Ausgabe 
1.2.1883
 
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7.

Hamburg, 30. Jan. Der Senat schloß sich in der Zollanschlußangelegenheit den An⸗ trägen der gemischten Senats- und Bürger schafts⸗Commission, welche das Project 12 zur Annahme empfohlen hat, an und beantragte heute bei der Bürgerschaft die Genehmigung desselben.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 28. Jan. Der russische Minister des Aeußern, v. Giers, ist heute nach Petersburg abgereist. Fürst Lobanoff und die übrigen Mitglieder der rus sischen Botschaft begleiteten den Minister nach dem Bahnhofe.

30. Jan. Das Abgeordnetenhaus weist den Antrag auf Creirung selbstständiger Gewer bekammern an die Gewerbeausschüsse.

Schweiz. Bern. Die Bundesversammlung ist auf den 2. April einberufen.

Belgien. Brüssel, 30. Jan. Dem Journal La Meuse zufolge hütet der König wieder das Zimmer und bedarf absoluter Ruhe.

Frankreich. Paris, 28. Jan. Die Aerzte Duclerc's erklärten, daß eine absolute Ruhe von mindestens zehntägiger Dauer für denselben noth wendig sein werde.

29. Jan. Fallières ist zum Conseilprä⸗ sidenten ernannt worden und übernimmt interi mistisch auch das Ministerium des Auswärtigen. Der Marine- und Kriegsminster werden später ernannt werden; die übrigen Minister bleiben. In der Deputirtenkammer bekämpft Mun (Legitimist) alle Ausnahmemaßregeln und erklärt, die wirklichen Verschwörer gegen die Republik seien die Republikaner selbst. Fabre(gemäßigter Republikaner) befürwortet seine Vorlage und nimmt für die Republik das legitime Recht der Vertheidigung in Auspruch. Viette(radikal) bekämpft die Vorlage Fabre's als unzureichend und gefährlich und tritt für Floquet's Antrag ein. Ribot(linkes Centrum) bekämpft alle Aus nahmemaßregeln und spricht sich anerkennend über die abgetretenen Minister wegen ihres Widerstandes aus und erklärt, die einzige Ge⸗ fahr für die Republik bestehe in den vielfachen Krisen, welche einen Zweifel an der Stabilität ihrer Justitutionen erwecken. Die Kammer müsse die Republik befestigen durch eine Politik der Mäßigung und Beschwichtigung. Floquet ver theidigt seinen Antrag und erklärt, er wolle die Republik schützen, welche durch die Prätentionen, die begonnen haben sich geltend zu machen, be droht sei. 30. Januar. Leon Renault weist nach, daß der Antrag Floquet den wahren Interessen der Republik zuwiderlaufe. Die Proscriptionsgesetze retteten keine Regierung. Auf die Bemerkung eines Deputirten, Reduer sei Orleanist, erklört Renault, dieser Name be⸗ deute Nichts mehr. Seitdem der Graf von Paris nach Frohsdorff gegangen, sei die orlea nistische Partei todt.(Bewegung.) Redner spricht sodann gegen das Amendement Fabre, das zum Conflicte mit dem allgemeinen Stimm recht führe. Faillidres erwiedert, wenn die Durch das Stillschweigen der Prinzen mindestens ermuthigten Intriguen nicht mit den Prinzen verknüpft wären, wäre die gegenwärtige Frage nicht gestellt worden. Die Sitzung wurde hierauf wegen der Abspannung Faillières auf gehoben und die Debatte auf Donnerstag ver

tagt. Nach der Sitzung hatte Faillières einen Ohnmachtsanfall. Man befürchtet eine Gehirn Congestion.

Einer Meldung aus Crenzot zufolge wurde in der Nacht vom 28. auf den 29. Jan. die Gendarmerie-Patrouille bei dem Einschreiten gegen einen Streit italienischer Arbeiter durch einen Haufen von 200 Italienern mit Stein würfen angegriffen. Acht Arbeiter wurden so fort und gestern weitere zwölf verhaftet.

Großbritannien. London. Die Mili tärbehörden Canada's empfehlen die Befestigung Vancouvers als einer wichtigen strategischen Position.

Durch die Entdeckung der Dubliner Mörder⸗Association, die eigentlich fenischen Ur

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sprungs ist und mit der Landliga, jetzt National⸗ Liga, blutwenig zu schaffen hat, ist der englischen Regierung das Heft in die Hand gegeben. Im Besitz einer Menge sehr wichtiger Aufklärungen glauben die Behörden im Stande zu sein, die Mordbande aufzuheben und ihre hervorragend sten Mitglieder der verdienten Strafe zu über⸗ antworten. Die hauptsächlichsten Enthüllungen wurden durch den Kronzeugen Farrell gemacht.

Türkei. Konstantinopel, 29. Jan. Es hat ein Conflict zwischen dem französischen Con sul und einer Schildwache in Damascus statt⸗ gefunden. Letztere machte keine Honneurs, da⸗ raufhin ließ der Consul den Soldaten schlagen.

Rußland. Petersburg, 30 Jan. Der Herzog von Edinburg und Frau sind heute hier eingetroffen und wurde vom Kaiser und der Kaiserin empfangen.

Gerüchte ausländischer Blätter, wonach Ignatieff als Statthalter von Polen oder als Nachfolger des Generalgouverneurs designirt sei, sind absurd.

Rußland macht die Lösung der Kilia frage von dem Fortbestand der internationalen Donau-Commission abhängig.

Egypten. Kairo, 29. Jan. Die Mit⸗ glieder der neuen gesetzgebenden Versammlung werden theilweise vom Khedive ernannt, theils werden sie aus den von der Landbevölkerung gewählten Provinzialräthen bestehen. Außerdem werden noch 45 Mitglieder direct durch das Landvolk gewählt. Dufferin beschloß, die britische Besatzuug auf ein Armeecorps zu redu ciren. Die anderen Truppen werden im April Egypten verlassen. Das amtliche Blatt ver öffentlicht ein Decret, wonach die internationalen Gerichtshöfe bis zum 1. Februar 1884 fortbe⸗ stehen. Die Berichte aus dem Sudan lauten fortgesetzt ungünstig. Die Egypter concentriren sich bei Khartum, wo sie die Ankunft der eng lischen Offiziere abwarten. Arabi hat mit dem Gouverneur von Ceylon eine Unterredung gehabt. Er gewinnt unter der mohamedanischen Bevölkerung an Popularität. Morica Bey, dem die Obhut der Verbannten auf deren Reise von Suez nach Colombo anvertraut war, hat die Rückreise nach Egypten angetreten.

Hier wird der englische Ingenieur Kemp erwartet, der hierher kommen wird, um mit den Unternehmern des neuen Canals zwischen Alexandrien und Suez Vorberathungen zu halten

Amerika. Newyork, 27. Jan. Wie aus Panama gemeldet wird, hat der Präsident von Guatemala, Barrios, seine Entlassung gegeben, die Kammer hat dieselbe aber nicht angenommen.

Washington, 30. Jan. Im Repräsentanten hause wurde eine Resolution des Ausschusses der auswärtigen Angelegenheiten eingebracht, welche den Präsidenten ersucht, Verhandlungen anzuknüpsen behufs Abschlusses eines neuen Ver⸗ trages mit Deutschland, betreffend die Rechte amerikanischer Bürger in Deutschland.

Indien. Calcutta, 29. Jan. In Afgha nistan bleibt die Lage unsicher. Der Khyber paß ist geschlossen.

Aus Stadt und Land.

S. Friedberg. Im Jahre 1882 wurden 125 Kinder dahier geboren gegen 130 im Jahre 1881. Es kamen 110 Sterbefälle vor gegen 96 im Jahre 1881. Es wurden todtgeboren 6 Kinder; es starben im Alter von 1 10 Jahren 33, im Alter von 10 20 Jahren 6, im Alter von 2030 Jahren 8, im Alter von 30 bis 40 Jahren 6, im Alter von 40 50 Jahren 12, im Alter von 50 60 Jahren 14, im Alter von 60 bis 70 Jahren 6, im Alter von 7080 Jahren 14, im Alter von 8090 Jahren 4 Personen und über neunzig Jahren 1 Person. Darunter sind 12 Hospitalfälle Orts⸗ fremder. Die Gestorbenen vertheilen sich auf 58 männ⸗ lichen und 52 weiblichen Geschlechtes. Civiltrauungen fanden vor dem hiesigen Standesamt 21 statt, gegen 33 im Jahre 1881.

a. Okarben. Das am verflossenen Sonntag vom GesangvereinEintracht zu Okarben auf dem Selzer brunnen abgehaltene Concert zum Besten der Wasser⸗ beschädigten in Hessen, muß als höchst gelungen bezeich- net werden. Der Saal war von Zuhörern überfüllt. Durch die gütige Mitwirkung der Frau Lehrer Werner von Friedberg und Fräulein Lina Werner von Okarben

waren alle Erwartungen übertroffen und wurde den Damen vielseitig der wärmste Dank ausgesprochen.

g. Büdesheim. Graf und Gräfin Orlola dahler, welche stets bereit sind mit vollen Händen zu geben, wenn es gilt fremdes Leid zu lindern, haben die schöne Gabe von M. 1000. für die Wasserbeschädigten am Rhein und Main gespendet.

Allerlei.

Berlin. Die Meldung von einem Brande im Palais des Fürsten Bismarck, erweist sich als eine unrichtige und ist auf blinden Feuerlärm zurückzuführen. Nebel und Wind drückten nämlich an jenem Montag Abend den Rauch vom Schornsteine der dem Palais benachbarten Häuser nieder, wodurch ein brandiger Geruch entstand, auf den hin die Feuerwehr alarmirt wurde.

London, 27. Jan. In der Nacht vom Donner⸗ stag zum Freitag wurde ein großer Theil Englands von einem heftigen, von starken Regengüssen begleileten Sturme heimgesucht, der zu Lande und an der Küste große Verheerungen anrichtete. Auch viele Menschen sind getödtet worden. Unweit Liverpool gingen drei Schiffe unter, darunter die deutsche BarkStar of Hope und ein russisches Fahrzeug. Ob die Mannschaften ge⸗ rettet worden, ist bis zur Stunde noch nicht bekannt. Auf der Höhe von Narmouth sollen ebenfalls mehrere Schiffe gescheitert sein, eines darunter mit Mann und Maus. Es gibt fast keinen Ort an der Kuste, von dem nicht Schiffs-Unfälle gemeldet werden. Vielfach ist die telegraphische Verbindung zerstört, namentlich in Schsttland.

London, 28. Jan. In Folge der Ueberschwemm⸗ ungen hat sich eine große Strecke Moorlandes bei Castlerea in Bewegung gesetzt und es sind Tausende Morgen des angrenzenden Landes versunken. Verschiedene Pächter⸗ höfe sind von der versinkenden Erdmasse mitverschlungen und die Bewohner derselben haben nur mit genauer Noth das Leben retten können.

Mailand, 28. Jan. In vergangener Nacht herrschte ein großer Schneesturm an der Küste von Palermo. Mehrere Schiffe gingen verloren, ebenso auch Menschenleben.

Gerichts saal.

Butzbach. Nächsten Freitag den 2. Febr., Vor⸗ mittags 9 Uhr anfangend, sindet am hiesigen Amtsge⸗ richt eine Schöffensitzung statt. Zur Verhandlung ge⸗ langen folgende Sachen: 1) gegen Dienstknecht Wilhelm Wagner von Griedel, wegen Bedrohung und Sachbe⸗ schädtgung; 2) gegen Joh. Binzer 111. Ehefrau von Kirchgöns, wegen Beleidigung der Kaspar Zörb Ehe frau von da.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 31. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete

per Pfd. M. 0.90 1.00, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. gr. 13 Pf. Friedberg, 30. Jan. Fruchtbericht. Walzen M. 19½

Korn M. 151½, Gerste M. 14 16, Hafer M. 12 13. Alle

Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Gießen, 30. Jan. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfd. M. 0.95 1.05, Eier per St. 57 Pf., Käse per Stück 5 8 Pf., Tauben das Paar M. 1.00, Hühner pr. Stück M. 1.30 1.80, Hahnen per St. M. 1.50 2.20, Enten per St. M. 2.00 bis 2.20, Ochsenfleisch per Pfd. 6670 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 5660 Pf., Kalbfleisch 54 56 Pf., Schweine⸗ fleisch 6264 Pf., Hammelfleisch 66 70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 7.508, Zwiebeln per Ctr. M. 5.00 7, Weißkraut 100 Stück M. 5 9.00.

Frankfurt, 29. Jan. Frankfurter Produktenbörse. (Offieielle Notirungen.) Weizen unv., effeetiv hiesiger und Wetterauer M. 208/. 20, fremder M. 22½.23., per diesen Monat M. 20., Roggen unv., eff. hies. M. 14¼. bis 15 ½., fremder M. 14. 16½., per diesen Monat M. 14½, Gerste unv., eff. hiesige und Wetterau. M. 17 bis 19, fremde M. 18 20., Hafer unv., eff hies. M. 12¼, fremder M. 12¼½. 13 ½., per diesen Monat M. 12½., Rüböl höher, effeetiv ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Centner M. 38., Branntwein still, effeetiv ohne Faß M. 46. Mehl Nr. 1 M. 38., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27., Nr. 5 M. 24., Roggenmehl 0%(Berliner Marke) M. 22¼ 23., I.(Berliner Marke) M. 20 /., II.(Berliner Marke) M. 18 19.

Frankfurt, 29. Jan. Viehmarkt. Ochsen waren über 300 Stück am Platz und wurden die 1. Oualität per Centner Schlachtgewicht mit M. 66 70, 2. Qual. mit M 60 64 bezahlt. Kühe und Rinder waren ca. 200 Stück zum Verkauf gestellt und wurde für 1. Qual. M. 60, für 2. Qual. M. 55 gemacht. Die 15 vor⸗ handen Bullen gingen je nach der Qual. zu M. 50 bis 55 ab. Kälber waren 176 Stück am Markt. 1. Qual. zu M. 6061, 2. Qual. M. 5052. Hämmel waren 120 Stück am Platz. Die 1. Qual. stellte sich auf M. 6063, geringe Qualitäten bis zu M. 50 und noch darunter. Bei Schweinen bleibt der Preis constant.

Brodpreise vom 1. bis 16. Februar. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach

unverändert.

Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Februar. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. In Bad-⸗Nauheim kostet das ½ Kilo Kalbfleisch 60 Pf., Nierenfett 50 Pf.

Für Ober-Mörlen: Nindfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 60 Pf. per ½ Kilo.

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