Deutsches Reich.
Berlin. Aus gut informirter Quelle wird mitgetheilt, daß zwischen England und Deutsch— land durchaus kein officiell notifieirtes Einver— ständniß herrscht, jedoch soll Graf Münster mit allen Vollmachten zur Herbeiführung eines solchen versehen sein.
— Falls nicht unerwartete Ereignisse ein— treten, gehen wir vorläufig, so schreibt man dem Fr. Journ., einer, was die auswärtigen poli— tischen Angelegenheiten betrifft, wahrscheinlich sehr ruhigen Zeit entgegen. Man glaubt zwar, daß man sich, was die egyptische Angelegenheit anbelangt, in Geduld fassen müsse, ist aber über— zeugt, daß in der maßvollen Haltung Englands eine Bürgschaft für eine ruhige, allen Interessen gerecht werdende Lösung zu erblicken sei. Die griechisch⸗türkische Grenzfrage hält man für ab— gethan, und auch den auf dieselbe bezüglichen diplomatischen Schriftwechsel zwischen Griechen— land und der Pforte für in befriedigender Weise beendigt, nachdem in der letzten von der Pforte an Conduriotis gerichteten Note eigentlich Alles concedirt erscheint, was Griechenland verlangte.
Kiel. S. M. Kanonenboot„Möwe“, 5 Ge— schütze, Comm. Corv.⸗Capt. v. Kyckbusch, ist am 10. October c. in Gibraltar eingetroffen und be— absichtigte am 11. d. M. die Heimreise fortzusetzen.
Karlsruhe, 11. Oct. Der Erbgroßherzog ist von Baden nach der Mainau gereist, von wo er den Großherzog nach Baden begleiten wird. Nächste Woche wird der Großherzog dahier erwartet, doch ist der Tag der Ankunft noch nicht bestimmt. Selbstverständlich wird die Residenz dem wieder genesenen Fuͤrsten einen Empfang bereiten, nachdem er fast ein Jahr von hier entfernt gewesen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Wiener Zeitung publicirt ein kaiserliches Handschreiben vom 9. d. Mts., mittelst welchen die Delegationen zum 25. October nach Pest einberufen werden.
Prag. In Folge einer Rede, welche der neue Bürgermeister Czerny bei seiner Installir⸗ ung hielt, und in der er Prag als rein slavische Stadt bezeichnete, legten sämmtliche fünf deutsche Stadtverordneten ihr Mandat nieder.
Olmütz, 11. Oct. In Proßnitz werden in Folge maßloser Hetzereien des dortigen Journals Judenkrawalle befürchtet. Der Buͤrgermeister erstattete an die Bezirkshauptmannschaft einen besorgnißerregenden Bericht.
Pest, 11. Oct. In der heutigen Sitzung
des Unterhauses kündigte Ministerpräsident Tisza folgende Vorlagen an: Ueber das Wuchergesetz, die Beamtenqualification, die Codification des Strafprozeßverfahrens und des Privatrechts, und über die Autorenrechte. Auf eine Anfrage Simonyis erwiederte Tisza, er werde keine Be— helligung irgend welcher Klasse der Bevölkerung dulden und nöthigenfalls noch stärkere Maß— regeln als in Preßburg ergreifen. Onody fragt, ob der Justizminister davon Kenntniß habe, daß wegen der Ungesetzlichkeiten des Staatsanwalts Havas in der Tisza-Eszlarer Affaire gegen letz— teren der Prozeß angestrengt werden solle. Der Justizminister bejaht und bemerkt dabei, er werde je nach dem Verlauf der Untersuchung das Wei— tere verfügen.
— Graf Paul Szechenyi, Mitglied der ver— einigten Opposition, übernimmt das Portefeuille Kemeny's für Handel und Landwirthschaft. Man folgert hieraus, daß die oft schon angeregte Ver— schmelzung der vereinigten Opposition mit der Regierungspartei jetzt vor sich gehen werde. Matlekovits bleibt im Amte, Hieronymi dagegen beharrt auf seiner Demission.
— Der vorgelegte Staatsvoranschlag für das Jahr 1883 beziffert die Gesammtausgaben auf 3221 Million, gegen das Vorjahr 12½ Million weniger, speciell die gemeinsamen Aus— gaben auf 8 Million weniger. Die Gesammt— einnahmen betragen 303 Million, speciell ordent— liche Einnahmen 4½ Million mehr gegen das Vorjahr. Das Deficit beträgt 21/0 Million, ist denz gegen das Vorjahr 8 Million geringer.
Türkei. Constantinopel. Wie verlautet, wird der Sultan fordern, daß die eventuell gegen die egyptischen Rebellen gefällten Todesurtheile gemäß des Fermans von 1867 seiner Sanction unterworfen werden.
— Die Ministerkrisis ist durch die Nieder— 6e der fanatischen alttürkischen Partei erledigt. Der Sultan hat die Bedingungen des Großveziers, darin ebe daß jeder Minister für sein eigenes Departement verantwortlich sein müsse und daß die Türkei die österreichisch-deutsche Allianz aufgeben und sich England-Frankreich anschließen solle, nach langen heftigen Debatten endlich angenommen.
— Die Verhaftung des Großscherif's von Mekka ist erfolgt.
Rumänien. Bukarest. Wie der„Romanul“ mittheilt, werden die Kammern erst am 29. October wieder zusammentreten, weil das Budget, welches
die Regierung sofort bei der Eröffnung vorlegen wolle, erst bis dahin fertig gestellt werden kann.
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Die rumänische Regierung versendete auläßlich des Conflictes des Executionscomité's der Do— naucommission mit den russischen Delegirten, be— treffend die Vornahme von Sondirungsarbeiten in dem Kilia-Arm, eine Circularnote an ihre diplo— matischen Vertreter.
Rußland. Petersburg. Die Reichsein—
nahmen vom 1. Jan. 1882 bis 1. Aug. 1882 betragen 30,128,035 Rbl. mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Reichs⸗
ausgaben sind in derselben Zeit 1882 um 26,603,372 Rbl. gegen das Vorjahr vermindert.
Egypten. Kairo. Baker Pascha soll die Ansicht ausgesprochen haben, daß zur Neufor— mirung einer egyptischen Armee ein Zeitraum von einem Jahre nothwendig sei, und daß da— her die englische Occupation ebenso lange auf— recht erhalten werden müsse. Es sind neuerdings weitere 116 Albanier für die Gendarmerie ein— getroffen. Das Journal Elahram meldet, die Effectivstärke der egyptischen Armee werde 10,000 Mann betragen. Offiziere und Soldaten, welche der Theilnahme an der Rebellion verdächtig sind, werden nicht in die Armee aufgenommen werden. Sämmtliche Offiziere werden Türken oder Cir— kassier sein.
— Der vor einigen Tagen wegen Auffor— derung zu neuen Gewaltthaten in Tantah fest⸗ genommene Scheik ist mit hundert Stockstreichen bestraft und gefangen gesetzt worden. In Tan⸗ tah wurde eine größere Quantität Waffen be— schlagnahmt.
— Dem Generalconsul Malet wurde eine namentliche Liste der Gefangenen zugestellt, welche vom Kriegsgericht abgeurtheilt worden. Die Liste zählt 113 Namen. Die Liste der Gefangenen in den Provinzen ist noch nicht mitgetheilt worden, deren Zahl wird 30 nicht übersteigen. General Alison ist zum Chef der Occupationsarmee er— nannt worden; derselbe wird heute hier erwartet. General Wolseley reist am 20. October ab.
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