Ausgabe 
1.11.1884
 
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T1.

und

. Hberhessischer Anzeiger. M 130.

3821 isse. 8 2* ing Das deutsche Volk at gerichtet! U n. a 9 einige 5 5 3 8 an Am 28. October hat es über die deutsch-freisinnige Partei den Stab gebrochen. einen 5 1 8 5 FFF 5 in dn 5 Von 106 Mitgliedern, welche die deutsch-freisinnige Partei im letzten Reichstag zählte, sind bis jetzt nur 31 gewählt, sie 0 wird sich als einePartei in Trümmern im neuen Reichstag wiedersehen. er. 5 2 0 5 2E 1. 5 e 8 ber. Deutschland ist es müde und überdrüssig geworden, länger einer Partei Gehör zu schenken, welche ihre ganze Stärke darin

sucht, die unfruchtbare Politik endlosen Widerspruchs zu treiben.

Wähler, auch Ihr habt Euch für die nationale Sache erklärt; Ihr habt es gethan, indem Ihr 6051 Stimmen für unseren Candidaten Görz abgegeben habt, während trotz aller Anstrengungen der Deutsch Freisinnigen, deren Candidat noch nicht 1 4000 Stimmen erhielt.

Alle Unwahrheiten und Verdächtigungen, mit welchen die Gegner unsere Partei und unseren Candidaten überschüttet haben, haben Nichts gefruchtet, sie sind zu Schanden geworden an dem gesunden Sinn unserer Bevölkerung.

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dual Und nun prüft, Wähler, welch' zerbrechliche Waffen die Gegner führen, zu welch' lächerlichen Angriffen und haltlosen Verdächtigungen sie geschritten sind. g Unser Candidat Görz soll conservativ sein, während alle Welt weiß, daß er seit Beginn seiner politischen Thätigkeit stets

8 Air liberalen Fahne gestanden, daß er zu den gefürchtetsten Gegnern des reaktionären Ministeriums Dalwigk gehört, und 1 seine persönlichen Interessen stets hintangesetzt hat, wenn die freiheitliche Sache Opfer von ihm heischte. 00 Wahrlich sein Liberalismus erscheint waschächt gegen den seines Gegners des Berliner Majors Hinze, der sich

dei 10 als politischer Neuling bekennt, und den Liberalismus als bequemes Mittel betrachtet, um eine politische Nolle U 1.

zu spielen. 1 Unser Candidat soll als Beamter abhängig sein, wagt man Euch zu sagen, während doch Niemand in ganz Hessen an, unabhängiger ist, als der erste Richter im Lande, der weder abgesetzt noch versetzt werden kann, unabhängiger jedenfalls als deutsch⸗freisinnige Abgeordnete, die aus der Parteikasse Diäten beziehen, und somit der Parteileitung unterworfen sind. i L. Unser Candidat soll in Glaubenshaß befangen sein, während er schon seit Jahrzehnten für volle Gleichberechtigung aller dle Confessionen, Protestanten, Katholiken und Juden eingetreten, stets dafür gewirkt, und auch vor Kurzem wieder öffentlich

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alta erklärt hat, er werde nie und nimmer zugeben, daß auch nur im Entferntesten eine Schmälerung oder Minderung dieses ge rgewennd wichtigen Grundrechts stattfände.

führen. 5 f 5 f. b Unser Candidat soll das Brod des armen Mannes vertheuern wollen, sagt Euch die freisinnige Demagogie, da er sich für fermall,

1 eine Erhöhung des Getreidezolls ausgesprochen hat.

3 0 25 2 ee e 2 9 2 8. 5 Man traut seinen Ohren nicht Glauben denn die Deutschfreisinnigen wirklich den Wählern Sand in die Augen streuen, 1 2 2 2 5 5* 2 2 und ihnen vergessen machen zu können, daß das Brod seit der Einführung des Kornzolls volle 20 pCt. im Preise billiger eld 9 worden ist. Es wird eben der Zoll nur vom Ausland getragen, welches mit seinem Getreideüberschuß auf den deutschen Markt

ugewiesen ist. sen Freilich glaubt unser Candidat, daß die inländische Getreideproduetion geschützt werden müsse, denn in Amerika und Indien oben die Landwirthe keine nennenswerthen Grundlasten zu tragen, und bei unendlicher Fruchtbarkeit des Bodens nur ver

fe, N chwindende Bewirthschaftungskosten; und es wäre die deutsche Landwirthschaft dem sicheren Untergang verfallen, wollte man aa leser ungesunden übermächtigen Concurrenz gegenüber die Hände in den Schooß legen, und das ausländische Getreide zoll frei dal n Deutschland eingehen lassen.

3 So beurtheilt unser Candidat diese Lebensfrage der Landwirthschaft und der 23 Millionen, die aus ihr ihren aume. Anterhalt nehmen, während der deutsch-freisinnige Candidat Hinze entschieden gegen die Kornzölle ist und den Landwirthen den gelt, Aus Berlin mitgebrachten billigen Rath gibt, Molkereigenossenschaften zu bilden und Viehzucht zu treiben. e Wähler, bedarf es bei dieser Sachlage noch eines Wortes, wem Ihr am Tage der Stichwahl, am 15. November, . e Stimme geben wollt. Blickt in Hessen umher, seht Euch die beiden anderen oberhessischen Wahlkreise an, welche bereits eie em 28. Oktober durch unsere Partei den Deutsch-Freisinnigen entrissen worden sind; sicher wollt Ihr denselben nicht nachstehen. 1 Jeder thue seine Schuldigkeit, und die Provinz Oberhessen wird keinen Deutsch-Freisinnigen im künftigen Reichstag mehr haben! Wählt unseren Candidaten, den Herrn

berlandesgerichts-Präsidenten Görz

aus Darmstadt.

Friedberg den 6. November 1884.

Das natianal- liberale Wahlcomité.