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ist die überschwengliche Hoffnung, die man auf den Einen setzte, getäuscht worden, indem das Glück dem Sohne abhold war, oder indem der Sohn, groß und vornehm geworden, sich seiner Eltern und Geschwister schämte. Die Bitterkeit, welche durch die einseitige Bevorzugung des einen Kindes in den andern entstand und größer bvuchs, nagt nun am Herzen der alten Eltern.
Schließlich sei bei der Wahl eines Berufes loch die Klugheit empfohlen, den Knaben von Jugend auf für ein Fach zu interessiren, welches I bereits schon überfüllt ist.
Literarisches.
Von Paul Lindau's sensationeller Broschüre:„Bay— deuther Briefe vom reinen Thoren“(Richard Wagners ⸗Parsifal“), Verlag von S. Schottlaender in Breslau, ind in wenigen Tagen bereits drei volle Auflagen in vielen Tausend Exemplaren gänzlich vergriffen, die vierte st soeben erschienen und eine fünfte, sicherem Vernehmen nach, schon unter der Presse. Dieser in unserer Zeit rur sehr wenigen Büchern beschledene glänzende Erfolg ekundet mehr als Alles, daß dem Gegenstande, der die banze gebildete Welt interessirt, von Seiten des be— ühmten Autors der obigen Briefe die geistvollste, ikanteste und vielseitigste Beleuchtung zu theil geworden st. In der That ist Paul Lindau's„Parsifal“ zu esen ein Genuß, den sich Niemand sollte entgehen lassen. Dieser kritische„Parsifal“ ist ein untrüglicher Führer in Vagners Werk, wie es in ähnlicher Weise keinen zweiten iebt. Freilich, die Wagner⸗Fanatiker, die neben ihrem NMeister keinen Mozart, keinen Weber, kaum noch Beet— oven, geschweige dann die Epigonen der melodiösen Musik elten lassen wollen, kommen in Lindau's Briefen nicht ut weg, und zu Wagner selbst stellt er sich in directen Zegensatz, indem er den„Parsifal“ keineswegs als dessen edeutendstes Werk bezeichnet; indeß weiß der Verfasser eine Beweise vorzüglich zu entwickeln, und gerade wenn an diesen Theil der Broschüre liest, möchte man, wie azu schon so oft Gelegenheit gewesen, behaupten: Paul indau ist am stärksten und pikantesten, wenn er opponirt. Alles in Allem lassen sich Lindau's„Thorenbriefe“ über Zarsifal als eines der reizvollsten seiner reifen Produete ringend empfehlen.
Handel und Verkehr.
f Friedberg, 30. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete zer Pfd. M. 1.10—1.30, Eier 1 St. 6 Pf, 2 St. gr. 11 Pf. Friedberg, 29. Aug. Fruchtbericht. Waizen M. 21,
Sorn M. 16., Gerste M. 00., Hafer M. 00. Alle Preise
erstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Gießen, 29. August. Wochenmarkt. Butter per Pfd.
N. 1.05 1.15, Eier 1 Stück 5 bis 6 Pf., Käse per
St. 5—8 Pf., Tauben das Paar 50—80 Pf., Hühner
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er Stück M. 1.00— 1.30, Hahnen per Stück M. 0.50.
is 1.00, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Ochsenfleisch er Pfund 66—70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 54—60 Pf., Zalbfleisch 50—54 Pf., Schweinefleisch 62—64 Pf., Hammelfleisch 60 66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 5 bis 00, Zwiebeln per Ctr. 6—8 M.
Grünberg. Fruchtpreise vom 26. August. Walzen M. 21.80, Korn M. 16.30, Gerste M. 14.76, Hafer M. 13.60, Erbsen M. 00.00, Lein M. 00.00, Samen M. 26.44, Kartoffeln M. 0.00.
Franfurt, 28. Aug. Viehmarkt. Angetrieben waren 378 Ochsen, 30 Bullen, 265 Kühe, Rinder und Stiere, 217 Kälber, 379 Hämmel und 325 Schweine. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 73., 2. Qual. M. 67., Kühe 1. Qual. M. 65., 2. Qual. M. 60. per Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 70 Pf., 2. Qual. 55 Pf., Hämmel 1. Qual. 70 Pf., inländische Schweine 68 Pf. per Pfund Schlachtgewicht.
Frankfurt, 28. Aug. Frankfurter Produktenbörse. (Offieielle Notirungen.) Waizen still, eff. hiesiger und Wetterauer M. 21., fremder M. 23½ Br., per diesen Monat M. 205¾, Roggen still, effectiv hies. M. 15., fremder M. 15—17., per diesen Monat M. 15., Gerste behauptet, eff. hies. und Wetterauer M. 18.— 19, fremde M. 18—20., Hafer unverändert, eff. hiesiger M. 14., fremder M. 14.—16., per diesen Monat M. 14., Rüböl unverändert, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. M. 33½, Branntwein, unverändert, eff. ohne Faß M. 45. — Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 25., Roggenmehl 0/1(Berliner Marke) M. 23½—24., I.(Berliner Marke) M. 22— /., II.(Berl. Marke) M. 1718.
D. Frankfurt a. M., 29. Aug. Das Geschäft war heute recht belebt und hätte vielleicht anfangs einen noch größeren Umfang erlangt, wenn nicht die Vor— bereitungen zur Ultimo-Liquidatlon die Spekulations- kreise mehr oder weniger in Anspruch genommen hätten. In Folge dessen blieben auch die politischen Nachrichten, die nicht ungünstig lauteten, ohne Einfluß und selbst die günstige Staatsbahneinnahme, welche freilich bereits am Samstag escomptirt worden war, gab keine weitere Anregung. Gegen Schluß des offiziellen Verkehrs indeß konnte sich, auf feste Pariser und Londoner Course, eine entschiedene Besserung vollziehen, die auch namentlich Creditaetien zu Gute kam. Geld für Prolongatkonen stellte sich heute auf 4%—4½⁰ /. Creditactien, gestern Abend 269, heute 269/—1/ß und 2698/6. Staats bahn— actien, gestern Abend 306½¼, heute 306 ½¼—8/—58/ und 305 ⅛. Galizier, gestern Abend 2747/8, heute 2755s% bis 275—275½/. Lombarden, gestern Abend 128½, heute 129%—½¼ und 12938. Oesterr. Eisenbahnactien theilweise gut gefragt. Elbthal stiegen 4 fl., Nordwest 2½ fl. Donau-Drau blieben 1½ fl. matter. Gotthard etwas matter, aber schließlich zu dem /0/% redueirten Course in lebhaftem Begehr. Deutsche Bahnen be— hauptet. Egypter, gestern Abend 62½, wurden à 621/16 bis ¼16 und 625 gehandelt. Andere ausländische Fonds still. Von amerikanischen Prioritäten Georgia Aid höher. Banken sehr fest. Diseonto-Commandit stiegen 1½ 0% Industriewerthe anziehend. Von Wechseln Schweiz besser. Privatdisconto 3/8 0%/.
Brodpreise vom 1. bis 16. September. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. September. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Für Friedberg: Pr. ½ Kilo.
955 Pf. W.. Ochsenfleisch— Schweinefleisch— 64 Kuhfleisch, gem.— Keil und Carre— 68 Rindfleisch, gem.— Leber- u. Blutwurst— 68 Hammelfleisch— Fleischwurst— 84
Keil und Carre— Bratwurst— 84 Kalbfleisch— Schwartenmagen— 84 Keil und Carre— Geräucherter Speck— 92 Nierenfett— Doörrfleisch— 80 Hammelsfett— Schinken— 90 Schmalz, ausgel.— 80
Schmalz, unausgel.— 80
Ausnahmspreise. Bei W. Wind, Ph. Windecker
und K. Friedrich kostet Fleischwurst 80 Pf., bei August Walther Schmalz, ausgelassen, 90 Pf.
In Butzbach kostet Ochsenfleisch das ½ Kilo 68 Pfennig.
Für Ober-Mörlen: Rindfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 60 Pf. per ½ Kilo.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 29. August 1882. 20-Frankenstücke M. 16 24—28 do. in /2„ 16 23—27 Englische Sovereigns.„ 20 37—42 Russische Imperiales.„„„ Duett,„ „ al mare„ 9 59—64 Dollars in Gold. 4 16—20
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 2. September 1882. Beg inn:
Freitag Abends 6 Uhr.
Samstag Morgens 8 Uhr.
Samstag Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 7 Uhr 30 Min.
Wochengottes dienst von Sonntag den 3. September
an Morgens 6¼ Uhr, Nachmittags 5½½ Uhr.
Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln
hat uns den Debit des
allein ächten Cölnischen Wassers
übertragen und empfehlen wir dasselbe
per Glas zu M. 1.50, / Dutzend 5„ Dutzend 3 16.75.
*
Die Expedition des Anzeigers.
Oeffentliche Aufforderung.
0 Eigentbums⸗- und sonstige Ansprüche an die nachstehend
uufgeführten, in dem Grundbuch den den einzelnen Par⸗
ellen mit Namen beigesetzten Personen zugeschriebenen
„ welche dermalen veräußert und bezw.
berschrieben werden sollen, sind binnen 4 Wochen dahier
seltend zu machen, widrigenfalls die Veräußerungs- lerträge bestätigt und die beantragten Ueberschreibungen
tollzogen werden.
A. Gemarkung Bönstadt.
„Friedrich Strauch von Bönstadt: J. 48. 48,5.
. Adam Hofmann 11. von da: v. 102.
B. Gemarkung Stammheim. Jeremias Becht von Stammheim: 1. 26. 49. 162. 370. 468. 492. 547. 559. 671. 11. 241. 41. 92. 127. 160. IV. 31. IX. 11. 48. X. 146. 161. II. 40. 84. 121. 150. 154. 171. 207. 284. 305 2. 196. XIV. 55, 75. 110. XV. 25, 163, 195, 201. XVI, 4. 87, 248. X. 198.(alt 1395). . Heinrich Nagel 11. von da: J. 213. 214. Altenstadt den 21. August 1882. Großherzogliches Amtsgericht Altenstadt. 1 Hofmann. 4900 Orth.
118.
——
116. XIII. 158. IV.
—* —
Obst⸗Versteigerung.
Donnerstag den 31. August d. J., Nachmittags 2 Uhr, ollen mehrere Bäume Birnen öffentlich meistbletend ver⸗ gelgert werden.
Die Zusammenkunft ist am Rathhaustreppchen.
Friedberg den 28. August 1882. 10
Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg.
220 Seriba.
Stearinlichter,
tollwichtig, Prima-Qualltät, empfiehlt 2931 Wilh. Bernbeck.
29ꝗ1
Grummetgras von eirea 200 Morgen Wiesen in der Wirthschaft der Hrch. Ph. Dauernheim Wittwe ver— steigert.
III. stadt, veranschlagt zu 256 Mark 50 Pf., soll auf dem Wege öffentlicher Submisston vergeben werden und wollen Uebernahmslustige ihre Angebote, welche in Proeenten
Grummetgras⸗Versteigerung.
Freitag den 1. September l. J., Vormittags 10 Uhr, wird das der hiesigen Gemeinde zustehende
Nieder⸗Florstadt den 26. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Florstadt. Alles.
Submission.
Die Herstellung des äußeren Verputzes mit Alfresco— Anstrich an dem alten Schulgebäude zu Nieder ⸗Wöll—
der Anschlagssumme anzugeben sind, versiegelt und porto— frei bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Nieder-Wöllstadt bis längstens Montag den 4. September, Nachmittags 1 Uhr, einreichen.
Voranschlag und Submissions bedingungen konnen bei dem Unterzeichneten Samstag den 2. September einge— sehen werden.
Assenheim den 28. August 1882.
Wenck,
2922 Bezirksbauaufseher.
Grummetgras-Versteigerung.
Freitag den 1. September d. J., Nachmittags 2 Uhr, soll das der hiesigen Gemeinde gehörige Grummetgras
in Abtheilungen an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verstelgert werden. f Rödgen am 28. August 1882. 1 98 Großherzogliche Bürgermeisterei Roͤdgen. Luft
2 nealschüler
können in einer anständigen Familie Kost und Wohnung
2923
erhalten. Näheres bei der Exped. d. Anz. 2870
f 5 55 n Grummetgras-Versteigerung.
Freitag den 1. September d. J., von Morgens 9½ Uhr an, wird das der Gemeinde Harheim zugehorige Grummetgras an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert.
Harheim den 28. August 1882.
Großherzogliche Bürgermeisterei Harheim.
2926 Guth.
. N g Grummetgras-Versteigerung.
Montag den 4. September l. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll das diesjährige Grummetgras von 36 Heetaren Wiesen in dem hiesigen Gemeindehause ver- steigert werden.
Stammheim den 29. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Stammheim.
Becht.
2925
8 7 2 Grummetgras-Versteigerung. 2936 Montag den 4. September, Vormittags 10 Uhr, soll das der Gemeinde zustehende Grummetgras, eireg 70 Morgen, in der Wirthschaft der Wilh. Grüne wald Wittwe dahier meistbietend versteigert werden.
Ober⸗Florstadt am 29. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Florstadt. Dauernheim.
Ludwigshafen, bei
Sal. Simon, Friedberg.
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