Ausgabe 
24.4.1883
 
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ständnisse über den von Amerika aus geführten Dynamitkrieg gegen England machte, die geeignet sind, große Sensation zu erregen. Es herrscht hier allgemeine Indignation über die Irländer.

Aus Stadt und Land.

Offenbach, 22. April. Hier wurde eine zweite Blatternerkrankung constatirt. 5

Alsfeld, 19. April. Mit der Wiederherstellung unseres Rathhauses in seinem ursprünglichen Stil ist gestern der Anfang gemacht worden. 5

Vensheim, 18. April. Gestern war ein Mann in einer Villa im Schönberger Thale mit dem Tapezieren der Zimmer beschäftigt. Als der Eigenthümer der Villa gegen Abend nachsehen wollte, wie weit die Arbeiten vor⸗ geschritten seien, fand er den Mann, in einer Ecke sitzend, todt. Ein Schlagfluß hatte dem Leben desselben ein jähes Ende bereitet.

Allerlei.

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Frankfurt. Die Intendanz des Stadttheaters hat mit der Kammersängerin Frau Friedrich-Materna ein Uebereinkommen getroffen, durch welches es möglich ge worden ist, daß die Künstlerin an einem Abende auch im Abonnement auftritt. Frau Materna verabschiedet sich deßhalb nicht, wie ursprünglich gemeldet war, schon am Montag, sondern am Donnerstag den 26. vom hiesigen Publikum und zwar als Selica in derAfrikanerin.

Höchst, 18. April. Heute wurde hier ein aus Weil bach stammender Arbeiter des Farbwerks verhaftet. Der⸗ selbe soll bei dem vor zwei Jahren in Weilbach stattge fundenen Morde eines Mädchens betheiligt gewesen sein. Die Anzeige, welche zu seiner Verhaftung führte, soll von einem Auswanderer nach Amerika kommen. Zu wünschen wäre es jedenfalls, wenn über die dunkle That, die s. Z. große Entrüstung hervorgerufen hatte, endlich Licht verbreitet würde.

Marburg. Am 1. Mai d. J. wird dahier das 600. Jubelfest der Vollendung der St. Eltsabeth-Kirche, des vollkommensten Bauwerkes altgothischen Stiles, mit besonderem Glanze gefeiert.

Berlin. Dem Vernehmen nach sollen von den an läßlich der silbernen Hochzeit des kronprinzlichen Paares gesammelten Geldern je 170,000 M. für den Kranken pflegevereln und für die v. Bodelschwing'schen Arbeiter colonien, sowie 40,000 M. einer Stiftung in Creuznach zugewiesen, von dem Rest aber jährliche Zuweisungen an bereits bestehende Vereine gemacht werden.

Berlin. Ein großes Unglück ereignete sich beim Abbruch der Ruine des Berliner Stadttheaters. Ein Pfeiler und mit ihm eine Mauer stürzten zusammen und begruben 7 Arbeiter unter ihrem Schutte, von denen 2 todt blieben, 5 aber arg verletzt hervorgezogen wurden. Man hofft indeß die Verwundeten am Leben zu erhalten. Die Polizei forscht augenblicklich nach einem 8. Arbeiter, der möglicherweise gleichfalls ein Opfer der Katastrophe geworden.

Berlin. Ein tragischer Vorfall hat sich in dem Dorse Virkholz in voriger Woche zugetragen. Dort feierten die Altsitzer Schulze'schen Eheleute das Fest der goldenen Hochzeit. Nach der kirchlichen Einsegnung fand ein fröhliches Mahl statt und am Abend betheiligte sich die ganze Bevölkerung beim fröhlichen Tanz. Abends gegen 11 Uhr zog sich das hochbetagte Jubelpaar zurück und suchte sein bescheidenes Schlafstübchen auf. Am andern Morgen fand man Beide als Leichen vor. Die Ehefrau, welche zuerst verstorben, lag im Bette, während ihr Ehemann, am Bette sitzend, die kalte Hand der treuen Lebensgefährtin in seiner gleichfalls erkalteten Hand bielt. Belde sind nach ärztlichem Ausspruch am Schlagfluß gestorben.

Quebec, 20. April. Das Parlamentsgebäude ist gestern vollständig niedergebrannt; die Ursache des Bran des ist unbekannt.

Delhi, 20. April. Gestern hat eine große Feuers brunst 2000 Häuser vernichtet.

Turnerisches.

Unter Verweisung auf die in dem Inseratentheil in vorletzter Nummer des Anzeigers befindliche Aufforderung des Vorstands des hiesigen Turnvereins, betr. die Ein richtung eines Sommer-Turn-Cursus für Lehrlinge, überhaupt junge Leute unter 17 Jahren, möge durch das Nachstehende Allen, die es angeht, die Unterstützung des erwähnten Vorhabens recht warm an's Herz gelegt werden. Es bedarf dazu für jeden Einsichtigen nicht vieler Worte. Ist es nicht gerade in den wichtigsten Jahren der körperlichen Entwickelung eine Nothwendigkeit für den jungen Mann, der Tags über in der Werkstatt, im Büreau ze. arbeitet und zum größten Theile durch die Beschäftigung eine einseitige, körperliche Ausbildung erhält, zu turnen, d. h. unter fachmännischer Leitung eine harmonische Körperpflege und Kräftigung anzustreben und so viel als möglich zu erzielen. Liegt in einem der artigen Streben nicht gleichzeitig ein Antrieb zur sitt lichen Erziehung der jüngeren Leute? Die gemeinsamen Uebungen haben die Unterordnung des Einzelnen unter die Disciplin des Turnlehrers als erste Voraussetzung; der frische, fröhliche Sinn der Jugend wird durch die gemeinsamen Uebungen angeregt, der Eifer, jede Uebung gut und sicher auszuführen, wird geweckt, der wohl thätige Einfluß fortgesetzten Uebens tritt allmählig in der ganzen Haltung der jungen Leute zu Tage. Und auch der praktische Gewinn, welchen der Einzelne durch regelmäßige Theilnahme an rationell geleitetem Turn unterricht davonträgt, ist nicht gering anzuschlagen. Wer

körperlich frisch und geistig rege seine Kräfte entwickelt hat, bis das Vaterland an dieselben Anforderungen stellt, der wird der Vortheile und Erleichterungen, die ihm seine turnerische Ausbildung verschafft, sehr bald mit Dank gewahr werden; fast alle guten Turner werden nach zweijähriger Dienstzeit entlassen. Gut geleitet, von den Besuchern ernst und mit Eifer gepflegt, wird der Tu rnunterricht für Lehrlinge mit der Zeit eine Einricht ung werden, die für alle Theilnehmer nur Gutes und Nützliches zur Folge haben wird. C. Trapp.

. (Eingesandt.)

Lumpacivagabundus muß nicht nut ein böser, son dern auch ein mächtiger Geist sein, denn er hatte es vermocht, den Theatersaal im Casino am Sonntag mit einer so stattlichen Anzahl von Zuschauern anzufüllen, wie es in dieser Salson noch nicht vorgekommen ist. DaßDas liederliche Kleeblatt sehr großen Beifall hatte, daß das Publikum den ganzen Abend thatsächlich nicht aus dem Lachen herauskam, brauchen wir wohl nicht erst zu erwähnen; es ist das bei dem vortrefflichen Spiel, das wir anunsern Hanauern schon nach den ersten Vorstellungen auch in diesem Jahr schätzen lernten, selbstverständlich. Hoffentlich übt derLumpaeivaga⸗ bundus seine Macht auch ferner, indem er ein recht zahlreiches Publikum auch in die ferneren Vorstellungen schickt obgleich die nächstens zur Aufführung ge langenden Stücke alle einen so guten Geist in sich tragen, daß sie die Einwirkung eines bösen Geistes nicht brauchen. ZunächstDer Compagnon von Adolph L' Arronge, das mit so vieler Spannung

erwartet wird kommt am Dienstag zur Aufführung. Hier ist der gute Geist der Verfasser einer weiteren Empfehlung bedarf das Stück nicht. Wer sich über

Hasemanns Töchter gefreut oder wer denDr. Klaus hat kuriren sehen, der wird auch am Dienstag das Theater nicht versäumen. Auch der Mittwoch wird von einem guten Geist beseelt und zwar von keinem ge ringeren alsLessing!Klassische Vorstellung zu ermäßigten PreisenMinna von Barn⸗ helm verkündet uns der Theaterzettel. Diese Vor stelung wird auch auf unsere studlerende Jugend ohne Zweifel große Anziehungskraft ausüben. In Vorbereltung sindO, diese Männer undUnsere Frauen, damit kein Geschlecht vor dem andern etwas voraus hat. Neugierig wären wir nur zu erfahren, mit welchem Studium die Künstler zuerst zurecht kommen werden mitUnsere Frauen wohl schwerlich! Damit liebende Eltern die Ungeduld ihrer Kleinen schon jetzt etwas stillen können, wollen wir auch verrathen, daß sich alltäglich 7 kleine Zwerglein auf der Bühne einfinden, um ihre Künste zu probiren, denn noch in dieser Woche sollSneewittchen oderDie 7 Zwerge für Kinder zur Aufführung gelangen.

Verloosung.

Canton Freiburg 15 Frs.⸗Loose von 1861. Ziehung am 16. April. Gezogene Serien: Nr. 23 58 107 128 36[51 318 586 639 719 951 1007 105 1220 ee 2e 933 905 2297 2 2420 2435 2625 2665 2912 2946 3118 3180 3376 3406 3420 3476 3543 3569 3624 3665 3676 3948 4065 4374 4456 4493 4532 4553 4557 4709 4754 4836 4860 4929 5794 5899 5900 6064 6072 6229 6629 6700 6722 6834 6928 7148 7212 7256 7300 7434 7484 7602 7604 7782 7862 7894 7951. Die Prämien-Ziehung findet am 15. Mai d. J. statt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 21. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10 1.20, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pi.

Gießen, 21. April. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund Mk. 1.00- 1.10, Eier per Stück 45 Pfg., Käse per Stück 58 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.80 1.00, Hühner per Stuck Mk. 1.20 bis 1.60, Haͤhnen per Stück Mk. 1.50 2.00, Enten per Stück Mk. 2.50 2.70, Ochsenfleisch per Pfund 66 bis 70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56- 60 Pf., Kalbfleisch 40 bis 50 Pfg., Schweinefleisch 62- 61 Pfg., Hammelfleisch 66-70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 9.00- 12.00. Zwiebeln per Centner M. 3.50 5.00.

Gießen, 19. April. Auf dem am 17. und 18. d. M. abgehaltenen Viehmarkt waren aufgetrieben: 1095 Stück Rindvieh und 1540 Stück Schweine. Nächster Markt Dienstag den 1. und Mittwoch den 2. Mai d. J., am letzteren Tage auch Krämermarkt(Himmelfahrtmarkt).

Mainz, 2). April. Marktipreise. Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 9.50 11.00, Heu per Ctr. Mk. 3.50 bis 3.75, Stroh per Ctr. Mk. 2.00 2.25, Butter ½ Kilo Mk. 1. 1.10, Butter in Parthien Mk. 7580, Eier ½ Hundert Mk. 1.15 1,25, Handkäse Mk. 0.040.07, Rothkraut Mk. 0.20 0.30, Weißkraut Mk. 0.06 0.07, Blumenkohl Mk. 0.45 0.50, Wirsing Mk. 0.02 0.03 Zwiebeln ½ Kilo Mk. 0.04 0.05, 1 Ente Mk. 2.50 bis 3.00, 1 Hahn Mk. 1.752.25, 1 Huhn Mk. 1.75 bis 2.25, 1 junge Taube Mk. 0.45 0.50. Frucht⸗ markt. Waizen, hiesiger und fremder Mk. 16.50 19.75, Ungarischer 2122, Amerikanischer 2323.50, Roggen hiesiger Mk. 15.25 15.50, Franz. Mk. 15.80 16.10, Gerste, pfälzer, Mk. 13.30 13.75. Franken Mk. 13.25 bis 13.75, Ungar. Mk. 19.00- 19.75, Hafer Mk. 12.00 bis 13.75, Reps Mk. 34.50 35.00, Rüböl effect. ohne Faß Mk. 38.5039, per Mai mit ditto 37.7538.

Zum Umtausch in den Händen des Publikums un brauchbar gewordener Postwerthzeichen(Freimarken, ge stempelter Briefumschläge, Postanweisungs- Formulare,

Samstag den 28.

Postkarten und Streifbänder) ist die Post-Verwaltung nicht verpflichtet.

Vom 1. Mai ab findet im Verkehr mit den Dänischen Antillen(St. Thomas, St. Jean und St. Croix) ein regelmäßiger Austausch von Postpacketen ohne Werth angabe bis 3 kg. auf dem Wege über Hamburg und ittels deutscher Postdampfer statt. Der einheitliche Portosatz beträgt M. 2.40. Die Sendungen müssen frankirt und von zwei Zollinhaltserklärungen begleitet sein.

Literarisches.

Daheim. Nr. 29 enthält: Zwei Vettern.(Forts.) Die Urzeit nach biblisch⸗-geschichtlicher und-geogra phischer Ueberlieferung. Von Dr. Zöckler. Das Wirthshausleben im Alterthum. Von H. Göll. Das alte Leipzig. Von F. Anders. Mit 7 Illustr. Italien im Norden von Berlin. Von G. de Beaulieu. Am Familientische: Die Reliquien Raphaels.Wozu? Gedicht von H. Seidel. Mit Illustr. Rechtsrath. Haus wirthschaftliche Fortschritte. Mit 1 Illustr. Mit zwei illustr. Beilagen.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt.

Opernhaus. Die Zauberflöte.

Dienstag den 24.

Mittwoch den 25. Geschlossen.

Donnerstag den 26. Letztes Gastspiel der k. k. Kammer- sängerin Frau Friedrich Materna. Die Afrikanerin. (Selica: Frau Friedrich-Materna).

Freitag den 27. Soirée zum Besten der Wittwen- und Waisenkasse der Chor-Mitglieder der hiesigen Oper.

Undine.

Sonntag den 29. Neu einstudirt: Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur.

Schauspielh aus. Dienstag den 24. Liebesplänkelei. Memoiren des Teufels. Mittwoch den 25. Fatinitza. Donnerstag den 26. Geschlossen. Freitag den 27. Stephanie.

Samstag den 28. Zum ersten Male: Der Spion von Rheinsberg. Lustspiel in 5 Akten von Gottschall. Sonntag den 29. Freund Fritz. Hierauf: Der Atzemer

und sein Sohn.

Geld⸗ Cours. Frankfurt am 21. April 1883. 20 Frankenstüftʒñtftfn e do. in. nee Englische Sovereigaggs s Rüssische Imper tales Ducalfe n 1 al makes Dollars in God Pfennig ⸗Sparkasse.

Sammelstellen. Einlageu. Vetrag. W.

Bestand am 1. Juni 1882 sammt Zinsn 16388 01 Uebertrag vom 14. April 1883 26572 f 1. C Binder nag!!! 63 46 19 2 W. Bernd ek 179 117 3. Ph Bilds 119 82 1 0 Flaschen tigen 97 63 85 5. H. Flaschenträger 123 81 80 27153[34601] 62

Uebertrag am 1. Junt 1882 Einleger 978. Uebertrag vom 14. April neue Einleger 269. Nellie Einlegen Gesammt-Einleger 1250. Friedberg den 21. April 1883.

Haupt⸗Summelstelle: Vorschuß und Credit-Verein, e. G.

U* 5 Oeffentliche Aufforderung. Eigenthums und sonstige Ansprüche an die nachstehend aufgeführten, in dem Grundbuche den den einzelnen Parzellen mit Ramen beigesetzten Personen zugeschriebenen Liegenschaften, welche dermalen veräußert und bezw. überschrieben werden sollen, sind binnen 4 Wochen dahier geltend zu machen, widrigenfalls die Veräußerungs⸗ verträge bestätigt und die beantragten Ueberschreibungen vollzogen werden. A. Gemarkung Bönstadt. 1. Adam Leonhardt zu Bönstadt: 1. 3563. 870 a. 100 2a. 1. 38a. 225. 51. XIV. 425. XV. 38. 423. XIII. 3. 2. Schule Bönstadt: 1. 4. 5. 5,3. 3. Gemeinde Bönstadt: 1. 5,5. 4. Evangelische Kirche Bönstadt: J. 2. B. Gemarkung Stammheim. 5. Heinrich Nagel J. in Stammheim: 1. 30. Altenstadt den 14. April 1883. Großherzogliches Amtsgericht Altenstadt. Hofmann.

612. 686a. VIII. 198.

1555 Ein tüchtiger Pferdebursche

wird gesucht im Hötel Trapp. 1571

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