Ausgabe 
18.4.1882
 
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Berlin. Der Kaiser beabsichtigt, sich am 18. d. M. nach Wiesbaden zu begeben und bis zum 3. Mai dort zu verweilen. Die Aerzte dringen jedoch auf einen längeren Aufenthalt daselbst, etwa bis zum 18. Mai.

DerReichsanzeiger veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, nach welcher der Reichs tag auf den 27. April einberufen wird.

Coburg⸗-Gotha und Reuß werden von den kleinen thüringischen Staaten im Bundesrath allein gegen das Monopol stimmen.

Detmold, 12. April. Gegen das Tabak monopol hat sich der Landtag mit 16 gegen 5 Stimmen ausgesprochen.

München, 15. April. Der Landtag ge nehmigte den Militäretat pro 1882/83 einstimmig.

Karlsruhe, 13. April. Landtag. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer wurde der Gesetzentwurf, betr. theilweise Abänderung des Gesetzes vom 24. Juni 1874 über die Ver fassung und Verwaltung der Stadtgemeinden, mit 32 gegen 15 Stimmen angenommen. 14. April. Heute wurde von der Kammer der Antrag auf Bewilligung eines Staatszuschusses von 1,750,000 Mark zum Bahnbudget mit allen gegen die 6 demokratischen Stimmen genehmigt. Die Vorlage betreffend die Höllenthalbahn wurde von der Kammer angenommen und haben die Gemeinden statt 500,000 M., nur 200,000 M. zu zahlen und das benöthigte Gelände zu stellen.

Mannheim, 12. April. Das kaufmän⸗ nische, sowie das technisch und kaufmännisch ge bildete Hilfspersonal der Tabak- und Cigarren brauche des hiesigen Platzes und der nächsten Umgegend war gestern im Saalbau versammelt, um auch seinerseits Stellung gegen die Tabak monopolvorlage zu nehmen. Nach kurzer Dis cussion wurde eine Eingabe angenommen, welche nach sehr gründlicher Motivirung die Bitte aus spricht:Der Reichstag wolle Alles aufbieten, daß die Einführung des von der Reichsregierung

geplanten Tabakmonopols zur Unmöglichkeit gemacht werde. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Die den

Delegationen zugehende Regierungsvorlage ver langt einen Credit von 23,733,000 fl. In der selben wird constatirt, daß die Insurrection im Großen und Ganzen niedergeworfen ist und, in ihrer physischen und moralischen Kraft gebrochen, nunmehr den Charakter des Brigantenthums angenommen hat. Zur Sicherung der erzielten Erfolge, sowie zum Schutze der friedlichen Ein wohner und der Anbahnung einer dauernden Consolidirung, ist die Belassung der dortigen Truppenmacht in der gegenwärtigen Stärke für die nächste Zukunft unerläßlich.

Schweiz. Bern. Der Große Rath des Cantons Bern hat den Erlaß eines Gesetzes gegen den Wucher beschlossen.

Frankreich. Paris. Der Barrere'sche Vorschlag, betr. die Donaufrage, wird in der nächsten Session der Donaucommission als ein aus der Initiative Frankreichs hervorgehender Antrag eingebracht und in den nächsten Tagen in formeller Weise den Cabineten mitgetheilt werden.

Italien. Rom. Der frühere Minister⸗ resident Macio ist zum Ministerresidenten in Montevideo ernannt worden.

Rumänien. Bukarest.Romanul sagt in einem Artikel über die Donaufrage, daß die rumänische Regierung an dem Standpunkte fest halte, welchen die Thronrede des Königs aus einandergesetzt habe. Rumänien werde sich durch keinerlei Drohungen einschüchtern lassen; es könne wohl durch brutale Gewalt bezwungen werden, aber einen Selbstmord aus Furcht werde es nicht begehen.

Rußland. Petersburg. DerRegierungs- bote veröffentlicht einen Ukas, nach welchem der Baron Jomini zum Staatssecretär ernannt wird. Fortgesetzte Recherchen haben die Persön lichkeiten der Mörder des Generals Strelnikoff vollständig festgestellt. Der Mörder war der

bis zum Januar 1881 freier Zuhörer der Peters burger Universität, sein Complice, der Wjätkascher Bauer Stefan Chalturin, welcher bereits zwei Jahre wegen der im Jahre 1880 ausgeführten Explosionen im Winterpalais polizeilich gesucht wurde. Laut Aussagen von Chalturin näher kennenden Personen, hat derselbe während der zwei Jahre, sich den Nachforschungen entziehend, unter gefälschtem Passe in Odessa und Moskau gelebt und sich mit der Verbreitung schädlicher Lehren in den Arbeiterkreisen beschäftigt.

14. April. DerReg. Bote meldet, daß der Gouverneur Podoliens sofort nach der Benachrichtigung von in Balta vorgekommenen Juden-Excessen sich persönlich dorthin begab behufs Herstellung der Ruhe. Die Unruhen dauerten bis zum 11. April Abends 10 Uhr fort, wo Militär die Ruhe herstellte.

Einer Londoner Depesche zufolge findet die Krönung Czar Alexanders III. in Moskau, trotz aller nihilistischer Umtriebe, im August d. J. statt. Die Kosten dafür sind auf 10 Million präliminirt.

Graf Ignatieff hat seine Demission als Minister des Innern eingereicht. Das Gerücht, Fürst Lobanoff werde sein Nachfolger werden, ist mit Vorsicht aufzunehmen. Dem Czaren ist die Persönlichkeit Lobauoff's nicht genehm; es verlautet dagegen, Graf Peter Schuwaloff hätte eher Aussicht auf die Nachfolgerschaft Ignatieff's. Der langgesuchte Attentäter Deutsch wurde hier ergriffen.

Alexandrien. Einer Meldung der Times vom 14. d. von hier zufolge ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung, wie die Insubordination in der Armee im Wachsen begriffen. Die Truppen zu Damiette befreiten einen Officier aus dem Arrest.

5 Aus Stadt und Land.

m. Nieder⸗Mörlen, 15. April. Seit einigen Tagen wurde ein hiesiger Mann vermißt; gestern fand man seine Leiche im Nauheimer Teiche. Da ein Grund zum Selbstmord nicht vorliegt und die Leiche auf keine Spuren von Gewalt zeigt, so läßt sich nur annehmen, daß der Mann vielleicht in der Dunkelheit oder durch sonst einen unglücklichen Zufall in das Wasser fiel und ertrank.

Allerlei.

Kassel. Der allgemeine Deutsche Lehrertag wird nunmehr definitiv Ende Juli hierselbst stattfinden. Libau, 15. April. Der britische DampferVernon übersegelte in voriger Nacht den auf der hiesigen Rhede ankernden Flensburger DampferDiana, welcher so fort sank. Die Mannschaft wurde mit großer Mühe ge⸗ rettet. Das Vordertheil desVernon ist bedeutend beschädigt.

Gerichtssaal.

Bad⸗Nauheim. In der Donnerstag, den 20. April Morgens 9 Uhr stattfindenden Schöffen Gerichtssitzung kommen nachstehende Sachen zur Verhandlung: 1) Straf sache gegen Heinrich Mörch von Dorheim, wegen Ruhe störung. 2) Strafsache gegen J. Sopp III. von Ober Mörlen, wegen unerlaubten Beherbergens. 3) Straf sache gegen Philipp Adami, Peter Adami, Heinrich Wolf und Jakob Wagner, sämmtlich von Nieder-Mörlen, wegen Thierquälerei. 4) Strafsache gegen Johannes Babel II. von Bad⸗Nauheim, wegen Hausfriedensbruchs. 5) Straf- sache gegen Johann Heinrich Fritz von Bad-Nauheim, wegen Beleidigung. 6) Strafsache gegen K. Scheibel IV., dessen Ehefrau, Karl Scheibel VII., Katharina Scheibel, Johannes Michael Stecher, dessen Ehefrau, sämmtlich von Ober-Mörlen, wegen Hausfriedensbruchs und Ruhe störung. 7) Strafsache gegen Konrad Feyh von Decken bach, wegen Diebstahls. 8) Strafsache gegen Adam Schutt III. von Dorheim, wegen Schlachtens ohne Patent. 9) Strafsache gegen Heinrich Morschel von Dorheim, wegen Führung falschen Gewichts. 10) Privatklagesache des Jakob Donges von der Rödger Mühle gegen Georg Krauch und Marie Krauch von Rödgen, wegen Beleidigung. Butzbach, 14. April. In der heutigen Schöffen⸗ gerichtssitzung kamen folgende Sachen zur Verhandlung: 1) Agent Aug. Kraft von hier, angeklagt wegen Ueber⸗ tretung des Art. 55 d. P.⸗St.⸗G., wurde von Strafe und Kosten freigesprochen und die Staatskasse zur Zu⸗ rückerstattung der dem Angeklagten in dieser Sache er wachsenen nothwendigen baaren Auslagen, jedoch aus schließlich derjenigen, welche Kraft durch Annahme eines Rechtsanwalts zu seiner Vertheidigung erwachsen sind, verurtheilt. 2) Heinrich Bingel von Rockenberg, ange klagt wegen Uebertretung der Feierabendstunde, wurde freigesprochen. 3) Georg Seitz von Steinfurth, ange klagt seine bissigen Hunde nicht beaufsichtigt zu haben, erhielt unter Annahme von Milderungsgründen 3 Mark Strafe ev. 1 Tag Haft und die Kosten. 4) Maria Nau

freigesprochen. Die übrigen Sachen der Tagesordnung hatten vor dem Termin bereits ihre Erledigung gefunden.

Zweckmäßige Verwendung des in Jahresfrist gesammelten Betrags in der Pfennigsparkasse.

Vor einiger Zeit hielt Herr Lehrer Landau im Volksbildungs-Verein einen Vortrag über das Lebeus-Versicherungswesen in Deutschland. Nach Darstellung der Wichtigkeit dieses Gegen standes, welcher in Deutschland noch nicht die gebührende Beachtung gefunden hätte, machte Hr. L. darauf aufmerksam, wie verschieden die Versicherungsarten seien und stellte in dieser Beziehung Vergleichung der verschiedenen Ge sellschaften an. In anerkennender Weise hob er die neue vortheilhafte Einrichtung, nämlich den Modus mit steigenden Dividenden, hervor, wonach der Versicherte von Jahr zu Jahr eine abnehmende Prämie zu bezahlen habe, ja sogar bei langer Lebensdauer noch eine Rente beziehe.

Außer dieser Versicherungsweise gibt es aber noch eine andere, schon länger bestehende, vor theilhafte Einrichtung, deren der Vortragende nicht erwähnte. Es ist dies die Kinderversicherung oder Versicherung auf den Lebensfall. Einsender dieses glaubt in Bezug auf ersprießliche Ver wendung der Pfennigsparkassengelder hierauf besonders aufmerksam machen zu sollen und sucht durch nachstehende Ausführung nachzuweisen, daß sein Vorschlag nicht außer Acht zu lassen sein dürfte.

Alljährlich wird für die Abtheilung der Versicherungen auf den Lebensfall ein Special Abschluß angefertigt, welcher mit dem Haupt Rechnungs-Abschluß der Lebens-Versicherungs gesellschaften zur Veröffentlichung gelangt. Die nach diesem Special-Abschluß sich ergebenden Ueberschüsse werden nach Verhältniß der Zeit werthe der bestehenden Lebensfallversicherungen unter dieselben vertheilt und zur Vermehrung des versicherten Kapitals verwandt.

Es kommt also am Auszahlungstermin nicht nur das versicherte Kapital, sondern auch das gesammte Guthaben aus den Dividenden zur Auszahlung.

Die Einrichtung ist so getroffen, daß erheb liche Ueberschüsse sich alljährlich mit Bestimmtheit erwarten lassen. Die Prämien in den Tarifen sind unter Zugrundelegung eines sehr niedrigen Zinsfußes(3 ½%) berechnet, während sie den Versicherten auf den Lebensfall mit dem durch schnittlichen Zinsfuß der betr. Gesellschaft nahezu 5% verzinst werden. Es tragen aber auch noch andere Ursachen(Fallenlassen von Policen ꝛc.) zu den Ueberschüssen bei, so daß sich die Divi denden auf nahezu 3% der Zeitwerthe im Durch schnitt bis jetzt gestellt haben.

Was dies zu bedeuten hat, wird man am besten daraus entnehmen können, daß unter Voraussetzung gleicher Dividende bei 20 jähriger Versicherungsdauer, statt 1000 M. Versicherungs⸗ summe, schließlich 131400 M. zur Auszahlung kommen werden,

Die Vortheile, welche die Verwendung der gesammelten Sparpfennige in dieser Weise bietet, sind so augenfällig, daß eine eingehendere Be leuchtung derselben überflüssig erscheint. Hervor zuheben wäre schließlich nur, daß hierdurch das gesammelte Geld eine feste Bestimmung erhält und nicht wieder durch Zurücknehmen dennoch häufig eine nutzlose Verwendung findet und daß es bei Fortsetzung der Studien nach Ablauf der Schuljahre, bei Ableistung des Militärdienstes, bei Begründung eines eigenen Herdes oder bei

Aussteuer der Töchter den entsprechendsten Zweck erfüllt.

Verloosungen. Sachsen⸗Mein ingen fl. 7 Loose von 1870. Gewinn⸗Ziehung am 1. April 1882. Heimzahlung am 1. Juni 1882. Serie 3996 Nr. 29 fl. 4000. S. 444 Nr. 20 fl. 2000. S. 1517 Nr. 4, S. 6437 Nr. 46, S. 6979 Nr. 37 à fl. 300. S. 871 Nr. 49, S. 1517 Nr. 21, S. 2946 Nr. 2, S. 3010 Nr. 9, S. 3996 Nr. 27, S. 4613 Nr. 13, S. 6437 Nr. 6, S. 6697

von Pohlgöns, dermalen in Butzbach, angeklagt wegen

Nr. 5, S. 6761 Nr. 29, S. 6979 Nr. 24, S. 7617

ast gelegke Vergehen nicht nachgewiesen werden konnte,

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