachmittags 3 Uhr der Festzug, bestehend aus den Kriegern und beinahe sämmtlichen Bewohnern unter Vorantritt der Schuljugend, geführt durch ihre Lehrer, sich geordnet, setzte sich derselbe unter den Klängen eines Musikeorps in Bewegung, um den vor dem Orte zur Erinnerung an die Ereignisse von 1870/71 errichteten Friedensstein zu bekränzen. Dort angekommen, wurde von der Gesangsabtheilung des Kuegervereins ein ent⸗ sprechendes Lied gesungen, worauf Bürgermeister Ried die Bedeutung des Tages kennzeichnete, den Dank zu Gott für die gnädige Führung in jener schweren Zeit aussprach und in einem längeren von demselben ver— faßten Gedichte der Stimmung jener Tage Ausdruck gab. In ein von demselben auf Kaiser, Kronprinz und Großherzog ausgebrachtes„Hoch“ stimmten alle An— wesenden begeistert ein. Der Verwundeten und Ge fallenen wurde ehrend gedacht und durch den Krleger— verein drei Ehrensalven abgegeben. Hierauf nahm auf einer nächst dem Ort gelegenen Wiese der weitere Ver— lauf des Festes seinen Fortgang. Lehrer Cleer hielt in ebenso schwungvoller wie begeisterter Weise dle Festrede, welcher die inzwischen nach Hunderten zählenden Zu— hörer mit Spannung lauschten und welche reichen Beil⸗ fall erntete. Hleran reihten sich verschiedene dekla⸗ matorische Vorträge der Schulkinder, welche zelgten, daß dieselben ebenfalls die nationale Bedeutung des Tages 7 erfaßt, und daß solche auch in der Schule bestens ge-. pflegt wird. Nach weiteren Gesangs—⸗ und Musikvor⸗ trägen bewegte sich der stattliche Zug in derselben Oord. nung wieder zurück und fand der Tag etst spät bei geselliger Unterhaltung im Kriegerverelnslokale und einem daselbst abgehaltenen Tanz für die jüngere Welt einen 1 eben so würdigen als fröhlichen Abschluß. Eine Samm: lung für die Invaliden hatte M. 10.25 ergeben. 7
n. Grünberg. Auf Wunsch vieler Landwirthe soll in Zukunft dahier ein regelmäßiger besonderer Markt 0 für Saatfrucht im Frühjahr und im Herbste statt⸗ 1 finden und zwar der nächste am 13. September l. J.
Der landwirthschaftl. Bezirksverein des Kreises Gießen f hat mehrere Vertrauensmänner ernannt, welche den aus: U
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wärtigen Käufern auf dem Markte mit Rath und That unentgeltlich zur Seite stehen werden. Es sind dies Bürgermeister Faulstich von Weitershain, Oeconom Güngerich von Merlau, Müller Keil von Grünberg, Bürgermeister Schillinger von Queckborn und Müller Zimmer von Lauter. Weitere Auskunft ertheilt Bürger— meister Pracht in Grünberg.
Mainz. Die Speelaldirection der Hessischen Lud— wigseisenbahn macht offiziell bekannt, daß am 15. Oct. 1884 die seitherigen Stationen Mainz(Hauptstation) und Mainz Gartenfeld, sowohl für den Personen- als Güter- verkehr geschlossen und an demselben Tage die neue Station Centralbahnhof Mainz eröffnet werden.— Bei Börrstadt in der Pfalz(Strecke Alzey⸗Kaiserslautern) fuhr gestern ein Personenzug in Folge falscher Weichen stellung auf einen daselbst haltenden Güterzug. Mehrere 2 Wagen der beiden Züge wurden total zertrümmert; ein Passagier wurde schwer und einige leicht verletzt; auch
folge, jeder Begündung.
angeheftet, worin der Krieg gegen Frankreich
as Zugspersonal(Hess. Ludwigsbahn) erlitt leich Verletzungen. f


