Dr. Ludloff, als Kreisseeretär des
Pörr Sä, 5 ilk. Das Krsegsschif „Isis“ ist im Hafen eingetroffen und auf der Rhede vor Anker gegangen. Die eine Breitseite hat es gegen die Stadt, die andere gegen eine egyptische Corvette gekehrt, die von Offizieren Arabi Pascha's befehligt wird. Der Verkehr am Suezeanal hat noch keine Störung erlitten. Einer weiteren Meldung zufolge durchfahren englische und französische Kriegschiffe den Suez— Canal, um die Sicherheit des Verkehrs zu überwachen.
Suez. Ein amtliches Telegramm vom 13. Juli meldet, daß der Verkehr im Suezceanah offen ist.
Amerika. Washington. Schatz-Secretär Folger macht bekannt, er werde vom 1. August ab die 3½procentigen verlängerten Bonds gegen Zprocentische umtauschen.
Afrika. Kapstadt, 13. Juli. Cetewayo trat gestern mit seinem Gefolge an Bord des Postdampfers„Arab“ von Kapstadt die Reise nach England an.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Es dürfte viele unserer Leser interes— siren, daß der zweite Lehrer der hiesigen Ackerbauschule, landwirthschaftlichen Vereins für Oberfranken berufen worden ist. So sehr man sich in den Kreisen, die dem Scheidenden näher standen, über diese ihm gewordene Auszeichnung freut, so sehr bedauert man den Weggang dieses gelehrten, bescheidenen und liebenswürdigen Mannes.
a. Ossenheim. Bei uns nehmen die Raben und Dohlen in so erschreckender Weise überhand, daß sie Janze Aecker mit Gerste total verwüstet haben. Auf solchen mitgenommenen Aeckern gibt es kaum so viel reife Frucht, wie die darauf verwendete Säefrucht werth ist; auch das meiste Stroh ist verloren; die Vögel biegen es um und treten es zusammen. Wäre es nicht an der Zeit, daß man zur Verminderung dieser Vögel schritte. Man könnte ja einigen geeigneten Leuten in jedem Orte, wie Flur— sschützen, Polizeidienern u. s. w. die Genehmigung zum Wegschießen ertheilen. Mit dem blosen Wegscheuchen ist Nichts gethan, denn die Vögel ziehen dann von einer Hemarkung in die andere. Unterbleibt das Vertilgen, o wird es, sobald der Weizen reif ist, noch schlimmer, denn wenn ein Schwarm von oft mehreren Hundert auf eine Gewann kommt, dann ist sie in kurzer Zeit ganz verwüstet.
s. Steinfurth. Ein Gang hierher verlohnt jetzt ver Mühe. Ueber 400,000 Rosen blühen in der welt— verühmten Schultheiß'schen Rosenanlage. Freunde der Blumen werden den Besuch der Anlagen nicht bereuen, umal die Besitzer in bereitwilligster Weise jedem derar— igen Wunsche entgegenkommen.
h. Harheim. Vorige Woche wurde hier das erste Rorn geschnitten und wird, wenn die Witterung so fort zesteht, diese Woche mit dem Schneiden von Waizen be— jonnen werden können.
H. Vilbel. Trotzdem unsere Gemeinde bei Ver— heilung der den Gemeinden zukommenden Forststrafen esp. Antheile an Holzwerth und Schadenersatz aus der „. Periode 1881/82 mit 27,36 Mark oben ansteht, hat och in der letzten Zeit der Holzfrevel, wie man allent— alben hört, in unserem Stadtwalde bedeutend abge— ommen und ist dies nur der außerordentlichen Strenge und dem dienstlichen Eifer unseres tüchtigen Forstschutz— eamten zu danken.
Darmstadt. Zur landwirthschaftlichen Landes— usstellung sind bis jetzt angemeldet: 184 Pferde, 67 Zucht— tiere, 334 Zuchtkühe, 48 Stück Milchvieh und 6 Stück Zangvieh, ferner 127 Schweine. Es steht indessen noch ne große Anzahl von Anmeldungen in Aussicht, da noch zicht von allen Bezirks-Commissionen dem Centralaus⸗
0 dir Afiserbepögen effgefteferk find und dürfken sich sonach obige Ziffern noch bedeutend erhöhen. Am Reichhaltigsten wird jedenfalls die Abtheilung VIII,
landwirthschaftliche Maschinen, land- und hauswirthschaft— liche Geräthe u. s. w., beschickt werden, denn die An⸗ meldungen hierzu sind so umfangreich, daß das Material noch nicht vollständig gesichtet werden konnte. Die Stadt Darmstadt hat für die Ausstellung 3 Ehrenpreise von 250, 150 und 100 Mark, im Ganzen 500 Mark, gestiftet.
Mainz, 16. Juli. Heute Morgen fuhr der erste von Mainz nach Frankfurt gehende Personenzug in der Station Goldstein, woselbst er nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden konnte, auf einige Güter— wagen. Die Locomotive und einige Güterwagen sind leicht beschädigt. Einige Personen, welche in Folge der Bremssignale aus den Fenstern gesehen hatten, erlitten leichte Eontusionen. Der Verkehr wurde nicht unterbrochen.
Allerlei.
Bochum. Der Magistrat und die Stadtverordneten haben an den Minister des Innern die Bitte gerichtet, wegen der in der Umgebung zahlreich vorgekommenen Lust— morde eine vollständige Kriminal-Polizeibehörde nach dem Muster der hauptstädtischen Geheimpolizei zu errichten.
Petersburg, 14. Juli. Ein gestern von der Station Tscherny mit 217 Passagieren abgegangener Per— sonenzug ist zwischen Tscherny und Bastijewo(Moskau— Kursk-Eisenbahn) durch einen Erdrutsch verunglückt. Acht Waggons wurde verschüttet; 39 Passagiere wurden mehr oder weniger verletzt hervorgezogen, die übrigen sind umgekommen.
Tunis, 16. Juli. Zwischen La Goelette und Marsa sind zwei Eisenbahnzüge zusammengestoßen, wobei 27 Per⸗ sonen verletzt wurden, darunter der deutsche Viceconsul und ein Sohn des Thronfolgers Ali Bey.
Gerichtssaal.
Friedberg, 11. Juli. In der heutigen Sitzung des Schöffengerichts wurde erkannt: 1) Gegen Leonhard Rahn von Ober-Rosbach, wegen Jagdpolizeiübertretung, auf eine Geldstrafe von 53 Mark(derselbe hatte als Jagdpächter während der Heegzeit ein Stück weibliches Rothwild geschossen und verkauft); 2) gegen Joh. August Harm von Degersloch, wegen Diebstahls, auf eine Ge— fängnißstrafe von 5 Wochen; gegen Hermann Mai von Groß⸗Karben, wegen Uebertretung der Gewerbeordnung, auf eine Geldstrafe von 1 Mark.
Friedberg. In der am 18. Juli stattfindenden Schöffengerichtssitzung kommen zur Verhandlung: 1) Die Strafsache gegen Johannes Blech von Ober-Florstadt, wegen Körperverletzung; 2) die Strafsache gegen Friedrich Wilhelm Schmidt und 3 Consorten von Vilbel(Rekruten), wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt; 3) die Strafsache gegen Johannes Kiffler II. von Heldenbergen, wegen Beleidigung im Dienst; 4) die Strafsache gegen Karl Petermann von Nidda, wegen Sachbeschädigung; 5) die Strafsache gegen Jacob Rausch von Friedberg, wegen ruhestörenden Lärmens und groben Unfugs; 6) die Privatklagesache gegen Johannes Meier II. von Ober⸗Rosbach, wegen Beleidigung.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 15. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80.—0.90, Eier 1 St. 5 Pf, 2 St. gr. 11 Pf.
Gießen, 15. Juli. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.80— 0.85, Eier 1 Stück 5 bis 6 Pf., Käse per St. 5—11 Pf., Tauben das Paar 75— 90 Pf., Hühner per Stück M. 0.90— 1.20, Hahnen per Stuͤck M. 0.70 bis 1.20 Enten per Stück M. 1.50— 1.80, Ochsenfleisch per Pfund 64—66 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54—56 Pf., Kalbfleisch 4450 Pf., Schweinefleisch 62-64 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 5.00 bis 6.00, Zwiebeln der Ctr. 12 M., Kirschen das Pfd. 30—35 Pf., Gänse M. 2.50— 4.00, Neue Kartoffeln M. 8-10.
Frankfurt, 15. Juli. Altes Heu kostete der Ctr. M. 5, neues M. 3, Stroh M. 2.50.— Ochsenfleisch
565— 70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 45—60 Pf., Kalb⸗ flelsch 50—60 Pf., Hammelfleisch 45—65 Pf., Schweine⸗ fleisch 65—75 Pf.— Eier 100 Stück M. 4.30 5.30. Butter im Detail 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. 90 bis 95 Pf.— Kohlrabi 2 Pf., Endivien 10— 15 Pf., neue Erbsen 15—20 Pf., Weißkraut 15—20 Pf., Rothkraut 30 Pf., Bohnen 100 Stück 90 Pf., Zuckerschoten 30 bis 50 Pf., Wirsing 10—12 Pf., gelbe Rüben 6—8 Pf., Gurken 12— 20 Pf., Kartoffeln das Gescheid 10—12 Pf. — 1 Hahn M. 1.80 2.00, 1 Huhn M. 1.60— 1.80, 1 Ente M. 3.50, 1 Taube 50 Pf., Wälsche M. 8—12, Poulard Mark 33.30.
Mainz, 7. Juli. Markt⸗Preise. Kartoffeln per 100 Kilo M. 8.00 8.50, Heu per Centner M. 3.00— 3.25, Stroh per Ctr. M. 3.00 3.25, Butter ½ Kilo M. 0.00 bis 0.00, Butter in Parthien M. 0.70 0.75. Eier J Hundert M. 1.05- 1.10, Handkäse 4 6 Pf., Roth⸗ kraut 20— 25 Pf., Blumenkohl 30— 35 Pf., Wirsing 3—4 Pf., Zwiebel ½ Kilo 8—10, 1 Ente M. 2. bis 2.50, 1 Hahn M. 1.00— 1.50, 1 Huhn M. 1.25 bis 1.50, 1 junge Taube 35— 45 Pf.— Fruchtmarkt. Waizen hiesiger M. 25.80— 26.40, fremder M. 22.00 bis 25.80, Roggen, hies. und franz., M. 19.75—20., Gerste, pfälzer, M. 18.50— 18.75, Hafer eff. M. 15.00 bis 17.25, Reps 29.00-30.00, Rüböl ohne Faß fest, eff. M. 32.40-32.50, per Oet. M. 30.40 30.50.
Literarisches.
Daheim. Nr. 41 enthält: Der Schrei der Natur. Novellette von G. Böhm.(Schluß.)— Der schwarze Radziwill. Ein Beitrag zur Geschichte der Reformation.
— Die verlorenen 10 Stämme.— Doktor Blaubart. Novelle von Sylvester.(Forts.)— Das Erziehungs- wesen in China. Mit 3 Illustr.— Musik und Kinder. Von Eva Treu.— Am Familientische: Die Aussätzigen in Jerusalem.— Ein kaiserliches Verbot.— Der 19. Juli 1870. Gedicht von R. Kögel.— Das Vierkönigsbild. — Haus wirthschaftliche Fortschritte. Mit 2 Illustr.— Mit zwei illustr. Beilagen.
Volksbad.
Wasserwärme der Usa am 17. Juli:
160 Reaumur.
Walter. Geld⸗Caurs. Frankfurt am 15. Juli 1882.
20 ⸗Frankenstücke M. 16 25—29 do. N„ 16 24—28 Englische Sovereigns.„ 20 38. 43 Russische Imperiales.„ 16 80G. uf Ducaten. 3„ 9 353—58 „ al maredo.„ 9 60—65 Dollars in Golde.„ 416-20
—
Pfennig⸗Sparkasse.
Sammelstellen. Einlagen. Betrag. M. Pf.
Bestand am 1. Juni 1882 sammt Zinsen 8 5 16388 Ot Uebertrag vom 8. Juli 3691 2276 50 1. C. Bindernagel. 9 75 51 40 2. W. Bernbeck 207 118 30 3. Ph. Billau. 128 7 4. Th. Kranz 9 83 56 50 5. H. Flaschenträger. 112 72 65 4296 19040 61
Uebertrag am 1. Juni 1882 Einleger 978. Uebertrag vom 8. Juli neue Einleger 47. Neue Einleger„ 2 Gesammt⸗Einleger 1027. Friedberg den 15. Juli 1882. Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß- und Credit-Verein, e. G.
Vergebung von Bauarbeiten.
Die zur Herstellung einer Gartenmauer an dem Amts— erichtsgebäude zu Butz bach erforderlichen Arbeiten,
alls: M. Pf. Maurerarbeit, veranschlagt zu 645— Steinhauerarbeit 62 91 Schlosserarbeit 120— Weißbinderarbeit 8
sowie die Lieferung von 3 Kubikmeter lagerhaften Mauer— einen und 5 Tonnen Portland-Cement sollen auf dem Submissionsweg an den Wenigstnehmenden öffentlich ver— eben werden und sind die Submissionen längstens bis jum 22. Juli l. J., Vormittags 10 Uhr, verschlossen ind frankirt und mit der nöthigen Aufschrift versehen uf der Amtsstube der unterfertigten Stelle einzureichen, voselbst auch die eingelaufenen Offerten in Gegenwart ler etwa erschlenenen Submittenten geöffnet werden.
Der Voranschlag und das Bedingnißheft liegen bis zu jenem Termin daselbst in den Büreaustunden zur Linsicht offen.
Friedberg am 15. Juli 1882.
Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg.
259 Reuß.
Durch die Versetzung des Herrn Pr. Ludloff ist eine elegante Wohnung mit allen Bequemlichkeiten in neinem Gartenhaus zu vermiethen. 2267
Georg Hanau.
Arbeits-Vergebung.
Die zur Chaussirung einer Ortsstraße und Herrichtung
eines Spielplatzes erforderlichen, nachstehend verzeichneten ö
Arbeiten und Materiallieferungen, als: M. Pf.
Planir⸗ und Chaussirarbeit, veranschlagt zu 163 80 Pflasterarbeit 54 Lieferung von gerichteten Basaltpflastersteinen 234— Lieferung von scharfem Pflastersand 66 Brechen von Chaussirsteinen 7 Kies zu graben ere Kles und Abraum anzufahren 31 50 Anfahren von Chaussirsteinen R
sollen Mittwoch den 19. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in der Wirthschaft des Heinrich Rosenbecker IV. zu Steinfurth öffentlich vergeben werden.
Friedberg den 13. Juli 1882.
2434
3 oͤr b, Bezirks bauaufseher.
Zwangs Versteigerung.
Donnerstag den 20. er., Nachmittags 6 Uhr, ver⸗ steigere ich auf dem Gemeindehause zu Petterweil eine noch gut gehaltene Nähmaschine, 4 Kleider- und 4 Küchenschränke, 1 Glasschrank, 5 Hühner ze. de., sowie eirea/ Morgen Kartoffeln.
Vilbel den 16. 2462
1882. 0 Herget, Kreisbote. Corsetten
Submission.
Die zur Anfertigung eines eisernen Steges über die Wetter bei Bruchenbrücken erforderlichen und unten näher beschriebenen Arbeiten sollen auf dem Wege öffentlicher Submission verdungen werden und wollen Uebernahms— lustige ihre Offerten, welche die Angebote in Procenten
der Anschlagssumme enthalten sollen, schriftlich, verstegelt
und portofrei bei Großherzoglicher Bürgermeisterei Bruchenbrücken bis längstens den 24. Juli, Vor⸗
mittags 11 Uhr, einreichen: M. Pf. Schlosserarbeit, veranschlagt zu 700 16 Maurerarbeit 148 58 Weiß binderarbeit 19 38
Plan, Kostenüberschlag und Submissionsbedingungen liegen auf dem Büreau des Unterzeichneten Mittwoch den 19. und Donnerstag 20. d. Mts. zur Einsicht aus.
Assenheim den 15. Juli 1882.
Wenck,
2461 Bezirksbauaufseher.
Prakt. Zuschneideschule.
2463 Erste preisgekrönte Lehr-Anstalt für Schneider. Anerkannt beste und sicherste Methode, prämlirt Stutt⸗ gart 1881.(110%.) Carl Ost, Stuttgart.
Preisen bei
zu sehr billigen 24 K. Friedrich.
0 4


