Ausgabe 
28.11.1882
 
Einzelbild herunterladen

1 6

H

er hohen Skraße in ihr geeigssef schelssende Weise zu fördern. Der Antrag der Abgg Weith, Reinhart und Stephan wegen Abänderung der Verordnung vom 5. Januar 1860, die Aus führung des Jagdstrafgesetzes, der insbesondere eine Aenderung in den Anordnungen wegen der Heegzeit im Sinne der gesetzlichen Anordnungen in Preußen bezweckt, wurde für erledigt erklärt, weil die Regierung seit dem Einbringen des Antrags Veranlassung genommen hat, durch eine Verordnung dem letzterem zu willfahren. In einer am Nachmittag abgehaltenen Sitzung wurde über den Antrag von Ellenberger und Genossen auf Regulirung der Nidder und Nidda, und den Antrag von Dittmar auf Regulirung der Usa mit der Regierung verhandelt. Nach dieser Sitzung vertagte sich der Ausschuß vorerst.

Berlin, 24. Nov. Der Kaiser ist heute mit dem Prinzen Wilhelm und Friedrich Karl nach Springe abgereist. Der Botschafter v. Schweinitz begab sich heute nach Varzin.

Als zuverlässig versichert man dem Fr. Journ., daß die Unterredung v. Giers' mit dem Reichskanzler der Eventualität einer Conferenz gegolten hat, durch welche von Fall zu Fall die Detailfragen der Orientpolitik, zu nächst also der egyptischen Angelegenheit gelöst werden sollen. Das Resultat der Unterredung gipfelt darin, daß eine solche Conferenz mit weiteren Vollmachten als derjenigen in Kon stantinopel sicher zu erwarten steht.

Dem Vernehmen nach tritt Prinz Friedrich Karl gegen Neujahr eine mehrmonatliche Reise ins Ausland an. Zunächst wird sich derselbe nach Egypten begeben und die dortigen Schlacht felder besichtigen.

25. Nov. Abgeordnetenhaus Der erste Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Be rathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Ab änderung des hannover'schen Gemeinheitsgesetzes vom 30. Juni 1842. Der Gesetzentwurf wird ohne Diskussion definitiv angenommen. Darauf tritt das Hans in die zweite Berathung des Etats und zwar zunächst des Etats der land wirthschaftlichen Verwaltung, der nach längerer Diskussion genehmigt wird. Der Etat der Centralverwaltung und Domänen und Forsten wird ohne Diskussion genehmigt. Bei dem Etat der Forsten vertagt sich das Haus auf morgen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 24. Nov. Das Unterhaus hat den Vertrag mit der Staatsbahn unverändert angenommen.

25. Nov. Das Unterhaus nahm in der General- und Specialdebatte den Gesetzentwurf, betreffend den Ausbau der Pest⸗Szoenyer Bahn, an. Die Verhandlung über die Petition wegen Confiscation antisemitischer Broschüren im Heveser Comitate führte zu lebhafter Debatte. Istoczy brachte unter Ausfällen gegen die Juden und Judenpresse einen Antrag auf gesetzliche Lösung der Judenfrage ein. Die Debatte wird ab gebrochen und nach stürmischen, lärmenden Scenen für morgen eine Sitzung anberaumt, worin zunächst über deren Tagesordnung durch Namens-Abstimmung entschieden wird.

Frankreich. Paris, 23. Novbr. Der Vertrag, den der Schiffsleutenant Brazza mit dem König Makoko abgeschlossen, ist von der Kammer mit Stimmeneinhelligkeit ratificirt wor den und es darf mit Sicherheit auf ein gleiches Votum des Senats gerechnet werden. Das Ge biet am unteren Lauf des Congoflusses wird daher unfehlbar französisches Besitzthum, wenn die an der Frage meist interessiften Mächte England, Portugal und Belgien nicht zur rechten Zeit ihre Proteste nach Paris schicken. Be kanntlich macht die französische Regierung auch Ansprüche auf ein schönes Stück der Insel Madagascar. Die Regierung der Vereinigten Staaten soll jedoch bei der französischen Re gierung wegen Madagascar Vorstellungen ge macht haben.

Großbritannien. London, 25. Novbr. Das Unterhaus nahm die elfte Resolution zur

Ge 5 Sor ost 0 geg Se N an, wonach das Haus auf die Erledigung de Berichtes über eine Bill ohne weitere Debatte eingehen kann. Die zwölfte Resolution wurde gleichfalls angenommen.

Spanien. Madrid. Der Minister des Innern machte dem Ministerrathe die Mit theilung, daß in verschiedenen Städten Anda lusiens etwa 30 socialistische Agitatoren ver haftet wurden, welche mit den Socialisten und Anarchisten in Lyon in Verbindung stehen.

Türkei. Constantinopel, 25. Nov. Die Minister des Innern und der Justiz wurden gestern nach Nildiz Kiosk beschieden, um mit zutheilen, ob es wahr sei, daß Derwisch Pascha und Ahmed Essad Pascha während ihrer Mission in Egypten sich des Mißbrauchs ihrer Gewalt schuldig gemacht, oder Arabi, entgegen den An sichten des Sultans, ermuntert hätten. Ahmed Essad und Derwisch Pascha gaben jedoch be friedigende Erklärungen ab und wurden zu dem heutigen Diner des Sultans geladen.

Serbien. Belgrad, 23. Nov. Der könig liche Ukas, welcher die Skupschtina für den 25. November a. St. einberuft, wurde heute publicirt. Der serbische Gesandte in Wien, Christies, hat seine Demission gegeben und ist heute hier eingetroffen.

Bulgarien. Sofia, 24. Novbr. Der russische Vertreter, Hitrowo, ist von hier ab berufen worden.

Rußland. Petersburg, 24. November. General Totleben hat sich über Wien nach Italien begeben.

Egypten. Kairo, 24. Nov. Die britischen Truppen werden vom Typhusfieber täglich stark heimgesucht. Privatnachrichten sowie officielle Depeschen aus Khartum schildern die dortige Lage günstiger, die Aufregung habe abgenommen. Das erste Verstärkungs⸗Detachement befindet sich auf dem Wege zwischen Suakim und Khar tum, das zweite geht in einigen Tagen von Suez ab.

25. Nov. Eine Depesche aus Sudan meldet, die Cernirung des falschen Propheten sei vollendet, es verlaute sogar, der falsche Prophet sei gefangen genommen.

Aus Stadt und Land.

Frledberg. Ueber das hier am 17. beobachtete Nordlicht läuft aus New-Pork die Meldung ein, daß diese höchst interessante Naturerscheinung, welche sich über die ganze Breite des nordamertkkanischen Continentes, von Boston bis San-Franciseo erstreckte, dort die ganze Nacht vom Freitag bis zum Samstag andauerte; es war ein Nordlicht, oder besser gesagt, ein magnetisches Ge witter, von noch nie beobachteter Intensität. In Omaha war das Nordlicht so glänzend, daß die Nacht so hell wie der Tag war; in Cheyenne, Deuver, an verschledenen Punkten Kaliforniens und auf dem Washingtoner Terrain hatte es dieselbe Ausbreitung. In St. Paul, Minnesota, war der Himmel von blutrother Farbe, ein gleichzeitig großartiger und schrecklicher Anblick.

Friedberg, 26. Nov. Die Wetterau kommt aus der Hochwasserealamität gar nicht mehr heraus. Usa, Wetter, Nidda und Nidder sind über die Ufer getreten und haben weithin Alles überschwemmt. Bei Ossenheim und Bruchen⸗ hrücken spült das Wasser über die Chaussee. Auch von allen größeren Flüssen: Fulda, Lahn, Neckar, Main, Rbein ꝛc. ꝛc. wird wieder und zum Theil bedeutendes Hochwasser ge meldet, das bereits enormen Schaden angerichtet hat.

2. Friedberg. Der Commers alter Corpsstudenten, welcher Donnerstag den 7. Dezember im hlesigen Casino⸗ saale stattfindet, scheint nach den zahlrelchen Anmeldungen stark besucht zu werden. Der Gießener S. C. ist eben⸗ falls zur Tbeilnahme eingeladen, und wird die vorge sehene Ausschmückung des Saals mit studentischen Em blemen, sowie eine gute bereits engagirte Musik zur Feiler des Commerses wesentlich beitragen.

Frledberg. Die gestern dahier in der Turnhalle von Gauturnwart Engel von Marburg geleitete Vor⸗ turnerstunde des Bezirks Friedberg war von eireg 20 Vorturnern besucht. Bei der am Schlusse vorgenom⸗ menen Wahl eines Bezirksturnwarts wurde Turnwart Stoll von Bad-Nauheim als solcher gewählt. Zum Stellvertreter desselben wurde ein Turner von Hanau ernannt.

h. Friedberg. Wir ergänzen unsere Mittheilungen bezüglich des Eoangelischen Vereins in Nr. 134 dieses Blattes. Der Verein zählt jetzt 37 Mitglieder; als Vorstand wurden Professor Dr. Diegel, Dr. Becker, Wahl, Dr. Weiffenbach, Suͤffert, Schäfer(Director der Blindenanstalt) und Beigeordneter Reuß gewählt. Als nächste praktische Aufgabe hat der Verein die Gründung einesFeierabends für junge Leute(Lehrlinge und Ge⸗ sellen) in's Auge gefaßt und wurden in der letzten Ver

lassen:§. 1.

Christenthum, wie es jeder evangelische Christ haben soll, durch Gemeinschaft zu beleben und zu stärken; er will also in inniger Verbindung mit der evangelischen Kirche und in entschiedenem Gegensatze gegen eine jede Richtung, welche entweder von dem im Evangelium ge⸗ gebenen Glaubensgrunde abführen oder Trennung und Spaltung in der Kirche hervorrufen könnte, das kirch⸗ liche, sowie das gesammte religiös⸗-sittliche Leben fördern und überhaupt nach Kräften den socialen Nothständen entgegenwirken.§. 2. Wie gemäß der evangelischen Lehre(vergl. Luther's Auslegung zum 3. Gebote) selbst⸗ verständlich fleißige Theilnahme am Gottes dienste von den Mitgliedern des evangelischen Vereins erwartet

wird, so auch, daß sie bei Allen, auf welche sie Einfluß

haben, namentlich bei ihren Familiengliedern, Dienst⸗ und Arbeitsleuten, auf Sonntagsfeier und insbesondere Kirchenbesuch ernstlich hinwirken, ohne jedoch die per⸗ sönliche Freiheit Erwachsener zu beeinträchtigen.§. 3. Der evang. Verein sucht seine Aufgabe ferner zu erfüllen, indem er einerseits geregelten Verkehr und dadurch wechselseitige Anregung seiner Mitglieder, andererseits eifrige Theilnahme an dem kirchlichen Vereinsleben, und zwar sowohl dem Gustav⸗Adolf⸗Verein, als der äußeren und inneren Mission, herbeiführt.§. 4. Der evang. Verein hält sich frei von politischen Bestrebungen und von Angriffen auf andere Confessionen oder religiöse Ueberzeugungen; aber er will mit Entschtedenheit das Recht seiner Mitglieder behaupten, evangelisches Christenthum zu bekennen, sowie in Sitte und Leben zur Geltung zu bringen.§. 5. Der evang. Verein macht zu seinem bleibenden Wahlspruche die Worte des Apostels Paulus: Römer 1, 16: Ich schäme mich des Evan⸗ gelti von Christo nicht; denn es isteine Kraft Gottes, die da selig machet Alle, die daran glauben. Der evang. Verein wünscht nur solche Mitglieder, die es für eine Ehre halten, Glieder und Förderer der evangelischen Kirche zu sein; er möchte weder um Mitglieder werben, noch Jemand zurückweisen müssen; deshalb fordert er hiermit auf, daß Gleich⸗ gesinnte sich freiwillig zur Theilnahme anmelden, Andersgesinnte jedoch fernbleiben. Zu besonderen Zwecken aber wird er gern mit Allen zusammenwirken, welche an der Beseitigung soetaler Nothstände mitarbeiten wollen.

W. Nieder- Wöllstadt. Sonntag den 19. d. Mts. fand dahier die diesjährige Generalversammlung des Wetterauer Sängerbundes statt. Fast sämmtliche Vereine waren durch Delegirte vertreten. Nachdem der Präsident des Bundes, Landtags ⸗Abgeordneter Weith, die Anwesenden willkommen geheißen, ging man zur Tagesordnung über. Punkt eins derselben betraf die Bestimmung des nächstjährigen Festortes sowie des Fest⸗ liedes. Die Delegirten von Assenheim erbaten sich frei⸗ willig, für nächstes Jahr das Fest zu übernehmen. Die Bestimmung des Chorlieds bleibt der Delegirten-Ver⸗ sammlung, welche im Januar 18883 stattfinden soll, an⸗ heim gegeben. Es wurde dann allgemein gutgeheißen, daß die bei dem ersten Sängerfest d. Js. in Oberwöllstadt benutzten Schilder, Schriften, Täfelchen u. s. w. durch Kauf Eigenthum des Bundes werden sollten. Nachdem noch mehrere weniger wichtige Gegenstände zur Sprache gekommen, die Rechnung abgehört und dem Rechner Decharge ertheilt war, schloß der Vorsitzende die Ver⸗ sammlung mit einem Hoch auf das Gedeihen des Bundes.

Offenbach. Die Offenbacher Schiffbrücke ist am 24. November wegen Hochwassers abgefahren worden.

Gießen. Unsere Ludewigsuniversität erfreut sich auch in diesem Semester eines recht starken Besuches. Neu immatrikulirt wurden bis jetzt 110 Studirende. Insgesammt sind hier anwesend 444: Theologen 58, Juristen 62, Medieiner und Veterinäre 105, Studirende der philosophischen Facultät 219.

Gießen, 22. Nov. Gestern Nachmittag wurde am Zuge, der um halb 5 Uhr von Cassel hier eintrifft, ein Schaffner vermißt. Eine Maschine brachte denselben später und stellte es sich heraus, daß derselbe vor Lollar vom Trittbrett gefallen und sich leicht beschädigt hatte.

Darmstadt. Neue Dammrutsche auf der bereits stark beschädigten Strecke Erbach⸗Eberbach der Hessischen Ludwigsbahn haben dieselbe in einer Weise zerstört, daß an rasche Wiederherstellung nicht zu denken ist. Man fährt also wiederum, ganz wie in den Zeiten vor der Eisen⸗ bahn, mit der Post von Erbach bis Eberbach.

Groß-Gerau. Der Zuckerübenbau hat in den Gemeinden unseres Kreises in diesem Jahr schon eine recht beachtenswerthe Zunahme genommen und manchem schwer geprüften Landmann wenigstens in dieser Richtung eine nicht zu unterschätzende Einnahme gebracht. So wurden im Laufe der letzten Zeit in Ginsheim aus dieser Gemarkung ca. 2800 Ctr., der Ctr. zu 1 M. 5 Pf., und aus Bauschheimer Gemarkung ea. 2000 Ctr., welche per Ctr. mit M. 1.10 bezahlt wurden, verladen, die sämmtlich rheinabwärts gingen und in Zuckerrüben⸗ Fabriken des Niederrheins, zur Verarbeitung kamen.

Mainz, 22. Nov. Die Seifenfabrik von Hochge⸗ sandt und Ampt ist bis auf den Grund niedergebrannt und hatte sich die Feuerwehr, welche 14 Spritzen zur Hand hatte, nur auf die Deckung der Nachbarhäuser beschränken können. Wie das Feuer entstanden, ist bis jetzt noch unaufgeklärt.

Allerlei. Die Ehefrau eines hiesigen Hand⸗

Frankfurt.

werkers, welche ihrem Gemahle bereits 21 Kinder ge⸗

Tendenz des Vereins ergibt sich am besten aus dey grundlegenden Sätzen der Statuten, die wir hier folgen Der evangelische Verein zu Friedberg er strebt nichts Anderes als gesundes, ernstes evangelisches

J geg. gllagt and Ke 1b Pe rere e beld und je 9b. 1 Firpert Fatagt ludwig Aenselb Aud 36 S Etrassa

Strafka 5

Henrich gückgezt don Ob Pruch Strafso hal, w egung, sertagt.

Atziehu die 4. Bittwe

5 Frei M auf gaseloc erseige We