Ausgabe 
28.7.1883
 
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1883.

Samstag den 28 Juli.

M87.

Oberhessischer Anzeiger.

wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wind bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelomen mit 22 Pf.;

ein Beleg kostet 9 Pf.

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Das Einerndten des Obstes in den Gemeinden des Kreises Friedberg. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt.

Da uns schon mehrfach Klagen über das Einerndten von Obst vor seiner Reife vorgebracht worden sind, so veranlassen wir Sie, das nachstehend abgedruckte Reglement vom 29. August 1860 in Ihren Gemeinden wiederholt bekannt machen und dessen Befolgung geeignet über

wachen zu lassen.

Baumstückbesitzer überlassen und bedarf es hierüber einer besonderen Vorlage an uns nicht. Regleinent in Betreff des Einerndtens des Obstes.

In Folge Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 10,692 wird in Bezug auf das Einerndten

6. laufenden Monats zu Nr. M. J. des Obstes Folgendes verfügt: 8

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Die Einerndtung der Zwetschen, Aepfel und Birnen darf nicht vor dem von dem Bürgermetster mit Zuziehung mehrerer der bedeutendsten Baumstück besitzer bestimmten und von dem Kreisamt genehmigten Tag begonnen werden.

Wer deßhalb, weil sein Obst früher zur Reife gekommen, dasselbe vor dem allgemeinen Termin erndten will, hat um die Erlaubniß hierzu bei dem Vürger meister nachzusuchen, welcher, insofern er es für nöthig hält, durch einen oder nach Umständen zwei bis drei der in§. 1 erwähnten Besitzer einen Augenschein darüber ein nehmen läßt, ob das Obst den nöthigen Grad der Reife erreicht hat und ohne Nachtheil 8 3 des Eigenthümers nicht bis zur allgemeinen Erndte hängen bleiben kann. Erndte gestattet, so hat der Bürgermeister zugleich einen Termin festzusetzen, bis zu welchem dieselbe vollendet sein muß. Von der ertheilten Erlaubniß hat der Bürger meister die Feldschützen zu benachrichtigen und für geeignete Aufsicht Sorge zu tragen.

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und Stunden verboten.

§. 4.

Wird die

Von dem Zeitpunkt an, wann das fallende wendet werden kann, ist das Auflesen des Fallobstes außerhalb der von dem Bürger meister nach Maßgabe der Localverhältnisse hierfür wöchentlich zu bestimmenden Tage Der Zeitpunkt, von wann an die vorstehende Bestimmung bezüglich des Lesens des Fallobstes eintritt, wird von dem Bürgermeister festgesetzt und bekannt gemacht. Kinder, welche das Alter der Schulpflichtigkeit noch nicht überschritten haben, dürfen nur unter Aufsicht von Erwachsenen das Geschäft des Lesens verrichten. 8 Von den Bestimmungen der§§. 1 bis 3 sind ausgenommen: alle rundum eingefriedigten und an den Wohnhäusern oder innerhalb des Orts an der Ortsstraße liegenden Grundstücke.

0 Uebertretungen der§8. 1 bis 3 des vorstehenden Reglements werden nach Artikel 69 des Feldstrafgesetzes bestraft.

Friedberg den 29. August 1860.

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Die Bestimmung des Termins für Einerndten des Obstes§. 1 wollen wir Ihnen unter Zuziehung der größeren

Dr. Braden.

Obst als Viehfutter ver

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp.

Deutsches Reich. Darmstadt. Die Darmst. Ztg. meldet, daß die Verhandlungen der evang. Landessynode

voraussichtlich am 4. Sept. beginnen werden.

Ems, 24. Juli. Der Herzog von Cleve land ist heute zu einem längeren Kuraufenthalt eingetroffen und imEnglischen Hof abgestiegen.

Karlsruhe. Die Bad. Land.⸗Ztg. erklärt das von einem hiesigen Blatte gebrachte Gerücht über den Rücktritt des Finanzministers v. Ell stätter für unbegründet.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Bad Gastein, 26. Juli. Kaiser Wilhelm empfing gestern den Minister Kalnoly, zog denselben zur Tafel und verlieh ihm nach derselben den Schwarzen-Adlerorden.

Belgien. Brüssel, 26. Juli. Die Depu tirtenkammer nahm heute mit 69 gegen 66 Stim men in definitiver Abstimmung den Gesetzentwurf, betr. die Erhöhung der Branntweinsteuer, an.

Frankreich. Paris. Der Kriegsminister Thibaudin wird in den nächsten Tagen Paris verlassen, um eine längere Inspection der Fest ungen und der Vertheidigungslinie an der Ost grenze und den Alpendepartements vorzunehmen. Dem Vernehmen nach wäre die Dauer dieser Inspectionsreise auf etwa sechs Wochen bemessen.

25. Juli. Kammersitzung. Der Kriegs minister und der Arbeitsminister weisen nach, daß die Eisenbahnconventionen nothwendig seien, um allen eventuellen Bedürfnissen der nationalen Vertheidigung zu genügen. Der Arbeitsminister sagt, daß, wenn die Sache geregelt, ein ministe rieller Befehl zwischen Mittags und 6 Uhr Abends hinreiche zur Bereitstellung einer Anzahl Militärzüge, welche jeder Eventualität die Spitze bieten können. Zahlreiche Amendements wurden zurückgezogen oder abgelehnt.

26. Juli. Die Kammer nahm den Credit von 50,000 Fr. für die Entsendung einer Sani täts⸗Commission nach Egypten an. Die vier ersten Artikel der Convention mit der Lyoner Bahn wurden genehmigt.

Großbritannien. London, 24. Juli. Wegen des immer noch unbefriedigenden Ge⸗ sundheitszustandes hat die Königin ihre Reise nach dem Continent aufgegeben und ist heute mit dem Hofe nach Osborne übergesiedelt.

26. Juli. Unterhaus. Gladstone be stimmte nächsten Montag fuͤr die Berathung des Antrages Northeote's, betr. eine Adresse an die Königin in der Suezcanalfrage. Der Premier erklärte, die Regierung könne dem An trag vollkommen zustimmen, perhorrescire aber augenblicklich jedwede Discussion als den In teressen des Staates nachtheilig.

Rußland. Petersburg. Eine vom Kaiser genehmigte Verfügung des Ministercomité's ver hängt über die Stadt Nischni-Nowgorod und die Kreise Nischni-Nowgorod, Balachna und Semenow verschärfte Maßregeln bezüglich der Sicherheit vom 22. Juli bis 22. September.

Af piba Durban, 28 Juli Von hier kommt die Nachricht von dem Tode Cetewayo's; gleichzeitig mit ihm sind viele seiner Frauen und viele seiner Führer getödtet worden. Der Häuptling Usibepu dringt überall siegreich im Zululande vor.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 27. Juli. Gestern Abend fand auf dem Rathhause eine Sitzung des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung bezüglich des Lutherfestes am 10. und 11. November statt, die auf Einladung des Vorsitzenden des Kirchenvorstandes auch von anderen Ge memeindemitgliedern recht zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Pfarrer Baur, sprach zunächst einleitende Worte, in denen die Bedeutung des Festes für uns Evangelische hervorgehoben wurde, theilte dann mit, daß Kirchenvorstand und Kirchengemeindevertretung naturge mäß das Comité bildeten, welches die Feier in die Hand zu nehmen hätte, wobei nicht ausgeschlossen sei, daß die einzelnen zu bildenden Commissionen sich durch Zuziehung besonders geeigneter Persönlichkeiten verstärken könnten, und brachte dann das vom Kirchen-Vorstand vorläufig aufgestellte Programm zur Kenntniß der Versammlung: Einige Wochen vor und eventuell nach dem Feste sollen öffentliche Vorträge über die Bedeutung Luthers gehalten werden, deren einen Oberconsistorialrath Köhler in Darm stadt in dankenswerther Weise zugesagt hat; Freitag den 9. November Anläuten des Festes mit allen Glocken; Samstag den 10. Novbr. findet Vormittags eine Schul⸗ feierlichkeit in der Kirche statt; Nachmittags Festzug und Pflanzung einer Linde oder Eiche auf dem Viereichenplatz; Abends Gottesdienst in der Burgkirche unter voraus gehendem einladendem Geläute mit allen Glocken; Sonn⸗ tag den 11. früh Morgens Choral von dem Altane der Burgkirche; 9 Uhr Festgottesdienst in der Stadtkirche, nach welch letzterer sich die Theilnehmer an ersterem in feierlichem Zuge von der Burgkirche aus begeben; am Nachmittag Auffübrung des OratoriumsLuther von Meinardus und Abends Bankett. Ueber dies Programm wurde eine Disecussion gepflogen und dasselbe im großen Ganzen genehmigt, nur einige wenige Punkte wurden einer speeiellen Fesistellung vorbehalten. Nachdem sodann noch

die Finanz- und Musikeommission ernannt worden waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung.

h. Friedberg. Der Versammlungstag des Ober hessischen Bienenzüchter-Vereins in unserer Stadt am 25. d. M. verlief in folgender Weise: In der Frühe kamen noch fur die Ausstellung und den Markt bestimmte Gegenstände an und wurden geordnet, dann begann der Besuch der Ausstellung, die eine verhältnißmäßig reiche war und den Beweis lieferte, daß die Bienenzucht in der Wetterau mit Erfolg betrieben wird. Ausgestellt waren Bienenvölker, Honig und Geräthe, etwa von 100 Ausstellern. Nach zehn Uhr fanden die Verhand- lungen und der äußerst gediegene und anziehende Vor⸗ trag des Pfarrers Weigand, Präsident des Nass. Bienen⸗ züchtervereins, aus Eschbach statt:Der Bien muß, nach⸗ dem Beig. Steinhäußer offiziell Namens der Stadt die Versammlung begrüßt hatte. Als nächstjähriger Ver⸗ sammlungsort wurde Ortenberg event. Gießen bestimmt. Der seitherige Vorstand wurde wieder gewählt. Das Mittagsmahl ließ in jeder Beziehung Nichts zu wünschen übrig. Der Präsident brachte das mit Enthusiasmus aufgenommene Hoch auf den Kaiser und Großherzog aus, Seminarlehrer Wahl toastete auf den Präsidenten, die Mitglieder des Vereins und die Gäste. Darauf folgte noch eine Reihe von Toasten, so namentlich mehrere auf unsere Stadt und die Bürgerschaft. Der Markt war gut besucht und es wurde lebhaft verkauft. Abends fand sodann auch noch die Verloosung statt, zu welcher 200 Gegenstände durch die Commission von den Aus⸗ stellern angekauft worden waren. Der Herren, die mit der Verloosung zu thun hatten, wollen wir hier noch besonders erwähnen, denn es war keine Kleinigkeit, bei der Kürze der Zeit geeignete Gegenstände zu wählen, die Loose und Listen zu ordnen und zu führen und allen Anforderungen gerecht zu werden. Ein zahlreiches Publikum war bei den Klängen unserer Feuerwehrmusik bis tief in die Nacht hinein zusammen.

Mainz, 24. Juli. Ein sträflicher Gewaltaet kam gestern in einem Hause der Gaugasse vor. Ein Kolpor⸗ teur von Bildern und Lieferungsschriften kam mit einem seiner Kunden in heftigen Wortwechsel, weil derselbe auf die empfangenen Bilder die fällige Abzahlung nicht leisten wollte, sich aber auch weigerte, die Sachen wieder herauszugeben. Darauf versuchte der Kolporteur die bereits an der Wand hängenden Bilder wegzunehmen, was zu Thätlichkeiten zwischen ihm und dem Inhaber der Bilder führte. Da zog der Kolporteur ein Terzerol aus der Tasche und schoß auf seinen Gegner. Die Kugel streifte das Auge und drang in die Wand des Zimmers. Durch herbeieilende Leute wurde der gewalt thätige Mensch festgenommen und der Polizei überliefert. Die Verletzung des Anderen soll keine lebens gefährliche sein.

Allerlei.

Frankfurt. Als beschuldigt, den Raubanfall an einem Privatier Montag Abend auf der Gutleutstraße ausgeführt zu haben, sind drei Burschen zur Haft ge bracht worden. Derjenige, welcher dem Manne den Ueberzieher entriß und hiermit seinen Complieen das Signal zum Vorgehen gegeben haben soll, ist ein ganz junges, schmächtiges Bürschchen von sehr redueirtem