der Bauverwaltung genehmigt. Es folgt die Berathung des Antrages der Rechten, die für den Volkswirthschaftsrath in zweiter Lesung ge— strichene Position wieder einzustellen. Bei der namentlichen Abstimmung wird die Position mit 191 gegen 191 Stimmen, also mit Stimmen— gleichheit, abgelehnt.— 8. März. Heute wurde zuerst das Extraordinarium des Etats des Mini⸗ steriums des Innern verhandelt. Beim Cultus— etat bringt Schmidt(Sagan) die baldige Ver— besserung der Lehrerpensionen zur Sprache. Der Rest des Etats wird unverändert genehmigt, ebenso das Etatsgesetz und das Anleihegesetz. Das Gesetz über den nassauischen Centralkirchen— fonds wird in dritter Lesung angenommen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Ka⸗ minski⸗Affaire scheint vollständig im Sande zu verlaufen. Der Untersuchungs-Ausschuß des österreichischen Abgeordnetenhauses hat seine Thätigkeit am letzten Samstag geschlossen, ohne daß er den Cardinalpunkt, um den sich die ganze Sache dreht, wer nämlich die 625,000 fl. Provision bekommen habe, aufgeklärt hat. Kaminski antwortete auf die in dieser Richtung an ihn gerichtete Frage:„Ich würde mir gar keine Reserve auferlegen, wenn ich das wüßte, und würde Niemanden schonen, das werden die Herren begreifen; aber ich weiß es nicht und kann es auch nicht wissen.“
— 7. März. Morgen beginnt hierselbst der Monstreproceß gegen die 29 der extremen resp. anarchistischen Socialistenpartei angehörenden Individuen, welche des Raubes und Hochverraths angeschuldigt sind. Ueber 200 Acten Druck— schriften gelangen zur Verlesung.
Prag, 8. März. Heute wurde der wegen Hochverraths und Beleidigung des deutschen Kaisers steckbrieflich verfolgte Korkschneider Alexan⸗ der Heurexen aus Kopenhagen hier verhaftet. Henrexen, der zuletzt in Dresden weilte, gilt als gefährlicher socialistischer Terrorist.
Frankreich. Paris. Ferry hat an den italienischen Ministerpräsidenten einen Brief ge— richtet, der sich gegen Deutschland und Oester— reich kehrt. Seine Getreuen leugneten diese Thatsache. Der Herausgeber der Riforma Sociale in Rom hat nun diesen Brief auf der ersten Seite seines Blattes autographisch reproducirt. Der Brief mit dem Feldgeschrei„Hie Straß— burg! Hie Triest!“ ist also echt und das be— stellte Dementi des Temps und der Agence Havas falsch.
— 7. März. Die Regierung beschloß, das für nächsten Freitag geplante Meeting stellen— loser Arbeiter, welches auf der Esplanade des Invalides stattfinden sollte, zu verhindern, indem sie das Gesetz gegen Zusammenrottungen in Anwendung bringen will.
— 8. März. In der Kammer steht zur Berathung der erste Artikel der Associations— vorlage, welcher besagt, daß alle Vereine, welche den Zweck haben, sich mit religiösen, literarischen, wissenschaftlichen oder ähnlichen Gegenständen zu beschäftigen, unter gewissen Bedingungen ge— schlossen werden können. Der Artikel wird mit 169 gegen 122 Stimmen abgelehnt.
Großbritannien. London. Die Dubliner Polizei glaubt demnächst genügende Beweise in Händen zu haben, daß mehrere irische Abgeord— nete mitschuldig sind an der Ermordung von Cavendish und Burke und auch an der weit— verzweigten Verschwörung betheiligt sind, die man im Norden Englands entdeckt hat.
Türkei. Konstantinopel. Die Botschafter treten am 13. März zur Berathung der Libanon— Angelegenheit wieder zusammen.
— 8. März. Ein kaiserliches Irade ordnet die Rückerstattung der seit zwei Jahren gemachten zehnprocentigen Gehaltsabzüge an Beamte in Mekka und Medina an. Ein besonders zu diesem Zwecke Abgesandter überbringt auch die seit zehn Monaten rückständigen Gehälter.
— Wie verlautet, geht der frühere Minister des Aeußern Said Pascha als Botschafter nach Berlin.
Rumänien. Bukarest, 8. März. Der
Senat genehmigte den geforderten Credit von 15 Million zu Fortifications- und Ausrüstungs—⸗ zwecken.
Egypten. Alexandrien, 5. März. Die egyptischen Truppen haben die Insurgenten im Sudan geschlagen; der„falsche Prophet“ soll 2000 Mann auf der Wahlstatt gelassen und die Egypter selbst unbedeutende Verluste erlitten haben. Das Dar-Seeaar, die weitläufigen Landschaften am blauen Nil, von wo Mahdi seine gefürchtete Reiterei bezogen, ist in Folge dieses siegreichen Treffens den Egyptern wieder geöffnet.
Rußland. Petersburg. Fünf Offiziere des Mingrulischen Infanterieregiments wurden während des Exercierens verhaftet. Sie sollen sich bereits als schuldig bekannt haben, einer geheimen Gesellschaft anzugehören, welche die Ermordung des Kaisers plane.
Asien. Calcutta. Die Agitation gegen das Criminalgesetz verbreitet sich nun auch auf die Armee. Die Zeitungen publiciren eine Anzahl Proteste englischer Officiere.
Aus Stadt und Land.
W. Bad⸗Nauheim, 8. März. Gestern Ahend ver— sammelten sich die Vorsitzenden der hies. Vereine in der Henkel'schen Restauration, um über die am 22. März stattfindende Geburtstagsfeier des Kaisers elne Besprech— ung zu halten. Dieser Festtag des deutschen Volkes würde bekanntlich in diesem Jahre auf den Gründonnerstag fallen; der Kaiser hat deßhalb angeordnet, daß nicht nur an diesem Tage, sondern überhaupt in der stillen Woche keine öffentliche Feiler stattfinden solle. Das deutsche Volk wird den hiermit ausgesprochenen frommen Sinn seines Kaisers ehren und diesmal den 22. März stille vorübergehen lassen und wurde daher von den Vereinen in diesem Sinne beschlossen. Im nächsten Jahre feiern wir, so Gott will, dann den 22. März doppelt, d. h. schöner, sinniger und herzlicher als jemals. Bemerken wollen wir noch, daß an der erwähnten Besprechung die Vorsitzenden der beiden hiesigen Kriegervereine theil— nahmen. Diese Vereine haben sich nämlich geeinigt, das Kaiserfest künftig gemeinsam zu feiern.
u. Bruchenbrücken. Vergangene Woche wurden für das Basaltwerk, welches vorerst ungefähr ½ Theil der Wingerte ausmacht, die Bäume(über 200) durch Experten taxirt und erreichte die Schätzung die schöne Summe von über M. 17,000. Für den Meter Ge⸗ lände wurde 32½ Pf. bezahlt und erreicht dieses die Höhe von M. 10,000.
l. Bruchenbrücken, 8. März. Nachdem vor vier— zehn Tagen eine Person an den Blattern erkrankt ist, haben wir heute abermals eine Person mit Blatterner— krankung zu constatiren. Das betreffende Haus ist mit einer Tafel kenntlich gemacht worden und außerdem wurde polizeil ch veröffentlicht, daß das Ein- und Ausgehen in das betreffende Haus streng bestraft würde. Man glaubt, daß durch diese Sperre, Impfung ꝛc. eine weitere Aus⸗ breitung der Blattern verhindert wird.
Dieburg, 6. März. Die Ausbreitung der im Ar- beitshause ausgebrochenen Blattern-Epidemie hat seit einigen Tagen höchst beängstigende Dimensionen ange— nommen. Um die Isolirung der Kranken zu ermöglichen, soll ein Haus gemiethet oder ein Baracken bau errichtet werden.
Heute Abend wird uns Gelegenheit geboten, die bekannte Tyroler Sängergesellschaft Peter zu hören. Das „Hannov. Tageblatt“ schreibt über deren Auftreten in Hannover wie folgt:„Odeon. Bis auf den letzten Platz gefüllt, mußte sogar die Veranda andächtig lauschenden Zuhörern zum Aufenthalt dienen. Die ureigene Art dieser heimathlichen Liedervorträge ist in diesem Falle um so anmuthender, da die Gesellschaft über hübsche Stimmmittel verfügt und ohne irgend welche künstlerische Zuthat ihrer gesanglichen Veranlagung in ungeschminkter Natürlichkeit freien Spielraum läßt. Wenn die Tyroler das Singen verstehen, so singen sie in's Herz hinein und die Thräne aus dem Auge und die Gesellschaft weiß zu singen“. 902
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Judieca. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1¼⁰ Uhr: Herr Candidat Hermann.
Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Heer Pfarrer Diegel. Abends 5½ Uhr: Herr Missionär Bergfeld.
scatholische Gemeinde. Samstag 5 Uhr: Beicht. Sonntag 7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt.
5 Uhr: Fastenandacht mit Predigt.
Hatbidornsiss-Kasst
zu Friedberg.
Die am 11. November 1882 und 1. Januar 1883 fällig gewordenen Zinsen und Ziel⸗Zahlungen können noch im Laufe dieses Monats ohne Kosten berichtigt werden. Später wird das gerichtliche Zwangsverfahren nachgesucht.
Die Herren Buͤrgermeister werden ersucht, dies im Interesse ihrer Ortsangehörigen ortsüblich bekannt machen zu lassen.
Friedberg den 9. März 1883.
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