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Geilage.
Sberhesssicher Anzeiger.
75.
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Deutsches Reich.
Darmstadt. Letzten Samstag wurde zu Schönberg im Familienkreis die Verlobung der Prinzessin Victoria, ältesten Tochter des Groß— herzogs mit dem Prinzen Ludwig von Batten— berg, ältestem Sohne des Prinzen Alexander von Hessen, mitgetheilt. Der Bräutigam be— gleitet bekanntlich ein höheres Commando in der englischen Marine.
Berlin, 27. Juni. Die nussischen Stu⸗ denten Truczkoweki und Mendelssohn, welche gegenwärtig eine längere Strafe wegen socia— listischer Umtriebe verbüßen, standen gestern wegen Bestechung des Gefangenenausschers vor Gericht; ebenso Letzterer wegen Vermittelung heimlicher Correspondenz Truczkowski's mit der Außenwelt, wofür der Aufseher 1½ Jahr Zuchthaus erhielt. Truczkowski wurde zu 4 Wochen Gefängniß ver— urtheilt, Mendelssehn wurde freigesprechen. Die Correspondenz bezwackte die Vorbereitung zum Fluchtversuche.
Ems. Die Abreise des Kaisers ist auf den 6. Juli festgesetzt. Zunächst findet ein zwei— tägiger Aufenthalt in Koblenz statt, ehe die Weiterreise nach der Mainau resp. Gastein an— getreten wird.
Aus land.
Großbritannien. London, 28. Juni. Heute Nachmittag fand eine Versammlung von Schiffsrhedern statt, worin über des Gutachten von zwei hervorragenden Advokaten über das von Lesseps beansproͤchte Monopolrecht am Isttmus von Sucz berathen wurde. Die Gut— achten bestreiten den Anspruch Lesseps' unbe— dingt und sollen Seitens der Schiffsrheder un— verzüglich zur Grundlage einer Action gemacht werden, um die Behörden für den Bau eines zweiten Canals unter englischer Controle zu gewinnen.
Italien. Rom, 27. Juni. Die Kammer genehmigte heute den Handels- und Schifffahrts— vertrag mit Deutschland und Großbritannien.
Rußland. Petersburg. Wie die Nowoje Wremja aus glaubwürdiger Quelle mittheilt, wurde in Siedlee(Russisch-Polen) ein öster— reichischer Generalstabsoffizier Namens Nagy verhaftet, bei welchem man Pläne und Karten sowie Crequis wichtiger Positionen am westlichen Bug vorfand. Der Verhaftete sei zum Zweck weiterer Untersuchung nach Warschau gebracht worden. Nach demselben Blatte wurde in Polen ein zweiter österreichischer militärischer geheimer Agent verhaftet in der Person des angeblichen Lebens versicherungs-Agenten Hugo Rittberg, der sich mehr mit der Recognescirung des Terrairs, als mit der Lebensversicherung abgeben soll.
Asien. Peking. Der Standard veröffent—
licht eine Depesche aus Hongkong, in welcher es heißt, daß Cbina den Wunsch nach Erhalt— ung des Friedens hege, aber die herausfordernde Haltung Frankreichs arbeite der chincsischen Kriegspartei in die Hände. Der englische Ge— sandte Sir Harry Parkes werde sehnlichst von Japan erwartet; der Handel beginne in Folge der Unsicherheit der Lage bereits zu stocken.
Calcutta, 28. Juni. Eine von der indischen
Regierung an den Emir von Afghanistan ab— gesandte Munitiens-Colonne wurde von den Grenzstämmen der Schinwaris und Afridis an— gegriffen und ist nach heftigem Kampfe in deren Hände gefallen.
Allerlei.
k. Köppern. In dem Grubenfelde Isidor bei Köppern ist in jüngster Zeit unter der bewährten Leit⸗ ung des Bergverwalters Schwarz ein manganbaltiges Brauneisenstein⸗Vorkemmen von erheblicher Mächtigkeit und vorzüglicher Qualität aufgeschlossen worden; die Analysen dieses Erzes haben 46,25 Eisen, 10,70 Mangan, 0,096 Phosphor und nur 9,65 Rückstand ergeben. Die Erzablagerung tritt auf dem Kalk auf, und scheint die Fortsetzung des schon lange Jahre mit Erfolg betriebe⸗ nen Ober Rosbocher Bergswerks zu sein. Die Auf⸗
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Ichlüsse auf Grube Isider sind gegerwärtig schon von solcher Ausdehnung, daß mit der Abfuhr und Versend— ung nach Station Fried berg begonnen werden konnte, wohin eine gute Chaussee führt. Hoffen wir, daß diese Grube sich beim weiteren Aufschluß immer noch reich— haltiger gestalten, und der hiesigen Gegend Gelegenheit zu lohnendem Verdienste und den Grubenbesitzern reiche Aus beute bringen möge. Dazu ein frohes Glückauf!
st. Frankfurt. Während worgen om 1. Juli unser Schauspiel⸗Personal einen vierwöchentlichen Ur— laub antritt, wird an demselben Tage das Opern— haus mit Wagner's„Tannbäuser“ wieder eröffnet und beginnt semit die eigentliche Fremden-Saison. Von der Erfahrung ausgehend, daß das Franksurter Opernhaus im Semmer und Herbst einen starken An— zichungspunkt bildet für das durchreisende Publikum, bat die Intendanz auch in diesem Jahre die Anordnung getroffen, daß die Urlaube fast aller erster Mitglieder der Oper frühzeitig erledigt seien, und demrach, einem reichen und abwechslungs vollen Repertoir Nichts im Wege steht. Alle, in der Zeit von nahezu diti Jahren, auf die Bühne des neuen Opernhauses gebrachten Werke klassischer und moderner Autoren, werden in bester Be— setzung, und wie bekannt in prächtiger Ausstattung dem Fremdenpublikum in rascher Lufeinanderfolge vorgeführt werden. Besonders erwähnt sti nes, daß zwei Mal im Monat Juli und zwei Mal im Monat August, der voll— ständige Nibelungen Cyelus Wagners(Rheingold, Wal— küre, Siegfried, Götterdämmerung) zur Aufführung ge— langt. Neu einstudirt wird unter manchem Anderen, noch mehrjähriger Pause, Weber's„Oberon“, der in gänzlich reuem, glänzendem, decorativem Gewande auf der Frankfurter Bühne erscheinen wird, mit Frau Schrö— der⸗Hansstängl in der Partie der Rezia. Zum ersten Mole wird gegeben werden: Rubinsteins Oper„Die Maccabäer“, mit Frau Moran Olden als Lea. In Aus— sicht genemmen ist ferner St. Sain's große Oper „Heinrich VIII.“ Erwähnt sei auch, daß in der zweiten Hälfte des August zwei Mal Goethe's Faust-Tragödie I. und 11. Theil(für zwei Abende eingerichtet) zur Darstellung kemmt. Derselben schließt sich zu Goethe's Geburtstag eine Neueinstudirung des„Götz von Berli— chingen“ an. Nachdem am 29. Juli die Vorstellungen im Frankfurter Schauspielhause wieder begonnen haben, werden, schon anfangend im Monat August, zahlreiche Novitäten und Neueinstudirungen das Schauspiel Reper— toir ergänzen. Zum ersten Male werden aufgeführt werden, Die„Maltheser“ Trauerspiel in 5 Aeten(mit theilweiser Benützung des Schiller'schen Entwurfs) von Butlthaupt,„Konradin“ von Hans Lerrig,„Graf Königs— mark“ von Heyse,„Die Zauberin am Stein“ von Nissel, „Die Welt, in der man sich langweilt“ von Pailleron, „Commerzienrath Königsberger“ von Justinus,„Die Vermählten“ Lustspiel von Wilbrandt,„Das Gnaden— brod“ von Turgeniew(Uebersetzung ven Ludw. Pletsch). In Aus sicht genommen ist ferner eine größere Novität von Wildenbruch und eine solche von Friedrich Spiel— hagen. Unter den Neueinstudirungen seien nur erwähnt: Shakes peare's„Wie es Euch gefällt“(neue Bearbeitung), Shakespeares„Coriolan“ und„Romeo und Julia“, Lessing's„Sara Sampson“, Grillparzer's„Traum ein Leben“, Wichert's„Ein Schritt vom Wege“ u. s. w. u. s. w.
Kaiserslautern, 25. Juni. Wenn der Hausknecht vergeßlich ist, so kann dies für den Wirth sehr unange— nehm werden, wie Folgendes beweist: Ein hiesiger Gast— wirth ließ heute Morgen einen Extrazug nach Zweibrücken auf seine Kosten abgehen, um einen Geschworenen dort— hin zu bringen, der bei ihm übernachtete und den der Hausknecht trotz der Bestellung zu wecken vergaß. Der Zug kostete die hübsche Summe von 188 Mark.
Th. Dresden. Die„Concordia“, Vereinigung deutscher Nähmaschinenindustrieller, hat auch dieses Jahr eine Statistik ihrer Nähmaschinenproduktion aufgestellt, wonach im Jahre 1882 dieselbe über 31% zugenommen. Es wurden im Ganzen produeirt 524,000 Nähmaschinen, darunter ca. 400,000 nach dem System Singer. Mehr als 2/3 sind davon exportirt worden und zählt neuer— dings Frankreich zu den dankbarsten Exportgebtieten. Oesterreich, Süd-Australien, Rußland, Schweden, Eng— land, Italien, Spanien, Engl. Indien, Holland ꝛc. sind schon längst Abnehmer deutscher Nähmaschinen, die man dort den sog. Originalen, wegen ihrer sauberen Justir⸗ ung und ruhigen Ganges, vorzieht. Leider läßt der Ab⸗ sotz in Deutschland selbst noch zu wünschen übrig, denn, obschon er sich gesteigert, könnte er doch noch bedeutender sein, wenn das deutsche Publikum sich nicht immer noch durch die Schlagwörter„Original“,„echt“ c. beeinflussen ließe und der deutschen Maschine die Anerkennung ge— währte, welche ihr im Auslande im vollsten Maaße wird.
Aschersleben, 28. Juni. Der Commandeur des hiesigen Husaren Regiments wurde heute auf dem Bahn— hof von einer Rangir-Maschine erfaßt und getödtet.
Nyiregyhaza, 27. Juni. Bei Beginn der heutigen Verhandlung protestirt die Vertheidigung dagegen, daß trotz des gerichtlichen Beschlusses die der Bekleidung der Dadaer Leiche Verdächtigen noch von Gendarmen be⸗ wacht werden. Der Vertheidiger werde die Regierung um Abhilfe bitten müssen. Der Präsident überläßt dies seiner Ansicht. Der Angeklagte Junger nennt einen Zeugen, der gesehen hat, wie der Sicherheitscommissär Reezy den Moritz aus dem Stall herausgerufen habe mit
den Worten:„Komm heraus, du Galgenfutter.“ Sodann
wird die Frau des Angeklagten Scharf vernommen. Sie weiß nur, daß ein Mädchen aus der Nachbarschaft ihrem 5jährigen Knaben einen Gulden gegeben habe, damit er nacherzähle, was man ihm vorsagte. Die Confrontirung der Frau Scharf mit Esther's Mutter ist belanglos. Frau Scharf sagt aus, ihr Stiefsohn Moritz sei stels sehr furchtsam, verlegen und störrisch gewesen, weßhalb er öfters gezüchtigt worden sei; zweimal habe er ein Messer nach ihr geworfen, das zweite Mal am Tage ihrer und seiner Verhaftung; seither habe sie ihn nicht wieder gesehen. Mit seiner Stiefmutter con— frontirt, bleibt Moritz bei seinen bisherigen Aussagen. Seiner Stiefmutter, welche sich dagegen verwahrte, ruft er zu:„Sie lügen“. Seinem Vater, der mit aufgehobenen Händen ihn bittet, die Wahrheit zu sagen, erwiederte er, er wolle nicht ewig eingekerkert sein und nicht Jude bleiben, die Juden würden ihn tödten. Mit den Dienst⸗ leuten Reezy's econfrontirt, beharrt Moritz auf seiner Behauptung, er habe seine Geständnisse freiwillig gemacht und Niemand habe ihm Etwas zu leide gethan. Der vom Polizeichef und Oberstaatsanwalt mit Ueberwachung der Voruntersuchung beauftragte Sicherheits Commissär Bareza deponirt, Moritz, zu welchem er zugelassen worden sei, habe ihm Anfangs die Ermordung der Esther in der bekannten Weise erzählt, später aber gestanden, daß er eigentlich Nichts gesehen und man ihn uur dadurch zu seiner Aussage vermocht habe, daß man ihm mit (wigem Kerker gedroht habe. Morstz und der Comitats— beamte, in dessen Obhut letzterer steht, stellen dies in Abrede. Auf die Bemerkung des Präsidenten an Bareza, daß die Zeugen behaupteten, er habe für seine Aussage viel Geld erhalten, sagt dieser, das seien Jene, welche dem Untersuchungs-Richter Bary einen Ehrenpocal ge— widmet haben.— 28. Juni. Das Beweisverfahren be— züglich der Ermordung Esther's ist abgeschlossen. Von den weiteren Zeugenaussagen war keine von Belang, außer derjenigen des früheren Lehrers des Moritz Scharf, welcher demselben ein gutes Zeugniß au sstellt. Es wur⸗ den sodann die Aeten der Voruntursuchung, und darunter auch die zu Protokoll genommene Aussage des fünf— jährigen Bruders Moritz Scharf's verlesen. Vertheidiger und Staatsanwalt verlangen die Vernehmung des Unter— suchungsrichters und des damaligen Staatsanwals, um zu eruiren, wie dieses Protokoll entstanden. Der Ge— richtshof lehnt dies Verlangen ab, wogegen die Ver— theidigung die Nichtigkeitsbeschwerde einreicht. Drei Flößer treten schließlich den Alibibeweis für Vogel an, welcher des Leschenschmuggels beschuldigt wird. Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt.
London, 26. Juni. Ein Erdbeben war gestern um die Mittagszeit in vielen Theilen der westlichen Graf— schaften Englands deutlich wahrnehmbar. Der Stoß schien sich von Nordwest nach Südost zu bewegen, dauerte einige Seeunden an und war von einem donner— ähnlichen, unterirdischen Getöse begleitet.
Kairo. 27. Juni. Einer Meldung des Reuter'⸗ schen Bureaus aus Damiette zufolge sind gestern da— selbst 47 Personen, davon 37 an der Cholera, gestorben. In Mansurah sind 7 Personen an der Cholera erkrankt, von denen 2 gestorben sind. Es ist im Mittelmeere überall Quarantaine für Schiffe aus dem rothen Meere an— geordnet.— 28. Juni. In den letzten 24 Stunden sind in Damiette 113 an der Cholera erkrankte Personen ge— storben. In Mansurah kamen in den letzten drei Tagen 11 Cholerafälle vor, wovon 4 tödtlich ausgingen. Ein in Tantah vorgekommener Todesfall wird gleichfalls der Cholera zugeschrieben. Da dieselbe seit gestern auch in Port⸗Said aufgetrten, so ist allen nach Suez gehenden Schiffen verboten worden, mit den Canalstationen zu verkehren. Der Sicherheitscordon in Damiette hat sich als ungenügend erwiesen. Die Europäer flüchten in Schaaren aus den bedrohten Ortschaften. Die„Turquie“ veröffentlicht folgende schwere Beschuldigung gegen die Engländer: Die Verantwortung für die Cholera in Egypten fällt England zu, welches prophylaktische Maß— nahmen, als die Cholera von Indien signalisirt wurde, verhinderte, um seinen Verkehr mit Indien nicht zu beeinträchtigen.
Gerichtssaal.
Gießen. Schwurgerichts-Verhandlung am 26. Juni
l. J. gegen Wilhelm Vetter, Sohn des Wilhelm Vetter II. von Burg-Gräfenrode, wegen Brand⸗ stiftung. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage
und wurde demgemäß Angeklagter in eine Gesammt⸗ zuchthausstrafe von 6 Jahren verurtheilt. Gleichzeitig wurde auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 4 Jahren erkannt und Polizeiaufsicht ausgesprochen.— Am 27. Juni l. J. gegen 1) Kaufmann Christian Hofmann zu Gießen, wegen betrügerischen Bankerutts; 2) Susanne Schilling von Offenbach, wegen Beihülfe. Beide Angeklagten wurden für schuldig er— achtet und demgemäß Hofmann in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren 6 Monaten, abzüglich von 3 Monaten Untersuchungshaft, und Susanne Schilling in 9 Monate Gefängniß verurtheilt.
Die häufigen Klagen über die Erfolglosigkeit einer Annonce und das dafür weggeworfene Geld würden verstummen, wenn man von Haasenstein& Vogler in Frankfurt(Main) über die Form, den Inhalt und die geeigneten Zeitungen zuvor fachmännsschen Rath einholen möchte. 573


