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Verhandlungen wurden unter den Mächten
fortgesetzt.
— 14. Aug. Die Verhandlungen betreffs der englisch-türkischen Militärconvention sind immer noch nicht abgeschlossen. Der Vorschlag, das Obercommando der Interventionstruppen dem Khedive zu übergeben, wurde bisher nicht angenommen. Der britische Entwurf zu einer Militärconvention enthält die nachstehenden Haupt— punkte: Die Leitung der strategischen Beweg— ungen wird dem englischen Commandanten an— vertraut; dem türkischen Commandanten wird ein britischer Commissär beigegeben; die Vorherbe— stimmung des Ortes der Landung der türkischen Truppen und der auf 6000 Mann festgesetzte Effectivbestand der türkischen Truppen darf nur im Einvernehmen beider Mächte erhöht werden. Es verlautet, die Opposition der Pforte richte sich besonders gegen den ersten Punkt. Die Pforte verlangt, daß die englischen und türkischen Truppen getrennt, aber parallel nach dem zwischen den beiden Commandanten zu treffenden Ein— vernehmen operiren. Außerdem wünscht die Pforte die Aufnahme der Bestimmung, daß nach Wiederherstellung der Ordnung die beiderseitigen Truppen Egypten gleichzeitig räumen.
— 14. Aug. Es verlautet, Said Pascha befürworte beim Sultan die Zustimmung zur Militär- Convention; doch sollen ihm andere Würdenträger von der Convention in der von England vorgeschlagenen Form abrathen, auch daran festhalten, daß die Proclamation gegen Arabi nicht vor der Landung der türkischen Truppen publicirt werde. Lord Dufferin ist fortwährend um die sofortige Publication der Proclamation bemüht.
— 15. Aug. In der gestrigen Conferenz— sitzung erklärte Noailles, daß auch Frankreich dem Vorschlage Italiens bezüglich des Suez— canals beitrete unter Wahrung der Handlungs— freiheit hinsichtlich des Ausführungsmodus. Nachdem somit für das Princip der Cooperativ— polizei Einstimmigkeit erzielt, beantragte Corti, daß die Geschwader⸗Chefs oder die Schiffs— Commandanten am Suezcanal seitens ihrer Regierungen anzuweisen seien, sich wegen des Ausführungsmodus gegenseitig in's Einver⸗ nehmen zu setzen. Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.
Bulgarien. Sofia. Es wird versichert, daß Ostbulgarien bis zum Flusse Nanta wegen des in diesem District herrschenden Räuberun— wesens in den Belagerungszustand erklärt wor— den sei.
Rußland. Petersburg. Die panflavistischen Blätter, aber nicht nur der„Rus“ und die „Moskauer Wjedomosty“, sondern auch die „Petersburger Wjedomosty“ fahren mit ihrer Agitation fort, die darauf gerichtet ist, für den Gedanken Propaganda zu machen, daß Rußland die gegenwärtige Gelegenheit benütze, um sich am Bosporus festzusetzen.
Egypten. Alexandrien, 14. Aug. Am Samstag wurde eine Abtheilung Seesoldaten und Matrosen, welche mit der Zerstörung ge— fundener Munitionsvorräthe jenseits des Forts Mes beschäftigt waren, von einer beträchtlichen Anzahl Araber angegriffen. Nach kurzem Gefecht wurden die Araber mit Verlust zurückgeworfen.
— 15. Aug. Oberst Gerard recognoseirte mit 40 Mann beritten gemachter Infanterie erfolgreich das feindliche Lager bei Kingosman. Als er durch das Bett des Abukir-Sees ritt, wurde er eine Meile vom Lager von feindlicher Cavallerie angegriffen. Der Angriff wurde durch das Gewehrfeuer der Engländer, die zwei Mann verloren, zurückgeschlagen. In der Nacht versuchten vier Egypter die englischen Wachen zu passiren; einer derselben ward er— schossen, drei entkamen. Ferner wurde ein Franzose, wie es heißt ein Correspondent der Lanterne, von den äußersten englischen Vor— posten verhaftet, als er versuchte, sich nach Kafr⸗el-Dowar durchzuschleichen.
Suez. Von hier meldet man, daß am Samstag Abend große Schwärme Egypter in nächster be—
drohlicher Nähe des Suezeanals Stellung nahmen. Der englische Admiral in Suez besetzte die dor— tigen Wasserwerke. Ein von Jeddah eingelau— fener egyptischer Maildampfer hatte ein großes Packet Briefe für Arabi an Bord, welches von den Engländern beschlagnahmt wurde. Der be— treffende Mailagent ist verhaftet worden.
Kairo, 15. Aug. Arabi erhielt eine Ver— stärkung von schwarzen Soldaten aus dem Sudan. Im Ganzen wurden 200 Kanonen von Kairo aus in die Stellung bei Kafr-el-Dowar geschafft.
Afrika. Marocco. Im ganzen Lande wird der heilige Krieg gegen die christliche Be— völkerung gepredigt.
Aus Stadt und Land.
r. Grünberg, 15. August. Als heute eine Eska⸗ dron des 5. Rheinischen Dragoner-Regiments als Ein- quartierung hier einrückte, sturzte das Dienstpferd des Lieutenants Distel und brach zwei Beine.
Dietzenbach. Vor etwa vier Wochen ereignete sich hier ein bedauerlicher Unfall. Beim Herabgehen aus der Schule während der Zwischenstunde sprang ein zwölf⸗ jähriger Knabe einem Anderen von gleichem Alter so auf den Rücken, daß diesem die Wirbelsäule oder der soge— nannte Rückstrang zerbrach. Der Knabe wurde in das Elisabethenstift nach Darmstadt gebracht, nun den Eltern aber als unheilbar zurückgegeben. Der Knabe hat im Rückgrad nicht das gerinste Gefühl mehr und ist über⸗ haupt in einem Zustande, daß der Tod als der einzige Erlöser betrachtet werden kann.
Worms, 11. August. Der in Offenbach vermißte Knabe scheint sich bei den kürzlich hier ausgewiesenen Zigeunern befunden zu haben, wenigstens wird aus Oppen⸗ heim gemeldet, daß er bei denselben gesehen wurde.
Allerlei.
Frankfurt, 14. Aug. In verwichener Nacht wurden die Bewohner eines hiesigen Gasthauses durch das über— laute Gebet einer im Hause wohnenden Arbeiterfamilie aus dem Schlafe gestört. Da die Intervention des Hauswirthes fruchtlos blieb, wurde Polizei requirirt. Als diese die Thür zur Wohnung der Betenden geöffnet hatte, hehaupteten dieselben, sie seien von Hexen beun— ruhigt worden. Einstweilen wurde die anscheinend geistes⸗ gestörte Familie in polizeiliche Verwahrung genommen.
Kassel, 15. Aug. In Folge eines Wolkenbruches, welcher bei Altmorschen niederging, wurde die Bahn theilweise zerstört und unfahrbar gemacht.
Berlin, 12. August. In der Fruchtstraße wurde heute eine Frau Konrad mit ihren vier Kindern im Kleiderspind aufgehängt gefunden. Der Verdacht der schreckensvollen That fällt auf den Vater der Kinder. Der Mord ist in der Nacht ausgeführt worden.
Wie viel Rabatt? Etwas für Inserenten.
Nachstehender Artikel, den wir in den„Hess. Volksblättern“ finden, enthält so viel Wahres, daß wir uns nicht versagen können, denselben zu reproduciren: Wenn man in einem Laden, sagen wir des Beispiels wegen einen Rock, für den 50 Mark gefordert werden, schließlich nach vielem Handeln um 30 Mark ersteht, so freut man sich ungemein über das gute Geschäft, welches man gemacht zu haben glaubt, genirt sich aber trotzdem nicht, den braven Mann, der 50 Mark für den Rock haben wollte und 30 dafür nahm, einen ganz unreellen Burschen zu nennen. Hat man ein Recht dazu? Ohne Zweifel; solide ist die Basis eines solchen Geschäftsge— bahrens nicht und hätte man sich nicht im Augen— blicke durch die vollständig irrthümliche Annahme berücken lassen, es müsse enorm billig sein, wenn man vierzig vom Hundert herunterhandele, so würde man den Rock überhaupt nicht gekauft haben; man darf nämlich überzeugt sein, daß man ihn mit 30 Mark noch zu theuer bezahlt hat und wird dessen gewiß werden, sobald man ihn eine Zeit lang getragen hat. Reelle Ge—⸗ schäftsleute caleuliren ihre Preise, wo aber die Unreellität Prinzip ist, da fehlt auch dem Käufer jeder Maßstab dafür, ob er schlecht oder gut, billig oder theuer bedient wird. Uebrigens wolle man nicht außer Acht lassen, daß der Begriff „billig“ auch im geschäftlichen Verkehre nur ein relativer ist und Nichts weiter bedeutet, als das geziemende Verhältniß zwischen dem Kaufpreise und dem Werthe des Kaufobjectes einschließlich des Gewinnes, welchen Production, Arbeit und Zwischenhandel haben müssen. Was man also im gewöhnlichen Leben billig nennt, kann oft—
mals recht theuer sein und was zuerst theuer scheint, stellt sich als billig heraus. Wir glauben
nicht, daß reelle und verständige Leute genen
diese Sätze einen Einwand erheben werden Wie gestaltet sich nun aber gemeiniglich die Sache, wenn ein Geschäftsmann eine Anzeige in die Expedition einer Zeitung bringt? Sobald ihm die nach der Zeile berechnete Jusertionsgebühr genannt ist, hat er nichts Eiligeres zu thun, als zu fragen:„Wie viel Rabatt geben Sie mir?“ Erhält er dann zur Antwort:„Wir können keinen Rabatt geben, unsere Preise siud calculirt und fest,“ so thut er sehr verwundert, — derselbe Geschäftsmann, der sich im höchsten Grade beleidigt fühlen würde, wenn man ihm in gleicher Weise begegnen und seiner Forder— ung auch mit der Frage entgegenspringen wollte, wie viel Rabatt er zu geben bereit sei. Höchstens fügt er noch mit bedeutungsvollem Lächeln hin— zu, da und dort seien die Annoncen doch billiger; was der Eine könne, müsse auch der Andere können. Wenn man demselben Geschäftsmann in seinem Laden aber sagen würde,„da und dort bekomme ich den Meter Seide oder den Meter Tuch so und so viel Procent billiger“ — er weiß ganz genau, was er zu entgegnen hat, nämlich daß der Preisunterschied durch den Werth der Waare bedingt und gerechtfertigt ist; vielleicht setzt er auch noch etwas von ge— schäftlicher Reellität bei, und daß er mit solchen Leuten, wie die„da und dort“ wären, nicht concurriren wolle und könne. Worin aber unterscheidet sich denn ein reelles Zeitungsunter— nehmen bezüglich seines Annoncentheils von jedem anderen reellen Geschäfte? In keinem einzigen Punkte! Die Insertionsgebühren sind genau so calculirt, wie die Verkaufspreise, und wie kein solides Geschäft den Vorwurf hin— nehmen wird, es wolle die Käufer durch unan— gemessene Preise übervortheilen, so verlangt auch kein solider Zeitungs-Verleger von den Annoncen mehr als die geschäftsmäßigen Pro— zente. Bei großen Abschlüssen und häufigen Repetitionen kann allerdings auch er einen ent—⸗ sprechenden Rabatt gewähren, im Einzelnen und Kleinen aber kann er es nicht, wenn er sein Unternehmen auf reeller Basis führen will. „Aber ich belege es Ihnen, daß da und dort, wo man öffentlich 10 Pfennig für die Zeile berechnet, unter der Hand 5, 3, ja sogar 2 Pf. pro Zeile genommen werden.“ Wir wollen darauf entgegnen, was wir neulich in der„Eisen⸗ Zeitung“ gelesen haben.„Wir wissen,“ hieß es da,„genau, daß andere Blätter weit höhere Rabattsätze bewilligen, als sie verantworten können, in dieser Beziehung blüht ein Schwindel sehr gefährlicher Art. Wir haben letzter Tage ein Blatt zu Gesicht bekommen mit circa fünf⸗ zehn Seiten Anzeigen; so Etwas besticht den Uneingeweihten, der nicht weiß, daß ganze Seiten gratis aufgenommen sind, nur um Andere heran— zuziehen; wir haben von Abschlüssen Kenntniß, die sich auf Aufnahme von Anzeigen für ein ganzes Jahr beziehen, wobei sich die Zeile auf ungefähr 1—2 Pf. stellt. Da hiermit nicht einmal die Satzkosten bezahlt sind, viel weniger Druck, Papier und Generalunkosten, so kann man sich leicht einen Begriff machen, wie viel Exemplare gedruckt und für wie viele das Porto bezahlt werden kann. Gewöhnlich dauert die Herrlichkeit nicht lange, da die Gesetze des rationellen Geschäftsbetriebs sich nun einmal nicht umkehren lassen. Verderblich ist ein solches Gebahren aber hauptsächlich noch deßhalb, weil solche Blätter jederzeit bereit sind, jede Reclame redactionell aufzunehmen, um sich dadurch ein paar Mark für ein Inserat zu sichern. Dies macht die Presse in den Augen des anständigen Publikums verächtlich und käuflich.... Je mehr man Ihnen Coneessionen macht, um so sicherer können Sie sein, daß Sie Ihr Geld wegwerfen.“ Da hätte man also jenes„billig“,
welches wir oben als recht theuer bezeichnet haben. Wo aber liegt der Grund dieses Schwin— dels von gefährlicher Art, dieses Gebahrens, das verächtlich ist und verächtlich macht! Es schießen aller Orten Blätter und Blättchen hervor, wie Gras aus der Erde— sie theilen freilich auch
einige!
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