HOberhessischer Anzeiger. u
Deutsches Reich. 5 Darmstadt, 20. November. Prinzessin J Klisabeth von Hessen, Tochter des Landgrafen don Hessen, traf gestern zu mehrtägigem Besuch ses Großherzoglichen Hofes dahier ein. r Ernannt wurden: Der Gerichtsvollzieher beutzenroͤder zu Bad-Nauheim zum Gerichts— ebkud zn zollzieher zu Buͤdingen, der Gerichtsvollzieher-Asp. 0* chwarz aus Mainz zum Gerichtsvollzieher zu Alsfeld und der Gerichtsvollzieher Weitzel zu
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21 dcn Berlin, 20. Nov. Der russische Minister es Aeußern, v. Giers, ist von Varzin hier ein— I i wagen
Etroffen, derselbe bleibt heute und morgen hier.
Der Kaiser ertheilte heute Mittag dem nach Peters— 0 irg zurückkehrenden Botschafter v. Schleinitz Ind hierauf dem russischen Minister des Aeußern, 1 Giers, Audienzen. Zu dem Nachmittags beim aiser stattfindenden größeren Diner sind beide it Einladungen beehrt worden. Der Besuch hiers“ in Varzin gilt als Ausdruck der guten ütimen Beziehungen, ohne daß ihm irgend welche Epecialzwecke zu Grunde liegen. Giers dürfte Jelegenheit nehmen, vor seiner Rückkehr nach Jetersburg auch den Minister Kalnocky in Wien i besuchen und sich auf der Rückreise von Italien auch in Paris aufhalten. Von russischen Schritten wegen der Einberufung einer Conferenz, betreffend für 88g die egyptische Frage, von welcher englische Blätter
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ussen wollen, ist hier Nichts bekannt. Man hilt die bezügliche Meldung für eine bloße Com— lfaation, die sich auf die Eventualität bezieht, A deß die bestehende und nur vertagte Conferenz im gegebenen Falle wieder zusammentreten könnte. Die France behauptet, Giers sei vor seiner Ab— zee nach Varzin vom Zar nicht empfangen worden. — Dem Reichstage wird bei seinem Zu— sammentritt außer dem Etat pro 1883/84 noch die Vorlage, betreffend die Viehzählung und das Penstionsgesetz und Relictengesetz für die Armen, 1 ehen; weitere größere Vorlagen stehen zur — A nicht in Aussicht.—* Bundesrathe 00 uch mird an der Fertigstellung des Etats gearbeitet U l mund soll von der Annahme ausgegangen wer rt den, daß es noch möglich sein werde, denselben f ewa in den drei Wochen bis zum Eintritt der Weihnachtsferien fertig zu stellen, weil es nur enige Punkte sind, in denen der Etat des inftigen Rechnungsjahres von dem des laufen— en abweicht. Ueber die Frage, ob eine gleich— etige Einbringung auch des Etats für 1884/85 olgen soll, scheint man sich erst nach Feststell— aug des Etats schlüssig machen zu wollen. — Der„Post“ zufolge hat der Kaiser den f isterreichischen Kronprinzen Rudolf 105 dalla hach Letzlingen eingeladen und würde derselbe Vortath I 3 Ms. 5 Berlin eintreffen. N— Die N. A. Z. sagt bezüglich höherer 5 nel holzzölle: Der Raubbau des Auslandes sucht 49 auch bei der Forstwirthschaft die heimische Pro⸗ 1 1 l duction todt zu machen. Wir können und müssen eitshose seogar, wenn wir rationell wirthschaften wollen, dit einzelnen Zollpositionen des Holzes erhöhen, 70 is che zu befürchten, daß die Differenz vollständig Akan! 15 auf deutsche Consumenten abgewaͤlzt wird. 385 ** Dir Gesetzentwurf betreffend den Erlaß der vier 2 Ala untersten Stufen der Klassensteuer und Deckung 2 e det Ausfalls durch eine Steuer auf den Ver— angel gt
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nieb geistiger Getränke und Tabak hefebet sich 1 niht, wie die Kreuzzeitung meldete, im Htahem de Vorberathung, sondern hat bereits die Zu— 1 4 fimmung des Staatsministeriums erhalten.
ah iel. S. M. S.„Leipzig“, 12 Geschütze, . 9 Lemm. Corv.⸗Capt. Herbig, st am 14. d. M. f Plymouth nach Madeira in See gegangen. M. S.„Carola“, 10 Geschütze, Comm.
Corv.⸗Capt. Karcher, ist am 13. September in Apia eingetroffen.
Karlsruhe, 17. Nov. Wie vorher be— stimmt, hat der Großherzog heute in Begleitung seines Leibarztes und dreier höheren Hofbeamten seine Reise nach Schweden angetreten. Der Großherzog sah sehr wohl aus und schien in freudigster Reisestimmung.
Stuttgart. Die Landtagswahlen werden am 20. nächsten Monats vollzogen werden.
— Nach Mittheilung der Südd. Post hat die Petition der vereinigten Gewerbschaften Stuttgarts, betr. die Einführung eines gesetz— lichen Normalarbeitstages von 9 Stunden a., bereits weit über 4000 Unterzeichner aufzuweisen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Triest, 18. Nov. Graf Chambord wird eine Legitimisten-Depu— tation, welche ihn auffordern soll, ein Manifest an die Franzosen zu richten, in Görz empfangen. Dänemark. Kopenhagen, 21. Nov. Dem Landsthing ging der Antrag des Kriegsministers, wie im Vorjahre, auf Bewilligung eines Credits von 72,283,000 für Heer und Flotte auf zehn Jahre vertheilt, zu.
Frankreich. Paris, 19. Nov. Ju Lyon sind, wie hierher gemeldet wird, 25 Individuen, darunter drei Ausländer, verhaftet worden, welche Mitglieder einer internationalen Gesellschaft sein sollen, deren Zweck die Aufhebung der Arbeit und die Abschaffung des Staatseigenthums wäre.
— 20. Nov. Präsident Grevy begab sich trotz der ungünstigen Witterung mit dem Fürsten Hohenlohe, dem spanischen Botschafter, sowie an— deren Eingeladenen heute zur Abhaltung der Jagd nach Marly. 8
— 20. Nov. Die Kammer lehnte mit 339 gegen 171 Stimmen das von Duclere bekämpfte Amendement der Radikalen, die französische Bot— schaft im Vatikan aufzuheben, ab.
— 20. Nov. Der Voltaire bringt heute einen Leitartikel,„Le complot royaliste“ über— schrieben, in welchem er die Actionsmittel der Legitimisten zum Sturz der Republik enthüllt. Bei der prononcirten Stellung des Voltaire zu Gambetta mögen folgende Angaben wichtig er— scheinen: Das Schicksal des Grafen Chambord beschäftige augenblicklich das monarchische Eu— ropa. Deulschland sei seiner Restauration nicht mehr so feindlich gesinnt als zu Arnim's Zeit. Oesterreich gehe mit Deutschland, vielleicht auch Italien, wo Nigra von Einfluß sei. Eine Manifestation Chambord's sei zu erwarten, durch welche er die Tricolore versprechen werde. In Paris seien zwanzig royalistische Comité's con⸗ stituirt und 300 Preßorgane sind zu seinen Gunsten thätig. Besonders große Hoffnungen setzt Graf Chambord auf die Armee, und vielleicht mit Recht, denn alle Anzeichen deuten auf eine bal— dige Action der Legitimisten hin. i
— 21. Nov. Die Kammer nahm den Ge— setzentwurf, betreffend die Genehmigung des Ver— trags Brazza's mit dem König Makoko wegen Abtretung des Congogebietes, an. In der Com— mission erklärte Duclere, die Ausführung des Vertrags könne keine Schwierigkeiten verursachen. Der Kriegsminister legte den Gesetzentwurf betr. die Organisation der Festungsartillerie vor.
— In letzter Zeit hat sich zwischen dem französischen Cabinete und der Pforte eine wesentliche Annäherung vollzogen, welche man in diplomatischen Kreisen auf die beiderseits herrschenden Besorguisse wegen der egyptischen Politik Englands zurückführt. In französi— schen Regierungs-Kreisen erwartet man denn auch keine diplomatischen Weiterungen in Folge der von der Pforte aufgeworfenen Frage der Investitur des Bey von Tunis. Es scheint, daß die Pforte sich mit den bisher erhobenen
Reclamationen begnügen werde.
Großbritannien. London, 21. Novbr. Unterhaus. Unterstaatssecretär Dilke macht die Mittheilung, daß über die Verträge Brazza's bezüglich des Congogebietes ein Schriftwechsel mit Frankreich stattfinde, welcher jedoch noch nicht vorgelegt werden könne. Das Haus nahm hierauf die achte Resolution zur Geschäftsord— nung an. Die neunte Resolution wurde von Croß energisch bekämpft; dieselbe stipulirt für den ersten Obstructionsfall eine einwöchige, für den zweiten eine einmonatliche, für den dritten eine Suspendirung von den Sitzungen für den ganzen Rest der Session.
— Der Criminal-Gerichtshof verurtheilte Brookshaw, angeklagt, einen Brief an den Prinzen von Wales gerichtet zu haben, worin er den Prinzen zu ermorden drohte, zu zehn Jahren Zwangsarbeit.
Portugal. Lissabon. Der von dem fran zösischen Reisenden de Brazza mit dem König Makoko abgeschlossene Vertrag hat unter den Portugiesen, welche auf ihre Rechte und Tradi— tionen sehr eifersüchtig sind, große Bewegung hervorgerufen. Es läge in der That im all— gemeinen Interesse, daß die colonialen Mächte sich über die Ausbeutung des Congo-Gebietes, ohne Verletzung der Rechte Portugals, in legaler Weise verständigten.
Italien. Rom. Die Frage, ob Corti oder Tornielli als Botschafter nach Petersburg gehen werde, ist noch nicht entschieden. Für letzteren werden nahe Beziehungen, in welchen er zu russischen Kreisen steht, geltend gemacht.
— Sehr bemerkt wird, daß die Riforma
(das Organ Crispi's) in der Frage des öster⸗
reichischen Gegenbesuches in Italien sich dahin ausspricht, es würde italienischerseits gar Nichts dagegen einzuwenden sein, wenn Kaiser Franz Joseph gleichzeitig dem Papste einen Besuch ab— statten würde.
Türkei. Constantinopel. Es wird gemeldet, daß die Haltung der Montenegriner auf der albanischen Grenze immer drohender wird; die türkischen Truppen erhalten Verstärkungen.
— 21. Nov. Der deutsche Botschafter em— pfing gestern die türkischen Minister.
Serbien, Belgrad. Der Sectionschef des Finanzministeriums, Wukasin Petrovic, und Zoll— director Stojanovic reisen nach Berliu wegen Ab— schlusses des serbisch-deutschen Handelsvertrages.
Rußland. Petersburg, 20. Nov. Der Naiser traf Mittags hier ein, besuchte die Michaels— mansge und das Anitschkoff-Palais, wonach die Rückreise nach Gatschina erfolgte. Die Kalserin begleitete den Kaiser. Das kaiserliche Paar be— gab sich im offenen Schlitten nach dem Anilschkoff— Palais und nach der Michael-Mausge, woselbst die Kirchenparade des Garderegiments stattfand. Auf dem Wege durch die Stadt wurden dieselben überall euthustastisch durch die Volksmenge begrüßt.
— Die für 1883 verauschlagten Ausgaben für die Intendantur übersteigen die des Vor— jahres um 14 Million.
Egypten. Kairo, 20. Nov. Aus den Aus⸗ sagen der Belastungszeugen geht hervor, daß bereits Ende Juni d. J. auf Befehl Arabi's große Vorräthe von Petroleum in Alexandrien aufgespeichert wurden. Von den egyptischen Sol— daten soll ganz regelrecht und wie auf Befehl geplündert worden sein, so daß es keinem Zweifel unterliegen kann, daß die Zerstoͤrung und Brand— stiftung wohlgeplant und vorbereitet waren.
— Die Nachricht des Temps von der Ab— tretung des Hafens von Massauah an den Konig von Abessynien wird offietell dementirt.
Die Pflanzenwelt im Dienste der Industrie. (Schluß des Artikels in Nr. 185.) Ein anderes fur die Industrie bedeutsames Material, das wir der Pflanzenwelt verdanken, ist der Kautschuck. Eine besonders in Süd—
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