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— 16. Dez. Lord Derby leistete heute der Königin den Eid als Minister für die Colonien. Kimberley übernimmt das Staatssecretariat für Indien, Childers wird Schatzkanzler, Harting— ton wird Kriegs-Minister. Der Eintritt des Unterstaatssecretärs Dilke in das Cabinet selbst steht binnen Kurzem bevor.
— 17. Dez. Die Einladungen zur Bot⸗ schafterconfererz im Januar in London, welche sich nur mit der Donaufrage beschäftigen wird, werden seitens Englands nunmehr erfolgen.
Spanien. Madrid, 15. Dez. Die Re⸗ gierung legte den Cortes einen Gesetzentwurf uber Verlängerung des gekündigten und in— zwischen bis 15. Dezember 1882 verlängerten Handelsvertrags mit Deutschland um weitere zwei Monate vor. Bis zum Zustandekommen dieses Gesetzes wird die spanische Regierung die bisherige Verlängerung als zu Recht be— stehend ausehen.
Italien. Rom, 15. Dez. König Hum— bert besuchte die russischen Großfürsten Constan— tin Vater und Sohn. Papst Leo wird den Großfürsten Constantin Vater in diesen Tagen empfangen.
— Die nunmehr beschlossene Nichtausliefer— ung der Complicen Oberdanks an Oesterreich hat zu keinerlei diplomatischen Erörterungen Veranlassung gegeben. Man betrachtet in Wien wie hier die ganze Angelegenheit als eine Auf— fassungssache der Gerichte, die auch nur diese angehe und die in keiner Weise auf das polit— ische Gebiet gehöre.
Türkei. Constantinopel. Es wird be— hauptet, der Sultan habe die Herstellung einer französischen Flottenstation in der Tadschurabai am Rothen Meere gestattet.
Serbien. Belgrad, 15. Dez. Die Session der Skupschtina wurde heute durch durch den König eröffnet. Derselbe dankt in der Thron— rede der serbischen Nation für die Beweise der Anhänglichkeit anläßlich des Attentats und con— statirt mit besonderer Genugthuung die besten Beziehungen zu den europäischen Mächten.
Egypten. Kairo, 17. Dez. Lord Dufferin legte der egyptischen Regierung einen Entwurf über die Reform der Gerichte für Eingeborene vor. Der Entwurf schlägt die Ernennung euro— päischer Richter vor, sowie Anwendung eines Gesetzbuches, welches soviel als möglich dem— jenigen der internationalen Gerichtshöfe gleich— kommt.
Afrika. Durban, 13. Dez. Das Reuter'⸗ sche Bureau erfährt aus Transvaal, daß der Kaffernhäuptling Mampoer von den Boers gefangen genommen worden sein soll.
Amerika. Mexiko, 12. Dez. Fünfhundert Apachen-Indianer griffen Casasgrandes an, metzelten 75 Personen nieder und schleppten Weiber, Kinder und Vieh mit.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 17. Dez. Bei vollständig ausver⸗ kauftem Hause ging gestern Abend zum Besten der Wasser⸗ beschädigten der„Datterich“ über die Bühne. Der Er— folg war ein durchschlagender. Der Applaus steigerte sich von Scene zu Scene und man merkte den Schau⸗ spielern an, wie sie derselbe anfeuerte, immer Besseres zu leisten und daß sie mit Lust und Liebe zur Sache und zum guten Zweck spielten. Hervorheben tönnen wir keine einzige Rolle, denn wir wissen nicht, wem wir die Palme des Abends zuerkennen sollen. Jede, auch die kleinste Rolle war gut durchdacht und einstudirt und wurde in so vollendeter Weise gegeben, wie es kaum auf einer größeren Bühne der Fall sein durfte. Auch nach dem Theater herrschte dieselbe fröhliche Stimmung. Rasch waren die Stühle entfernt und die Tische gestellt und nun begann eine sehr animirte Sitzung, untermischt mit Toasten und heiteren Scherzreden. Nicht zum Kleinsten trug zum Gelingen des wirklich schönen Abends unsere Feuerwehrmusik bei, die schon vor und während der Aufführung concertirte und auch nachher nicht müde wurde, ihre schönen Weisen ertönen zu lassen. Da nahezu an 100 Personen aus Mangel an Platz zurückgewiesen wer⸗ den mußten, beschloß man, am nächsten Mittwoch eine Wlederholung des Stückes eintreten zu lassen und ver⸗ weisen wir dieserhalb auf unseren heutigen Annoneentheil.
Ww. Bad⸗Nauheim. Der Vorstand des hiesigen Militärvereins„Hassia“ hat in seiner letzten Sitzung speeiell den durch die Ueberschwemmung in Noth ge— rathenen Kameraden eine Unterstützung von 50 M. be⸗ willigt. Diese Bewilligung verdient als ein Zeichen von ächt kameradlichem Geiste gewiß alle Anerkennung.
g. Bad⸗Nauheim, 16. Dec. Professor Beneke, dem Nauheim außerordentlich viel verdankt und dessen Schriften mit dazu beigetragen haben, Nauheim einen Weltruf zu verschaffen, ist heute Mittag plötzlich in Marburg gestorben.
m. Okarben. Im Distrikt Ober-Erlenbach hatte bei dem am 15. dieses Monats stattgehabten Treibjagen Oekonom Puth von hier das seltene Glück, mit zwei Schuß drei Hirsche zu erlegen; zwei davon blieben im Feuer, der dritte wurde anderen Tags gefunden.
Allerlei.
Genf. Zu Siders in Wallis wurde am 5. Deebr., Nachmittags 3 Uhr 40 Min., ein starkes Erdbeben ver⸗ spürt, welches von Osten nach Westen gerichtet schien; die Wände krachten und die Möbel schwankten. Unter dem Canton Wallts zieht sich eine alte vulkanische Ader hin, welche bis Basel reicht. Auch hier in Genf wurde das Erdbeben verspürt. Die Stöße erfolgten in vertikaler Richtung und waren namentlich in den oberen Stock— werken der Häuser wahrnehmbar. In manchen hörte man ein Krachen des Gebälkes. Die Dauer der Er⸗ schütterung wird auf 2 bis 3 Sekunden angegeben.
Gerichtssaal.
Buß bach, 15. Dec. Das heutige Schöffengericht erkannte 1) gegen Konr. Glaum 11. von Ebers⸗Göns, wegen Jagdvergehens, auf 20 M. Strafe ev. 4 Tage Haft und Tragung der Kosten des Verfahrens; 2) sprach das Gericht den Karl Jung von der Oes, welcher an⸗ geklagt war, die Geburt seines Kindes nicht innerhalb der gesetzlichen Frist auf dem Standesamt angezeigt zu haben, von Strafe und Kosten frei; 3) erkannte das Gericht den Uhrmacher Engelbert Biswurm von Mariazell des angeklagten Diebstahls für nicht schuldig und sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei; 4) wurde der Müllerbursche Friedr. Beuler von Gambach der Körper⸗ verletzung für schuldig befunden und zu 15 M. Strafe event. 3 Tage Haft, sowie zur Tragung der Hälfte der Kosten, dagegen der zweite in dieser Sache Angeschuldigte, Johs. Konr. Schmitt von Gambach, von Strafe und Kosten freigesprochen, Gotthardt aber, damit derselbe für die Folge nicht wieder in so frevelhafter Weise gegen einen Unschuldigen Klage erhebt, zur Tragung der zweiten Hälfte der in dieser Sache entstandenen Kosten und zur Zurückerstattung der dem Schmitt durch die Klage er— wachsenen Auslagen verurtheilt; die 5. Sache, betr. Simon Schwarz von Nieder⸗Welsel gegen Peter Lauth JJ. von Pfaffenwiesbach endigte mit einem Vergleich; die 6. Sache, betr. Beleidigungsklage des Schulverwalters Wilh. Mohr von Meiches erledigte sich ebenfalls durch einen Vergleich; die 7. Sache, Beleidigungsklage des Christian Möckel von Langenhain gegen Ernst Möckel von da, endigte ebenfalls mit einem Vergleich; der 8. Punkt der Tagesordnung, betr. Johs. Weil VII. Eheleute von Rockenberg, angeklagt des Hausfriedens⸗ bruchs, wurde auf die Sitzung am 26. Jan. 1883 vertagt.
Gießen. Schwurgerichtssitzung vom 14. Dezember 1) gegen Heinr. Dauth von Mittel-Gründau wegen Brandstiftung. Dauth wurde für schuldig erkannt und in eine Zuchthausstrafe von 5 Jahr unter Aufrechnung von 2 Monat Untersuchungshaft verurtheilt, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahr aberkannt; 2) gegen Friedr. Christian Wirth von Hirsch⸗ hausen wegen Diebstahls und Raubs. Angeklagter wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von 5 Jahr und 1 Monat, abzüglich 3 Monat Untersuchungs⸗ haft, verurtheilt. Gleichzeitig wurde auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahr, sowie auf Stellung unter polizeiliche Aufsicht erkannt.— Am 15. Dezember gegen Georg Heinrich Bloch von Willofs wegen Mordversuchs. Bloch wurde von der Anklage des Mordversuchs freigesprochen, dagegen wegen Körper⸗ verletzung in eine Gefängnißstrafe von 2 Jahr verurtheilt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 16. Dec. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.20— 1.25, Eter 1 St. 8 Pf., 2 St. gr. 00 Pf.
Gießen, 16. Dec. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfd. M. 1.10— 1.30, Eier per St. 7—9 Pf., Käse per Stück 4—9 Pf., Tauben das Paar 50—60 Pf., Hühner pr. St. M. 0.80— 0.90, Hahnen per St. M. 0.60— 1.20, Enten per St. M. 1.70 bis 2, Ochsenfleisch per Pfd. 66—70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 56—60 Pf., Kalbfleisch 54— 56 Pf., Schweine⸗ fleisch 62—64 Pf., Hammelfleisch 60— 66 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.50— 6.00, Zwiebeln per Ctr. M. 3.00, Gänse per Pfd. 50—60 Pf., Weißkraut 100 Stück M. 2 bis 4.50.
Frankfurt, 16. Dez. Wochenmarkt. Weißkraut per Hundert je nach der Größe 6—8 M., einzeln 10 bis 12 Pf., Rothkraut 10—20 Pf., Blaukraut 2½ bis 4 Pf., Kohlrabi 2½—4 Pf., Erdkohlrabi 5—8 Pf., Wirsing 6—8 Pf., Blumenkohl 15 60 Pf., Spinat per Mahlzeit 30—35 Pf., Rosenkohl 30 40 Pf., Schwarz⸗ wurz 40 50 Pf., Carotten 12 Pf., Kopfsalat 6 bis 10 Pf., Endivien, Escarol und Romain 4—8 Pf., Schmalzkraut per Theil 12—15 Pf., rothe Rüben 3 bis 8 Pf., Sellerie 6—15 Pf., Meerrettig 12— 18 Pf., Zwiebeln per Ctr. 4— 4½½ M., per Gescheld 20 Pf., Knoblauch per Pfd. 20— 25 Pf., per Stuck 3—5 Pf., Butter, Engros per Ctr. M. 107, per Pfd. M. 1.20 1.30, Eier, deutsche, per Hundert M. 6.50, französische M. 7.50, einzeln 6—8 Pf.— Kartoffeln per Ctr. M. 3 bis 3.50, Frührosen M. 3.50— 3.75, per Gescheid 13 bis 19 Pf., Amerikaner per Ctr. M. 3.75, Salatkartof⸗ feln(Mäuschen), gelbe, per Ctr. M. 8, rothe M. 7, per Gescheid 30 Pf.— Fleischsorten: Rindfleisch per
Pfd. 55 Pf., Hammelfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 55 Pf., Schweinefleisch 80 Pf., Gänse im Pfd. 80 Pf., leichtere“ 0 00.
70 Pf., Capaun M. 3.50 3.75, Poularde M. 2— 2.50,
Bedarf gehend, es standen 110 Wagen am Markt, von
waren. Doppelcentner fur Heu zwischen M. 5.60—7, für Stroh M. 3.80— 4.20.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 19. Dee. Euryanthe.
Mittwoch den 20. Dee. Geschlossen.
Donnerstag den 21. Dee. röschen. Weihnachts-Comödie in 5 Aufzügen von C. A. Görner.
Freitag den 22. Dec., Nachmittags 3½ Uhr. röschen.
Samstag den 28. Dee. Undine.
Sonntag den 24. Dec., Nachmittags 3½ Uhr. Dorn⸗ röschen.
Montag den 25. Dee. Zum ersten Male: Dom Sebastian. Große Oper in 5 Akten von Donizetti.
Schauspielhaus.
Dienstag den 19. Dec. Vorletzte Gastdarstellung von E. Thomas. Der Präsident.— 1732 Thlr. 22½ Sgr. — Doctor Peschke.
Mittwoch den 20. Dec. Letzte Gastdarst. von E. Thomas. Der Präsident.— 1732 Thlr. 22½ Sgr.— Doctor Peschke.
Donnerstag den 21. Dee. Geschlossen.
Freitag den 22. Dec. Zum ersten Male: Der erste Brief. Lustspiel in 1 Akt von Ferdinand Groß. Hierauf: Cato von Eisen.
Samstag den 23. Dec. Mannes.
Der Roman eines armen jungen
Sonntag den 24. Dec. Geschlossen. Montag den 25. Dee. Reif-Reiflingen.
Für die Ueberschwemmten in Hessen gingen weiter bei uns ein: Durch Prof. Diegel aus Dews⸗ bury in England von F. W. Reuß 100 M., Freddy Reuß 5 M., Georg Rausch 20 M., Wilhelm Philippi 10 M., Minna Muhl 2 M. 50 Pf. Die Expedition.
Bitte.
Damit auch dieses Jahr eine Christbescheer⸗ ung für die hiesige Kleinkinderschule stattfinden kann, wird um gütige Beisteuer von Geld und sonstigen Gaben gebeten. Zum Empfang er⸗ klärt sich jede der Unterzeichneten gern bereit.
Käthchen Baur. Johannette Klipstein. Hilda Dieffenbach. Christiane Schmid. Mina Diegel. Christiaue Werner.
Wegen Erkrankung der Fräulein Ramspeck muß die Bescheerung bis nach Neujahr ver— schoben werden.
Pfennig ⸗Sparkasse.
Sammelstellen. Einlagen.! Betrag. M. Pf.
Bestand am 1. Juni 1882 fannt Ziß fen 16388 01 Uebertrag vom 9. Dez. 16329 10563 75 1. C. Bindern agel. 64 43— 2% W, Berner 168 98— 3. B 128 90— 4. H. Flaschenträger. 88 59 25 5. H. Flaschenträger.. 108 72 05 885[JAT 00
Uebertrag am 1. Juni 1882 Einleger 978. Uebertrag vom 9. Dez. neue Einleger 148. Neue Einleger VVV Gesammt⸗Einleger 1127. Friedberg den 16. Dezember 1882. Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit⸗Verein, e. G.
Die Entstehung von Gicht und heu- matismus.
Wenn wir uns in der nachfolgenden Skizze mit diesen Erkrankungen beschäftigen, so geschieht dies aus dem Grunde, weil die eigentliche Ursache dieser Leiden noch zu wenig gewürdigt wird und viele Leute an allerdings mit grossen Versprechungen empfohlenen, aber vollständig zwecklosen Mitteln, Kuren ete. ihr Geld verausgaben. Gicht und Rheumatismus werden entweder ererbt oder durch Leichtlebigkeit, Schwel⸗ gerei, Verkältung eto. erworben und genügt häufig ein momentanes Abkühlen des Körpers durch Zugwind oder Nasswerden, der Aufenthalt in einer feuchten Wohnung u. dergl. m., um diese Leiden hervorzurufen. Der eigentliche Sitz dieser Krankheit ist fast immer im Blute, welches grosse Mengen harnsaurer Salze mit sich führt, die nicht dureh den Urin abgeleitet werden, sondern fortwährend im Blute kreisen, bald hier bald
dort Schmerzen verursachen, sich in den Gelenken
bis 70 Pf. herunter, Hahn M. 1.50— 2, Taube 60 bis.
Ente M. 1.70—3.— Heu- und Strohmarkt. Die Zufuhr war sehr stark und erwies sich weit über den
Zum ersten Male: Dorn⸗
denen gegen den Schluß mindestens noch 30 unverkauft Der Preis vartirte je nach der Qualität per
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