Ausgabe 
8.5.1883
 
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Großbritannien. London, Oberhaus. Bei Berathung der Eidesbill be tonte Northcote, der Beschluß des britischen Par laments, die Worte, betreffend Gott aus dem Eide zu entfernen, würde ernste Folgen auch außerhalb Englands haben, beispielsweise in Indien. Er beschwört die Kammer, ihre Pflicht zu thun, und die Prinzipien der Anerkeunung der Gottheit, die so lange die britische Legis latur geleitet haben, aufrecht zu halten. Har tington vertheidigt die Bill und betont die Noth wendigkeit der Glaubensfreiheit. Hierauf wird die Bill abgelehnt.

Am 15. d. M. werden der Herzog und die Herzogin von Edinbourgh, begleitet von Lord Wolseley und Viceadmiral Lord Clan william, sich zu den Krönungsfeierlichkeiten nach

Moskau begeben.

Italien. Rom. Dem Moniteur de Rome zufolge wird Schlözer binnen Kurzem die Aut wort auf die letzte Note Jacobini's empfangen. Die Antwort wäre im Princip den Forderungen des Vatican's günstig, obgleich sie mehr zur Abschaffung der Strafbestimmungen, als zur organischen Revision der Maigesetze hinzuneigen scheine.

Türkei Konstautinopel. Rumänien hat seine Geneigtheit erklärt, die Beschlüsse der Donau-Conferenz zu respectiren.

Rußland. Petersburg, 5 Mai. Bei den Verhandlungen über die Sicherheitsmaßregeln bei der Krönung in Moskau lehnte General Trepow abermals die Stelle eines obersten Sicherheitschefs ab. Der Großfürst Constantin ist hier eingetroffen.

Amerika. Washington. Das Gerücht, die Regierung der Vereinigten Staaten willige in die Auslieferung Tynan's und der übrigen Mit schuldigen, wird als unbegründet bezeichnet.

Lima, 5. Mai. Zwischen chilenischen und peruanischen Detachements haben zwei Zusammen stöße stattgefunden, bei denen die Peruaner zu rückgeschlagen wurden und 59 Todte verloren, während die Chilenen nur einen Verlust von 4 Todten und 12 Verwundeten hatten.

Aus Stadt und Land.

e. Friedberg. In der am Samstag Abend bet Chr. Frick abgehaltenen, sehr zahlreich besuchten General versammlung des Kriegskameraden Vereins Friedberg kam das von dem Großherzog an sämmtliche Mitglieder der Hassia verliehene Verbandsabzeichen, nach einem von dem Präsidenten G. Schäfer auf den allerhöchsten Stifter ausgebrachten Hoch, welches den freudigsten Widerhall in der Versammlung fand, zur Vertheilung.

Friedberg. Den Spaziergängern von Friedberg, Bad⸗Nauheim und den nächstliegenden Orten dürfte es von Interesse sein zu erfahren, daß seit Himmelfahrtstag die Wirthschaft im Nauheimer Hochwald wleder eröffnet ist.

b. Ober⸗Erlenbach. Am 6. April traf unser neuer Pfarrer, L. Herke aus Mainz, hier ein. In Hom burg wurde er schon am Bahnhof von dem Beigeord neten und dem Kirchenvorstand begrüßt und zu Wagen, umgeben von einem vierfachen Ehrengeleite, an das Kreuz vor dem Pfarrorte geführt. Dort harrte ihres neuen Hirten die versammelte Gemeinde, den Bürgermeister an der Spitze, welcher mit bewegter Stimme denselben will kommen hieß. Unter Gesang, Glockengeläute und Böller schießen bewegte sich nunmehr ein festlicher Zug durch das reichgeschmückte Dorf in die in grünem Schmuck prangende Kirche, wo wir zum erstenmal die kräftige Stimme unseres neuen Seelsorgers vernahmen. Er dankte für den rührenden Empfang und betonte die Pflicht, Gott zu preisen, welcher der bisher verwaisten Gemeinde heute eine Gnade erwiesen habe, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen in unserem Bisthum ohne Beispiel sei. Nach Gebet und Segen begleitete die ganze Versammlung den Geistlichen in das sinnig gezierte Pfarrhaus. Am Abend überraschte ihn die Gemeinde durch ein Ständchen, wobei Kirchenvorstand Weber in einer Ansprache die Freude der Gemeinde zum Ausdruck brachte, daß sie nun einen Priester in ihrer Mitte habe der, ungebindert durch die jetzige Lage der Dinge, alle Pflichten des Pfarramtes erfüllen könne. Ebenso fest⸗ lich war die am 22. April durch Dekan Brentano von Heldenbergen vorgenommene Installation. Mit einem judelnden Te Deum endete die alle Herzen mit Freuden erfüllende Feier. Möge dieses Glück bald allen ver⸗ waisten Gemeinden zu Theil werden.

Darmstadt. Im Jahre 1882 wanderten aus dem Großberzogthum nach überseeischen Ländern 3430 Per sonen, eine Frequenz, die nur von derjenigen der Jahr gänge 1881(4173) und 1872(3673) übertroffen wird. In den 12 Jahren 187182 sind aus Hessen 23,728 Personen ausgewandert. Der Strom der Auswander

4. Mai. ung ist fortwährend weit überwiegend nach den Ver

einigten Staaten von Nordamerika gerichtet. Schlitz. Hier ist jetzt ebenfalls die Blatternkrank heit ausgebrochen.

Allerlei.

Frankfurt. Die näberen Anordnungen für die Ausführung der Main-Canalisirung von Frankfurt bis zum Rhein werden jetzt getroffen. Die Ausführung ist dem Baurath Cuno und dem Vaulnspector Schwartz über tragen worden und soll sofort beginnen, wenn die noch schwebenden Grunderwerbs- Verhandlungen beendet sein werden. l

Wiesbaden, 4. Mai. Gestern Abend wurde der Eisenbahnbremser Maus zwischen Station Curve und Biebrich-Mosbach von dem Zug überfahren, wobei ihm das rechte Bein vom Leibe getrennt wurde. Der Ver⸗ wundete wurde sofort in das hiesige städtische Kranken haus gebracht.

Würzburg. Der Fränk. Cour. läßt sich von hier über den dortigen Viehmarkt schreiben:Norddeutsche Handelsleute waren nicht vertreten; in Folge dessen mangelte es an guten Gangochsen.(Pfut, wie grob!

Der Setzerlehrling.)

Nürnberg. Zwei kaum der Schule entwachsene Knaben hatten dieser Tage einen Streit. Während der Eine mit einem Strick zuschlug, zog der Andere ein Taschenmesser und traf damit seinen Gegner derart, daß baldigst der Tod eintrat.

Potsdam, 4. Mai. Gestern fand dahier unter großartigster Theilnahme die Beerdigung des Begründers

des Genossenschaftswesens'r. Schulze-D elitzsch statt.

Zahlreiche Vereine und Corporatlonen waren eingetroffen. Für die Kränze, Palmen und Blumenspenden, deren Zahl nahezu 2000 betrug, war ein eigenes Zimmer im Sterbe⸗ bause eingeräumt worden. Unter diesen Ehrenspenden befand sich auch ein Kranz, den der Großherzog von Hessen gesandt hatte, sowie ein solcherdes Friedberger Vorschuß- und Creditvereins.

Bremen, 6. Mai. Der Lloyd-DampferHabs⸗ burg hat heute früh 8 Uhr, im Schlepptau des Dampfers Coronilla auf dem Wege nach Falmouth die Höhe von Lizard passirt.

London, 4. Mai Gestern um Mitternacht brach in dem Hause der Großen Freimaurerloge in der Great Queenstreet eine Feuersbrunst aus, die das Gebäude gänzlich einäscherte.

Portmouth, 5. Mai. Als heute einige Soldaten in dem Pulvermagazin Priddys-Hard im hiesigen Hafen mit Füllung von Granaten beschäftigt waren, explodirte eine Granate, in Folge dessen die Explosion des Pulver magazins erfolgte. Sechs Personen sind todt und mehrere verwundet.

New- Bork, 6. Mai. Union City(Indiana) ist von einer Feuersbrunst heimgesucht worden, welche einen Schaden von 250,000 Dollars verursachte.

Teheran, 3. Mai. Ein Erdbeben suchte gestern die Stadt Tabry heim. Viele Häuser und Verkaufsge wölbe wurden zerstört und eine große Zahl von Menschen leben ging zu Grunde. Viele Einwohner leben jetzt in Zelten außerhalb der Stadt.

Handel und Verkehr.

Frledberg, 5. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfr. M. 1201 30, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf.

Gießen, 5. Mal. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund Mk. 1.25 1.35, Eier 2 Stück 9 Pf., Käse per Stück 4 10 Pf., Tauben per Paar Mk. 0.90 1.10, Hühner per Stück Mk. 1.50 2, Hähnen per Stück Mk. 1.70 2.30, Enten per Stück Mk. 2.50 bis 2.80, Ochsenfleisch per Pfund 66-70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 56- 60 Pf., Kalbfleisch 45 50 Pf., Schweine fleisch 60 64 Pf., Hammelfleisch 60- 70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 9.00- 10.00, Zwiebeln per Centner M. 3.00- 5.50. 5

Gleßen. Der am 1. und 2. d. Mts. abgehaltene Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren 897 Stück Rindvieh und 2656 Stück Schweine; es stellten sich die Preise durch den lebhaften Handel bei Schlachtvieh aller Art höher als am letzten Markte, Schweine waren der

großen Zufuhr wegen etwas vernachlässigt. Nächster Markt Dienstag den 29. d. Mts. Frankfurt, 5. Mai. Wochenmarkt. Blumenkohl

per Stück 40 60 Pf., Rothkraut 3560 Pf., Kohl rabi 34 Pf., frische 30 Pf., Erdkohlrabi 6 12 Pf., Rosenkohl per Pfund 40 Pf., gelbe Rüben 5 Pf., Ca rotten 30 Pf., Spinat 30 Pf., Römisch-Kohl 30 Pf., Schwarzwurzel 50 Pf., Spargeln 80 Pf. bis M. 1, frische Erbsen 55 Pf., frische Bohnen 100 Stück M. 2, Gurken per Stück 60 Pf. bis M. 1, frischer Rettig 12 Pf., Häuptersalat per Stück 8 18 Pf., Radieschen 46 Pf., Zwiebeln per Ctr. M. 4, per Gescheid 1012 Pf. Kartoffeln per Ctr. M. 4.40, Wetterauer M. 3,80, per Gescheid 17 20 Pf., rothe Mäuschen M. 8.50, per Gescheid 3 Pf., neue Kartoffeln per Ctr. M. 18 20, per Pfd. 25 Pf. Butter per Ctr. M. 120., per Pfd. M. 1.35 1.45. Eier per Hundert M. 4.50, per Stück 5 Pf., kleine billiger. Geflügel: Sommergans von M. 4.50 an bis M. 10, das Uebrige wie zuletzt notirt. Heumarkt bielten ca. 60 Fuhren und kostete je nach Qual. per Ctr. Heu M. 3.40 3.90, Stroh M. 2.10 2.30.

Frankfurt, 4. Mai. Kälbermarkt. Der Markt, der des Festtages wegen beute abgehalten wurde, war mit 350 Stück betrieben. Ganz wie seither fehlte auch beute jede Kauflust und verblieb ein erheblicher Rest. Die Preise, welche gemacht wurden, bewegten sich je

nach der Qualität der Waare zwischen 50 60 Pf. per Pfund Schlachtgewicht.

Mainz, 4. Mai. Fruchtmarkt. Waizen, hiesiger und fremder Mk. 16.50 20.00. Ungarischer 21.50 bis 22.40, Amerikanischer 23.25 23.75, Roggen hiesiger Mk. 15.90 16.10, Franz. Mk. 16.20 16.50, Gerste, pfälzer, Mk 13.25 14.20, Franken Mk. 13.25 13.75, Ungar. Mk. 19.00 19.50, Hafer Mk. 12.00 14.00, Reps Mk. 34.50 35.00, Rüböh effect. ohne Faß Mk. 37.25 bis 37,75, per Mai mit ditto 36.40 36.60. Viehmarkt vom 27. April bis 3. Mai. Zugetrieben waren und bezahlt wurden per 50 Kilo: 2 Farren M. 55, 112 Ochsen 1. Qual. M. 71, 2. Qual. M. 68, 164 Kühe 1. Qual. M. 68, 2. Qual. M. 5060, 247 Kälber M. 60, 645 Schweine M. 50-57.

Literarisches.

Daheim Nr. 31 enthält: Zwei Vettern.(Forts). Zu groß gerathen. Bild von H. Kotschenreiter. Eine wirkliche Stütze. Von C. Werner. Die Zeichen sprache der Rothäute. Mit 6 Illustr. Aus der Stein kohlenzeit. Von J. Stinde. Erinnerungen eines baye rischen Staatsanwalts. J. Mit 3 Illustr. Am Familien tische: Patriotische Schnellmalerei. Sonderbare Gerecht same. Von K. Lerwil. Das erstemal auf einem nicht mehr ungewöhnlichen Wege. Rechtsrath Mit zwei illustr. Beilagen.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Dienstag den 8. Vorletztes Auftreten des Frl. Ernestine Epstein. Undine.(Undine: Frl. Epstein.)

Mittwoch den 9. Geschlossen.

Donnerstag den 10. ung. 3. Tag aus der TrilogieDer Ring des Nibelungen von Richard Wagner.

Freitag den 11. Abschiedsvorstellung des Frl. Ernestine Epstein. Der Schauspieldirector. Hierauf: Das Glöck chen des Eremiten. Noft ether Frl. Epstein. Außer Abonnement.

Samstag den 12. Lucia v. Lammermoor.

Sonntag den 13. Don Juan.

Montag den 14. Zum ersten Male wiederholt: Götter dämmerung. Außer Abonnement.

Schauspielh aus.

Minna v. Barnhelm.

Stephanie.

Dienstag den 8. Mittwoch den 9.

Donnerstag den 10. Geschlossen. Freitag den 11. Don Carlos. Samstag den 12. Seecadett

Die Rantzau.

Sonntag den 13. Krieg im Frieden.

Montag den 14.

Pfennig ⸗Sparkasse.

Sammelstellen. Einlagen. Bettag MW. Pf

Bestand am 1. Juni 1882 sammt Zinsen 16388 01 Uebertrag vom 28. April 1883 27769 18627 06 1. C. Binder nagel 68 48 2. W. Bernbeck 3 200 127 80 8. Ph, Bless 146 104 10 e eee, 94 64 65 5. H. Flaschenträger.. 126 85 60 28403[35445 22

Uebertrag am 1. Juni 1882 Einleger 978. Uebertrag vom 28. April neue Einleger 274. Neue Einlegenrnnnr! Gesammt-Einleger 1255. Friedberg den 5. Mai 1883. Hanpt⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit-Verein, e. G

N 0. Konkurs-Verfahren. 1724 In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Handelsmanns Elias Müller zu Bönstadt ist in Folge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vor schlags zu einem Zwangs vergleiche Vergleichstermin auf Freitag den 25. Mai 1883, Vormittags 9 Uhr, vor dem dem Großherzoglichen Amtsgerichte hierselbst anberaumt. Altenstadt den 2. Mai 1883. Orth, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

Oeffentliche Bekanntmachung.

In dem Concurse über das Vermögen des Johannes Ickler von Vilbel ist das Verfahren, wegen Mangels einer den Kosten entsprechenden Masse, eingestellt worden.

Vilbel den 1. Mai 1883.

Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Dr. Seriba.

1727 f Weiß. 1725 Eine an dem Bahnhofe zu Butzbach, mit Ersterem durch ein Schienengeleise und Drehscheibe verbundene

1 bestehend aus 8 im Kalkbrennerei, besten Zustande sich befindlichen Oefen ist preiswerth zu verkaufen, auch zu verpachten. f Mit geringem Kostenaufwande ließe die Anlage sich in 2 große Ziegelöfen umändern.

Auskunft ertbeilt Lonis Wießler, Butzbach

Zum ersten Male: Götterdämmer

Distt genen 10.

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