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1884.
Oberhessischer Anzeiger.
Dienstag den 4. März. M 28.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch
und Freitag Abend ausgegeben. Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag,
Donnerstag und Samstag.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffers 4 Pf i i E f . 5 i n mit 1 berechnet, em T 5 Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Bost 0 0 0 9
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Betreffend: Die für Naturalverpflegung der bewaffneten Macht im Frieden für das Jahr 1884 zu gewährende Vergütung.
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f Nach einer Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 20. v. Mts. ist auf Grund der Vorschriften im§. 9 Nr. 2 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875(Reichsgesetzblatt S. 52) der Betrag der für die Natural— verpflegung zu gewährenden Vergütung für das Jahr 1884 dahin festgestellt worden, daß an Vergütung für Mann und Tag zu gewähren ist: a. für die volle Tageskost mit Brod 80 Pf., ohne Brod 65 Pf.; b. für die Mittagskost mit Brod 40 Pf., ohne Brod 35 Pf.; d. für die
Abendkost mit Brod 25 Pf., ohne Brod 20 Pf.;& für die Morgenkost mit Brod 15 Pf., ohne Brod 10 Pf. f Wir bringen dies zur allgemeinen Kenntniß. Friedberg den 27. Februar 1884. Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
Dr. Braden.
Bekanntmachung. Betreffend: Zusammenlegung der Grundstücke zu Assenheim, hier insbesondere Abschätzung der Obstbäume im ersten Zusammenlegungsfelde.
Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 27. November 1882— Oberhessischer Anzeiger Nr. 141— bringen wir hiermit zur Kenntniß der Interessenten, daß ein Verzeichniß über die Abschätzung der in dem ersten Zusammenlegungsfelde(Flur 1 und VII- XI) ab⸗ und zufallenden Obstbäume auf dem Rathhau'e zu Assenheim und zwar in der Frist von Montag den 10. März bis Sonntag den 23. März ein⸗ schließlich offen gelegt ist. Innerhalb dieser Frist oder aber in dem Termin Montag den 24. März 1884, Vormittags von 10—12 Uhr, kann gegen die in dem offen gelegten Verzeichnisse angesetzten Geldwerthe, nicht aber gegen die Annahme der zugefallenen Bäume als solche recla⸗ mirt werden. Von denjenigen Grundbesitzern, welche nicht spätestens in dem gedachten Termin Reclamationen vorbringen, wird Einverständniß mit den angesetzten Geldwerthen angenemmen werden. Nachträgliche Reclamationen und Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sind ausgeschlossen.
Friedberg den 1. März 1884.
Ausschreiben.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr Brad
Ein der Verübung der in den letzten Monaten dahier begangenen schweren Diebstähle bezw. Diebstahlsversuche dringend Verdächtiger wurde in der Nacht vom
25/26. l. Mts. von einem Schutzmanne angehalten, entsprang aber, es bis jetzt gelungen wäre, desselben habhaft zu werden. Unbekannte wird beschrieben als ein mehr großer, als mittelgroßer Mensch mit Schnurrbart, Nach den angestellten Ermittelungen hat derselbe Mensch
Papterwäsche und breitrandigem weichem Filzhut. zeigung des Revolvers mit Schießen gedroht.
dunklem Jaquet und Hose, seidener hrem Gebahren für Louis von Freudenmädchen. dung nach denselben, ihre vorläufige Festnahme,
das etwaige Vorkommen einer Verwundung ausmerksam zu machen mit dem Bemerken, daß
in Rücken erhalten haben muß. Gießen den 27. Februar 1884.
Diese Pro eirea 1,70 Meter groß, Haare dunkelblond, in der Mitte ges befand sich ein anderer Unbekannter, etwa 26— 28 Jahre alt, 1,60 blauen Augen, hellblonden Augenbrauen, gewöhnliche Nase, kleiner Mund, Mütze, einen dunklen schwarzen Stock mit Hirschgeweihgriff(ansch
Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit der beiden beschriebenen Personen bittet man um schleunigste, energische Fahn— oder Ausmittelung der Personen und sofort gefällige Nachricht hierher. Es dürfte sich empfehlen, die Herren Aerzte auf wenn der erstgenannte Unbekannte verwundet worden ist, er die Verwundung
Der betreffende Schutzmann schoß ebenfalls auf den Unbekannten und glaubt, ihn verwundet zu haben. bekleidet mit hellgrauer Hose, dunklem Winterüberzieher, weißer, vielleicht Tags zuvor einer Prostituirten in deren Wohnung unter Vor⸗
nachdem er zwei Revolverschüsse auf den Schutzmann abgegeben hatte, im Dunkel der Nacht, ohne daß
Der
stituirte beschreibt in glaubhafter Weise die Person des Unbekannten noch weiter wie folgt: Alter 30-32 Jahre,
cheitelt und hinter die Ohren zurückgekämmt, Augen dunkel, Augenbrauen dunkelblond. In dessen Gesellschaft — 1,64 Meter groß, hellblondes Haar, auf der Seite gescheitelt, von den Ohren nach vorn gestrichen, kleines und spitzes Kinn, röthlicher Schnurrbart mit Mücke, schmächtige Statur, bekleidet mit einend Stockdegen) tragend.
Die Prostituirte hält dieselben nach
Großherzogliches Polizeiamt Gießen: Fresenius.
Deutsches Reich.
F. Friedberg. Der Bericht des Finanz— ausschusses bezüglich der Nebenbahnen liegt uun⸗ ehr vor. Der Gesammtausschuß spricht sich dahin aus, daß der Bau der Bahn 1) von Stock— heim nach Gedern, 2) von Nidda nach Schotten, 3) von Eberstadt nach Pfungstadt auf Staats— fosten, sobald die Interessenten außer dem Ge⸗ ände noch Geldbeiträge zu 1) von 30,000 M., zu 2) und 3) von je 25,000 M. zur Verfüg⸗ ung stellen; 4) von Reinheim nach Reichelsheim, 5) von Osthofen nach Westhofen, 6) von Sprend— ingen nach Wöllstein in erster Linie durch einen Eisenbahn-Unternehmer mit Staatszuschüͤssen zu ) von 290,000 M., zu 5) und 6) von je 80,000 M., in zweiter Linie, wenn sich inner— halb Jahresfrist kein Unternehmer findet, gleich— falls auf Staatskosten, sobald die Interessenten außer dem Gelände noch Geldbeiträge zu 4) von 50,000 M., zu 5) und 6) je 25,000 M. zur Verfügung stellen, der Kammer zur Genehmig— ung empfohlen wird. Der von der Regierung guf Staatskosten vorgesehene Bau der Bahn ) von Hungen nach Laubach, zu welchem die Interessenten Gelände und einen Geldbeitrag von 40,000 M. stellen sollen, 8) von Nanstadt nach Friedberg(nicht Nieder-Wöllstadt), zu welchem zie Interessenten Gelände und einen Geldbeitrag von 50,000 M. stellen sollen, wird nur von der Minorität des Ausschusses(Jöckel und Ellenberger) befürwortet, dagegen von der Majorität ganz ab⸗ gelehnt. Die Majorität begründet ihre ablehnen—
den Anträge zur Bahn von Hungen nach Lau⸗ S
bach wesentlich mit dem Mangel des Bedürf- nisses und der Unbedeutendheit des von der Bahn berührten Werks„die Friedrichshütte“, und zur Bahn von Ranstadt nach Nieder-Wöll- stadt, 5 tracht kommenden Verkehrs- und finanziellen Verhältnisse noch nicht genügend aufgeklärt seien. Weiter wird von der Minorität des Ausschusses, entgegen der Majorität, der Bau einer Bahn beantragt: 9) von Gau-Odernheim nach Als—⸗ heim oder Guntersblum, 10) von Undenheim nach Oppenheim, resp. Nierstein, 11) von Nie— der⸗Ingelheim nach Nieder-Olm, in erster Linie durch einen Eisenbahnunternehmer mit Staats— zuschüssen zu 9) von 200,000 M., zu 10) von 160,000 M. und zu 11) von 240,000 M., in zweiter Linie auf Staatskosten, wenn sich inner— halb Jahresfrist kein Unternehmer findet, sobald von den Interessenten außer dem Gelände Geld— beiträge zu 9) von 48,000 M., zu 10) von 40,000 M. und zu 11) von 50,000 M. zur Verfügung gestellt sind. Der gesammte Aus— schuß beantragt endlich noch, den Communal⸗ verbänden und Gemeinden die denselben zur Last kommenden Geldbeiträge zu 5.03 pCt. aus Staats— fonds zuzuschießen, so daß die Vorschüsse in 41 Jahren abgetragen sein würden. Darmstadt, 1. März. Gestern Abend fand im neuen Palais zu Ehren des Hohen Braut⸗ paares eine Soirce statt, zu welcher 140 Ein⸗ ladungen ergangen waren. Heute findet Fami—
lien-⸗Diner bei der Prinzessin Karl und Abends ouper bei dem Prinzen Alexander statt.
— Der Rittmeister im 2. Drag.⸗Regt. Nr. 24 v. Eschwege wurde zum Kammerherrn ernannt. — Militärdienstnachrichten. Peerrot, Sec. Lieut. vom 1. Gr. Inf.-Rgt. Nr. 115 wurde
resp. Friedberg damit, daß die in Be- der Abschied bewilligt; Dr. Heidepriem, Unter⸗
arzt vom 3. Gr. Iuf.⸗Rgt. Nr. 117, mit Wahr⸗ nehmung einer Assistenzarzt-Stelle beauftragt.
— Postpersonalveränderungen. Angestellt ist der Postpraktikant Haubach in Gießen als Post⸗ secretär. Gestorben sind der Postverwalter Gesser in Fürth i. O. und der Postmeister Heck in Nidda.
— Ein Antrag der Abgg Küchler und Möhn in der zweiten Kammer gebt dahin, die Regier— ung um eine Gesetzesvorlage zu ersuchen, worin die Bestimmung des Art. 5 des Gesetzes vom 1. October 1870, die Pensionirung der Volks— schullehrer betr., dahin abgeändert werde, daß bei Pensionirung der vor Erlaß dieses Gesetzes angestellten Schullehrer die Pensionirung vom zweiten Jahr der dienstlichen Verwendung und nicht von der Zeit der bestandenen Schulprüf— ung an gerechnet wird.
Berlin, 29. Febr. Großfürst Konstantin ist mit dem Fürsten Obolenski nach herzlichster Verabschiedung vom Kaiser und den Mitglie— dern des Königshauses gestern nach Stuttgart abgereist. Die übrigen Mitglieder der Gratu— lations-Deputation traten die Rückreise nach Petersburg an.
— Ein dem Bundesrath zugegangener Ge— setzentwurf, betr. die Bewilligung, der Mittel zu Zwecken der Marineverwaltung, verlangt 18,790,000 M., welche im Wege der Anleihe


