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Senat genehmigte die Handels-Verträge mit Spanien, Portugal, Schweden und der Schweiz, sowie die Convention mit England. — 11. Mai. Die Kammer nahm die Vor— lage über die Ausweisung der Ausländer in erster Lesung an und verwies die Creditforderung von 3 Mill. fur die Organisation verschiedener Dienstzweige iu Tunis an eine Specialcommission. — Im„Journal de Bataille“ veröffentlicht das Exmitglied der Commune Lißgaray einen Artikel, worin er den Bericht eines amerikanischen Blattes als richtig bezeichnet, wonach die Er— mordung des Prinzen Louis Napoleon im Zulu— gebiete durch Emissäre französischer Flüchtlinge in London bewerkstelligt worden sei. Ein Schrei— ben des Herzogs von Bassano erklärt jedoch diese Mittheilung als absolut falsch und erfunden. 13. Mai. Ein Panzerschiff und ein Transportschiff in Toulon begannen die Aus— rüstung, um das gegenwärtig in den tunesischen Gewässern stationirte Geschwader zu verstärken und zu verproviantiren.— Das französische Geschwader im Piräus erhielt Befehl, sich zur Abfahrt nach Egypten beständig bereit zu halten.
Großbritannien. London, 12. Mai— Campbell Baunermann ist zum Secretär der Admiralität, Courtney zum Seeretär des Schatz⸗ amts, Asheley zum Unterstaatssecretär der Co— lonien ernannt worden.—„Daily News“ er— fährt, daß der baldige Rücktritt Gladstone's als Schatzsecretär zu erwarten sei.
— Der„Times“ zufolge hat die Regierung beschlossen, zwei Panzerschiffe nach Alexandrien zu beordern.
— 13. Mai. Die Polizei entdeckte gestern Abend, an dem Gitter des Mausionshouse liegend, eine Schachtel mit brennenden Tuchlappen; das Feuer wurde sofort ausgelöscht. Die Schachtel war mit Spreugpulver gefüllt.
Dublin, 11. Mai. Der irische Lord-Ober⸗ richter Morris promenirte mit dem Richter Barry am Sonnabend, zur Zeit des Mordes im Phönixpark, als ein roh aussehender Mann, auf sie zutretend, sagte:„Michael Morris, es wurden Cavendish und Bourke getödtet. Sie trifft nächstens dasselbe Loos!“ Die Richter hielten den Mann für betrunken und nahmen keine Notiz davon. Seitdem verließ aber Morris mit seiner Familie Irland.— Unweit Ballina (Irland) ist am Donnerstag Abend auf einen Pächter Namens Barrett geschossen worden, als sich derselbe in seine Wohnung begab; die Ver— wundungen sind tödtlich.— Parnell erbat sich in Folge erhaltener zahlreicher Drohbriefe in London besonderen polizeilichen Schutz.— Trotz des angeblichen Ausgleiches zwischen der Regierung und der Landliga, fahren die Mondscheinbanden in Irland fort, ihr heilloses Wesen zu treiben. Aus den Grafschaften Tyrone und Cork liegen Berichte über sehr bedenkliche Ausschreitungen dieser Apostel der„No Rent“-Agitation vor.
Rumänien. Bukarest, 12. Mai. Der Senat setzte heute die Interpellation Gradisteanu, die Donaufrage betreffend, fort und nahm die einfache Tagesordnung an. Die Opposition lehnte es ab, trotz der wiederholten Aufforderung seitens Bratiano's und Statescu's, ihre An— schauungen in der Frage darzulegen. ö
Serbien. Belgrad, 12. Mai. Serbien erklärt sich mit den Barreére'schen Vorschlägen, Hetreffend die Donaufrage, einverstanden.
Bulgarien. Sofia. Anläßlich der Rück⸗ kunft des Fürsten von Bulgarien werden in
Sofia große Ergebenheitsmanifestationen vor— bereitet. Nach aus Petersburg in Sofia ein— zelaufenen Meldungen beruhigte der Czar den Fürsten, daß er für keinerlei Versuche einer Verdächtigung des Fürsten zuganglich sei.
Rußland. Petersburg. Der„Dzienik Poznanski“ veröffentlicht ein geheimes Schreiben bes Gouverneurs von Kiew, General Drentelen, en den Grafen Ignatieff, worin u. A. Mittel vorgeschlagen werden, durch welche die Polen und Juden im Gouvernement Kiew des Grund—
Husarenregiment Nr. 13 und 14, das thüringische Ulanen—
Aufführungen des„Rings des Nibelungen“ von Richard Wagner(„Rheingold“ Dienstag den 16. Mai,„Walküre“ Donnerstag den 18. Mal) ist gleichfalls die Einrichtung getroffen worden, daß Eintrrttskarten für beide Abende im Voraus zu haben sind. Vorstellungen ist auf halb 7 Vorsorge getroffen, daß auch die eine langere Spielzeit in Anspruch nehmende Aufführung der„Walküre“ kn app nach 10 Uhr zu Ende ist, so daß die Fremden aus der Nachbarschaft, die nach halb 11 Uhr abgehenden Züge noch mit Bequemlichkeit benützen können.
Raub der Flammen geworden. der Brandstätte anwesend. den Brandplatz. fahr, da ein scharfer Wind Rauch und Flugfeuer weit in die Stadt hineintrieb. schnell am Platze, jedoch war jede Rettung unmöglich; Alles brannte nieder. Der Schaden ist materiell colossal, der an wissenschaftlichen Objeeten aber unersetzlich. Glück— licherweise sind Menschenleben nicht zu beklagen. Stadtbahnbogen, welche zur Aufnahme von sanitären Einrichtungen, Wagen de. bestimmt waren, sind fast gänz⸗ lich ausgebrannt. Regierung ausgestellten Zeichnungen, darunter diejenigen der königlichen Charité und der Stadt Aachen sind verbrannt.
Plaidoyers der Vertheidiger und des Staatsanwaltes statt.
schneller die Russificirung des Gouvernements durchzuführen.
— Der Prozeß Koboseff alias Bogdanowitsch wird für Anfangs Juli beabsichtigt; 18 ange⸗ klagte Männer und 2 junge Damen bester Ge— sellschaft sind darin verwickelt. Seit Januar sollen über 1000 Verhaftungen von Nihilisten zweiten und dritten Grades stattgefunden haben.
— 14. Mai. Die Kaiserliche Familie ist gestern von Gatschina nach Peterhof übergesiedelt.
Egypten. Kairo, 12. Mai. Der Kammer— präsident und viele Notablen sind hier ange— kommen. Der Präsident erklärte angeblich, die Kammer werde sich nicht versammeln, außer wenn sie legal berufen werde. Die Notabeln waren fast einmüthig der Action des Cabinets abgeneigt. Falls die Türkei intervenirt, soll Arabi beabsichtigen, mit den Truppen in die Citadelle von Kairo sich zurückzuziehen und die angesehensten türkischen Paschas als Geiseln mitzunehmen. Der Generalstabschef Stone Pascha intervenirte. Tewfik verweigert jeden Verkehr mit den Ministern. Unter den Europäern herrscht lebhafte Beunruhigung; viele Familien verlassen Kairo.— 14. Mai. Nach heute stattgehabter Versammlung begaben sich der Präsident und der Ausschuß der Notabeln nach dem Palais Ismailia, um zu Gunsten des Ministeriums zu vermitteln. Der Khedive wies die Vermittelung zurück und erklärte, er verhandele nicht mir Rebellen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 14. Mat. Gestern Abend 9 Uhr zog ein prachtvoll leuchtendes, grünglänzendes, feuersprühen— des Meteor von Südost nach Nordwest über unsere Stadt.
b. Ilbenstadt, 14. Mai. An 800 Firmlingen wurde heute dahier von dem Bischof von Eichstett, Frei— herrn von Leonrod, das Sakrament der Firmung ausge⸗ spendet. Am Nachmittag hielt Domkapitular Moufang von Mainz die Festpredigt. Während des ganzen Tages war die geräumige Abteikirche von Tausenden von Gläu— bigen aus allen kath. Pfarreien der Wetterau bis in ihre letzten Räume besetzt. Darmstadt. Bei dem 11. Armee-Corps wird in diesem Jahre ein Cavalerie-Manöver bei Friedberg, Gießen, Marburg stattfinden. An demselben werden sich die 6 Reiter-Regimenter des 11. Armee-Corps: das rheinische Dragonerregiment Nr. 5, das J. und 2. hessische
regiment Nr. 6 und das 1. und 2. Großh. hessische Dragonerregiment Nr. 23 und 24 im Divisionsverband betheiligen und wird denselben die in Fulda garnisontrende 1. reitende Batterie hessischen Feldartillerierregiments Nr. 11 beigegeben werden.
Allerlei.
Opernhaus.
st. Frankfurt. Für die nächsten
Die Anfangszeit für beide Uhr festgesetzt, doch ist
Berlin, 13. Mai. Die Hygiene Ausstellung ist ein
Der Kaiser war auf Hunderttausende umgaben Auch der Lehrter Bahnhof war in Ge—
Feuerwehr und Militär waren
Fünf
Fast sämmtliche werthvollen, von der
Wien, 13. Mai. Gestern und heute fanden die
Die Urtheilsverkündigung findet Dienstag statt.
vom 9. d. M. wurde Siegmund Pollack von Bekenheim wegen Beleidigung des Chr. Hoffmann 1. zu Schwal⸗ heim zu einer Geldstrafe von 30 M. und in die Kosten verurtheilt.
erkannte 1) den Bernhard Buß von Gambach des Dieb— stahls für schuldig und verurtheilte denselben zu 1 Tag
Gerichtssaal.
Friedberg In der Sitzung Gr. Schöffengerichts
Buß bach, 13. Mal. Das gestrige Schöffengericht
igenthums enteignet werden sollen, um desto
Gefängniß und zur Tragung der Kosten.
Dörhöfer jun. von Münzenberg, angeklagt wegen Ruhe störung, wurde, unter Annahme von Milderungsgründen, zu 3 M. Strafe, event. 1 Tag Haft und zur Tragung der Kosten verurtheilt.
Repertoir-⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Rheingold. geschlossen.
Dienstag den 16.
Mittwoch den 17. Donnerstag den 18. Walküre.
Freitag den 19. geschlossen. Samstag den 20. Das Glöckchen des Eremiten. Hierauf: Zum ersten Male: Eine ungarische Hochzeit, Ballet in 1 Akt.
Sonntag den 21. Carmen. Montag den 22. geschlossen.
Dienstag den 23. Zum ersten Male: Antigone. Tra⸗ gödie von Sophokles. Musik von Mendelssohn.
Schauspielh aus.
Dienstag den 16. Zum ersten Male: Die Spatzen. Schwank in 4 Akten. Nach dem Französischen von Schönthan.(Wiesthaler, Herr Schweighofer von Wien als Gast.)
Mittwoch den 17. Reif-Reiflingen.
Donnerstag den 18. Außer Abon. Zum ersten Male wiederholt: Die Spatzen.(Wiesthaler: Herr Schweig⸗ hofer.)
Freitag den 19. Faust.
Samstag den 20. Vorletztes Gastspiel des Herrn Schweig⸗ hofer. Scheu vor dem Minister. Wiener G'schichten. Frühere Verhältnisse.
Sonntag den 21. Letztes Gastspiel des Herrn Schweig⸗ hofer. Die Spatzen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 13. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00.— 1.15, Eier 1 St. 5, Pf., 2 St. 9 Pf.
Gießen, 13. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.00— 1.05, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf., Käse per St. 5—10 Pf., Tauben das Paar 60—80 Pf., Hühner per Stück M. 1.30— 1.50, Hahnen per Stück M. 1.10— 1.70, Enten per Stück M. 2—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 64—66 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 54—56 Pf., Kalb⸗ fleisch 44— 50 Pf., Schweinefleisch 62— 64 Pf., Hammel⸗ fleisch 60—66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00 3.80, Zwiebeln der Centner M. 17—18. 5 Frankfurt, 13. Mai. Marktpreise. Heu kostete je nach Qual. M. 3.50 4.50, Stroh M. 3—4. Eier das Hundert M. 4.80— 6. Butter im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Kartoffeln M. 4.80—7., Spargel das Pfd. 50— 60 Pf., Blumenkobl das Stück 30-50 Pf., sonstige Gemüse sehr billig. Ochsenfleisch 70 Pf., Kuh⸗ Rind⸗ und Farrenfleisch 45—55 Pf., Kalbfleisch 50 bis 60 Pf., Schweinefleisch 75— 80 Pf., Hammelfleisch 45 bis 65 Pf., 1 Hahn M. 1.50— 2.00, 1 Huhn M. 1.70 bis 2.30, Poularde M. 2.50—3, 1 Ente M. 3., 1 Taube 45— 50 Pf. Mainz, 12. Mai. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 65., 2. Qual. M. 60., Kühe 1. Qual. M. 58. 2. Qual. M. 50— 54, Kälber das Pfd. 55— 60 Pf., Schweine das Pfd. 56-60 Pf.
Bekanntmachung. Bei der Postagentur in Ober-Mörlen wird am 20. d. Mts. eine Telegraphen-Betriebsstelle mit be⸗ schränktem Tages dienst eröffnet werden. Darmstadt den 10. Mat 1882. Der kaiserliche Ober-Postdirektor Hagemann.
Brodpreise vom 16. Mai bis 1. Juni. Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. Mai bis 1. Juni.
Nach eigener Angabe der Metzger.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.
In Bad-Nauheim kostet Schweinefleisch das ½ Kilo
60 Pfennig.
Pfennig ⸗Sparkasse.
Summelstellen. Eiulagen.]“ Betrag. M. Pf.
Uebertrag vom 6. Mai 31319, 17202 50
1. C. Bindernagel. 83 56 95 2. W. Bernbeck 176 961 60 3. Ph. Billau. 141 84 55 4. Th. Kranz. 11⁴ 65 70 5. H. Flaschenträger. 107 70 20 31937 17576 50
NB. Uebertrag Einleger 1102. Neue Einleger 9. Gesammt-Einleger 1111. Friedberg den 13. Mal 1882. Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß- und Credit-Verein, e. G.
Briefbogen
mit neuen Ansichten von Friedberg und Bad⸗Nauhelm
2) Jacob
bei Cane Binder nagel in Friedberg.
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