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internationalen Münzconferenz die Silberwähr— ung wieder hergestellt und die Doppelwährung für Deutschland eingeführt werde. Der Finanz. minister antwortete verneinend und fügte hinzu, die sächsische Regierung bleibe auch heute noch bei der Erklärung stehen, welche der Reichsschatz— secretär im Namen der Bundesregierungen am 10. Maͤrz 1881 im Reichstag abgegeben habe.
München, 23. Jan. Die Kammer der Reichsräthe stellte den von den Abgeordneten gestrichenen Dispositionsfonds für die Ministerien der Finanzen, des Aeußern und des Innern wieder her.— 24. Jan. Die Kammer der Reichsräthe führte eine längere Debatte über den Antrag ihres Ausschusses, der darauf ge— richtet war, gleich der zweiten Kammer die Auf— hebung der Simultanschulen zu beschließen. Die Reichsräthe verwarfen mit 30 gegen 24 Stim— men diesen Antrag und nahmen mit 34 gegen 20 Stimmen einen Antrag des Consistorial— präsidenten Meyer an, der auf Revision des betreffenden Gesetzes ging.
Ausland.
Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 23. Jau. Gegenüber einem Telegramm der Prager, Politik“ versichert das„Fremdenblatt“ auf Grund der zuverlässigsten Juformationen, daß über die An— nexion der occupirten Provinzen oder über an— derweitige Aenderung der staatsrechtlichen Stell— ung derselben keinerlei Verhandlungen oder Pourparlers weder unter den österreichisch-un— garischen Staatsmännern, noch mit fremden Diplomaten gepflogen wurden.
— 23. Jan. Officielle Nachrichten aus der südlichen Herzegowina melden das Auftreten mehrerer Insurgentenbanden in der Stärke von 1000, 500 und 200 Mann, welche theilweise mit Snidergewehren bewaffnet sind.— Eine Privatdepesche aus London will wissen: Eine Schlacht im Engpaß zwischen Gatzko und Bilek endete mit dem Sieg der Insurgenten. Zwei österreichische Bataillone wurden aufgerieben.— Officiell meldet man aus Trebinje: Bei Bilek fand ein heftiges Gefecht statt zwischen einer Compagnie des 67. Regiments Schmerling und Osman Bey. Die Aufständischen wurden ge— schlagen und verfolgt; sie ließen ihre Verwun— deten zurück Unter den Todten soll Swetczar Angyclics sein. Der von den österreichischen Behör— den sistirte Güterverkehr von Mostar nach Sera— jewo ist wieder freigegeben, da die Straße sicher ist.
— 24. Jan.(Officiell.) Weder vom General— Commando zu Serajewo, noch vom Statthalter Jovanowitsch murden seit gestern Gefechte ge— meldet.— Die dalmatinischen Landwehrbataillone Nr. 79 und 80 werden mobil gemacht.
— 24. Jan. Der dem Herrenhaus vorge— legte Regierungs⸗Gesetzentwurf, betreffs Abän— derung einiger Bestimmungen des Volksschul— gesetz⸗Eutwurfes, bezeichnet die religiös-sittliche Erziehung als Aufgabe der Volksschule und ge— währt nach vollendeter sechsjähriger Schulpflicht unter gewissen Umständen Erleichterungen eines weiteren Schulbesuches. Das Herrenhaus nahm eine provisorische Handelsconvention mit Frank— reich an.
Prag, 23. Jan. Gegen 3] Arbeiter, die wegen Majestätsbeleidigung angeklagt sind, fand heute die Schlußverhandlung statt. Der Ge— richtshof beschloß geheime Verhandlung.
Pest, 23. Jan. Unterhaus. Die Inter— pellation Helfy's in Angelegenheit der Krivoscje beantwortend, constatirt Tisza, daß sowohl in Süd⸗ Dalmatien als in der Herzegowina Un— ruhen entstanden, welche kräftiges Auftreten der Regierung erheischen. Ursache ist, wie 1869, der Rekrutirungsversuch.
Brünn, 24. Jan. Die Polizei nahm gestern eine Haussuchung vor bei den Redacteuren der Arbeiter-Zeitungen„Volksfreund“ und„Spra— vedenost“. Viele Schriften und Bücher wurden mit Beschlag belegt.
Holland. Haag, 24. Jau. Zweite Kammer. Gleichman interpellirt über das deutsche Gesetz über die Küstenschifffahrt und verlangt Auskunft,
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ob die Regierung auf Grund des Vertrages von 1851 es nicht für nöthig gehalten habe, vor der Veröffentlichung des Gesetzes die geeigneten Schritte zu thun und ob sie seit der Veröffent— lichung Schritte gethan habe. Der Minister des Aeußern gab eine bejahende Antwort. Die Regierung habe alsbald nach Erlaß des Gesetzes Verhandlungen mit der deutschen Regierung angeknüpft, die, bei den steten Beweisen des Wohlwollens auf Seiten der deutschen Regierung, zu einem befriedigenden Resultat führen würden.
Frankreich. Paris, 23. Jan. In der Deputirtenkammer legte der Finanzminister das Budget für 1883 vor. Der Bericht der Revi— sionscommission lehnt formell die Aufnahme des Listenserutiniums in die Verfassung ab und stellt die Vollmachten des Congresses als unbeschränkt hin, glaubt aber trotzdem die Reformpunkte be— zeichnen zu müssen, um dem Senate Garantien zu bieten. Die Berathung des Berichtes findet Donnerstag statt.
— 24. Jan. In Parlamentskreisen taucht die Meinung auf, die Kammer wie der Senat
würden einer beschränkten Verfassungsrevision zustimmen. Gambetta werde für jetzt die Listen—
wahl aufgeben und sich vorbehalten, die Frage vor dem Congreß zur Sprache zu bringen.
Großbritannien. London, 23. Jan. Aus dem Waffenmagazin zu Limerick wurden 720 Pfund Dynamit entwendet.
— 24. Jan. Die„Times“ erfahren, Lo⸗ banoff habe in Folge der Weisung der russischen Regierung es abgelehnt, die englische Bittschrift zu Gunsten russischer Juden an den Czaren zu übermitteln.
Türkei. Constantinopel. Auf die Circular Note der Pforte wegen Aegyptens soll Deutsch— land ebenfalls geantwortet haben.
Rumänien. Bukarest, 23. Jan. Minister Rosetti erhält seine Demission aufrecht.
— 24. Jan. Senat und Kammer nahmen ihre Arbeiten wieder auf. Der Minister des Innern, Rosetti, zeigte an, daß er seine Ent— lassung eingereicht habe. Der vom Minister des Aeußern in der Kammer vorgelegte Gesetz— entwurf enthält Strafbestimmungen gegen Staats— geheimnisse verrathende Beamte. Jonescu ent— wickelte eine Interpellation wegen Verlangens der Veröffentlichung von Documenten betr. des letzten austro-rumänischen Zwischenfalls. Nach— dem die Regierung die Veröffentlichung ablehnte, beantragt Jonescu ein Mißtrauensvotum gegen das Cabinet, welches zur Vorberathung dem Bureau überwiesen wird.
Montenegro. Cettinje, 23. Jan. Der Fürst von Montenegro empfing eine Unterstütz— ung ansuchende herzegowinische Deputation. Er wies das Ausuchen ab und forderte die Depu— tation zur Heimkehr auf unter Androhung der Internirung.
Serbien. Belgrad, 24. Jan. Trotz der dußersten Austrengungen der Linken wurden in der Skupschtina nur Fortschrittler für alle Aus— schüsse gewählt.
Rußland. Petersburg. Der„Regierungs— bote“ schreibt: Schestakoff ist zum Marine— minister ernannt statt Petschuroff, welcher Obersteommandirender der Flotte im Schwarzen Meere wurde.
Egypten. Kairo, 24. Jan. Die Situation in Alexandrien hat sich gebessert, ein Compromiß ist wahrscheinlich.
Auß Stadt und Land.
Rodheim v. d. H., 24. Jan. Gestern Abend ent— stand hier ein Brand, wobei 4 Scheunen dem Elemente zum Opfer fielen. Die Entstehung des Feuers ist bis jetzt noch unbekannt.
Gießen. Die Handelskammer zu Gießen hat in Betreff der versuchten Degradtrung der Oberh. Eisen— bahnen zum Seeundärbetrieb eine Eingabe an die 11. Kam— mer der Landstände gerichtet. Nach wohl erwogenen Gründen schließt die Eingabe mit dem Gesuche:„Die hohe zweite Kammer der Stände wolle dem Antrag Kugler auf Einführung des Seeundärbetriebs auf den Oberhessischen Eisenbahnen ihre Zustimmung versagen.“
Offenbach. Die Offenbacher Schiffbrücke ist am 21. ds. nach Ablauf des Treibeises im Main und nach
Der
erfolgter Reparatur wieder aufgefahren worden.
N* 0. Breslau, 20. Januar. Bei der Cernirung von re Paris wurden dem Rentier Hastier aus seinem Landsißz N 7140
in Eversnay bei Paris ca. 60,000 Franes in Werthe] N..
nd! papleren gestohlen. Der Dieb ist jetzt in der Person n eines Agenten, der damals den Feldzug als Marketender 1
mitmachte, in einem Dorfe bei Neiße durch die Breslauer
Polizeibehörde ermittelt worden. Ein großer Theil der Uf 1 Effecten ist herbelgeschafft. 700
Breslau, 23. Jan. Heute Morgen brach Feuer Jule in den Maschinenräumen der Buchdruckerel der„Bres- un Ba lauer Morgenzeitung“ aus und vernichtete sämmtliche dien Nest Maschinenraͤume, während die Druckmaschinen erhalten finde 1 blieben. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Gent ur,
Portvendres, 24. Jan. Heute Abend fand eine funde N.! Explosion in der hiesigen Dynamitfabrik statt. Sechs- zehn Menschen verunglückten. Das Feuer ist begrenzt fübel 1 und es wurden Maßregeln getroffen um weitere Explo-] bon 50 ts
sionen zu verhindern. ö Wien, 23. Jan. Der Wlener Bürgermeister demis— sionirte und der Polizeipräsident wurde pensionirt, jeden— falls in Folge der Untersuchung über den Brand des Ringtheaters. London. Aus Bareelona bringt eine telegraphische Depesche endlich Kunde von dem Schicksal des englischen
Parlaments⸗Migliedes Powell und des Ballons, mit
welchem derselbe seiner Zeit aufgestiegen war. Leider ist es eine Todesbotschaft. Der Leichnam Powells wurde ö nämlich mitsammt den Ballonresten bei Pedroso, einem 1 kleinen Ort in der spanischen Provinz Galizien, von 5
einem Zeitungskolporteur aufgefunden. Wie das Reuter“ sche Bureau meldet, wäre die Nachricht jedoch wieder— um falsch.
Verne öffentlich Nübsamen Essenetz“ Oemarki Friedberg, L Verlustes
Gemeinderathssitzung.
S. Friedberg, 24. Januar. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde zuerst über die Thürmerfrage und die in Bezug auf die— selbe eingelaufene Eingabe vieler hiesigen Einwohner b
rathen. Nach stattgehabter Diskussion wurde mit Mehr-] guͤchtlie heit beschlossen, daß der Stadtthürmer nicht mehr seine] gemacht Wohnung auf dem Thurme haben soll. Der Zeitpunkt! der Sil wann dieser Beschluß in Wirkung tritt, ist vorbehalten.“ gestattet. Dagegen wurde fast einstimmig beschlossen, daß das Läuten Dan
ganz wie seither fortbestehen soll. Eine seitens des Vor— standes des Turnvereins wiederholt eingereichte Forder— ung von 200 Mark für Ueberlassung der Turnhalle als Recurrenzfieber-Hospital, soll dem Kreisausschuß noch— mals überwiesen werden, da das genannte Spital Kreis⸗ und nicht städtische Veranstaltung war. In Folge einer
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Hank Zuschrift des Kreisthierarztes Ur. Gebb soll fuͤr 1882* ein neuer Vertrag mit demselben abgeschlossen werden, 1 1 44 wonach er gegen eine Vergütung von 85 M. die durch an 1.3 das Reglement, betreffend Unterdrückung des Milzbrandes, Scilthae entstehenden Funktionen übernimmt. Auf der Pfingst⸗ Di dre weide sollen mehrere Entwässerungsgräben hergestellt, der“ daga frühere städtische Steinbruch soll zugeworfen, und d cant betreffende Fläche wieder zu Ackerland hergerichtet, den Diejenige Schützenbrunnen soll durch eine Leitung von Röhren, ung erbt die auf der Pfingstweide überflüssig wurden, direkt in dubier ur die Straßbach abgeführt werden. In Folge eines Schrif*. den wechsels zwischen dem Großh. Kreisbauamt und det 115
Bürgermeisterei wurde genehmigt, daß die Unterhaltungs 8 kosten der jetzigen Staatsstraße nach Fauerbach bis zun 8 28. Mai v. J. von der Stadt bestritten werden. Der Bürgermeister macht die Mittheilung, daß in der am. 3 16. d. M. in Reichelsheim stattgehabten Versammlung 2 die dem Gemeinderath bereits mitgetheilte Eingabe in
Betreff einer Seeundärbahn über Grünberg-Laubach nach Hungen und von da über Berstadt, Echzell, Reichelsheim
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nach Friedberg die Zustimmung der betheiligten Orts⸗ 3 vorstände erhalten habe und an das Großh. Ministerium“ 0 5 sowie die beiden Kammern der Landstände eingereicht zusthend, worden sei. o ahn Gerichtssaal. 0 0
Butzbach. Freitag den 27. Jan., Vormittags 9 Uhr, kann d. findet am hiefigen Amtsgerichte eine Schöffensitzun gl deli statt. Zur Verhandlung gelangen folgende Klagesachen 080 she
1) gegen Johs. Göbel V. von Pohlgöns, wegen Jagd vergehens; 2) gegen Joh. Gg. Dieß 11. Ehefrau von 980 Rockenberg, wegen Beleidigung; 3) gegen Isaak Metzge 15 von Butzbach, wegen Beleidigung; 4) gegen Wilh,
Nicolai von Nieder-Weisel, wegen Beleidigung; 5) geget Ad. Klein von der Kröge bei Battenberg, wegen Diebstahls[[B R Literarisches. 1 Uh.
Daheim. Nr. 16 enthält: Der Anhänger.(Fortse verde
— Die Magyarisirung der Deutschen in Ungarn. Vo 5 Minn R. Andree.— Fußball. Von K. Koch.— Die Welt' berur verbesserer.(Forts.)— Johannes Brahms. Von br. h versteige A. Köslin. Mit Porträt.— Am Familientische: Ein] Fecht lustige Schlittenparthie. Mit Illustr.— Bücherschau. I
Gesundheitsrath.— Briefkasten. Mit 2 illustr. Beilagen,
Handel und Verkehr. 9
Friedberg, 25. Jan. Wochenmarkt. Butter kostett per Pfd. M. 0.80— 0.90, Eter 1 St. 7 Pf., 2 St. 15 Pf Friedberg, 24. Januar. Fruchtbericht. Walzel M. 25.00, Korn M. 20.50, Gerste M. 18.50, Hafer M. 10 bis 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd⸗ Grünberg. Fruchtpreise vom 21. Januar. Waizen M. 24.46, Korn M. 20.42, Gerste M. 17.26, Hafe M. 16.44, Erbsen M. 21.50, Linsen M. 00.00, Wicken M. 00.00, Lein M. 29.00, Samen M. 00.00, Kartoffel
M. 0.00. Durchschnittspreis pro 100 Kilogramm.


