Fürsten und über hundert fremdherrliche Officiere Gäste Wohl des Landes und seiner Bewohner stets mit Lust und Liebe, Sinn und Verständniß wirkende Vereinigung
des Kaisers setn.
Büdingen. Der Milzbrand unter dem Wildstande im Büdinger Walde ist als erloschen zu betrachten, denn seit Samstog den 15. Juli wurde kein gefallenes Wild mehr aufgefunden.
Darmstadt. Die am 19. Juli dahier stattgehabte Ausschußsitzung des Gr. Gewerbvereins war von nur 22 Mitgliedern besucht. Die Verhandlungen wurden durch Mintisterialrath Fink geleitet. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen durch den Präsidenten und durch den Ge— neralseeretär Busch über die Korbflechterei in Rheindürck heim, über einen weiteren Zuschuß für dem Michelstädter Localgewerbverein, über die mit guten Aussichten und bereits mit schönen Erfolgen in's Leben getretene und er— weiterte Handwerkerschule in Büdingen, über die Neigung Friedbergs, dem Vorgehen der Schwesterstadet bis nächsten Herbst zu folgen, und über die Gründung eines neuen Localgewerbvereins in Hungen— wurde in die Tages—
ordnung eingetreten und die Hauptfrage des Tages, die
Vorbereitungen für die Feier des 50jährigen Vestehens des Landesgewerbvereins und die damit zu verbindende Landes Industrie- und Gewerbe-Ausstellung zur Verhand lung gestellt. 1886 sind es 50 Jahre, daß der Gewerb verein in Darmstadt gegründet wurde. Wie derselbe aus kleinen Anfängen sich herausgearbeitet, weiter entfaltet und über das ganze Großherzogthum segens reich wirkend verbreitet hat, brauchen wir nicht zu erwähnen, da in jeder Stadt und jedem Ort die Spuren seiner Thätig keit zu finden sind. Alle anwesenden Mitglieder waren mit einer festlichen Begehung jenes Tages einverstanden, und da unsere Residenz die geeigneten Räume und Plätze zu einer so großartigen Ausstellung, wie sie Hessen viel— leicht noch nie gesehen hat, zur Verfügung nicht stellen kann, Mainz aber sich erboten hat, die neu erbaute Stadt halle am Rhein, die den größten Saal in Deutschland in sich schließt, sowie den weiten so schön gelegenen Raum bis zur Brücke zur projectirten Ausstellung dem Gewerb— verein abzulassen, übrigens auch Rheinbessen nach dem Turnus für die Ausstellungen an der Reihe ist, so wurde Mainz als Festort einuimmig erkoren. Die Kosten des Unternehmens übernimmt die Provinzialhauptstadt Rhein hessens, doch verpflichtet sich der Gewerbverein, nach den von seinem Ausschusse gefaßten Beschlüssen, 10,000 M. für eine des Gegenstandes würdige Festschrift auf eigene Rechnung aufzuwenden und das Ministerium für die Kosten der Prämikrung anzugehen. Zu dem Baue eines extraen Pavillons, in welchem, als Darstellung des tech nischen Unterrichts, die Zeichnungen sämmtlicher Schulen des Landes nebst den Modellirarbeiten ausgestellt werden sollen, wird ferner der Gewerbverein einen Theil zu schleßen, für statistische Mithülfe, Bekanntmachungen, Er hebungen der Anmeldungen, Beihülfe bei den auszustellen— den Gegenst inden, Beurtheilung derselben und dergleichen mehr aufkommen und schließlich noch einen weiteren Bei trag zur Errichtung einer kleineren Halle, welche als Repräsentation des Lehrlingswesens dienen und die ent— sprechenden Arbelten aufnebmen soll, leisten. Zwar alles Dies nur in dem Falle, wenn in Mainz beim Schlusse der Ausstellung sich ein Defieit ergibt. Im anderen Falle wird dasselbe alle Kosten mit Ausnahme der Festschrift, die aus den Mitteln des Gewerbvereins herzustellen ist, und der vorgesebenen Prämlirung durch gold, silber— und kupserne Medaillen, welche von der Regierung ohne Zweifel übernommen wird, zu tragen haben. Die Aus stellung der Unterrichts materialien soll ebenfalls, um einen klaren Einblick in alle in das Schulwesen eingreifende Punkte dem Wesen entsprechend und übersichtlich vorzu— führen, in einem besonderen Raum stattfinden; auch Collectiv-Ausstellungen von kleineren Gewerbetreibenden, um die Beschickung denselben zu ermöglichen und zu er leichtern, sollen mit den dazu nöthigen Mitteln unter— stüßzt werden. Um auf alle diese Ausgaben, die sich event. auf 26,000 M. belaufen können, gerüstet zu sein, wird in dem fetzt festzustellenden Voranschlag pro 1883/84, wie auch auf die weiteren Jahre bis 1886 hin ein ent⸗ sprechender Betrag vorgesehen werden. Mit den wobl durchdachten und jedem Anwesenden anschaullch gemachten Ausführungen des Vorsitzenden mußten die Ausschußmit glteder sämmtlich übereinstimmen, so daß, was die Aus stellung in Mainz, deren Vorarbeiten und Instandsetzung anbelangt, keine differirende Stimme sich erhob. Der Grundstein zu der 50jährigen Gedenkfeier des Gewerb vereins und der damit verbundenen Landes- Industrie und Gewerbe Ausstellung im Jahre 1886 5ist somit, gewiß zur Freude aller Bewohner unseres engeren Vaterlandes, gelegt. Der Weiterbau liegt nun in den Händen der größten Stadt unseres Landes, in Mainz, und wird dasselbe sich bemüben, der hohen und schönen Aufgabe, die hier gestellt ist, in ebenso würdiger wie belehrender Welse gerecht zu werden. Die Vorlage und Berathung des Voranschlags für die Einnahmen und Ausgaben der Gr. Gewerbvereinskasse pro 1883/84, nebst den dieses Jahr zu bewilligenden Unterstützungen für die Handwerker— schulen, ging hierauf anstandslos von statten und fand übereinstimmende Annahme. Der zuletzt noch vorliegende Gegenstand der Tagesordnung, welcher auf eine weitere Ausbildung der Thonwaarenfabrikatton zielt und eine technische Untersuchungsstatton für diese jetzt erst im Wer— den begriffene Branche verlangt, wird in's Auge gefaßt und dem Ministerium zur Berücksichtigung empfoblen werden, damit durch ein mit der technischen Hochschule zu Darmstadt zu verbindendes Versuchslaboratorium dem Kleingewerbe nach allen Richtungen hin eine belehrende, billige und sichere Auskunft, und dem neuen In dustrie zweige ein rascheres Emporblüben gegeben werden kann. Hiermit endete die sehr anregende und belehrende Sitzung und wollen wir hoffen und wünschen, daß diese für das
noch vor Ablauf des langjährigen Bestehens, ihrer 50 jährigen Thätigkeit und ihres unermüdlichen Strebens im Dtienste der Allgemeinheit, die ihr gebührende Aner— kennung durch neue Beitrittserklärungen zu den Local— gewerbvereinen und durch einen erneuten Aufschwung der ihr unterstellten Handwerkerschulen im ganzen Lande ihren Ausdruck finden möge.
Darmstadt. Der Xl. hessische Feuerwehrtag nahm, begünstigt von dem besten Wetter, einen schönen Verlauf. Officiell begann das Fest mit der am Nachmittag des 21. im Saalbau stattgehabten, von den Vertretern von 62 Wehren beschickten Abgeordnetenversammlung. Pro— vinzialdireetor v. Marequard begrüßte die Versammlung Namens der Regierung und der Vorsitzende Justus gab Kenntniß von einem Cabinetsschreiben, wonach der Groß— herzog das Protectorat über den Landesverband über— nommen hat. Aus dem Bericht über die Thätigkeit des Landes ausschusses ist hervorzuheben, daß dem Landesver— band 116 freiwillige Wehren angebören und die Landes— Unterstützungskasse nunmehr vollständig organisirt ist. Der Antrag des Ausschusses, Gr. Regierung zu ersuchen, das Feuerlöschwesen im Großherzogthum einheitlich durch Gesetz zu regeln, fand nach lebhafter Debatte Annahme. Mit Annahme des Ausschußantrags fand auch der von Ortenberg eingebrachte Antrag:„Gr. Staatsregierung zu bitten, Bestimmungen dahin erlassen zu wollen, daß in allen Landgemeinden, wo freiwillige Feuerwehren be— stehen, oder noch gegründet werden, die sog. Pflichtfeuer— wehren unter das Commando der freiwilligen Feuerwehr zu stellen seien, wie solche auch an den Uebungen und Proben der freiwilligen Feuerwehr auf Aufforderung des Commandanten zeitweise Theil zu nehmen hätten,“ seine Erledigung. Hierauf debattirte man technische Fragen. Sodann wurde Mainz als Ort für den nächsten Feuer— wehrtag gewählt. Am Abend fand im Garten des Saal— baues ein zahlreich besuchtes Festeoncert statt. Der Fest— tag am 22. Juli wurde durch eine Resveille eingeleitet und nachdem die zahlreich mit der Bahn eingetroffenen fremden Feuerwehren empfangen, ein stattlicher Zug an
den Bahnhöfen geordnet, welcher sich kurz nach 10 Uhr
mit klingendem Spiel mehrere Wehren, darunter die Friedberger, hatten ihre eigenen Musiken mitgebracht— nach dem Saalbau bewegte, wo sie Beigeordneter Hickler Namens der Stadt willkommen hieß. Nach eingenom— mener Stärkung wurden die Mannschaften, es mögen ihrer über 2000 gewesen sein auf dem Paradeplatz auf— gestellt und begannen um 12 Uhr auf dem Marktplatz die Uebungen der hiesigen freiwilligen Turnerfeuerwehr, die in gewohnter Weise sicher und rasch arbeitete. Nach— mittags fand der von dem Capellplatz abgehende große Festzug statt, an dem über 70 Feuerwehren theilnahmen und der sich durch verschiedene Straßen der Stadt nach dem Saalbau bewegte, dessen großer Garten sich indeß fast als zu klein erwies. Hier entwickelte sich ein heiteres, durch keinen Mißton gestörtes gemüthliches Gartenfest, bei welchem zunächst die Feuerwehrkapellen von Mainz, Friedberg und Offenbach um die Wette concertirten und reichen Beifall der überaus dankbaren Menge fanden; ein großes Festeoncert, ausgeführt von der Musik des 1. Dragoner Regiments, bildete den Abschluß des Fest— tags. Sehr zu wünschen wäre jedoch gewesen, wenn die biesige Vevölkerung sich etwas freundlicher gegen die Gäste gezeigt hätte. Bei dem Eintritt vom Bahnhof in die Rheinstraße fiel geradezu ein kalter Wasserstrahl in die Feststimmung der Ankommenden. Auf der ganzen langen Rbeinstraße waren keine 10 Fahnen zu seben. Nur ganz wenige Straßen hatten überhaupt geflaggt. Es ist doch wahrlich keine Mühe und verursacht keine Kosten, wenn man die Fahnen, die wohl jedes Haus besitzt, bei solchen Gelegenheiten heraushängt. Und wenn es ein Corps verdient, daß man ihm Anerkennung auch äußerlich zeigt, so ist es gewiß die wackere Feuerwehr, die Gesundheit und Leben auf's Spiel setzt, um ihren Mitmenschen in Fällen der Gefahr zu helfen. Auch die Verpflegung ließ in einzelnen Wirthschaften viel zu wünschen übrig. Ein Corps z. B., das in der Stärke von 100 Mann er— schlenen war und Mittagessen voraus bestellt hatte, fand nur einen einzigen Kellner zu seiner Bedienung vor und Mehrere gingen weg und speisten in einem anderen Lokale, da sie sich für ihre aceordirten M. 1.20 nicht satt essen konnten. So Etwas dürfte denn doch in der Residenzstadt nicht vorkommen.
Mainz. Generallieutenant v. Loos, Commandant der Festung Mainz, ist gestorben.
Alzey. Aus Pfaffenschwabenheim wird dem 3 Beobachter“ über eine Fahnenweihe ein Bericht geschickt, der u. A. folgende klassische Stelle enthält:„Ein mäch— tiger Trompetenstoß trägt uns jetzt Frl. W. in den Vor— dergrund der Tribüne.“(Der kann d'r aber blose!
Der Setzerlehrling.)
Allerlei.
Frankfurt, 24. Juli. Gegen nächtliche Skandal— macher wird folgendes probate Mittel empfohlen, das gestern Abend zur Anwendung gelangte. Mehrere Bur— schen prügelten sich in der Schnurgasse umher. Da ibnen, wie es schien, die Straße zu breit war, so zogen sie in die enge Steingasse, wo sie sich recht fassen konnten. Als sie unter dem üblichen„Indianergeheul“ so recht nach Herzenslust sich verarbeiteten, öffnete sich ein Fenster und ein Eimer frisches Quellwasser ergoß sich auf sie herab. Als beide Kampfhähne schimpfend emporsahen, öffnete sich gegenüber ein Fenster und aus ihm gab man ihnen ein gleiches Bad. Damit nicht genug, öffneten sich die Schleusen der ganzen Nachbarschaft und platsch, platsch ging es auf die Ruhestörer, die vor solchem Platzregen
Reißaus nahmen. Als Nachtwächter und ein Schutzmann kamen, hatte das Mittel seine gewünschte Wirkung schon ethan.
f Frankfurt. Letzten Samstag Nacht wurde auf der Gutleutstraße der Privatier Gruner von 3 Individuen in räuberischer Absicht überfallen. Der Eine drängte sich an ihn heran und entriß ibm den Ueberrock, den er auf
dem Arme trug. Als er sich wehrte, fielen die beiden Complicen des Straßenräubers über ihn ber; es gelang ihm aber seinen Stockdegen frei zu machen, mit dem er die Strolche in die Flucht jagte. Die Polizei ist den Thätern bereits auf der Spur.
Stuttgart, 23. Juli. Der Kriegminister General Wundt ist in Tarasp gestorben.
Dresden, 24. Juli. Verflossene Nacht ist die vor— malige Militärkammer mit den darin befindlichen Vor— räthen und Equipagen niedergebrannt. Bei den Rettungs- arbeiten sind zwei Männer und später durch den Nach— sturz eines Gesimses eine Frau und ein Kind verletzt worden.
Lübeck. Die diesjährige Haupt-Versammlung des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung findet den 25., 26. und 27. Sept. in Lübeck statt.
Triest. Die Gerüchte über hier angeblich vorge— kommene Choleraerkrankungen sind unbegründet, der Ge— sundheitszustand ist hier ein ganz befriedigender.
Nyiregyhaza, 23. Juli. Proceß Tisza-Eszlar. Gestern reichte der Vertheidiger br. Eötvös im Namen des Angeklagten Josef Scharf ein Gesuch bei dem Vice— gespan ein, dahingehend, daß Moritz Scharf der, elter— lichen Disposition zurückgegeben und bei seinem Oheim Scharf in Nanas untergebracht werde. Die Eingabe wurde jedoch vom Vieegespan ablehnend beschieden. Der Bescheid führt an, Moritz befinde sich auf Verfügung des Ministers des Innern beim Comitat; der Vicegespan erachte, mit Rücksicht auf die persönliche Sicherheit des Knaben, die Zeit für noch nicht gekommen, den Knaben herauszugeben. Eötvös rekurrirte Namens Josefs Scharf's gegen den Bescheid an das Ministerium.— In der heutigen Sitzung gelangten die durch den Untersuchungs— richter regutrirten Aeten über eine im Jahre 1790 zu Peer in Siebenbürgen angeblich durch die Juden statt— gehabte Ermordung eines Christenknaben zur Verlesung. Auf Verlangen des Vertheidigers Dr. Eötvös wird auch die Entscheidung der Hofkammer über diesen Fall ver— lesen. Die Angeklagten wurden damals freigesprochen und gegen die gerichtlichen Organe wurde von Staats wegen eingeschritten. Der Präsident läßt sodann Moritz Scharf vorführen und fordert Ankläger und Vertheidiger auf, sich über die Beeidigung desselben zu äußern. Der Staatsanwalt führt aus, das Alter Moritz' sei zwar nicht genau festgestellt, doch müsse er der Aussage der Hebamme zufolge 15 Jahre alt sein; er könne daher die Beeidigung nicht beantragen. Außerdem zeige Moritz ein unmoralisches, irreligiöses Herz und ein loses Be tragen, indem er den eigenen Vater beschimpfte und die Glaubenssymbole verspottete. Seine Aussagen bei der Localbesichtigung in Eßlar und die Aussagen vor Gericht seien einander widersprechend. Vertheidiger Friedmann ist aus denselben Gründen gegen die Vereidigung. Eötvös nennt Moritz einen Comitats zeugen, wie es in England Kronzeugen giebt.(Der Präsident rügt den Ausdruck.) Moritz könne unmöglich bei einem Gotte vereidigt wer— den, der— für ihn nicht existire. Heumann und Funtak äußerten sich in gleichem Sinne. Hierauf zog sich der Gerichtshof zurück und der Präsident verkündete nach einstündiger Berathung, Moritz solle nicht beeidigt werden. Die Motive heben besonders hervor, der Knabe sprach gehässig gegen seine eigene Religion und machte abweichende Aussagen. Während der Zurückziehung des Gerichtshofes stand Moritz unbeweglich und hielt sich an den Schranken fest. Plötzlich sprang der Vater Josef Scharf auf und rief dem Sohne zu, er möge sein Leben huͤten, damit die, die ihn abgerichtet, ibn später nicht aus dem Wege räumen, seinen Verrath befürchtend— Moritz erwiederte Nichts. Der Angeklagte Scharf mußte aus dem Saale geführt werden.
Bern, 23. Juli. Mehrere Einstürze fanden am Bahntunnel bei Schmitten statt. Die directe Verbind— ung von Bern nach Freiburg ist infolge dessen für längere Zeit unterbrochen.
Kiew. Die Nachricht, daß hier die Cholera aus— gebrochen sei, entbehrt der Begründung.
Kairo, 23. Juli. In den letzten 24 Stunden bis heute früh starben hier 427 Personen, davon 273 in der Vorstadt Bulak, an der Cholera. In Shibin el kom starben 150, in Gizeh 68 und in Mehallet 46 Persenen. Eine Gesundheitscommisston, welcher die Generale Wood, Stephenson und Baker angehören, hat sich gebildet. Die Bewohner der am meisten von der Cholera infieirten Quartiere Bulaks sind nach Turah übergesiedelt; ihre Häuser wurden verbrannt. In den Straßen Kairo's brennen Abends zum Zweck der Desinfection große Theer-Feuer.— 24. Juli. In den letzten 21 Stunden bis heute früb 8 Uhr sind in Kairo 463 Personen an der Cholera gestorben, davon in Bulak 59; in Shibin— el⸗kom starben 117, in Gizeh 95, in Ismailia 2 Per⸗ sonen. Auch unter einem Infanterieregiment in Suez ist die Cholera aufgetreten und find bereits 2 Mann gestorben. Der Khedive, der hierher geeilt war, um sich persönlich von dem Stande der Krankheit zu unter⸗ richten, gedenkt am Donnerstag nach Alexandrien zu⸗ rückzukehren..
Gerichtssaal.
Buß bach. Nächsten Freitag den 27. Juli, Vor— mittags 8 Uhr anfangend, findet am hiesigen Amtsgericht eine Schöffensitzung statt. Zur Verhandlung gelangen folgende Klagesachen: 1) gegen den Polizeidiener Zörb
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