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fünfjäbriaem Kerker verurtheilt. Die Uebrigen wurden freigesprochen. Der König begnadigte die zum Tode verurtheilten radicalen Führer zu zehnjährigem Kerker.
Egypten. Kairo, 10. Dec. Nach weiteren Nachrichten sind von den 500 Mann Neger⸗ Truppen, welche Mahmud Pascha gegen den in der Nähe von Suakim erschieneuen Trupp Aufständischer entsandte, nur 50 Mann, wovon die Hälfte Offiziere, gerettet. Die Bestürzung ist groß, da die geschlagenen Truppen zu den besten der egyptischen Armee gehörten. Man besorgt, daß die Wiedereröffnung der Straße von Suakim nach Berber zur Verbindung mit Baker Pascha kaum möglich sei.
— 11. Dec. Nach einer Meldung von R. B. hat das Transportschiff„Tanta“ in Suakim ein Detachement Gendarmerie unter dem Oberst Sartorius ausgeschifft. Aus Suakim wird vom 7. December gemeldet, das englische Kanonenboot„Ranger“ warf Raketen oberhalb der Stadt, um die Insurgenten von einem Nachtangriff zurückzuschrecken.
China. Hongkong. Einer Meldung von hier vom 3. December zufolge wurde ein von Auamiten und Chinesen auf Haiphong beab— sichtigter nächtlicher Angriff durch einen Ausfall der Franzosen unter dem Befehle Coronnat's vereitelt. Die Anamiten und Chinesen wurden
zersprengt.
Aus Stadt und Land.
b. Friedberg. Nächsten Sonntag den 16. Dez., Nachmittags 1 Uhr, findet in der hiesigen Turnhalle die 2. Bezirks⸗Vorturnerstunde des V. Bezirks, Gau Hessen, statt und hat jeder Verein lt. Statuten seine Vorturner hierher zu entsenden. Der Gauturnwart F. Engel aus Marburg wird anwesend sein und die richtige Durch— führung der vorgeschriebenen Uebungen überwachen. Zu— gleich hat der Bezirksobmann angeordnet, daß in dieser Stunde bestimmt wird, welcher Verein das nächste Be— zirks⸗Anturnen Mitte Mal kommenden Frühjahrs ab— halten soll.
Friedberg, 11. Dez. Heute Nachmittag 2 Uhr fand unter außerordentlicher Betheiligung der Bevölker— ung, der Behörden, Vereine und Corperationen und
vleler von auswärts gekommener Freunde und Bekannten! die Beerdigung des früheren Bürgermeisters Seriba statt.
Am Grabe hielt der fungirende Geistliche, Professor Dr. Köstlin, eine ergreifende, die Verdienste des Ver— ewigten würdigende Rede. Die Gesangvereine Frohsinn und Liederkranz, sowie die frühere Feuerwehrmusik ver— schönten in erhebender Weise die Beerbigungsfeier durch Gesang und Instrumentalvorträge.
Allerlei.
Madrid, 11. Dez. Die durch Unwetter und orkan artigen Sturm unterbrochenen Verbindungen mit Baree— lona sind vollständig wiederhergestellt. Meldungen aus Barcelona zufolge erreichten die vom Sturm gepeitschten Wogen außerhalb des Hafens eine Höhe von 15 Metern und rissen drei große Lücken in die Hafenmauer. Die deutschen Kriegsschiffe„Prinz Adalbert“ und„Sophie“
hatten durch den Sturm, der in der Nacht am heftigsten wüthete, sowie durch die gegen die Hafenmauern brechenden, über dieselben hinwegschlagenden und sich über die Schiffe ergießenden Wassermassen viel zu leiden. Die Ankerkabel rissen und erst nach mehrstündiger harter Arbeit gelang es den Lootsen, beide Schiffe auf einer Stelle von ge— ringer Tiefe auf sicheren Ankerplatz zu bringen. Von den Handelsschiffen ist eine große Anzahl beschädigt; von den deutschen Mannschaften wurde Niemand be— schädigt. In der Vorstadt von Barcelona sind die Wasserwogen in mehrere Straßen eingedrungen.
Kronstadt, 10. Dezbr. Der letzte ausländische Dampfer ist abgegangen. Die Schifffahrt ist nunmehr als geschlossen anzusehen.
Gerichtssaal.
Friedberg, 11. Dez. In heutiger Sitzung Gr. Schöffengerichts erhielten: 1) Christian Noll von Fried— berg, wegen zweier Diebstähle, eine Gefängnißstrafe von 7 Wochen unter Einrechnung der seit dem 30. v. M. erlittenen Detentionshaft;) die Juliane Deger von Ober-⸗Wöllstadt, wegen zweier Diebstähle, eine Gefängniß— strafe von 14 Tagen; von der Beschuldigung, ein weiß— seidenes Halstuch gestohlen zu haben, wurde sie frei— gesprochen.
Gießen. Sitzungen des Schwurgerichts für das 4. Quartal. 1) Donnerst. den 13. Dez, Vorm. 9 Uhr, gegen Philipp Lang von Schlitz, wegen Brandstiftung. Staatsanw. Dr. Lahr. Verth. Baist. 2) Freitag den 14. Dez., Vorm. 9 Uhr, gegen Katharina Möller von Freiensteinau, wegen Kindesmords. Staatsanw. Zimmer⸗ mann. Verth. Weidig. 3) Samstag den 15. Dezember, Vorm. 9 Uhr, gegen Julius Rotte von Schotten, wegen Meineids. Staatsanw. Zimmermann. Verth. Dr. Schwarz.
Altenstadt, 6. Dez. In der heute dahier abge— haltenen Schöffengerichtssitzung wurde wie folgt erkannt: 1) in der Strafsache gegen Heinrich Henrich und Heinrich Peter Repp von Altenstadt, wegen Unterschlagung bezw. Hehlerei, erhielt Ersterer eine Geldstrafe von 2 M., ev. 1 Tag Gefängniß und die Kosten; bezüglich des Heinr. Peter Repp wurde Vertagung der Hauptverhandlung be— schlossen; 2) in der Strafsache gegen Martin Grießmer und Christian Grießmer von Staden, wegen Widerstands und Pfandveräußerung, wurde der Erstere in eine Ge— fängnißstrafe von 14 Tagen und Letzterer in eine Ge— fängnißstrafe von 8 Tagen, sowie Beide zur Tragung der Kosten, und in Ansehung der Auslagen unter Ge— sammthaftbarkeit verurtheilt; 3) in der Strafsache gegen Karl Seitz und Johann Heinrich Schenk, Beide von Stammheim, wegen Körperverletzung, wurde die Haupt— verhandlung ausgesetzt.
Literarisches.
Als besonders zeitgemäßes Weihnachts- geschenk können wir in diesem Jahre die photogra— phischen Aufnahmen vom National-Denkmal auf dem Niederwald empfehlen. Gibt es deren auch verschiedene, so möchten wir doch besonders auf die bet E. Roth in Gießen erschienenen hinweisen. Diese Kunsthandlung hat nicht weniger als 22 verschiedene Ge— sammt⸗ und Detail-Ansichten des Denkmals und seiner [Theile veröffentlicht(in Quart-Format à 1 M. 50 Pf., [Cabinet à 75 Pf., Visit à 40 Pf.), worüber Verzeichnisse gratis abgegeben werden. Aus allen diesen Bildern hebt sich als vollendet schön eine Totalansicht(in Quart a 1 M. 50 Pf.) hervor, zu deren Aufnahme der Ver— leger eigens ein 50 Fuß hohes Gerüst bauen ließ. Wir wünschen ihr die allgemeinste Verbreitung, denn wir können uns keinen schöneren Zimmerschmuck für jeden
Einigung und nationaler Stärke. Für solche, die dag Kunstblatt in Extraformat wünschen, sei die Ausg. 5 à 4 M. in Großfolio empfohlen.
Weihnachts-Sendungen per Post. Das Reichspostamt richtet auch in diesem Jahr an das Publi kum das Ersuchen, mit den Weihnachtsversendungen bal zu beginnen, damit die Packetmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Papfp⸗ kasten, schwache Schachteln, Cigarrenkisten sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, an besten auf ein Blatt weißes Papier geschrieben sein, welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Formulare zu Post-Packet-Adressen dürfen für Packetaufschriften nicht verwendet werden. Die Packet aufschrift muß sämmtliche Angaben der Begleit-Adresse enthalten. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt etz wesentlich bei, wenn die Packete frankirt aufgeliefen werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des deutschen Reichspostgebietes beträgt bis zum Gewicht von 5 Kilogramm 25 Pf. auf Entfernungen bis 10 Meilen, 50 Pf. auf weitere Entfernungen.
Pfennig ⸗Sparkasse. Sammielstellen. Einlagen. Betrag. WM. Bestand am 1. Juni 1883
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Uebertrag am 1. Juni 1883 Einleger 1053. Uebertrag vom 1. Dez. neue Einleger 144. Neue Einleger f„„ Gesammt⸗Einleger 1203. Friedberg den 8. Dezember 1883. Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß- und Credit-Verein, e. G.
Jsraclitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbathfeier vom 15. Dezember 1883. Beginn:
Freitag Abends 3 Uhr 50 Minuten.
Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min.
75 Nachmittags 3 Uhr 30 Min.. Sabbathausgang 4 Uhr 50 Min. g Wochengottesdienst von Sonntag den 16. Dezember an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 35% Uhr.
Bitte.
Zu der diesjährigen Christbescheerung für die hiesige Kleinkinderschule wird um gütige Beisteuer an Geld und sonstigen Gaben gebeten. Zum Empfang erklärt sich jede der Unterzeichneten gern bereit.
Käthchen Baur. Hilda Dieffen bach Minna Diegel Johannette Klipstein.
guten Deutschen denken, als dieses Abbild nattonaler
Christiane Schmidt. Christiane Werner
Fasel-Eber-Versteigerung.
Samstag den 15. Dezember d. J., Vormittags 9 Uhr, soll auf dem Büreau des Unterzeichneten ein der Ge— meinde gehöriger, zur Zucht nicht mehr tauglicher Fasel Eber versteigert werden.
Gleichzeitig soll ein/ Jahr alter Fasel-Eber von Seiten der Gemeinde wieder angeschafft werden. Besitzer solcher Thiere wollen solches gefälligst bei unterzeichneter Stelle anzeigen.
Nieder⸗Mörlen den 11. Dezember 1883.
Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Mörlen.
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