Ausgabe 
28.1.1882
 
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8. Die Großherzoglichen Buͤrgermeistereien der Amtsgerichtsbezirke Butzbach, Bad⸗Nauheim, Vilbel, Hungen und den Denunciaten gefaͤnglich an das zuständige Amtsgericht transportiren lassen, dies geschehen dem betreffenden Amtsgerichte berichten.

9. Alle Anzeigen, Berichte und Correspondenzen muͤssen selbstverständlich f

falliger Weise(Farbstift!) alsHaftsachen bezeichnet werden.

Dr. Braden.

Alkenstadt werde

gleichzeitig aber uns die Anzeigen in duplo erstatten und daß

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 25. Jan. Heute Nachmittag verstarb einer der ältesten Leute unserer Stadt, der Sattlermeister Johannes Falck. wurde also 81 Jahre alt. In diesem langen Leben hatte er Gelegenheit genug, sich seinen Mitbürgern und der Stadt nuͤtzlich zu machen und er hat dies redlich und mit allen seinen Kräften gethan. Er war 33 Jahre lang Mitglied des Gemeinderathes und lange Zeit Beigeord⸗ neter, 20 Jahre lang Spritzenherr, 18 Jahre lang Mitglied der Armencommission, 20 Jahre lang im Aus- schuß des Mathildenstifts, 25 Jahre lang Ortsgerichts- mann und im Jahre 1848 Lieutenant der Bürgergarde. Er gehörte zu den Gründern des Versorgungshauses und zu den Gründern des Liederkranzes, dessen Vorsteher und zuletzt Ehrenpräsident er während 35 Jahren war. Falck besuchte bis 1815 die lateinische Schule, trat 1817 als der Jungste von 100 Mann in die damalige Jäger eompagnie ein(er überlebte seine sͤmmtlichen Kameraden), erlernte dann das Sattlerhandwerk, ging 1820 in die Fremde, bei welcher Gelegenheit er die Schweiz, Oester reich, Ungarn und Italien durchwanderte. 1827 zurück⸗ gekehrt, vermählte er sich 1836 mit Kath Bechstein, mit welcher er 34 Jahre lang in glücklicher Ehe lebte. Seine näheren Freunde rühmten seinen Frohsinn, sein geselliges Talent und sein vorzügliches Gedächtulß, so daß sie ihn scherzweise dielebendige Chronik nannten. Selten wohl ist es einem Manne vergönnt gewesen, auf eine so reiche und gesegnete private und öffentliche Thä tigkeit in einem so langen Leben zurückzuschauen und mögen deshalb die Bürger unserer Stadt diesem Ehren⸗ manne ein treues Gedächtniß bewahren.

Castel, 26. Jan. Hier wurde gestern ein Falsch münzer verhaftet, welcher versucht hatte, falsche 100-Mark⸗ scheine zu verausgaben. Bei der Visitation des Ver brechers wurden noch mehrere Falsifieate durch die Poli zei confiseirt. Nähere Mittheilungen über die Person des Falschmünzers fehlen noch.

Allerlei.

Wiesbaden. Ueber den Mord der 18 Jahre alten Anna Maria Pauli, ledigen Tochter des Schneiders und Küsters Peter Pauli zu Weilbach scheint ein undurch dringliches Dunkel zu schweben. Am 11. Nov. v. 15 Abends zwischen 6 und 7 Uhr fand die Erdrosselung der Bedauernswerthen statt, andern Tags fand man unweit Weilbach in einem Bach die Leiche und noch heute ist, trotz der energischsten behördlichen Untersuchung keine Spur des Urhebers des scheußlichen Verbrechens entdeckt.

Er war geboren am 12. Dee. 1800,

seine Eltern in der letzteren Stadt Einkäufe zu machen batte, wurde auf dem Heimweg Abends auf barbarische

Nunmehr hat die königliche Regierung dahler für die Entdeckung des Thäters eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt.

Stuttgart, 20. Jan. Ein 13jähriges Mädchen aus Jungingen bei Ulm, das vorgestern Nachmittag für

Weise ermordet. Mit zahlreichen Stichen am Hals und mit anderen Wunden bedeckt, wurde es in der Frühe des anderen Tages im Blute schwimmend todt gefunden. Die Nachforschungen nach dem Thäter haben bis jetzt zu keinen Resultate geführt. Da eine Beraubung nicht vorliegt, so hat man es wohl mit einem Lustmord zu thun, wenn auch allerdings bis jetzt keine weiteren Anhaltspunkte für letztere Annahme sich gefunden haben. Angriffe auf Mädchen, zum Theil auf offener Straße verübt, sind in letzter Zeit auch von anderen Orten Wuͤrttembergs gemeldet worden.

Pecking. Aus Nokohama wird vom 25. Dez. gemeldet, daß der Distriet Kantehaon von einem furchtbaren Erd beben heimgesucht worden, durch welches über 250 Men scken ihr Leben verloren.

Gerichtssaal.

Bad Nauheim. In der am 19. d. M. stattge⸗ habten Schöffengerichtssitzung wurde in folgenden Sachen erkannt: 1) die Ehefrau des Konrad Wagner von Schwal beim erhielt wegen Beleidigung eine Gefängnißstrafe von 5 Tagen und die Kosten; 2) Anton Meister J., Heinrich Meister, Jakob Meister und Georg Hensel 11., sämmtlich von Rödgen erhielten wegen Widerstands und Beleidigung, der Erstere eine Gefängnißstrafe von 9 Tagen, die drei Letzteren eine solche von acht Tagen und die Kosten unter Solidarhaftz 3) Georg Mathes von Nieder-Mörlen an geklagt wegen Ruhestörung, wurde freigesprochen, dagegen wegen Uebertretung der Feierabendstunde in eine Geld strafe von 3 M. und ½ der Kosten verurtheilt; 4) Peter Rolly, Julius Schneider und Joh. Scheibel von Ober Mörlen, angeklagt wegen Körperverletzung und Miß⸗ handlung, erhielt der Erstere eine Gefängnißstrafe von 8 Tagen, die beiden Letzteren eine Geldstrafe von je 10 M., sowie die Kosten, und zwar bezüglich der dem Staate erwachsenen Auslagen unter Solidarhaft; 5) Joh. Peter Reitz 1. von Steinfurth, angeklagt wegen Nicht bedeckens seines Brunnens und Pfuhllochs, erhielt eine Geldstrafe von 3 M. und die Kosten; 6) Kaspar Dietz 111. von Nieder-Mörlen wurde wegen Nichtbedeckens eines Brunnens in eine Geldstrafe von 5 M. und in die Kosten verurtheilt; 7) Christian Krauch, Heinrich Hensel, Anton

1 0le U

o schleunig wie nur äußerst möglich befördert und in augen*

5 jedes 1 Meister, Anton Krauch und Christoph Hensel, sämmtlich. von Rödgen, wurden wegen Ruhestörung in eine Geld⸗. strafe von je 3 M. und in die Kosten mit je ½ verur- 35 theilt, dagegen Karl Gleis, Jakob Meister, Andreas gelben Muller und Jakob Hensel von da, wegen dieser Ueber- Cachent tretung, von Strafe und Kosten freigesprochen; 8) Karl Jucken; König, Joh. XII. Sohn, von Ober-Mörlen, ange-] nat klagt wegen Ruhestörung, wurde freigesprochen; 9) Adam] Hals Stock von Utphe, wohnhaft in Schwalheim, angeklagt[ Blaugele wegen Ruhestörung, wurde freigesprochen; 10) Wilhelm Baumwe Rink von Würzberg wurde wegen Diebstahls in eine 15 neug Gefängnißstrafe von 14 Tagen, wegen Bettelns und Land Betz 10 streicherei in eine Haftstrafe von je 3 Tagen verurtheilt. Handtuc Altenstadt. Donnerstag den 2. Febr., Vormittags 1 Shirin 9 Uhr, findet dahier eine Schöffengerichtssitzung statt und Futte kommen folgende Sachen zur Verhandlung: 1) Privat⸗ N. ie klagesache der Konrad Wolf Wittwe von Bönstadt] Strobe gegen Heinrich Jung und dessen Ehefrau von Bönstadt Roche, wegen Beleidigung. 2) Strafsache gegen Georg Volz rocken von Nieder Mockstadt wegen Körperverletzung. 3) Privat- Lorhane klage der Jakob Lang 11. Ehefrau von Bönstadt gegen 1 5 Karl Hartherz Wittwe von da wegen Beleidigung. P Herren 4) Strafsache gegen Georg Volz in Nieder-Mockstadt Tschtüch wegen Ruhestörung. 5) Strafsache gegen Georg Flach, 1 8 Dienstknecht von Staden, wegen Diebstahls.. lian den Handel und Verkehr. f Maaß se Gießen, 24. Jan. Der heute dahier abgehaltene E Viehmarkt, der erste in diesem Jahre, war stark besucht. f Es waren aufgetrieben: 1015 Stück Rindvieh und 228 Stück Schweine. Durch sehr lebhaften Handel bei ß von V allen Viebgattungen waren die Preise sehr hoch und bis 1 U zur Mittagszeit fast alles Vieb verkauft und abgetrieben. 8 133 Nächster Markt Dienstag den 14. Februar. Can i Kirchliche Anzeigen für Friedberg. E 1 Evangelische Gemeinde. 1 130 4. Sonntag nach Epiphanias. 1 Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. 0 Gottesdienst in der Stadtkirche: 7 Nachmittags Uhr: Herr Candidat Schwarz. 5 Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Baur. 1 Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Diegel. Il tatholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Holz-Versteigerung. 355 Freitag den 3. Februar l. J., Vormittags Uhr anfangend, kommt in hiesigem Gemeindewald nachstehendes Holz zur Versteigerung: Distrikt Buchstein:

62 Stück Eichen⸗Stämme von 37,44 Festm. Inhalt,

1 Weichholzstamm von 0,38

1 Nadelholzstamm von 0,82

4 Raummeter Eichen⸗Nutzholz,

1*

1

147 5 Scheit- und Knüppelholz, 32* Böhen⸗ 5 13 5 ee 8 1200 Stück Eichen⸗Wellen, 500 Buchen⸗ 125 Weichholz⸗Wellen,

137 Raummeter Stockholz. Distrikt Rothweil: 15 Stück Eichen⸗Stämme von 24,38 Festm. Inhalt. Bemerkt wird, daß zuerst das Stammholz und Nutz⸗

holz im Distrikt Buchstein, dann das Stammholz im Distrikt Rothweil versteigert wird und nachher erst das Brennholz kommt. a Sämmtliches Holz lagert größtentheils nahe bei Eschbach Die Herren Bürgermeister werden um gefällige Be⸗ kanntmachung in ihren Gemeinden ersucht. Eschbach den 26. Januar 1882.

6 Der Bürger meister. 8 28. f Faselochs Versteigerung.

Freitag den 3. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr,

soll ein der hiestgen Gemeinde zustehender, zum Schlachten

geeigneter Faselochs auf dem Rathhause meistbietend ver⸗ steigert werden. Nieder ⸗Florstadt den 26. Januar 1882. Großherzogliche hrzerneerki Nieder-Florstadt. . Alles.

Bekanntmachung.

Die Gemeinde Nieder-Florstadt beab gehenden, zur Zucht tauglichen Fase alt, Berner Nace) anzukaufen. wollen unterzeichneter Stelle davon Kenntniß geben

Nieder⸗Florstadt den 26. Januar 1882.

Groß herzogliche en e e Nieder-Florstadt.

les.

an einer guten Abfahrt,

338

15 5 sichtigt einen an ochsen(1 Jahr Besitzer solcher Thiere

Bau- u

N Horstota orn. Holzversteigerung im Fürstlichen Thiergarten bei Hungen. 354 Dienstag den 14. k. Mts., Morgens 10 Uhr, sollen im obigen Bezirk 244 Stück Eichen-, Buchen- und gemischtes Stamm resp. Stangenholz mit 77 Festmeter Inhalt, darunter 7 Eichen von 14 Fectm. Inhalt, sowie 40 Raummeter Hainbuchen⸗Nutzholz; sodann Mittwoch den 15. k. Mts., Morgen 10 Uhr,

ebendaselbst: 53,5 Rm. Eichen-, Buchen- und gemischtes Scheitholz, 251,****** Prüͤgelholz, 17,5 1 1 17 1 1 Stockholz, 498 4* Reiser,

öffentlich verkauft werden. Hungen den 27. Januar 1882. Fürstliches Rentamt. 8 Demme.

nd Nutzholzver⸗ steigerung. 361 Freitag den 3. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr

anfangend, sollen im hiesigen Gemeindewald, Distriet Alter Heegwald

63 Eichen-Stämme von 3080 Centimeter Durch- messer und 3 13 Meter Länge, zusammen 57 Festmeter haltend,

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Die Zusammenkunft ist im Alten Heegwald bel Rom- mels hausen.

Altenstadt den 26. Januar 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Altenstadt. Weit h.

chung.

362 Die am 24. Januar d. J. im Langenhainer Ge meindewald abgehaltene Holzversteigerung hat die Ge

nehmigung erhalten und soll bei trockener Witterung Montag den 30. d. M. der erste Abfuhrtag sein.

Zgiegenberg den 26. Januar 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Langenhain.

2 8 Stammholz-Versteigerung. Donnerstag den 2. Februar d. J., von Morgens 9 Uhr an, kommen in dem Vilbeler Stadtwalde, Distrikt Fischer N

erlen, zur Versteigerung: f 119 Eichenstämme von 2857 Centimeter Durchmessee und 411 Meter Länge= 61,01 Festm. Inhalt,

6 Buchenstämme, 2 Elsbeerstämme, 2 Rüsternstangen,

45 Birken-Derbstangen.

Zusammenkunft auf dem Landgrabenweg.

Vilbel den 27. Januar 1882.

364

352 Donnerstag den 2. Februar, Vormittags 10 Uhr sollen in dem Rathhause zu Nieder-Florstadt nach, stehende Arbeiten einer öffentlichen Coneurrenz ausgesetz⸗ werden: t A. Anlage zweier Entwässerungsschleusen. Steinhauerarbeiten veranschlagt zu M. 723,46 f

Maurerarbeiten 140. Lieferung von hydraul. Kalk, 30 Centner 45. Lieferung von Portland-Cement, 20 Ctr. 64. B. Anlage von Abfahrten an der Staats- straße Friedberg-Staden. Maurerarbeit veranschlagt zu M. 74.30 Chaussirarbeit 13150 Steinhauerarbeit 99. Lieferung von 31,5 Meter Cementröhren, von 36 Centimeter Lichtweite 220.50 Anfahren von 40 Cubikmeter Bau- und Decksteinen aus dem Gemeindebruch 60. Anfahren von 5 Cubikmeter Mauersteinen aus dem Gemeindebruch 7.50

Assenheim den 26. Januar 1882. Wenck, Bezirks bauaufseher.

7 202 Anzeige.

Einem verehrlichen Publikum theile ich hierdurch

ergebenst mit, daß ich neben hiesigem Justizpalast eine

Rumpf.

Restaurant eröffnet habe. Um geneigten Zuspruch bittet Gießen. Jacob Ruppel.