Ausgabe 
28.2.1882
 
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1882.

Dienstag den 28. Februar.

M 25.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betragen

Betreffend: Zusammenlegung der Grundstücke in der

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Amtlicher Theil.

Bekanntmachung. Gemarkung Nieder-Erlenbach.

Die Abstimmung der betheiligten Grundbesitzer über die rubricirte Zusammenlegung hat eine Annahme des Projekts ergeben.

Indem wir die Offenlegung des Abstimmungsprotokolles und der Zusammenstellung des Abstimmungsresultats zur Einsicht der Inte⸗ ressenten von Mittwoch den 1. bis Mittwoch den 15. kommenden Monats auf dem Gemeindehause zu Nieder-Erlenbach anordnen, geben wir zugleich bekannt, daß Anfechtung der Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit der Abstimmung durch Recurs an den Kreisausschuß des Kreises

einzureichen bei unterzeichnetem Kreisamt innerhalb der Offenlegungsfrist bei Meidung des Ausschlusses erfolgen muß.

* Friedberg den 25. Februar 1882. 720

1 * U Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen Uuerte haben wir den durch unsere Bekanntmachung vom 28. März v. J. zum

Umtausch der noch im Verkehr befindlichen Stücke der s. Z. el. Guldenwaͤhrung ausgefertigten Großherzoglich Hessischen 4-procentigen Staatsrenten⸗Obligationen d. d. 1. October 1824, 1. Januar 1825 und 1. Juli 1867 gegen in der Markwährung ausgefertigte Obligationen

festgesetzten Termin bis zu Ende Juni l. J. erstreckt, und kündigen zugleich hiermit die innerhalb dieser Präclusipfrist nicht zum Umtausch präsentirt werdenden Obligationen zur Rückzahlung auf den 1. Juli l. J.

Der Umtausch findet wie bisher bei der Großherzoglichen Haupt staatskasse in der Weise statt, daß für je 700 fl. oder das Vielfache hiervon an Nominalbetrag der umzutauschenden Obligationen 1200 Mk. oder das entsprechend Vielfache in neu zu cmittirenden 4 procentigen

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Staatsrenten⸗Obligationen abgegeben werden.

betreffend den Umtausch der noch im Verkehr Staatsrenten- Obligationen gegen dergleichen in Markwährung ausgefertigte, und die Kündigung des verbleibenden Restes der ersteren

ausgleichs findet, soweit erforderlich, Abrechnung statt. Die umzutauschenden Obligationen nebst zugehörigen noch nicht fälligen Coupons und Talons sind mit darüber aufzustellenden Ver⸗

Bekannt ma ch ung,

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

befindlichen, in Guldenwährung ausgefertigten Großherzoglich Hessischen 4-procentigen

Obligationen.

in der

Wegen des Zinsen

zeichnissen, zu welchen die Formulare unentgeltlich bei der Hauptstaats kasse bezogen werden können, bis zum oben bezeichneten Termin bei der letzteren Kasse zu präsentiren.

Die Inhaber der innerhalb dieser Frist nicht zum Umtausch prä⸗ sentirten und sonach gekündigten Obligationen werden hiermit aufgefordert, den Nominalbetrag der Letzteren mit Zinsen bis Ende Juni l. J. gegen Rückgabe der Obligationen und der dazu gehörigen nicht zahlbaren Zinscoupons nebst Talons bei der Hauptstaatskasse dahier, oder für deren Rechnung bei dem Bankhause M. A. v. Rothschild Söhne zu Frankfurt g. M. um so gewisser zu erheben, als dieselben vom 1. Juli 1882 an nicht mehr verzinst werden und der Betrag der fehlenden Zinscoupons an dem Capitalbetrag der zur Rückzahlung be rufenen Obligationen in Abzug gebracht wird.

Darmstadt den 25. Januar 1882.

Großherzogliche Staatsschulden-Commission. Michell.

J. Moͤllinger.

Best.

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a Deutsches Reich. eon. Darmstadt, 24. Febr. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer beantragen Boͤhm und Dittmar, die Kammer möge in Erwägung, 0 daß nach der gestrigen Erklärung des Staats l- U ministers von Starck die Großh. Regierung ge neigt sei, mit der Stadt Darmstadt in Ver⸗ handlung zu treten, um eine Vereinbarung mit f derselben behufs deren stärkerer Herbeiziehung bei Beschaffung der Mittel zur Erhaltung der technischen Hochschule zu erzielen, beschließen, Cap. 36 des Hauptvoranschlags von der heutigen Tagesordnung abzusetzen und an den Ausschuß zurückzuverweisen. Dieser Antrag wird mit 29 Stimmen angenommen. Bei Capitel 37 Gymnasien erheben in der Generaldebatte die Abgg. Reinhart, Maurer, Schroder, Osann, Franck, v. Rabenau, Racks, Diehl, Wolz und Metz Klage über die Ueberbürdung der Gymna stasten mit Lernstoff und haͤuslichen Arbeiten. Die Geh. Oberschulräthe Becker und Greim, sowie Geh. Staatsrath Knorr geben die Be rechtigung dieser Klagen in gewisser Hinsicht zu und erklart namentlich Letzterer, daß die Re⸗ gierung die Absicht habe, noch im Laufe dieses Jahres eine Directoren-Conferenz zu berufen, um über diese Frage zu verhandeln. Racks be antragt, die Regierung zu ersuchen, die Ver⸗ wendung der Revenüen des Mainzer Universi⸗ täts fonds in den Hauptvoranschlag aufzunehmen. Der Antrag wird an den Finanzausschuß ver wiesen. Bel Titel 1Gymnasium zu Darm stadt kommt die Frage der organischen Ver Ache bindung der Vorschulen mit den Gymnasien zur Sprache, gegen welche die Minorität des Aus schusses sich ausspricht. Für die Verbindung

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sprechen die Geh. Oberschulraͤthe Becker und Greim, sowie die Abgg. Diehl und Wolfskehl, dagegen Schröder und Racks. 25. Februar. Heute wurde die Debatte über die Vorschule am hiesigen Gymnasium fortgesetzt. Schließlich lehnte man die definitive Errichtung der Vor⸗ schule mit 26 gegen 20 Stimmen ab. Ob hiernach das seitherige Propisorium fällt, er scheint fraglich. Ferner sprach sich die Kammer auch für Wegfall der Vorschule in Gießen und Worms aus. Schröder beautragte Niedersetzung einer Enquete über den Zustand der Gymnasien.

Berlin, 24. Febr. Im Abgeordnetenhause fand die zweite Lesung des Etats des Ministeriums des Innern statt und wird das ganze Capitel sowie das Cap. 84(statistisches Bureau, meteo rologisches Institut) bewilligt. 25. Februar. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in dritter Berathung die Gesetzentwürfe, betreffend die Verwendung der Jahresüberschüsse der Ver waltung der Eisenbahnangelegenheiten, ferner die Umgestaltung des kurmaͤrkischen und neu märkischen Aemterkirchenfonds, die Abaͤnderung der Grundbuchordnung, das Kirchenwesen im Jade gebiet, die Verjährungsfristen bei offentlichen Abgaben in Schleswig ⸗Holstein, Hannover und Hessen⸗Nassau, die Veränderung der Grenzen der Kreise Westpreußen und Brandenburg. Hierauf folgt die Fortsetzung der Etats-Berathung mit der Positlon: Verliner Polizeipraͤsidium. Das Capitel wird bewilligt. b

Zur Berathung für den Volkswirthschafts- rath ist bestimmt: ein Gesetz über den Gewerbe betrieb im Umherziehen und eines über den steyenden Gewerbebetrieb, eins über die Sub hastationsordnung, eines über die Fabrikatton

von Zündhölzern mit weißem Phosphor, über die Milchcontrole, die Hundesperre, die Aus gabe von Obligationen auf Namen. Die Grund⸗ zuͤge für ein Hilfscassengesetz, für ein Unfall⸗ versicherungsgesetz, fur das Tabaksmonopol sind in Aussicht.

26. Febr. Der gestern aus Paris ein getroffene russische Botschafter Orloff conferirte Vormittags mit Subaroff, wurde dann vom Kronprinzen und Nachmittags vom Kaiser nud der Kaiserin empfangen und speiste um 5 Uhr beim Fürsten Bismarck.

Dresden, 24. Febr. Die zweite Kam⸗ mer lehnte den Beschluß der ersten Kammer ab, welcher dahin ging, dem Justizminister in beschraͤnkter Disposition ein Postulat zu persön⸗ lichen Zulagen an richterliche Beamte zu be willigen.

Munchen, 25. Febr. Ein Schreiben des Königs an den Minister v. Lutz betont, daß der Koͤnig der Kirche stets vollen Schutz angedeihen ließ und lasse, und daß ihm die Pflege und Forderung des religioͤsen Sinnes im Volke am Herzen liege, daß aber ebenso das Ministerium die Pflicht habe, den Bestrebungen, welche gegen die nothwendigen Rechte der Krone und des Staates gerichtet seien, mit voller Macht ent gegenzutreten. Am Schluß wird saͤmmtlichen Ministern die vollste Anerkennung ihres bis- herigen Verhaltens und das Vertrauen ausge sprochen, daß dieselben unter allen Schwierig- keiten ausharren werden. Soweit des Königs Handschreiben bereits bekannt, macht es allent- halben den tiefsten Eindruck und erfaͤhrt natür⸗ lich je nach dem Standpunkt der Leser die ver schiedenste Beurtheilung.

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