Gaß zu Fauerbach, Kr. Büdingen; der Gendarm Winken⸗ stern in Bingen; der Landrichter Gutfleisch zu Darm⸗ stadt; der Rechtsanwalt Schenck zu Darmstadt; der ev. Pfarrer Weihl zu Herchenhain; der ev. Pfarrer Eigen⸗ brodt zu Steinbach.
— Militärdienst-Nachricht. Vom 1. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 115 wurde der Sec.⸗Lieut. Hoff⸗ mann zum Prem.“ Lieut. befördert.
— Der Zugmeister bei der Main Neckar⸗ Eisenbahn Herget, sowie die Bahnwärter Kirchner und Groß bei dieser Bahn wurden in den Ruhe— stand versetzt..
Karlsruhe, 18. Juli. Die Generalsynode, die heute eröffnet wurde, wählte Lamey ein⸗ stimmig zum Präsidenten. In der Katechismus— debatte traten die Konservativen für den alten Katechismus, bezw. für Freigebung des Gebrauchs beider Bücher, die Mittelpartei für das bisherige Buch und dann für ein neues mit Auswendig— lernen der Sätze ein.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 18. Juli. Daß keine österreichischen Mannschaften in
Alexandrien ausgeschifft worden, erklärt sich da⸗ durch, daß nur ein österreichisches Schiff, der „Laudon“ dort ist, das erst vorgestern von der hohen See wieder dorthin zurückgekehrt ist. Dasselbe hat den österreichischen Consul an Bord. Auch dürfte es kaum entbehrliche Mannschaften haben, worüber indessen der Capitän zu ent— scheiden hat. Uebrigens haben auch die fran— zösischen und italienischen Schiffe keine Mann— schaften ans Land gesetzt. Nur Griechen wurden ausgeschifft.
Frankreich. Paris, 17. Juli. Im Mini⸗ sterium des Aeußeren liegen jetzt eingehende Berichte über das Bombardement und dessen Folgen von Seiten der Capitäne der französischen Kriegsschiffe vor. Es erhellt aus denselben, daß die anfänglichen Meldungen über den Brand Alexandriens sehr übertrieben waren.
Großbritannien. London, 18. Juli. Die Morgenblätter glauben, die Ernennung des Nachfolgers Bright's dürfte zu einer erheblichen Aenderung des Kabinets führen.
— 18. Juli. Die Abendzeitungen verlangen die Rücknahme der die Thätigkeit des Admiral Seymour paralysirenden Instructionen.
Italien. Rom, 15. Juli. Graf Gloria, der italienische Consul in Kairo, der die dortige Colonie nicht verlassen wollte, telegraphirt, auch dort herrsche große Aufregung. Er wolle alle Italiener nach Ismailia senden.
Türkei. Konstantinopel, 17. Juli. Die Einladung zur Intervention soll die Dauer der Occupation auf 3 Monate begrenzen. Der Auf— enthalt der Truppen solle nur auf Verlangen des Khedive nach vorheriger Vereinbarung zwischen der Pforte und den Mächten verlängert werden.
— 18. Juli. Die Pforte trifft täglich um⸗ fassendere Anstalten zur Intervention in Egypten. Gleichwohl steht zu erwarten, daß die türkische Antwort auf die Conferenznote ablehnend lauten werde. Die Pforte will nämlich nicht als Man— datar, nicht als Scherge einschreiten. Zu einer Action kraft ihrer Souveränetät aber ist sie nicht abgeneigt.
— 18. Juli. Die Botschafter Frankreichs und Englands wurden durch eine identische Depesche angewiesen, die Frage betreffs des Schutzes des Suezkanals der Conferenz zu unterbreiten und vorzuschlagen, daß die Ausübung dieses Schutzes gewissen Mächten übertragen werde.
Rußland. Petersburg. Im Aus wärtigen Amte erwartet man ein baldiges günstiges Re— sultat der Verhandlungen mit England wegen der Besitzergreirung von Bokhara und Merw. Die egyptischen Unruhen begünstigen die Forder— ungen Rußlands.
Amerika. New⸗Pork, 14. Juli. Zwei Brüder Namens Flacherty sind im Comitat Kerry unter dem Verdacht, an den Phönix-Park— Morden betheiligt gewesen zu sein, verhaftet worden. Die Verhafteten sind aus London, Ontario(Canada), gebürtig. Es heißt, daß sie ihre Heimath am 22. Mai verließen.
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Afrika. Algier. Nachrichten aus Süd- Oran besagen, daß drei Marabouts: Sikadur, Sisliman und Bu-Amema, Vorposteu auf algerisches Gebiet vorschoben und beabsichtigen, gegen Mecheria vorzudringen. Ein französischer Vorposten in Elgalloul wurde angefallen.
Egypten. Alexandria, 16. Juli. Arabi Pascha befindet sich mit 4 Regimentern Infan— terie, 1500 Mann irregulären Truppen, einem Regt. Cavallerie, 800 Pferden, 36 Krupp'schen Geschützen und 12 Mitrailleusen noch in Kafr— dowar; die Truppen sind aber demoralisirt. Ein von Arabi Pascha nach Alexandrien ge— sandter Offizier, welcher das rollende Eisenbahn— material und 3000 Tonnen Kohlen an sich nehmen sollte, wurde von den Engländern ge— fangen genommen. Der Khedive hat Arabi nach Alexandrien berufen, unter der Androhung, daß er ihn im Weigerungsfalle als Rebellen behandeln werde.— 17. Juli. In der Nacht zum Sonntag wurde in Alexandria Allarm ge— schlagen, da nach einem Gerücht Arabi Pascha heranrücke. Es hat aber nur die Besatzung des Fort Gabari auf eine plündernde Beduinenab— theilung in der ungefähren Stärke von 160 Mann Feuer gegeben, worauf letztere sofort die Flucht ergriff. Das Hospital der deutschen Diakonissinnen ist unversehrt. Der Superior und zehn Schwestern, auch Dr. Kulp nebst Frau, sowie noch 60 europäische Flüchtlinge, darunter der deutsche Pfarrer mit Frau und Bruder und Dr. Schweinfurth hatten sich in dem Gebäude gesichert. Die Zahl der zu Polizeizwecken und Zwecks Abwehr eines etwaigen Angriffs Arabi Pascha's heute gelandeten Engländer beträgt gegen 3000. Gelandete deutsche und griechische Matrosen kehrten auf ihre Schiffe zurück. Zu dem Blutbad und zur Brandstiftung soll ein egyptischer Oberst das Signal gegeben haben. — 18. Juli. 5800 Mann Truppen befinden sich bereits am Lande. Der Khedive hat be— schlossen, Arabi abzusetzen, vertagte jedoch die Publication, weil man befürchtet, daß in Folge dessen Unruhen in Kairo und anderen Städten entstehen könnten. Trotz der Wachsamkeit der Patrouillen sind gestern Abend mehrere Ge— bäude in Brand gesteckt worden. Auf dem großen Platz in Alexandrien wurde heute ein Brandstifter öffentlich erschossen. Das allge— meine Vertrauen scheint sich langsam wieder einzufinden. Jedoch hört man viele Klagen über die Unthätigkeit des Admiral Seymour, der auf Ordres von England wartete, anstatt sogleich Arabi mit den disponiblen 6000 Mann englischer Truppen, die man für ausreichend dazu hält, anzugreifen. Ragheb Pascha des— avouirte in einem officiellen Schreiben Seymour das Vorgehen Arabi's. Uebrigens sind die Befürchtungen, daß Arabi die Stadt angreifen würde, geschwunden. Der Khedive beklagte sich, seine Minister stünden in directer telegraphischer Verbindung mit Arabi Pascha.
Port Said, 17. Juli. Schaaren von Flücht⸗ lingen haben sich, einen Angriff der Beduinen befürchtend, ins Fort Guemil begeben; 6 Meilen davon entfernt haben sich 1500 Araber ver— schanzt. Im Hafen liegen 11 Kriegsschiffe, meist französische. Der englische Gouverneur nimmt für den Khedive Partei, aber Mustapha, welcher die Wache von 250 Mann commandirt, ist gefährlich.
Suez, 17. Juli. Am Sonntag Morgen er— ließ der Capitän der„Iris“ den Befehl an die egyptischen Kriegsschiffe, ohne seine Erlaub— niß den Hafen nicht zu verlassen, da er be— fürchtete, sie gedächten in den Kanal einzulaufen. Einstweilen ist der Suezeanal noch vollständig passirbar.
Kairo, 17. Juli. Der deutsche Consul ist am 15. Juli mit 300 deutschen und österreichi— schen Unterthanen mittelst eines von den egypt— ischen Behörden gestellten Extrazuges wohlbe— halten in Ismailia angelangt, von wo sie auf dem Suezcanal sich nach Port Said begeben.
— Die englischen und französischen Kriegsschiffe auf dem Canal erhielten Befehl, der österreichisch—
auff
deutschen Karawane Schutz zu gewähren. Die aus Kairo geflüchteten Personen berichten von Ermordungen der Europäer in Tantah, Man⸗ suah und Zazazig; ein Consul wurde in Zazazig ermordet.
— 18. Juli. Drei englische Panzerschiffe erschienen vor Aboukir, welches die weiße Flagge aufhißte. Arabi Pascha macht Ausflüchte, um der Aufforderung des Khedive nicht Folge leisten zu müssen.
Indien. Simla. Von hier wird berichtet, daß die Truppen, welche die indische Regierung nach Egypten senden wird, beordert seien, sich marschbereit zu halten. Die beurlaubten Offiziere und Mannschaften sind zurückberufen worden.
Aus Stadt und Land.
T. Friedberg, 19. Juli. Es ist bezüglich der „Actien⸗Zuckerfabrik Wetterau“ geäußert worden, daß der gewählte Platz in sofern ungünstig sei, als auf dem⸗ selben das Wasser sehr hoch zu stehen kommen werde.
Referent hat in Folge dessen genaue dießbezügliche Infor⸗
mationen eingeholt und theilt darüber mit, daß bei der Wahl des betreffenden Platzes jedenfalls nur das Interesse der anzulegenden Fabrik maßgebend gewesen ist, und der zugezogene, sehr renommirte Techniker denselben— mit Ruͤcksicht auf die Nähe der Stadt Friedberg, die Ver⸗ kehrsstraßen und namentlich den bequemen Anschluß an die Eisenbahn— als den ausgesprochen geeignetsten bezeich⸗ net hat. Rücksichtlich des Wassers ließ sich besagter Techniker dahin aus, daß es das Beste sei, wenn zur Beschaffung desselben keine besondere„Pumpstation“, abseits der Fabrik, erforderlich wäre; einer so glücklichen Lage er⸗ freuten sich aber nur wenige Zuckerfabriken. Ob anderen⸗ falls der Leitungsstrang etwas länger oder kürzer ge⸗ macht werden müsse, sei für die Anlagekosten unerheblich, Es erscheint nicht unwahrscheinlich, daß es gelingen wird, an der gewählten Stelle Brunnen anzulegen, welche den Bedarf decken, in welchem Falle also die Pumpstation wegfiele, anderenfalls käme dieselbe an die Usa, bezw. Wetter, je nachdem das Wasser der ersteren als geeignet befunden wuͤrde, oder nicht. b
o. Bad⸗Nauheim. Auf dem Frankfurter Zuchtvieh⸗ markt, der seit einiger Zeit mit Prämiirung des aufge⸗ fahrenen Viehes verbunden ist, hat am 18. Juli der Metzger S. Loͤb von hier, für eine rothe trächtige Vogels⸗ berger Kalbin, 2½ Jahr alt, den dritten Preis mit 20 M. erhalten.
Großkarben, 18. Juli. Auf der hiesigen Station wurde gestern Abend ein Milchfuhrmann vom Büdes⸗ heimer Hof von einem Eisenbahnzug überfahren. Die Räder rissen dem unglücklichen Mann beide Beine und einen Arm ab. Der alsbald eingetretene Tod machte den Leiden des Mannes ein Ende. Wie uns erzählt wird, soll dieser Unglücksfall bereits der dritte sein, welcher dem fahrenden Locomotivführer mit einer Maschine passirt ist.
Vilbel, 18. Juli. Dem„V. A.“ zufolge fand gestern Nachmittag ein hiesiger Oekonom auf seinem Heu⸗ boden ein Säckchen mit 5, 2 und 1⸗Markstücken, zu⸗ sammen eirca 30 Mark. Bei näherer Besichtigung er⸗ gab sich aber, daß die Geldstücke falsch sind. Nachdem die Arbeiter am Abend vom Felde kamen und ins Ver⸗ hör genommen wurden, gestand es auch gleich ein vor⸗ übergehend angenommener Taglöhner ein, daß das Geld von ihm sei und dasselbe in einer Gießerei im Waldecki⸗ chen, wo er gearbeitet habe, verfertigt hätte. Die ge⸗ richtliche Untersuchung wird Näheres klarlegen.
Allerlei.
y. Mittelbuchen bei Hanau. Am 16. Juli wurde das 2. Bundesfest des Nidderthal-Sängerbundes, welches schon den 9. d. M. hätte stattfinden sollen, aber wegen zu ungünstiger Witterung um 8 Tage verschoben werden mußte, dahier abgehalten. Der Himmel schien gleichsam an der Festlichkeit sein Wohlgefallen zu haben, denn mit seinem freundlichsten Blau blickte er zur Erde nieder. Bis Mittags 1 Uhr waren alle Bundesvereine, selbst die entferntesten, sowie 3 weitere, noch nicht zum Bunde gehörenden Vereine, welche aber alsbald ihren Beitritt erklärten, zur Festlichkeit versammelt. Kurz nach 2 Uhr bewegte sich der Festzug durch die Straßen des reich beflaggten und deeorirten Dorfes nach dem schön ge— legenen und herrlich hergerichteten Festplatze. Der Schatten der Eichen hielt die drückend, heißen Sonnen⸗ straͤhlen vollständig ab und einem jeden Theilnehmer waren die Worte nahe: Hier ist gut sein, hier wollen wir und hier läßt sich ein gemüthlicher Nachmittag verleben. Nachdem der Festzug auf dem Festplatz angelangt war, hielt der Vieepräsident des Bundes, Lehrer Weider von Windecken, die Festrede. Für diesen gediegenen Vortrag erntete Redner am Schluß die wärmsten Worte des Dankes. Alsdann schritt man zum Vortrag des Bundes⸗ chorliedes:„Weihe des Gesangs“ von Mozart, welches der Präsident des Bundes, Lehrer Scharmann von Kaichen, dirigirte, und welches mit Präeision gesungen, den reichsten Beifall der anwesenden Menge erntete. Hieran schlossen sich die Spezialchöre. Es wurde im Ganzen sehr gut gesungen und man konnte sagen, der Zweck des Bundes ist kein verfehlter. Nach und nach wurde es auf dem Festplatze immer lebendiger und heitere Stimmung herrschte an jedem Tisch und in jeder Gesell⸗
schaft. Nach Beendigung der Gesänge sorgte die gut
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