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das Schicksal des Grases, fristen eine Zeit lang ein kümmerliches Dasein und verschwinden, wenn es gut geht, spurlos; freilich wird meistens schon in den ersten Wochen von einer Auflage von einigen Tausenden von Exemplaren geschrieben, während man in Wirklichkeit noch zu hoch greift, wenn man statt der Tausende„Hunderte“ setzt. Was bleibt nun einem solchen Blatte anders übrig, als auf die Annoncenjagd zu gehen und Inserate zu Schleuderpreisen aufzunehmen? Es muß sich doch einen gewissen Anstrich geben und wenn es nur darauf ankommt, den Raum zu füllen, so ist! Pf. pro Zeile immer noch besser, als gar Nichts— so denkt wenigstens der Ver— leger eines solchen Blattes.
Wie aber steht es um den„Inserenten“? Er hat auch diesen„einen“ Pfennig pro Zeile nutzlos ausgegeben, da sein Juserat nur von
wenigen Leuten gelesen wird, den„Zweck“ des
Inserirens hat er also nicht erreicht! Will aber
a 1 Jemand durchaus den Pfennig pro Zeile weg—
werfen, so soll er wenigstens von keiner soliden
Zeitung verlangen, daß sie ihm ihre Spalten
auch zu solchen Schleuderpreisen zur Verfügung stellt. Je größer der Kreis der Abonnenten
und Leser eines Blattes ist, um so wirksamer
sind seine Anzeigen, um so sicherer wird der Zweck erreicht, welchen jedes Inserat verfolgt. Ist es nun billig und vernünftig, um von den Herstellungskosten zu schweigen, von welchen
e manche Leute noch sehr kindliche Begriffe haben,
einem Blatte, welches in mehreren Tausenden von Exemplaren erscheint, denselben Insertions—
preis anzubieten, wie einem Organe, welches
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kaum einige Hunderte von Abonnenten aufzu—
tveisen hat und Inserate zu Schleuderpreisen
aufuimmt? Man überlege sich doch die Sache! Endlich aber— der solide Handwerker und der reelle Geschäftsmann beklagen sich schwer und bitter über Verkäufe zu Schleuderpreisen und sonstigen Schwindel in Handel und Verkehr, sie erwarten von der anständigen Presse Unter—
und 3 stützung in ihrem Vorgehen gegen dieses den
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redlichen Erwerb beeinträchtigende Gebaren:
dwpas aber thun sie selbst? Sie tragen ihre An—
zeigen dahin, wo man sie zu Schleuderpreisen gufnimmt, und unterstützen dadurch auf dem Bebiete des Zeitungswesens dasselbe schwindel— gafte Treiben, welches sie auf ihrem Gebiete nit allen Mitteln bekämpfen. Wir denken, geell halte sich zu reell, der Schwindel gehe zum Schwindel! Man würde irren, wenn man etwa nus diesen Aeußerungen auf monopolistische An— wandlungen schließen wollte; wir lassen uns jede Toncurrenz gefallen, die anständig ist und mit ihrlichen Waffen kämpft und wünschen nur dem nserirendeu Publikum so weit die Augen zu
öffnen, daß es die Schlacke vom guten Metalle Iunterscheiden kann.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 16. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete ver Pfd. M. 1.05.—1.20, Eier 1 St. 6 Pf, 2 St. gr. 11 Pf.
Friedberg, 15. Aug. Fruchtbericht. Walzen M. 21½, Torn M. 18., Gerste M. 00., Hafer M. 16. Alle Preise erstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Grünberg. Fruchtpreise vom 12. August. Walzen
M. 22.02, Korn M. 16.68, Gerste M. 15.64, Hafer M. 16.42, Erbsen M. 00.00, Lein M. 00.00, Samen M. 26.48, Kartoffeln M. 0.00.
Gleßen, 15. August. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.90— 9.95, Eier 1 Stück 5 bis 6 Pf., Käse per St. 5—9 Pf., Tauben das Paar 70—75 Pf., Hühner per Stück M. 0.90— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.55 bis 1.00, Enten per Stück M. 1.50— 1.80, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 54—60 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Schweinefleisch 62—64 Pf., Hammelfleisch 60—66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 4 bis 6.00, Zwiebeln der Ctr. 6-7 M.
Schottten, 10. Aug. Auf dem diesjährigen Som— mermarkt waren aufgetrieben: 60 Pferde, 180 Fohlen, 3492 Stück Rindvieh, 905 Schweine, 37 Kälber; gegen voriges Jahr mehr: 39 Fohlen, 294 Stück Rindvieh, 213 Schweine, dagegen weniger 11 Pferde, 167 Kälber. Die Fohlen waren verhältnißmäßig billig. Das Rind— vieh wurde um ein drittel höher als am vorjährigen Sommermarkt bezahlt. Ganz besonders gesucht war das Jungvieh der Vogelsberger Race. Die vielen fremden Händ— ler bezahlten die jetzt wieder so beliebten Vogelsberger 2*, 3⸗, 4⸗ und 5jährigen Zugochsen ganz enorm. Zuchtschweine waren im Preise etwas gesunken, während die fetten Schwelne mit 62—64 Pf. per Pfund bezahlt wurden.
Frankfurt, 14. Aug. Frankfurter Produktenbörse. (Offizielle Notirungen.) Walzen flau, eff. hiesiger und Wetterauer M. 22, fremder M. 22½ ungar. 24 B. per diesen Monat M. 22. Roggen flau, effectiv hies. M. 16¼— 17, fremder M. 16.00 17.00, per diesen Monat M. 16. Gerste behauptet, eff. hies. und Wetterauer M. 18.½ 00, fremde M. 19.½ Hafer unver., eff. hiesiger M. 15½, fremder M. 15. diesen Monat M. 15. Rüböl behauptet, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. M. 33½. Branntweln höher eff. ohne Faß M. 45. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 25., Roggen⸗ mehl 0/1(Berliner Marke) M. 24½—25., I.(Berliner Marke) M. 22— ½., II.(Berl. Marke) M. 18—00.
1 Die
D. Frankfurt a. M., 15. August. Unser Platz war heute so ziemlich auf sich angewiesen, denn wegen des katholischen Feiertags waren die Pariser und Wiener Börse geschlossen und sandte letztere nur Privatverkehr. Berlin übte wenig Einfluß, da dort große Geschäftsstille herrschte. Trotzdem waren die Umsätze hier auf fast allen Gebieten recht belebt und die Tendenz bekundete große Festigkeit. Im Vordergrunde standen wieder Bahnen— werthe, für welche das Privatpublikum auf Grund der guten Ernte und der wachsenden Einnahmen lebhafte Kauflust an den Tag legte. Außer den österr. Export— bahnen, fanden in erster Linie Gotthardaetien rege Be— achtung und wurden in großen Posten aus dem Markt genommen. Die gestern stattgefundenen Mailänder Käufe scheinen heute ihre Fortsetzung gefunden zu haben. Von den Hauptspekulationseffeeten zeigten sich Staatsbahn— actien sehr animirt in Folge der letzten befriedigenden Wocheneinnahmen. Creditactien haben sich trotz aller Contreminemanöver heute recht gut gehalten. Credit— actien, gestern Abend 270%, heute 270/—/ und 270½. Staats bahnaetien, gestern Abend 298, heute 299 ½— 17/8 und ½. Galtzier, gestern Abend 2765/8, heute 277 bis 276½ und 276¾. Lombarden, gestern Abend 125, heute 125¼ und 1257¼. Oesterr. Bahnen gegen gestern Abend meist besser. Duper stiegen 3 fl. Nordwest, Elbthal etwas matter. Gotthardaetien gingen à 84⅛ und 84/ um. Deutsche Bahnen fest. Werra und Mecklenburger höher. Egypter wurden à 56¾—1/16—8/ Ä und 172 umgesetzt. Ausländische, Spanler waren à 6315/16 ge⸗ fragt. Oesterr.⸗ungarische Renten fest. Von Banken sind Disconto⸗Commandit höher auf günstige Bilanzgerüchte. Deutsche Staatsfonds und Oesterr. Prioritäten wenig verändert. Amerikanische Prioritäten anziehend. Von Wechseln Wien u. London theuerer. Privatdisconto 3½0/.
Bekanntmachung.
Inhaber von amtlichen Verkaufsstellen für Postwerth—⸗ zeichen in dem hiesigen Orts- und Landbestellbezirk sind: 1) Herr Buchhändler Bindernagel in Friedberg in der Burg, 2)„ Kaufmann Kranz in Friedberg in der Bahnhofstr., 3)„ Restaurateur Burck in Friedberg in dem Bahnhofe,
4) Herr Stern in Bruchenbrücken, 5)„ Gastwirth Hermes in Ockstadt und 6)„ Bürgermeister Hensel in Schwalheim. Bei den Verkaufsstellen sind die Postwerthzeichen zu denselben Beträgen, wie bei den Postanstalten erhältlich. Friedberg(Hessen) den 15. August 1882. Kaiserliches Postamt. In Vertretung: Nispel.
Bekanntmachung. In dem Postbezirk Bad-Nauheim bestehen amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen: 1) in Bad⸗Nauheim bei Ph. J. Weiß, „ Jean Wörner, „ L. Koch, „ Ph. Pfeffer, 2) in Steinfurth bei Christian Eichelmann, 3) in Wisselsheim bei Heinr. Steinhauer, 4) Rödgen bei Carl Truschel, 5) Nieder⸗Mörlen bei P. J. Möbs III., und bei der Posthülfstelle daselbst. Die Verkäufer sind verpflichtet, die Postwerthzeichen zu demselben Betrage wie die Postanstalten an das Publikum abzugeben.
Kalserliches Postamt.
Bitte um Unterstützung.
Ein schweres Unglück hat am 24. Juli die Gemeinden
00 16.00, per diesen sind.
Wimpfen a. B. und Wimpfen i. Th. betroffen, indem ein Gewitter die beiden Gemarkungen so schrecklich ver— hagelte daß die Ernte zu/ bis ½ vernichtet, der Ta bat total zerschlagen und die Weinberge auf 3 Jahre ruinirt Das Neckarthal wird nur hoͤchst selten durch Hagel⸗ schlag heimgesucht, deßhalb ist beinahe keiner der Be— troffenen versichert. Anderseits besteht die Bevölkerung von Wimpfen überwiegend aus kleinen Landwirthen mit geringem Grundbesitz, die, wenn nicht energische Unter— stützung eintritt, bis Spätjahr in große Noth kommen. Rheinhessen und Starkenburg sind größtentheils durch Hagelschlag verschont geblieben, ihre Bewohner haben, wenn auch nicht die erwartete, doch immerhin noch eine reiche Erndte eingeheimst. Wir werden deßhalb keine Fehlbitte thun, wenn wir an alle Diejenigen, welche von einer gleichen Heimsuchung verschont geblieben sind, das Ersuchen um milde Geldbeiträge, zu deren Empfang⸗ nahme wir bereit sind, richten. Ganz besonders glauben wir darauf rechnen zu dürfen, daß unsere Landwirthe, denen es nicht schwer fällt, von ihrem Saatgut abzu⸗
treten, dies gerne thun, da dadurch wesentliche Hülfe geschaffen werden kann.
Das Ergebniß der Sammlungen wird später veröffentlicht werden. Worms, 12. August 1882.
B. van Baerle. H. Baersch. Fz. Betz. J. F. Illig. Dir. P. Lehmann. D. Lohnstein. Ed. Münch. Ls. Schlosser.
Volksbad.
Wasserwärme der Usa am 15. August 170 Reaumur.
Walter. Geld⸗Cours.
Frankfurt am 15. August 1882. 20 ⸗Frankenstücke 9 M. 16 25—29
do. in /2„ 16 24—28 Englische Sovereigns.„ 20 35—40 Russische Imperiales.„ 16 71—76 Ducaten. 8„ 9 55—60
4 al marco. 9 58—63 Dollars in Gold.„ 416—20
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbathfeier vom 19. August 1882. Beginn:
Freitag Abends 6 Uhr 20 Min.
Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8 Uhr.
Wochengottes dienst von Sonntag den 20. August an
Morgens 6 Uhr, Nachmittags 6 Uhr.
Impfung.
Impf⸗Revistons⸗ und Impf⸗Termin Frritag den
8. August, Nachmittags 3 Uhr.
blligsten Preisen bel
Frledberg den 16. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. Seri
762 ba.
Bekanntmach Bekanntmachung.
Die Anfertigung von 30, Stück Pferchhorden und (Stück Salztrögen für die hiesige Schäferel soll Freitag ten 18. August, Vormittags 10 Uhr, in dem hiesigen Rathhause an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben nerden.
riebberg, 15. August 1882. 995 1 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 255 Se
ri ba. 2 ** 2* Halsbinden und Shlips, 2 Foulards, seidene Umknöpftücher, sowie weiße und sewarze seidene Halstücher in schönster Auswahl zu den K. Friedrich.
Vergebung von Maurerarbeit.
Die Erneuerung eines Theils der Mauer neben der l schlae 383 5 Burgstraße zu Friedberg, veranschlagt zu 383 Mark, tere eng be aben, und Berlegunggas bete
soll durch öffentliche Submisston vergeben werden.
Die Offerten sind mit dem Angebot in Proecenten auf den ganzen Betrag des Voranschlags frankirt und mit der Aufschelft„Submisston auf Maurerarbeit“ ver— sehen, bis längstens den 19. August 1882, Vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau einzureichen, woselbst Vor⸗ anschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen.
Friedberg den 14. August 1882.
Großherzogliches Kreis bauamt Frledberg. Grimm.
Tüchtige 7* NRollbahner
können gegen guten Lohn dauernde
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Bekanntmachung.
Der Zuschlag zu der am 12. d. Mts. stattgefundenen
der Gemarkung Ober⸗Florstadt ist nicht ertheillt worden und werden zufolge dessen die Arbeiten fur
rund 10000 laufende Meter, zu 15 Pfennig pro lfd. Meter, aus freier Hand vergeben.
Hierauf refleetirende leistungsfähige Arbeiter wollen sich entweder bei dem
Unterzeichneten oder bei Großherzoglicher Bürgermeisteret
Ober⸗Florstadt melden. Friedberg den 15. August 1882. Der Cultur- Ingenieur Voͤlzing.
Versteigerung.
Im pomologischen Garten der Ackerbauschule(nächst
der Blinden Anstalt) werden kommenden Freitag den Beschäftigung finden bei Bauunter- 18. d. Mis., Vormittags 11 Uhr, ungefähr 10 Gentner f Ant Schneeflocke— ausgezeichnete Speisekartoffel— eentner⸗ nehmer O. Koch& Sohn zu Gräsen- weise, 2 gleich baare Zahlung versteigert. roda in Thüringen. 2708 27505 Dr. Ludloff.


