Ausgabe 
18.5.1882
 
Einzelbild herunterladen

Idiak

4* an die be N der. N des wache den rn,

ei der nung. der gr. nds. koß 2 elskasse b Lestimmt z D 0 des Bei 5 meind 0

rar inde⸗ taden. 8 ö 1 ee

der Autstellun 1

gesetzt werden.

für erkrankte Arbeiter zu prästiren, stehe deren unbedingte Abgabepflicht für solche Kassen gegenüber. Der Entwurf wolle die absolute Unterstuͤtzung der Erkrankten, nicht die almosenartige Beihilfe, und ebenso nicht erst dann, wenn das letzte Werthobjeet des Kranken veräußert ist. Die Vorlage gehe wieder davon aus, daß ein Reichszuschuß nöthig sei. Windthorst hat den Antrag eingebracht, die Session des Reichstags zu Pfingsten zu schließen und die Commissionen in Permanenz zu erklären bis zur Herbstsession. Der Antrag ist nicht ohne Aussicht auf Erfolg, obschon die Liberalen sich gegen denselben erklären. Hirsch: Das genossenschaftliche Prinzip babe der Vor lage viele Freunde erworben. Die freien Hilfskassen fahren dabei schlecht. Die Grundlage des Entwurfs selen die Gefahrenklassen, die aber auf keiner zuverlässigen Statistik beruht, die Vorlage ist deshalb nicht zuverlässig, ebenso ist die Lohnstatistik ganz unzutreffend. Sonne⸗ mann tritt der Vorlage nicht so feindlich entgegen wie der Vorredner, hält sie zwar noch für unreif, aber doch für einen Fortschritt. Durch die Haftpflicht würden den Industriellen größere Lasten auferlegt, als durch die gegenwärtige Vorlage. Mag die Vorlage noch so ver besserungsbedürftig sein, so ist ihr Prinzip doch richtig. Besondere Aufmerksamkeit sei den Schutzmaßregeln zu widmen. Durch den Staatszuschuß werde die Last von den Industriellen auf die Steuerzahler gewälzt, die Industrie sei aber leistungsfähig genug. Redner stellt den Antrag auf Vorberathung in einer Commission von 28 Mitgliedern. Kraecker will sofortige Berathung des Gesetzes und keine Hinausschiebung. Staatsseeretär Böt ticher erklärt, daß die Regierungen von der Einsetzung einer permanenten Commission Nichts wissen wollen, viel mehr wünschen, daß ihre Vorlagen nacheinander berathen und noch erledigt werden mögen. Lasker: Das Land muͤsse dagegen protestiren, wenn Windthorst das Gesetz einer permanenten Commission überweisen wolle und damit die Sache bis November in der Schwebe bleibe. Richter sekundirt Lasker. Windthorst: Er verlange gründliche Durchberathung in der Commission. 16. Mai. Die Rechnungs⸗Uebersicht über die Aufwendungen aus der französischen Kriegskosten-Entschädigung wird debattelos der Rechnungs-Commission überwiesen. Es folgt die Weiterberathung des Unfallversicherungs-Gesetzes. von Maltzahn⸗Gültz erklärt sich für die commissarische Berathung, welche auch die Verhältnisse der ländlichen Arbeiter zu prüfen haben werde. Petersen ist für die vorgeschlagene Zusammensetzung der Schiedsgerichte, da eine Mitwirkung der Arbeiter Simulationen verhindern würde; dagegen wäre es eine Benachtheiligung der freien Hilfskassen, daß bei den jetzt projeetirten Hilfskassen die Arbeitgeber an den Kosten betheiligt würden. Nachdem Redner sich entschieden gegen den Reichszuschuß erklärt, führt er aus, man duͤrfe die Privatindustrie auf dem Versicherungsgebiete nicht ruiniren. Lasker hat erheb liche Bedenken gegen die Vorlagen, besonders gegen das System des Unfallgesetzes. Er ist gegen den Reichszuschuß. Das Krankengesetz kann als wirthschaftliche Reform bald zu Stande gebracht werden, das Unfallgesetz dagegen sei noch nicht spruchreif. Der Bundes bevollmächtigte Lohmann tritt den Angriffen des Vorredners mit Entschiedenheit entgegen und weist namentlich den Vor wurf zurück, als ob das Unfallgesetz noch nicht genügend vorbreeitet und durchgearbeitet sei. Langmann ist ein Anhänger der Zwangsversicherung, aber ein Gegner jeder Staatsindustrie, also auch einer Staats- oder Reichs Versicherung. Hierauf wird die Debatte geschlossen und die beiden Entwürfe werden einer Commission von 28 Mitgliedern überwiesen. Nächste Sitzung am 6. Juni. 15. Mai. DerNordd. Allg. Ztg. zufolge haben die neuralgischen Schmerzen des Reichskanzlers in den letzten Tagen so stark zu genommen, daß er außer Stande ist zu gehen oder auch nur zu stehen, er würde mindestens eine Woche das Bett hüten müssen. Die elsässischen Abgeordneten haben, unterstützt vom Centrum und den Polen, einen Antrag eingebracht, betreffend die Aufhebung des Dictaturparagraphen und die ausnahmsweise Gestattung der französischen Sprache für die jenigen Mitglieder des Landes-Ausschusses Elsaß Lothringens, welche der deutschen Sprache noto risch unkundig sind.

Kiel. S. M. S.Luise, 8 Geschütze, Commandant Corv.-Capitän Stempel, ist am 28. April c. in Norfolk eingetroffen.

Ausland.

Holland. Haag. Der König besteht auf seiner Weigerung, die Demission des Cabinets anzunehmen. ö

Frankreich. Paris, 15. Mai. Das vom Pyräus kommende französische Geschwader wird sich in Kreta mit dem von Corfu kommenden englischen Geschwader vereinigen und beide wer den dann gemeinschaftlich nach Egypten abgehen. Frankreich und England sandten ihren Botschaf tern bei den Mächten identische Depeschen, worin die Maßregeln betreffs Egyptens auseinander- 16. Mai.

Großbritannien. London,

Unterhaus. Gladstone legt eine Bill betreffs der irischen Pachtrückstände vor und schlägt vor, daß, wenn ein Pächter oder Grundbesitzer um ein Arrangement nachsucht, der Pächter ein Jaht Pachtrückstand zahlen und seine Zahlungs unfähigkeit beweisen muß. Der Staatsbeitrag ist ein Geschenk und darf die einjährige Pacht oder die Hälfte der Gesammtrückstände nicht übersteigen. Wenn der Pächter den einjährigen Rückstand bezahlt, so wird der Rest der Ruͤck staͤnde gelöscht. Der Staatsbeitrag erfolgt aus dem irischen Kirchenfonds und wenn dieser un genügend ist, aus weiteren Staatsmitteln. Nach

kurzer Debatte wurde die erste Lesung ab stimmungslos angenommen. Türkei. Konstantinopel, 14. Mai. Die

türkisch⸗russische Convention zur Regelung der zu zahlenden Kriegskosten-Entschädigung ist heute unterzeichnet worden.

Egypten. Kairo, 16. Mai. Die Consuln von Frankreich und England machten Arabi Bey für die öffentliche Sicherheit verantwortlich, gleichviel, ob er Minister sei oder nicht, ihm die Garantie seines Lebens versprechend, wenn er die Ordnung aufrecht erhalte.Agence Ha vas will wissen, in Folge der Rathschläge der Consuln sei ein vollstandiger Ausgleich hergestellt. Der Khedive erkläre, daß er die Beschwerden vergesse. Das ganze Cabinet verbleibe im Amte. England und Frankreich haben den Regierungen von Oesterreich-Ungarn, Deutschland, Italien und Rußland den Entschluß bekannt gegeben, eine Flottendemonstration gegen Egypten in's Werk zu setzen und gleichzeitig erklart, daß die Demonstration bloß den Zweck habe, den Khedive bei Aufrechterhaltung des status quo zu unter stützen. Unter den vorerwähnten Cabineten findet ein Meinungs-Austausch über die französisch englische Mittheilung statt.

Aus Stadt und Land.

W. Rendel. Das Kl. Turnfest des Usgauver⸗ bandes wird dahier den 18. und 19. Juni abgehalten. Der hiesige Gemeindevorstand hat mit dem Vorstande des Turnvereins ein Comité gebildet und wird alles Mögliche aufbteten, um seinen Festgästen den Aufenthalt und das Zusammensein recht angenehm zu machen. Die Festwirthschaft befindet sich in den bewährten Händen eines Gastwirthes von Vilbel und als Festplatz ist von der Gemeinde in anerkennungswerther Weise eine gemein heitliche Wiese zur Verfügung gestellt. Rendel wird auch bei diesem Feste seinen alten Ruf der Gastfreundschaft zu bewähren wissen. Das Fest wird bel günstiger Witter ung einen befriedigenden Verlauf nehmen, denn alle bis jetzt dahier abgehaltenen Festlichkeiten haben sich, ge tragen von dem lebhaften Geiste der Bevölkerung, noch stets als ächte Volksfeste erwtesen.

st. Kloppenheim, 16. Mai. Die gestern dahier stattgefundene Abstimmung über die Consolidation von zwei Fluren, mit Entwässerung eines Theiles derselben, hatte ein erfreuliches Resultat. Von den 32 Betheiligten an einem Areal von zusammen 156 Morgen stimmte Keiner dagegen. Nur das allgemeine Verständniß für die gute Sache und die lobenswerthe Einigkeit der hiesigen Einwohner konnte dieses seltene Ergebniß zu Tage fördern. Möge der Geist des Friedens und der Einigkeit auch ferner dieses gemeinsame Werk begleiten und es zur Zu friedenheit aller Betheiligten zu einem gedeihlichen Ab schlusse bringen!

Gießen. Die Jahresversammlung des Vereins mittelrheinischer Bildungsvereine findet am 10. Juni in Gießen statt. Auf der Tagesordnung steht außer dem Jahresberichte die Abänderung der Satzungen, die Wander bibliotheken, und das Skioptikon, welch letzteres vorge zeigt wird, dient zur Erläuterung der in den Vorträgen vorkommenden Gegenstände und hat sich als ein sehr wirksames Vortragsmittel bewährt. Der Verband besitzt 2 Wanderbibliotheken und hat nun die Anschaffung einer dritten beschlossen. Dieselben werden an solche Orte(auch an Nichtmitglieder) abgegeben, wo noch keine Bibliotheken sind und sollen nicht blos zum Lesen anregen, sondern auch die Grundlagen zu ständigen Volksbibliotheken bilden, wozu insbesondere die Mithilfe wohlhabender Freunde der Sache erwünscht ist.

Mainz, 15. Mai. Schon wieder ist ein Strike ausgebrochen. In der Möbelfabrik von Rauch haben heute 41 Kastenschreiner die Arbeit eingestellt. Ihre Forderung geht auf Lohnerhöhung überhaupt und ins besondere auf Garantirung der Abschlagszahlung.

Allerlei.

Berlin, 15. Mai. DemBerl. Tageblatt zu folge wurde gestern ein Aufsichtsbeamter der Hygiene Ausstellung in Untersuchungshaft genommen. b

Wien, 16. Mat. Heute wurde der Wahrspruch im Ringtheaterproceß abgegeben. Direetor Jauner, der nicht

erschienen war, wurde schuldig erkannt wegen Vergehens

gegen die Sicherhelt des Lebens, begangen durch mangel hafte Controle, schlechte Verwendung der Feuerwächter und durch das Fehlen der Oellampen. Nitsche und Geringer wurden ebenfalls schuldig befunden, ersterer wegen Oeffnens der Rollthüre. Polizeirath Landsleiner, Wilhelm Herr und Breithofer wurden freigesprochen. Sämmtliche Journale verkünden den Wahrspruch durch Extrablätter, in der Stadt herrscht große Bewegung. Jauner erhielt 4, Nitsche 8, Geringer 4 Monate Arrest,

Gemeinderathssitzung.

S. Friedberg, 26. Mai. In der gestern stattge⸗ habten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde zunächst eine Einladung zu der am 20. Mal Nachmittags 2 Uhr im Steinhäußer'schen Gartensaale dahler stakt findenden Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins zur Kenntniß gebracht. Es wurde dann auf ein Schreiben der Bürgermeisterei del beschlossen, den auf das dortige Augustinerschulgut fallenden Antheil an den Kosten einer Drainage-Anlage zu genehmigen und zur sofortigen Auszahlung zu bringen. Ein Gesuch des C. Türck auf Bauveränderung, des C. Hilbrecht auf Er⸗ richtung eines Magazins und des H. Mondigler auf Erbauung einer Gartenmauer an der Straße wurden nicht beanstandet. Behufs Aufnahme der allgemeinen Berufsstatistik wurde beschlossen, daß die Stadt, wie bei der letzten Volkszählung, in 23 Zählbezirke eingetheilt werden soll. Es wurde die entsprechende Anzahl von Zählern bezeichnet und sollen dieselben zu einer Besprech ung über Ausführung des Gesetzes eingeladen werden. Als Mitglieder der Zählungscommission wurden Fr. Reuß, E. Ruths, Ph. Vogt und Landgerichtsaktuar i. P. Nau gewählt. Der Bürgermetster theilte mit, daß der Ober lehrer Bitsch aus Gesundheitsrücksichten einen halbjährigen Urlaub genommen habe, die Oberlehrerfunktionen für diese Zeit dem Lehrer Dörr, die Unterrichtsstunden dem Schulverwalter Muth übertragen worden seien. Als Stellvertreter für den erkrankten Lehrer Braun wurde Schulvikar Görlach und für den nach Frankfurt über- gesiedelten Lehrer Schneider Schulvikar Müller in den Dienst eingewiesen. Der seither von Professor Dr. Köhler an den oberen Classen der Realschule gegebene Religions- unterricht wurde durch die oberste Schul-Behörde an Pfarrer Meyer übertragen. In Ausführung eines früheren Beschlusses wurde bestimmt, daß der Thürmer vom 1. Juli ab nicht mehr auf dem Thurm wohnen, das Läuten und Uhraufziehen gegen eine noch festzusetzende Vergütung vergeben werden soll.

Gerichtssaal.

Friedberg. In der am 23. Mai l. J. siattfinden⸗ den Sitzung des Schöffengerichts kommen zur Verhand- lung: 1) die Privatklagesache des B. K. Stern von Friedberg gegen Seribenten Ferber von da und die Wieder- klage des letzteren gegen ersteren wegen wechselseitiger Beleidigung. 2) die Strafsache gegen Heinrich Wolf von Echzell wegen Uebertretung. 3) die Strafsache gegen August Gerhard Gatzert von Ossenheim wegen Dieb stahls. 4) die Strafsache gegen Konrad Gatzert von Kirch-Göns wegen roher Mißhandlung eines Thieres. 5) die Strafsache gegen Georg Jakob Pfeil von Nieder Eschbach wegen Widerstands, Körperverletzung, Beleidig ung, Erregung ruhestörenden Lärms und groben Un⸗ fugs. 6) die Strafsache gegen Karl Wagner und dessen Tochter Marie Wagner von Nieder-Florstadt wegen Körperverletzung.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 16. Mal. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00.1.15, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf.

Friedberg, 16. Mal. Fruchtbericht. Watzen M. 25.50, Korn M. 20., Gerste M. 18., Hafer M. 18.17.

Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Grünberg. Fruchtpreise vom 13. Mai. Walzen M. 25.08, Korn M. 18.92, Gerste M. 16.46, Hafer M. 16.08, Erbsen M. 21.00, Samen M. 26., Kar⸗ toffeln M. 2.78.

Gießen, 16. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.00 1.05, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf., Käse per St. 5 10 Pf., Tauben das Paar 6080 Pf., Hühner per Stück M. 1.30 1.50, Hahnen per Stück M. 1.10 1.70, Enten per Stück M. 2 2.20, Ochsenfleisch per Pfund 64-66 Pf., Kuh- und Rindfleisch 54 56 Pf., Kalb⸗ fleisch 44 50 Pf., Schweinefleisch 62 64 Pf., Hammel⸗ fleisch 60 66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00 3.80, Zwiebeln der Centner M. 17 18.

Frankfurt, 15. Mai. Frankfurter Produktenbörse. (Offizielle Notirungen.) Waizen unver., effeetiv hies. und Wetterauer M. 25.7526, fremder M. 23.00 25.50, per diesen Monat M. 24.50. Roggen unver., effeetiv hies. M. 19.50 20, fremder M. 17.50 20., per diesen Monat M. 18. Gerste unver., eff. hiesige und Wetterauer M. 1819., fremde M. 18. 20. Hafer unver., effeetiv hiesiger M. 16. 17.25, fremder M. 16.75 17.25, per diesen Monat M. 15.75 Rüböl unver., effeetiv ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. M. 32. Branntwein eff. ohne Faß M. 40.

D. Frankfurt a. M., 16. Mai. Die guͤnstigen Nach⸗ richten aus Egypten, die eine Versöhnung zwischen dem Khedive und seinen Ministern melden, wurden von der Börse mit Befriedigung aufgenommen, kamen aber eigent⸗ lich nur Egyptern zu Gute, die heute in enormen Posten zu anziehendem Course gehandelt wurden. Die Speku lationspapiere par exeellenee zeigten anfangs ebenfalls eine Besserung, um jedoch später auf matkeres Berlin

sich abzuschwaͤchen. Im Ganzen war das Geschäft, ab

n

.

ä

3

9

3

9 1 11

1