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Datum der Bekanntmachung des Verbots. 1881.
Bezeichnung der Druckschrift.
Wahl naht“ beginnt und den Drechsler meister August Bebel aus Leipzig als Candidaten für den Reichstag empfiehlt. „Das Flugblatt ohne Ueber- und Unterschrift, sowie ohne Angabe des Druckers, mit den Worten anfangend:„Die Verbreitung der Flugblätter muß diesmal mit besonderer
Schnelligkeit geschehen de.“ Der Wahlaufruf zu Gunsten des August Bebel aus Leipzig mit der Ueberschrift: „Reichstagswähler“ und der Unterschrift: „Die Soeialdemokraten Augsburgs und Umgebung.“ Druck der Schweizerischen
Vereinsbuchdruckerei Hottingen-Zürich. Nov. 464. Das bei A. Vogel u. Co. in Braunschweig gedruckte, im Verlag von Wilh. Kreuzkamp in Rheda erschienene Flugblatt, betitelt: „An die Wähler des Wahlkreises Bielefeld Wiedenbrück“ und unterzeichnet:„Wähler des Wahlkreises Bielefeld-Wiedenbrück, J. A.: D. Hegemann.“ Die Druckschrift:„An die polnischen Arbeiter u. Wähler“, nebst der polnischen Uebersetzung derselben, gedruckt zu Genf in d. Druckerei d. Zeitung„Przedswit“— Rue Lausanne 49. „Das bei A. Härter, Volksbuchdruckerei Hottingen-Zuͤrich, gedruckte Flugblatt: „Wähler des Wupperthales!“, welches zur Wahl von Moses Oppenheimer auffordert und unterzeichnet ist:„Das soeialdemo— kratische Wahleomité.“
Das zu Paris bei Adolphe Reif, place du Collège de France, gedruckte Flugblatt
Datum der Bekanntmachung des Verbots. 1881.
Bezeichnung der Druckschrift.
mit der Ueberschrift:„Manifeste Electoral: Aux ouvriers de l'indusrie, aux ouvriers de la terre“, enthaltend einen an die Ar— beiter gerichteten Aufruf, welcher mit den Worten:„Tel est P'idéal des Communistes Anarchistes“ schließt.
Das Flugblatt in klein Quart mit dem Eingange:„Die Zeiten sind schlecht; warum?“ und einer Aufforderung auf die „Freiheit“ am Schlusse, ohne Angabe des Druckortes oder Verlegers.
1)„Wiara soeyalistow przez Ludwika Blanka“ przenarzeczyl Mieczyslaw Ro- manski z drukarni krajowey M. F. Po- remby we LWOowie 1869; 2)„Patryjotizm i socyjalizm“ przez Boleslawa Limanows— kiego Genewa drukarnia polska 1881; 3)„Nieprzejednane hierunki“ prazelozyl 2 rossypkiego E. L. Poznan nakladem autora 1878; 4)„Sprawozdanie 2 Mied- zynarodowego zebrania Zwolanego w 50 letnia roczniee Listopadowego Powstania przez redakeyje„Rö wnôsei“ Ww Gene wie 1881; 5)„Program socyalistow polskich wschodniey Galicyi“ LW W, W e styezniu
13 Genève; 6)„Co to jest socyjalizm?“ (ohne Angabe des Verfassers, Verlegers und Druckorts) Lipsk duia 8 sierpnia 1878; 7)„Ferdinand Lassalle“ Kapital i praca, czyli Pan Bastiat-Spulce 2 Delicza, Julian Ekonomiczsny; przelozyl K. W. Lwôw, nakladem Antoniego Mankowskiego 1878,
1881 r. Imprimerie polonaise chemin neuf
Datum der Bekanntmachung des Verbots. 1884.
9. Nov. 470. Das in der Vereinsbuchdruckerei Hottingen⸗ Zürich gedruckte und verlegte,„Männer des Volks! Wähler! Mitbürger des zweiten Hamburgischen Wahlkreises!“ überschriebene Flugblatt.
Das in der Genossenschaftsbuchdruckerei Hottingen-Zürich gedruckte und„Berlin den 22. November 1884“ datirte Flugblatt mit der Ueberschrift:„Wähler des 5. Reichs— tagswahlkreises“, und der Unterschrift: „Einige Arbeiter und Kleinbürger im Na— men Vieler.“
Das bei A. Vogel u. Co. in Braunschweig gedruckte, im Verlag von Ernst Beyer in Minden erschienene Flugblatt, betitelt:„An die Wähler des Minden-Lübecker Wahl— kreises“, welches F. W. Friek in Bremen als Candidaten für die am 6. d. M. statt⸗ findende Reichstagswahl empfiehlt.
3. Das ohne Angabe des Druckers oder Ver— legers erschienene und am Fuße der ersten Seite als Separatabdruck aus dem„Soeial— demokrat“, Centralorgan der deutschen Soetaldemokratie, bezeichnete Flugblatt mit der Ueberschrift und den Schlußworten: „Kampf bis zum Sieg.“
Das Flugblatt, welches mit den Worten beginnt:„Wir Reinhardt, der Erste und Letzte“, und schließt mit den Worten: „Unseren freireligiösen Segen— Amen“, gedruckt in der deutschen„Vereinsdruckerei in Brüssel“.
Bezeichnung der Druckschrift.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 22. Febr. Die zweite Kammer begann heute die Berathung des Etats der „Technischen Hochschule.“ Für Erhaltung dieses Instituts sprechen die Abgg. Geyer, Heinzerling, Maurer, Wasserburg, Tecklenburg, Osaun und Ministerialrath Knorr. Die Abgg. Schröder, Moͤllinger und Stephan beantragen Heran— ziehung der Stadt Darmstadt mit der Hälfte der Gesammtkosten der technischen Hochschule, eventuell sind sie für den ablehnenden Majori— tätsantrag. v. Rabenau spricht nicht über das Materielle der Sache, sondern über die finanzielle Lage der Bevölkerung, namentlich der kleineren Landwirthe. Wasserburg beantragt mehrere Ab— striche an dem Ausgabe-Etat der technischen Hoch— schule. Racke und Schröder beantragen eine zweite Lesung dieses Kapitels, welchen Antrag die Kam— mer annimmt. Fortsetzung der Berathung morgen.
— 23. Febr. Zu Beginn heutiger Sitzung der zweiten Kammer verliest der Präsident ein die Erhaltung der technischen Hochschule befür— wortendes Telegramm des Frankfurter Bezirks— vereins deutscher Ingenieure. Es sprechen sodann in Sachen der technischen Hochschule Böhm, Ministeralpräsident Schleiermacher, Diehl, Betz, Staatsrath Knorr, Jost, Muhl, Hanstein und Racke. Staatsminister v. Starck erklärt, er werde seinen Namen und seine Hand zu dem vorgeschlagenen Zerstörungswerk nicht hergeben; das Budget, welches den Beschluß enthalten würde, vom 1. October 1882 an die technische Hochschule aufzuheben, sei für die Regierung unannehmbar. Nachdem noch Metz, Baur, Scriba und Schade gesprochen, wird die Fort— setzung der Berathung auf morgen vertagt.
Berlin, 22. Febr. Im Abgeordnetenhause stellen Richter und Büchtemann den schon früher erwähnten Antrag über das Auslegen von Zeitungen auf Bahnhöfen und die Zuwendung von Ankündigungen der Eisenbahnbehörden in gewissen Zeitungen. Bei namentlicher Abstim— mung wird der Antrag über die Inserate und das Auflegen von Zeitungen mit 185 gegen 135 Stimmen angenommen, der zweite Antrag über das Petitionsrecht der Eisenbahnbeamten mit 169 gegen 129 Stimmen abgelehnt.
— 23. Febr. Im Abgeordnetenhaus fand heute die zweite Berathung über den Gesetz— entwurf betr. die Verwendung der Jahresüber— schüsse aus der Verwaltung der Eisenbahnen statt. Finanzminister Bitter bemerkt: Der Eut— wurf ist eine Folge der Resolutionen des Hauses aus den Jahren 1879/80; er lehnt sich streng au dieselben. Die Regierung ist mit den Vor— schlaͤgen der Commission einverstanden; sie wird
nicht auf der von ihr vorgeschlagenen Fassung bestehen. Nach dem Schlußwort des Referenten werden die§§ 1 bis 6 und hierauf das ganze Gesetz in der Commissions-Fassung genehmigt.
— Das Herrenhaus genehmigte die Vor— lagen über die Aenderung des reformirten Con— sistoriums zu Frankfurt a. M. und die Ergänzung der evangelischen Kirchenverfassung in den acht alten Provinzen. Ein Gesetz wird vorgelegt über die Abfindung des herzoglichen Hauses Glücksburg. Der Finanzminister empfiehlt das— selbe im Intersse beider Theile. Die zweite Lesung im Plenum wird beschlossen.
— Gestern haben 14 Socialisten die Aus— weisung erhalten.
München. Der Landtag ist bis zum 31. März verlängert worden.
Osnabrück, 22. Febr. Ein päpstliches Breve ist eingetroffen, das den Generalvicar Höting zum Bischof von Osnabrück ernennt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 23. Febr. Das Haus der Abgeordneten nahm mit 262 gegen 6 Stimmen das Gesetz über die Ein— führung der Ausnahme-Gerichte in Dalmatien an.
Frankreich. Paris. Im„Journal officiel“ wird die Ernennung Tissot's zum Botschafter von London und die von Noaille's zum Bot— schafter von Konstantinopel publicirt.
— Die„Agence Havas“ bezeichnet die Nach— richt, daß Gambetta mit Skobeleff in Nizza zusammengetroffen sei, für unbegründet.
— Roustan ist zum Gesandten für Washington, Cambon, Präfekt des Nord-Departements, zum Gesandten für Tunis ernannt.
Großbritannien. London, 22. Febr. Unterhaus. Premierminister Gladstone erklärt, daß Bradlaugh sich eines flagranten Ungehor— sams schuldig gemacht habe. Gladstone glaubt aber doch, daß das Haus seine Befugnisse über— schreite, wenn es Bradlaugh nicht zuließe. Northeote beantragt folgenden Autrag: Da Bradlaugh der Autorität des Hauses Ungehorsam entgegensetzte und die Autorität des Hauses mißachtete, indem er verlangte, den Eid in unregelmäßiger Weise zu leisten, so ist er aus dem Hause auszuweisen. Dieser Antrag wurde mit 291 gegen 83 Stimmen angenommen. Bradlaugh stimmte mit der Minorität. Gladstone enthielt sich der Abstimmung. Jufolge der Abstim— mung wurde nun eine Neuwahl fur Bradlaugh angeordnet. Bradlaugh verließ alsdann das Haus.
Türkei. Konstantinopel. Deutschland kün⸗ digte den Annex-Tarif zum Handelsvertrag mit der Türkei.
Rußland. Petersburg, 22. Febr. Der neuernannte Präsident des Apanage-Departe— ments, Graf Peter Schuwaloff, ist diese Nacht an einem Nervenschlag plötzlich gestorben.
— Stkobeleff hielt neuerdings nach seinem Eintreffen in Paris eine sehr chauvinistische Rede, die viel Staub in der politischen Welt bereits aufwirbelte. Das„Pet. Journal“ sagt hiezu: Die Rede von Skobeleff ist der Gegen— stand zahlreicher Commentare geworden. Die ausländische Presse vergißt aber die bei der Thronbesteigung des Kaisers laut verkündeten Grundsätze, welche eine den Traditionen und historischen Freundschaften getreue Politik an— zeigten, die wesentlich auf eine friedliche ökono— mische, bürgerliche und sociale Entwickelung des Landes gerichtet ist. Eine solche, direct vom Souverän bei so feierlicher Gelegenheit aus— gehende Erklärung gestattet keinen Zweifel über die russische Politik; sie bleibt daher eine klar ausgesprochene, wie sie dem hoͤchsten Willen absolut entspricht. Skobeleff erhielt denn auch dementsprechend den Befehl, sofort nach Peters— burg zurückzukehren, um sich zu verantworten.
Egypten. Kairo. Das Cabinet beschloß die Gründung eines neuen Ministeriums für Sudan.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Das nächste Coneert des Musik⸗ vereins wird uns u. A. im 1. Theil die„Hymne“ von Mendelssohn für Chor und Sopransolo, den Chor„Zum glanzerfüllten Sternenzelt“ und das Oratorium, Samson, sowie die Lieder„Ueber allen Gipfeln“ von Hauptmann und„Jubilate“ von Bodniansky bringen, während des Schluß des Concerts Mendelssohn's prächtiges„Final des 3. Aktes der Loreley“ bildet. Die glückliche Wahl dieser Compositionen, noch mehr aber die brillante Be setzung der Soloparthien durch Fräulein Knispel bürgt
uns für einen ausgezeichneten Kunstgenuß und hoffen wir, IF.
daß möglichst zahlreicher Besuch des Concerts den Musik-
verein ermuthigt, auf dieser Bahn rüstig weiterzuschreiten, Vilbel, 22. Febr. Wie alljährlich, wurde auch in f
diesem Jahr ein Maskenkränzchen vom hiesigen Bürger Casino veranstaltet. Es war Alles gut und glänzend
arrangirt und alle Theilnehmer befanden sich in ausge
zeichneter Stimmung: Da fiel gegen 11 Uhr etwa plötz⸗ lich eine an der Wand mit Gyps befestigte Petroleum: lampe herunter und zwar unglücklicherweise zwischen zwei Damen. Diese suchten möglichst schnell aus dem Bereich der Gefahr zu kommen. Dadurch entstand in dem dicht, gefüllten Saale, eine Panik, welche durch die unwill⸗ kürliche Erinnerung an das Ringtheater-Unglück in Wien bedenklich gesteigert wurde. Alles drängte und stieß nach dem Ausgange; aber leider konnte die Thüre, da sie nach innen aufgeht, nur halb geöffnet werden. Allent⸗ halben wurden nun verzelflungsvolle Hilferufe vernom; men; in den ersten Augenblicken schien Alles den Kopf verloren zu haben. Doch war die Gefahr geringer, als man glaubte. Einige beherzte Männer erstickten sehr bald das Feuer, indem sie einige Tische auf das brennende Petroleum warfen. Damit war aber auch die Fest⸗ stimmung sehr gedämpft und ein Theil der Gäste verließ sofort das Haus.
Assiste ire erfaßt lich entsel
ein
Andre
Nach Vorn
Abend
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